David Garrett, geboren am 4. September 1980 in Aachen als David Christian Bongartz, ist der kommerziell erfolgreichste deutsche Geiger seiner Generation. Ausgebildet wurde er als klassischer Solist, bekannt geworden ist er als Crossover-Musiker: Er arrangiert Pop- und Rockhits für Violine, Band und Orchester und füllt damit Hallen mit rund 10.000 Plätzen. Der größte Teil seiner Einnahmen stammt aus Tourneen, dazu kommen Albumverkäufe, Fernsehauftritte, eine Filmrolle und Lizenzgeschäfte. Wir schätzen das Vermögen von David Garrett auf rund 30 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von David Garrett?
Der Rest ist eine Einordnung über die Karriere. Garrett tourt seit 2007 regelmäßig durch die großen Hallen im deutschsprachigen Raum, seine Crossover-Alben ab 2007 verkauften sich zusammengenommen über zwei Millionen Mal. Wer Band, Orchester und eine Produktion dieser Größe finanziert, behält von den Bruttoeinnahmen allerdings nur einen Teil, dazu kommt in Deutschland ein Spitzensteuersatz von rund 47 Prozent. Internationale Portale führen ihn deutlich niedriger, ihre Werte stammen aber erkennbar aus der Zeit vor den jüngsten Tourneezyklen und vor dem Geigenkauf von 2022. Im Vergleich mit anderen deutschen Arena-Künstlern wie Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg oder Peter Maffay ordnet er sich damit im mittleren zweistelligen Millionenbereich ein.
Tourneen als größter Einnahmeposten
Am 20. März 2025 eröffnete Garrett in der ausverkauften Münchner Olympiahalle die Tournee zu seinem Album „Millennium Symphony“. Nach Veranstalterangaben kamen rund 10.000 Besucher, so berichteten Münchner Merkur und tz am 22. März 2025. In der Hamburger Barclays Arena zählte der NDR am 28. März 2025 ebenfalls 10.000 Zuschauer, für die ZAG Arena in Hannover nannte die Hannoversche Allgemeine Zeitung am 3. April 2025 rund 9.000 Fans. Die Tournee lief bis zum 3. Juni 2025 und führte über Wien, Mannheim, Stuttgart, Oberhausen, Berlin, Leipzig, Köln, Zürich und Frankfurt weiter nach Stockholm, Helsinki, Budapest, Prag, Krakau, London und Plovdiv.
Diese Größenordnung erklärt, warum die Bühne bei ihm mehr abwirft als der Tonträger. Eine ausverkaufte Halle mit 10.000 Plätzen bringt schon bei Ticketpreisen im mittleren zweistelligen Bereich einen Bruttoerlös von mehreren Hunderttausend Euro pro Abend. Dem stehen hohe Kosten gegenüber: Für die Produktion der Tournee 2025 waren nach einem Konzertbericht vom 26. März 2025 achtzehn Sattelzüge im Einsatz, dazu kommen Band, Orchester, Technik, Crew und Hallenmiete. Für den Sommer 2026 kündigte der Veranstalter eine Open-Air-Tournee durch Deutschland und Österreich an. Wie bei Elton John ist es die Tourneekasse, die ein Musikervermögen über Jahrzehnte trägt.
Alben, Auszeichnungen und Plattenverträge
Seinen ersten Plattenvertrag hatte Garrett mit zwölf Jahren, mit 13 stand er exklusiv bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag und spielte gemeinsam mit Claudio Abbado Mozart-Violinkonzerte ein. Der kommerzielle Durchbruch kam später und in einem anderen Genre: 2006 übernahm der Berliner Konzertveranstalter DEAG sein Crossover-Konzept, ab 2007 erschienen die Alben, die den Umsatz bringen.
Am 17. Oktober 2010 bekam er den Echo Klassik als „Bestseller des Jahres“ ausdrücklich für seinen Spitzenplatz im Plattenverkauf, am 26. Oktober 2014 denselben Preis für das Album „Garrett vs. Paganini“. 2023 folgte der Opus Klassik in derselben Kategorie für „Iconic“. Insgesamt kommt er auf acht Echos, davon fünf in der Klassik- und drei in der Pop-Sparte, dazu einen Bambi im Jahr 2013. Sein 17. Studioalbum „Millennium Symphony“ erschien am 18. Oktober 2024. Auf der Tournee dazu spielte er Arrangements von Stücken, die Ed Sheeran, Taylor Swift und Beyoncé bekannt gemacht haben.
