American Football fĂŒllt auch in Europa ganze Stadien, und in den USA hĂ€ngen an der Liga die teuersten FernsehvertrĂ€ge der Welt. Entsprechend liegen die GehĂ€lter der NFL-Profis in einer eigenen Liga. Die Liste zeigt, was die Spieler der 32 Franchises in der Saison 2026/2027 tatsĂ€chlich ausgezahlt bekommen, also Grundgehalt plus Bonuszahlungen. Über die Höhe entscheiden drei Dinge: die Position auf dem Feld, der Zeitpunkt der letzten Vertragsunterschrift und die Frage, wie ein Team die Boni ĂŒber die Laufzeit verteilt. Quarterbacks stehen deshalb fast immer oben, Kicker, Punter und Long Snapper am unteren Ende.

NFL GehĂ€lter der Spieler im Überblick

Die Tabelle ist nach Verdienst sortiert und lÀsst sich nach Team und Namen durchsuchen. Die Werte beziffern das Jahresgehalt plus Bonuszahlungen, also die Summe, die einem Spieler in dieser Spielzeit cash ausbezahlt wird, und nicht das Gesamtvolumen seines Vertrags.

Warum die BetrÀge so stark schwanken

In der NFL sind VertrĂ€ge nur zu einem Teil garantiert, und der garantierte Anteil wird hĂ€ufig als Unterschriftsbonus gleich im ersten Vertragsjahr ausgezahlt. Wer neu unterschreibt, springt dadurch fĂŒr ein Jahr an die Spitze der Liste und fĂ€llt in der Saison darauf weit zurĂŒck, ohne dass sich an seinem Grundgehalt etwas geĂ€ndert hĂ€tte. Auch Rookies der ersten Runde stehen deshalb regelmĂ€ĂŸig weit oben, weil ihr komplettes Handgeld sofort fließt.

Cam Ward zeigt den Effekt im Extrem. Der Quarterback ging 2025 als erster Pick des Drafts nach Tennessee und unterschrieb einen ĂŒber vier Jahre voll garantierten Rookievertrag ĂŒber 48,8 Millionen US-Dollar. Rund 32,2 Millionen davon waren Unterschriftsbonus und wurden sofort fĂ€llig. Im ersten Jahr flossen ihm damit knapp 33 Millionen US-Dollar zu, im zweiten Vertragsjahr sind es gut drei Millionen. Genau dieser Mechanismus sortiert die Rangliste jede Saison neu.

Cash, Cap und Vertragsvolumen sind drei verschiedene Zahlen

Bei einem Vertragsabschluss wird in den Schlagzeilen fast immer das Gesamtvolumen genannt, also alles, was ĂŒber die komplette Laufzeit fließen kann. Der Salary Cap rechnet mit einer zweiten GrĂ¶ĂŸe, dem anteiligen Cap-Hit je Saison, weil Teams einen Unterschriftsbonus buchhalterisch ĂŒber bis zu fĂŒnf Jahre strecken dĂŒrfen. Der Spieler selbst sieht eine dritte Zahl, nĂ€mlich das Geld, das ihm in der jeweiligen Saison ĂŒberwiesen wird. Diese Liste fĂŒhrt die dritte GrĂ¶ĂŸe, weil sie die Frage beantwortet, wer in dieser Spielzeit am meisten verdient.

Was ein NFL-Profi wirklich verdient

Mindestgehalt und Practice Squad

Nach unten ist der Verdienst im Tarifvertrag festgeschrieben, und er steigt mit der Zahl der angerechneten Spielzeiten. In der Saison 2026 liegt das Minimum fĂŒr einen Spieler ohne angerechnete Saison bei 885.000 US-Dollar, ab acht angerechneten Jahren bei 1,3 Millionen US-Dollar. Wer im Practice Squad steht, also im erweiterten Trainingskader, bekommt 13.750 US-Dollar pro Woche und damit ĂŒber eine komplette Spielzeit rund 247.500 US-Dollar. FĂŒr Spieler am Rand des Kaders ist jeder Wechsel in die aktive Mannschaft deshalb ein Gehaltssprung.

