Caro Daur begann 2014 damit, sich selbst in verschiedenen Outfits zu fotografieren, und arbeitet heute für internationale Luxusmarken. Geboren am 12. März 1995 in Hamburg, brach sie ihr Betriebswirtschaftsstudium ab, lief 2017 in Mailand für Dolce & Gabbana über den Laufsteg und stand 2025 in einer größeren Rolle in einem Netflix-Film vor der Kamera. Ihr Geschäft unterscheidet sich dabei in einem entscheidenden Punkt von dem vieler Kolleginnen. Wir schätzen das Vermögen von Caro Daur auf rund 7 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Caro Daur?
Woraus sich die Schätzung speist
Für ein Honorar gibt es eine belegte Zahl: Nach der Instagram Rich List von 2021 konnte sie für einen bezahlten Beitrag rund 9.000 Euro verlangen. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt und nicht der Endstand, denn danach kamen die Kollektion mit Hugo Boss, die Netflix-Rolle und der Botschaftervertrag mit einem Konzern. Für die Jahre seit 2018 setzen wir aus Werbeverträgen, Kollektionen, Modelarbeit und Fernsehen im Mittel einen Rohertrag von gut einer Million Euro im Jahr an, die Anfangsjahre deutlich darunter. Nach deutscher Steuerlast von rund 47 Prozent und den Kosten eines eigenen Betriebs bleibt daraus die Größenordnung, die wir ansetzen.
Was ihrem Geschäft fehlt
Der wirtschaftlich wichtigste Punkt steckt nicht in den Zahlen, sondern in der Konstruktion. Ihre sämtlichen Produkte sind Kooperationen mit fremden Marken: ein Lippenstift mit MAC, Strumpfhosen mit Calzedonia, eine Jeansjacke mit Levi’s, Schuhe mit Superga, eine Kollektion mit Hugo Boss. In allen Fällen gehört das Produkt dem Partner, sie erhält ein Honorar oder eine Beteiligung am Umsatz.
Das ist ein anderes Modell als bei einer eigenen Marke, und der Unterschied wird über Jahre groß. Wer eine Kooperation abschließt, verdient einmal. Wer eine eigene Marke aufbaut, besitzt danach einen Vermögenswert, der sich verkaufen lässt. Lena Gercke hat mit LeGer den zweiten Weg gewählt, Dagi Bee ebenfalls mit mehreren eigenen Marken. Bei Caro Daur ist der Vermögenswert weiterhin ihr Name, und genau deshalb liegt ihre Schätzung unter der von Pamela Reif, obwohl ihre Kundenliste die internationalere ist.
Die Verträge, die das Geschäft tragen
Der Botschaftervertrag mit evian
Am 3. März 2026 wurde sie globale Markenbotschafterin des Mineralwasserherstellers evian, einer Marke des Danone-Konzerns. Die Konditionen sind nicht veröffentlicht, wie bei Verträgen dieser Art üblich.
Wirtschaftlich ist das trotzdem einordbar, und zwar über die Art des Vertrags. Ein globaler Botschaftervertrag mit einem Konzern läuft über Jahre statt über eine Kampagne, er wird nicht je Beitrag abgerechnet und begleitet die Marke mit Werbung im Handel und in Medien. Für eine deutschsprachige Influencerin ist das die höchste erreichbare Vertragsform, weil der Auftraggeber international bucht und nicht regional.
Kooperationen mit Modehäusern
Vor evian entstanden über die Jahre mehrere Produktreihen. 2017 kam mit MAC ein Lippenstift unter ihrem Namen auf den Markt, es folgten Strumpfhosen mit Calzedonia, eine Jacke mit Levi’s und eine Schuhkollektion mit Superga. Im Herbst 2020 erschien eine Kollektion mit Hugo Boss, ein Jahr später brachte sie mit Adidas und Zalando eine Leggings auf den Markt, die für das Tragen während der Periode ausgelegt ist.
Diese Reihe zeigt eine Bewegung nach oben. Die frühen Partner waren mittelpreisige Marken, die späteren sind Konzernmarken mit internationalem Vertrieb, und der Sprung zum Botschaftervertrag ist der nächste Schritt derselben Entwicklung. Denselben Weg vom Kooperationspartner zur festen Markenvertretung gehen auch Lisa und Lena.
Das einzige eigene Produkt
Eine Ausnahme von der Kooperationslogik gibt es. 2020 veröffentlichte sie unter dem Namen DaurPower ein E-Book mit einem dreimonatigen Fitnessprogramm, das für rund 30 Euro verkauft wurde, und begann parallel, Fitnessvideos auf ihrem seit Ende 2018 bestehenden YouTube-Kanal zu veröffentlichen.
Wirtschaftlich ist ein E-Book das margenstärkste Produkt, das eine Influencerin überhaupt verkaufen kann, weil nach der Erstellung keine Herstellungs-, Lager- oder Versandkosten mehr entstehen und der Verkaufspreis fast vollständig als Rohertrag bleibt. Der Nachteil ist die Reichweite: Ein Programm für 30 Euro braucht viele Käufer, um an einen Werbevertrag heranzureichen. Denselben Weg über digitale Produkte statt physischer Ware nutzen auch Sarah Harrison und im Musikgeschäft Shirin David, bevor daraus eigene Marken wurden.