Die Geigen: was ihm gehört und was geliehen ist
Alle anderen Instrumente, mit denen er öffentlich aufgetreten ist, sind Leihgaben. Mit 13 Jahren stellte ihm die Aachener Talbot-Stiftung die Stradivari „San Lorenzo“ von 1718 zur Verfügung, auf der er mehrere Jahre spielte. Seit 2010 nutzt er die Stradivari „Ex A. Busch“ von 1716, die einem anonym bleibenden Eigentümer gehört. 2022 kam die Guarneri del Gesù „Prince Doria“ von 1733/34 dazu, mit einem Wert von rund zwölf Millionen Euro das teuerste Instrument seiner Laufbahn. Sie ist eine Leihgabe des Museo del Violino im italienischen Cremona und zählt nicht zu seinem Vermögen.
Wie fragil dieser Teil des Besitzes ist, zeigte ein Sturz im Jahr 2008. Nach einem Konzert stolperte Garrett und fiel auf den Kasten mit seiner Guadagnini, der Korpus brach. Die Reparatur dauerte sieben Monate und kostete rund 50.000 Euro, das Instrument war versichert. Der Guardian veröffentlichte seinen Bericht darüber am 16. April 2011 unter dem Titel „I crushed my £1m violin“.
Fernsehen, Film und Lizenzgeschäfte
Neben der Bühne verdient Garrett an seiner Bekanntheit. 2013 übernahm er in Bernard Roses Literaturverfilmung „Der Teufelsgeiger“ die Hauptrolle als Niccolò Paganini und war zugleich Executive Producer, also wirtschaftlich am Projekt beteiligt. Die Filmmusik spielte er selbst ein, ein Feld, auf dem sonst Komponisten wie Hans Zimmer verdienen.
Von Ende Mai 2008 bis April 2010 stand Garrett als schnellster Geiger der Welt im Guinness-Buch der Rekorde, was ihm zahlreiche Fernsehauftritte und 2010 die Goldene Kamera einbrachte. 2009 entwarf er eine T-Shirt-Kollektion für s.Oliver, 2010 brachte er ein Parfum namens „Rock Symphonies“ heraus. Solche Lizenzgeschäfte sind bei deutschen Stars ein üblicher Zusatzposten, wie ihn etwa auch Til Schweiger nutzt. In der Liste der reichsten Deutschen taucht Garrett dagegen nicht auf, dafür liegen Musikervermögen dieser Größenordnung zu weit unter denen der Unternehmerfamilien.
Vom Wunderkind zum Geigenrebellen
Garrett wuchs als mittleres von drei Kindern auf. Sein Vater ist Jurist und Geigenauktionator, seine Mutter war US-amerikanische Primaballerina. Mit vier Jahren nahm er die Geige zum ersten Mal in die Hand, mit fünf gewann er einen Preis bei „Jugend musiziert“, mit neun debütierte er beim Festival Kissinger Sommer. Den Nachnamen seiner Mutter führt er als Künstlernamen, seit die Eltern das entschieden, als er acht Jahre alt war. Nach eigener Angabe übte er als Kind acht Stunden am Tag.
Nach dem Abitur in Aachen schrieb er sich seinen Eltern zuliebe am Royal College of Music in London ein, besuchte die Vorlesungen nicht und musste das College bald verlassen. Von 1999 bis 2004 studierte er in New York an der Juilliard School, unterrichtet unter anderem von Itzhak Perlman, und gewann 2003 den Kompositionswettbewerb der Hochschule. In dieser Zeit entstand das Konzept, mit dem er heute sein Geld verdient. Ein erstes Crossover-Album mit dem Londoner Label Decca wurde nie veröffentlicht, weil die Plattenfirma nicht an den Erfolg glaubte. Erst DEAG setzte 2006 darauf und formte daraus die Marke des Geigenrebellen.
Häufige Fragen zu David Garrett
Wie hoch ist das Vermögen von David Garrett?
Wir schätzen es auf rund 30 Millionen Euro. Den größten Teil machen die Einnahmen aus rund zwei Jahrzehnten Arena-Tourneen aus, dazu kommen Albumverkäufe und zwei Geigen im Wert von mehreren Millionen Euro.
Woher kommt das Vermögen von David Garrett?
Aus vier Quellen: den Tourneen als größtem Posten, den Albumverkäufen seit dem Crossover-Wechsel im Jahr 2006, der Arbeit für Fernsehen und Film sowie Lizenzgeschäften wie der s.Oliver-Kollektion von 2009 und dem Parfum von 2010.
Welche Geigen gehören David Garrett und welche sind Leihgaben?
Ihm gehören die Guadagnini von 1772 und die 1736 gebaute Guarneri del Gesù, die er 2022 für 3,5 Millionen Euro ersteigerte. Die Stradivari „San Lorenzo“, die Stradivari „Ex A. Busch“ und die Guarneri „Prince Doria“ sind dagegen Leihgaben und damit kein Teil seines Vermögens.
Wie erfolgreich sind die Alben von David Garrett?
Seine Crossover-Alben ab 2007 kommen zusammen auf über zwei Millionen verkaufte Tonträger. Den Echo Klassik als Bestseller des Jahres erhielt er 2010 und 2014, den Opus Klassik in derselben Kategorie 2023.
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