Claudia Roth ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen und eine der dienstältesten Figuren ihrer Partei. Sie führte die Grünen von 2001 bis 2002 und von Oktober 2004 bis Oktober 2013 als Bundesvorsitzende, war von Oktober 2013 bis Dezember 2021 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und von Dezember 2021 bis Mai 2025 Staatsministerin für Kultur und Medien. Ihr Geld verdient sie seit Jahrzehnten im Parlament, davor arbeitete sie am Theater und als Managerin der Band Ton Steine Scherben. Wir schätzen das Vermögen von Claudia Roth auf rund 3 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Claudia Roth?
Nach unserer Schätzung kommt Claudia Roth auf rund 3 Millionen Euro. Die Grundlage dafür sind Bezüge, die gesetzlich geregelt und öffentlich nachlesbar sind: die Abgeordnetenentschädigung des Bundestages, die sie mit einer Unterbrechung seit 1998 erhält, die von der Partei gezahlte Vergütung für den Bundesvorsitz, die Amtsbezüge als Bundestagsvizepräsidentin und als Staatsministerin sowie die Diäten aus dem Europäischen Parlament zwischen 1989 und 1998.
Hinzu kommen Honorare für ihr 2006 erschienenes Buch Das Politische ist privat. Erinnerungen für die Zukunft. Ein Unternehmen, eine größere Beteiligung oder ein öffentlich bekanntes Immobilienvermögen sind in ihrem Fall nicht Teil der Rechnung. Damit unterscheidet sich ihr Profil deutlich von Politikern mit Wirtschaftskarriere wie Friedrich Merz oder Dagmar Wöhrl, deren Vermögen im Kern außerhalb der Politik entstanden ist.
Die Abgeordnetenentschädigung als laufender Bezug

Die Abgeordnetenentschädigung ist der einzige laufende Bezug, der sich exakt belegen lässt. Sie liegt seit dem 1. Juli 2025 bei 11.833,47 Euro im Monat, zuvor waren es 11.227,20 Euro. Die Anpassung erfolgt jährlich zum 1. Juli und orientiert sich nach dem Abgeordnetengesetz an der durchschnittlichen Entwicklung der Löhne und Gehälter in Deutschland. Versteuert wird die Entschädigung wie ein Arbeitseinkommen.
Daneben steht die steuerfreie Kostenpauschale, die zum 1. Januar jedes Jahres an die Lebenshaltungskosten angepasst wird und nach Angaben des Bundestages bei 5.467,27 Euro monatlich liegt (Stand 2026). Aus ihr müssen Wahlkreisbüro, Zweitwohnung in Berlin, Büromaterial und Wahlkreisbetreuung bestritten werden. Sie ist damit eine Aufwandserstattung und kein Einkommen. Hinzu kommen Sachleistungen wie ein eingerichtetes Büro im Bundestag, die Freifahrtberechtigung der Bahn und ein Budget für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das der Bundestag direkt abrechnet.
Allein aus der Abgeordnetenentschädigung sind über mehr als zwei Jahrzehnte Mandatszeit mehrere Millionen Euro brutto zusammengekommen. Das ist unsere eigene Herleitung aus den jeweils gültigen Diätensätzen und keine offizielle Angabe. Dieselbe Rechenlogik gilt für andere langjährige Parlamentarier wie Jens Spahn oder Christian Lindner.
Die Amtszeit als Staatsministerin für Kultur und Medien
Am 8. Dezember 2021 wurde Claudia Roth im Kabinett von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien berufen. Mit dieser Berufung schied sie aus dem Präsidium des Bundestages aus, dem sie seit Oktober 2013 als Vizepräsidentin angehörte.
Das Amt endete am 6. Mai 2025 mit dem Regierungswechsel, an dem Bundeskanzler Friedrich Merz sein Kabinett vorstellte. Nachfolger als Staatsminister für Kultur und Medien wurde der Verleger und Publizist Wolfram Weimer.
Für die Zeit vom 8. Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025 erhielt Roth Amtsbezüge, die sich nach dem Bundesministergesetz richten und über der Abgeordnetenentschädigung liegen. Nach dem Abgeordnetengesetz werden Amtsbezüge und Diäten allerdings nicht in voller Höhe nebeneinander gezahlt, die Abgeordnetenentschädigung wird in dieser Zeit angerechnet. Seit dem 6. Mai 2025 fließen die Amtsbezüge nicht mehr, seither ist die Abgeordnetenentschädigung ihr laufender Bezug.