Model, Schauspielerin und Fernsehgesicht
Laufsteg und Titelseiten
Der Wert liegt an anderer Stelle. Wer bei einem Luxushaus über den Laufsteg läuft, ist für dessen Werbekunden buchbar geworden, und genau dort liegen die Honorare. Dieselbe Mechanik gilt für Titelseiten: Sie sind Ausweis, nicht Einnahmequelle.
Fernsehen und die Rolle bei Netflix
Im Fernsehen war sie 2018 Gastjurorin in einer Folge von Germany’s Next Topmodel neben Heidi Klum, zum Neujahrstag 2022 übernahm sie eine Episodenhauptrolle in der Folge Namibia der ZDF-Reihe Das Traumschiff.
Ihr Schauspieldebüt in einer größeren Rolle folgte am 19. September 2025 mit dem deutsch-türkischen Netflix-Film „She Said Maybe“, in dem sie neben Beritan Balcı und Katja Riemann die beste Freundin der Hauptfigur spielt. Der Film erreichte in den ersten drei Tagen 7,2 Millionen Abrufe und stand bis zum 22. September 2025 in 35 Ländern auf Platz eins der Netflix-Filmcharts. Für sie ist das der wertvollste Teil daran: Eine Rolle in einer international abgerufenen Produktion verschiebt die Verhandlungsposition bei Werbeverträgen deutlich stärker als jede Reichweitenzahl.
Der Weg von Hamburg nach Mailand
Vom Kleiderschrank der Mutter zum Blog
Ihr Interesse an Mode begann früh. Die Mutter hatte die Vogue abonniert und einen großen Kleiderschrank, aus dem sich die Tochter schon als Vorschulkind Kleidungsstücke aussuchte. Nach dem Schulabschluss schrieb sie sich an der Universität Hamburg für Betriebswirtschaftslehre ein, gab Nachhilfe und gab das Geld für Kleidung aus.
2014 begann sie, sich in Outfits zu fotografieren und die Bilder auf Instagram zu stellen, dazu betrieb sie einen Blog mit längeren Texten zu denselben Fotos. 2016 folgten ihr rund 750.000 Menschen, kurz darauf überschritt sie als erste deutsche Bloggerin die Millionenmarke. Das Studium legte sie daraufhin auf Eis.
Die eigene Gesellschaft als Vehikel
Das Geschäft läuft über die Caro Daur GmbH, deren Geschäftsführerin sie ist und in deren Gegenstand Werbetätigkeit als Influencerin, Moderation, Marketing sowie die Vermittlung von Modelauftritten stehen.
Der Gesellschaftszweck beschreibt das Geschäftsmodell genauer als jede Selbstbeschreibung: Es geht um Werbeleistung und Vermittlung, nicht um Herstellung oder Handel. Eine eigene Produktgesellschaft, wie sie Kylie Jenner mit ihrer Kosmetikmarke aufgebaut hat, gibt es hier nicht. Das begrenzt die Größenordnung nach oben, macht das Geschäft aber auch schlanker, weil weder Warenlager noch Produktion zu finanzieren sind.
Häufige Fragen zum Vermögen von Caro Daur
Wie hoch ist das Vermögen von Caro Daur?
Wir schätzen es auf rund 7 Millionen Euro. Es stammt aus bezahlten Beiträgen, Kooperationen mit Modemarken, Modelarbeit sowie Auftritten in Fernsehen und Film.
Wie viel verdient sie an einem bezahlten Instagram-Beitrag?
Nach der Instagram Rich List von 2021 rund 9.000 Euro je Beitrag. Neuere belegte Honorare sind nicht veröffentlicht, und bei einem laufenden Botschaftervertrag wird ohnehin nicht je Beitrag abgerechnet.
Für welche Marke ist sie globale Botschafterin?
Seit dem 3. März 2026 für den Mineralwasserhersteller evian, eine Marke des Danone-Konzerns. Die Konditionen sind nicht veröffentlicht.
Hat Caro Daur eine eigene Marke?
Nein. Ihre Produkte entstanden alle als Kooperationen mit fremden Marken, unter anderem MAC, Calzedonia, Levi’s, Superga, Hugo Boss und Adidas. Ihr Geschäft läuft über die Caro Daur GmbH, deren Gegenstand Werbung und Vermittlung ist.
In welchem Netflix-Film hat sie mitgespielt?
In der deutsch-türkischen Produktion „She Said Maybe“, die am 19. September 2025 erschien. Sie spielt die beste Freundin der Hauptfigur, es ist ihre erste größere Schauspielrolle.
Was ist DaurPower?
Ein E-Book mit einem dreimonatigen Fitnessprogramm, das sie 2020 für rund 30 Euro auf den Markt brachte. Es ist ihr einziges Produkt, das nicht als Kooperation mit einer fremden Marke entstand.
Womit hat ihre Karriere angefangen?
2014 mit Fotos von sich in verschiedenen Outfits auf Instagram und einem parallel geführten Modeblog. Ihr Betriebswirtschaftsstudium in Hamburg legte sie dafür auf Eis.
Bildquellen:
@carodaur / Instagram