Dabei geht ein Punkt oft unter: Eine NFL-Karriere dauert im Schnitt gut drei Jahre. Anders als in der NBA oder der MLB sind die VertrÀge nicht vollstÀndig garantiert, eine schwere Verletzung kann das Karriereende bedeuten, und viele Profis verdienen ihr gesamtes Lebenseinkommen aus dem Sport in einem sehr kurzen Fenster.

Die Position bestimmt die Gehaltsklasse

Quarterbacks fĂŒhren den Markt, weil sie jeden Spielzug organisieren und in der Bewertung eines Teams schwerer wiegen als jede andere Position. Danach folgen Edge Rusher, Wide Receiver und Offensive Tackle. Am unteren Ende stehen die Spezialisten. Der Spitzenwert im Quarterback-Markt lag 2026 bei 64 Millionen US-Dollar Jahresdurchschnitt, der bestbezahlte Kicker kam 2025 auf gut sechs Millionen und der bestbezahlte Long Snapper auf weniger als zwei Millionen US-Dollar. Zwischen der teuersten und der gĂŒnstigsten Position der Liga liegt damit etwa der Faktor 40.

Der Salary Cap begrenzt das Team, nicht den Spieler

Jedes Team darf pro Saison nur eine festgelegte Summe fĂŒr SpielergehĂ€lter aufwenden. FĂŒr 2026 liegt das Salary Cap bei 301,2 Millionen US-Dollar pro Franchise. Auf rund 53 KaderplĂ€tze gerechnet wĂ€ren das gut 5,6 Millionen US-Dollar je Platz, so verteilt es aber kein Team: Ein Spitzen-Quarterback bindet allein rund ein FĂŒnftel des Caps, und der Rest muss mit dem Mindestgehalt und mit kurzen VertrĂ€gen aufgefĂŒllt werden. Wichtig ist die Richtung der Regel. Der Cap deckelt die Belastung des Teams pro Saison, nicht die Auszahlung an den einzelnen Spieler. Genau deshalb strecken Teams die Boni buchhalterisch, wĂ€hrend das Geld beim Spieler lĂ€ngst angekommen ist.

Das Salary Cap in der NFL ĂŒber die Jahre

Salary Cap NFL

Die grĂ¶ĂŸten VertrĂ€ge und die PrĂ€mien

Der höchstdotierte Vertrag der Ligageschichte

Patrick Mahomes hatte 2020 bereits eine VerlĂ€ngerung ĂŒber zehn Jahre unterschrieben, die damals jeden Rahmen sprengte. Im Juni 2026 hĂ€ngten die Kansas City Chiefs zwei weitere Jahre an und brachten das Gesamtvolumen auf 504,75 Millionen US-Dollar mit Laufzeit bis 2033. Das ist der erste NFL-Vertrag jenseits der halben Milliarde, ab 2027 entspricht er einem Jahresdurchschnitt von 64 Millionen US-Dollar. Was ein solcher Vertrag mit einem Kader macht, zeigt die Aufstellung der Kansas City Chiefs GehĂ€lter. Zum Vergleich: Tom Brady und Peyton Manning haben ihre grĂ¶ĂŸten Summen noch in einer Liga mit deutlich kleinerem Cap verdient.

Playoff-PrÀmien

In den Playoffs zahlt nicht mehr die Franchise, sondern die Liga stellt die Schecks aus. Die SĂ€tze stehen im Tarifvertrag und steigen jede Spielzeit. FĂŒr die Playoffs der Saison 2026/2027 gelten diese BetrĂ€ge je Spiel und Spieler:

  • Wild Card Round: 64.500 US-Dollar fĂŒr Divisionsieger, 59.500 US-Dollar fĂŒr die ĂŒbrigen Teams und fĂŒr Teams mit Freilos
  • Divisional Round: 64.500 US-Dollar
  • Conference Championship: 87.000 US-Dollar

FĂŒr einen Topverdiener ist das ein Trinkgeld. FĂŒr einen Rookie am Mindestgehalt kann eine lange Playoff-Serie dagegen ein zusĂ€tzliches Monatsgehalt bedeuten.

Super Bowl PrÀmien

Im Endspiel verdoppeln sich die SĂ€tze noch einmal. Der Sieger des Super Bowl LXI bekommt je Spieler 188.000 US-Dollar und den Ring, der Verlierer 113.000 US-Dollar fĂŒr die Teilnahme am grĂ¶ĂŸten Sportereignis der Welt.

