Das Karriere-Preisgeld im Profitennis der Männer ist eine offiziell geführte Größe: Die ATP schreibt mit, wie viel jeder Spieler bei ihren Turnieren und bei den Grand Slams eingespielt hat. Diese Rangliste zeigt die Top-Verdiener dieser ewigen Statistik, angeführt von der Generation um Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer, dahinter die jüngeren Spieler um Jannik Sinner, Alexander Zverev und Carlos Alcaraz. Die Beträge stehen in US-Dollar, stammen aus der offiziellen Preisgeldliste der ATP und ziehen automatisch nach, sobald der Verband seine Liste fortschreibt. Die höchsten Preisgelder zahlen die vier Grand Slams: die Australian Open, die French Open, Wimbledon und die US Open.
Die ewige Rangliste der Tennis-Preisgelder der Herren (ATP)
Zu jedem Spieler nennt die Tabelle das gesamte Karriere-Preisgeld und daneben die Spalte „aktuelles Jahr“. Dort steht, was er in der laufenden Saison eingespielt hat. Diese Spalte trennt die Aktiven von den Zurückgetretenen: Bei einer beendeten Karriere bleibt die Gesamtsumme stehen, bei den Aktiven wächst sie mit jedem Turnier. Die Rangliste reicht bis in die Top 300.
Gezählt werden nur die offiziell ausgeschriebenen Preisgelder aus ATP-Turnieren und Grand Slams, Einzel und Doppel zusammen. Antrittsgelder, Schaukämpfe, Sponsorenverträge und Bonuszahlungen der Ausrüster stehen nicht darin. Wer die Rangliste als Einkommensliste liest, liegt deshalb zu tief.
Wer die Spitze der Rangliste besetzt
Die Generation Djokovic, Nadal und Federer
An der Spitze steht Novak Djokovic, der Spieler mit den meisten Grand-Slam-Titeln im Herrentennis. Über zwei Jahrzehnte hat er die höchstdotierten Turniere fast immer bis in die Endphase gespielt, und dort liegt der Großteil des Geldes. Rafael Nadal folgt dahinter, seine Summe verändert sich allerdings nicht mehr: Am 19. November 2024 bestritt er beim Davis Cup in Málaga sein letztes Match und beendete seine Karriere. Ähnlich ist es bei Roger Federer, der im September 2022 beim Laver Cup in London aufhörte, und bei Andy Murray, der nach dem olympischen Turnier in Paris im August 2024 zurücktrat.
Weiter unten stehen die Altmeister wie Pete Sampras, Andre Agassi oder Boris Becker. Sie rutschen mit jeder Saison nach hinten, ohne dass sich an ihren Beträgen etwas ändert. Die Preisgelder ihrer Zeit lagen um ein Vielfaches unter den heutigen.
Die nächste Generation rückt nach
Am schnellsten klettern Jannik Sinner und Carlos Alcaraz nach oben, weil sie die Grand Slams und die Masters-1000-Turniere seit 2024 unter sich aufteilen. Alexander Zverev steht in derselben Region der Liste: Der Deutsche gewann 2018 und 2021 die ATP Finals, 2021 dazu olympisches Gold in Tokio, und er erreicht bei den großen Turnieren regelmäßig die Runden mit den hohen Prämien. Daniil Medvedev, US-Open-Sieger von 2021, gehört ebenfalls zu dieser Gruppe.
Warum die Summen der Jüngeren so schnell wachsen
Der Grund liegt in der Entwicklung der Preisgelder selbst. Als Wimbledon 1968 erstmals Profis zuließ, lag der gesamte Preisgeldtopf bei 26.150 Pfund, Sieger Rod Laver erhielt davon 2.000 Pfund. 2026 schüttete das Turnier 64,2 Millionen Pfund aus, allein die beiden Einzelsieger bekamen je 3,6 Millionen Pfund. Dazu ist das Geld heute breiter verteilt: Schon eine Niederlage in der ersten Runde eines Grand Slams bringt einen sechsstelligen Betrag. Eine solide Saison ohne großen Titel wirft damit mehr ab als früher ein Turniersieg.
Warum die Rangliste nicht das Gesamteinkommen zeigt
Zusätzliche Antrittsgelder
Noch größer ist der Abstand bei Schaukämpfen. Beim Six Kings Slam in Riad erhielt 2025 jeder der sechs geladenen Spieler 1,5 Millionen US-Dollar allein für den Start, Sieger Jannik Sinner kam auf sechs Millionen. In der ATP-Rangliste findet sich davon kein Cent.
Sponsoren, Steuern und Kosten
Bei den bekanntesten Spielern übersteigen die Werbeeinnahmen das Preisgeld um ein Mehrfaches. Roger Federer unterschrieb 2018 bei Uniqlo einen Ausrüstervertrag, der über zehn Jahre 300 Millionen US-Dollar bringen soll, also mehr als sein gesamtes Karriere-Preisgeld.
Umgekehrt ist ein Preisgeld keine Netto-Summe. Es wird im Land des Turniers versteuert, Sponsorengelder dagegen am Wohnsitz, was die Adressen in Monaco, Dubai oder der Schweiz erklärt. Vom Rest gehen Trainer, Physiotherapeut und die Reisekosten eines Teams ab, das das ganze Jahr unterwegs ist; jenseits der Top 100 bleibt davon wenig übrig.
Häufige Fragen zur Tennis-Preisgeld-Rangliste
Wer hat im Tennis das meiste Preisgeld verdient?
Novak Djokovic führt die ewige Preisgeldliste der ATP an. Er hat mehr Grand-Slam-Titel gewonnen als jeder andere Mann und über zwei Jahrzehnte fast durchgehend die Endrunden der größten Turniere erreicht. Bei den Damen zählt die WTA getrennt, die Spitzenverdienerinnen stehen in der WTA-Preisgeld-Rangliste.
Was bedeutet die Spalte „aktuelles Jahr“?
Sie zeigt das Preisgeld der laufenden Saison, ebenfalls in US-Dollar und aus Einzel und Doppel zusammengenommen. Bei zurückgetretenen Spielern steht dort nichts mehr.
Warum steigt Rafael Nadal nicht mehr in der Liste?
Weil er seit seinem letzten Match beim Davis Cup im November 2024 keine Turniere mehr spielt. Sein Karriere-Preisgeld ist damit endgültig, während die Aktiven weiter aufrücken.
Sind auch Tennisspielerinnen in der Rangliste enthalten?
Nein, die Liste umfasst nur die Herren, weil sie auf den Daten der ATP beruht. Die WTA führt eine eigene Preisgeldstatistik für die Damen, angeführt von Serena Williams.
Welche Einnahmen fehlen in der Preisgeldliste?
Alles, was nicht als Turnierpreisgeld ausgeschüttet wird: Sponsoren- und Ausrüsterverträge, Antrittsgelder, Prämien für Schaukämpfe und Einnahmen aus eigenen Beteiligungen.
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