  • Super Bowl LX am 8. Februar 2026 in Santa Clara: Seattle Seahawks 29:13 New England Patriots, zweiter Titel fĂŒr Seattle. Die Sieger erhielten damals 178.000 US-Dollar je Spieler, die Verlierer 103.000 US-Dollar
  • Super Bowl LXI ist fĂŒr den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood angesetzt

Deutsche und österreichische Profis in der NFL

Die großen VertrĂ€ge deutschsprachiger Spieler sind erst ab 2024 entstanden. Amon-Ra St. Brown, in Kalifornien geboren und Sohn einer deutschen Mutter, verlĂ€ngerte im April 2024 bei den Detroit Lions ĂŒber vier Jahre und 120 Millionen US-Dollar und war damit der bestbezahlte Wide Receiver seiner Zeit. Der Österreicher Bernhard Raimann, der beim Vienna Vikings noch als Wide Receiver angefangen hatte, folgte im Juli 2025 mit vier Jahren und 100 Millionen US-Dollar bei den Indianapolis Colts, davon 60 Millionen garantiert.

Davor waren deutsche Profis in der Liga Randfiguren. Björn Werner wurde 2013 in der ersten Runde gedraftet und musste seine Karriere nach drei Spielzeiten beenden, Kasim Edebali hielt sich ĂŒber Jahre als Rotationsspieler. Wie sich Gehalt, PrĂ€mien und Werbeeinnahmen bei einem einzelnen Profi zusammensetzen, steht im Artikel zu Rob Gronkowski.

HÀufige Fragen zu den NFL GehÀltern

Wie viel verdient ein NFL-Spieler?

Rechnerisch stehen jedem Team 301,2 Millionen US-Dollar fĂŒr rund 53 KaderplĂ€tze zur VerfĂŒgung, also gut 5,6 Millionen US-Dollar je Platz. In der Praxis liegt der typische Verdienst deutlich darunter, weil die Quarterbacks und die wenigen Spitzenverdiener einen großen Teil des Caps binden. Nach unten sichert der Tarifvertrag ab: In der Saison 2026 sind es mindestens 885.000 US-Dollar fĂŒr einen Spieler ohne angerechnete Saison.

Wer ist der bestbezahlte NFL-Spieler?

Patrick Mahomes. Sein im Juni 2026 aufgestockter Vertrag ĂŒber 504,75 Millionen US-Dollar bis 2033 ist der höchstdotierte der Ligageschichte und entspricht ab 2027 einem Jahresdurchschnitt von 64 Millionen US-Dollar. Bei der reinen Auszahlung je Saison wechselt die Spitze dagegen stĂ€ndig, weil ein frisch fĂ€lliger Unterschriftsbonus jeden Spieler fĂŒr ein Jahr nach oben trĂ€gt.

Wie hoch ist das Mindestgehalt in der NFL?

In der Saison 2026 liegt es bei 885.000 US-Dollar fĂŒr einen Spieler ohne angerechnete Spielzeit und steigt gestaffelt auf 1,3 Millionen US-Dollar ab acht angerechneten Jahren. Die Staffel ist im Tarifvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft festgelegt und wird jedes Jahr angehoben.

Was verdient ein Spieler im Practice Squad?

13.750 US-Dollar pro Woche, ĂŒber eine ganze Spielzeit rund 247.500 US-Dollar. FĂŒr erfahrene Spieler im Trainingskader sind höhere SĂ€tze möglich. Das Practice Squad ist damit gut bezahlt, liegt aber deutlich unter dem Mindestgehalt des aktiven Kaders.

Verdienen NFL-Profis mehr als Basketballer oder Eishockeyspieler?

Pro Kopf nicht. Ein NFL-Kader umfasst 53 Spieler plus Trainingskader, ein Basketballteam 15. Die NFL verteilt ihre Einnahmen also auf ein Vielfaches an Profis, weshalb das Durchschnittsgehalt bei den NBA GehÀltern höher liegt, obwohl die NFL die umsatzstÀrkste Liga der Welt ist. Die NHL GehÀlter und die MLB GehÀlter folgen dazu eigenen Regeln, im Baseball gibt es zum Beispiel gar keine harte Gehaltsobergrenze, sondern nur eine Luxussteuer.

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