Vom Theater zur Managerin von Ton Steine Scherben

Von 1982 bis 1985 war sie Managerin der Band Ton Steine Scherben um den Sänger Rio Reiser und lebte in dieser Zeit mit der Band in einem Bauernhaus in Fresenhagen in Nordfriesland. Die Band löste sich 1985 auf, unter anderem wegen finanzieller Probleme. Ein Vermögen ließ sich in diesem Job also nicht aufbauen, wirtschaftlich war es das Gegenteil der späteren Amtsbezüge.
Von 1985 bis 1989 war Roth Pressesprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen. Mitglied der Jungdemokraten war sie von 1971 bis 1990, der Partei Die Grünen gehört sie seit 1987 an.
Europaparlament, Parteivorsitz und Bundestagspräsidium
1989 zog Claudia Roth für die Grünen in das Europäische Parlament ein, dem sie bis 1998 angehörte. Ab 1994 führte sie dort die Fraktion der Grünen. Das Europäische Parlament war in dieser Zeit auch die Bühne von Politikern wie Martin Schulz und Ursula von der Leyen, deren Bezüge sich nach anderen Regeln richten als die deutschen Diäten. 1998 wechselte Roth in den Deutschen Bundestag und übernahm den Vorsitz des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.
Am 9. März 2001 wurde sie erstmals zur Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Wegen der damals geltenden Trennung von Amt und Mandat legte sie ihr Bundestagsmandat am 31. März 2001 nieder. Im Dezember 2002 kandidierte sie nicht erneut für den Parteivorsitz, weil sie ihr bei der Bundestagswahl 2002 errungenes Mandat behalten wollte. Von März 2003 bis Oktober 2004 war sie unter Bundeskanzler Gerhard Schröder Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt.
Nach der Lockerung der Regel im Mai 2003 wurde Roth am 2. Oktober 2004 gemeinsam mit Reinhard Bütikofer erneut Bundesvorsitzende, ab November 2008 bildete sie die Doppelspitze mit Cem Özdemir. Mit mehr als neun Jahren ununterbrochener Amtszeit ist sie die am längsten amtierende Vorsitzende in der Geschichte der Partei. Nach der Bundestagswahl 2013 trat der gesamte Bundesvorstand zurück, Roth stellte sich auf der Bundesdelegiertenkonferenz im Oktober 2013 nicht zur Wiederwahl.
Am 22. Oktober 2013 wählte der Bundestag sie zur Vizepräsidentin. In dem Amt wurde sie am 24. Oktober 2017 und am 26. Oktober 2021 bestätigt, im Dezember 2021 gab sie es mit der Berufung zur Staatsministerin ab. In diese Jahre fiel die Kanzlerschaft von Angela Merkel, deren Ministerpräsidenten- und Ministerkollegen wie Armin Laschet nach denselben gesetzlichen Regeln bezahlt wurden.
Altersentschädigung und Übergangsgeld: die Regeln
Für die wirtschaftliche Einordnung eines langen Mandats sind zwei gesetzliche Ansprüche wichtiger als jede Momentaufnahme. Nach dem Abgeordnetengesetz erwirbt ein Mitglied des Bundestages je Mandatsjahr einen Anspruch von 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung, höchstens 65 Prozent nach 26 Jahren.
Mit den Mandatszeiten von 1998 bis März 2001 und ab Oktober 2002 kommt Claudia Roth auf über 26 Mandatsjahre und damit auf den Höchstsatz. Auf Basis der Entschädigung vom 1. Juli 2025 wären das rund 7.700 Euro im Monat. Das ist ausdrücklich unsere eigene Herleitung aus den öffentlichen Regeln und keine Auskunft des Bundestages. Ausgezahlt wird der Anspruch erst nach dem Ende des Mandats und mit Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze.
Dazu kommt das Übergangsgeld. Es umfasst eine Monatsentschädigung je Jahr der Mitgliedschaft, höchstens 18 Monate. Endet ihr Mandat, käme Roth nach dieser Regel auf den Höchstzeitraum. Auch das ist eine Herleitung aus dem Gesetz und keine bestätigte Zahl. Andere Einkünfte werden dabei angerechnet, ausgenommen ist der erste Monat.
Häufige Fragen zu Claudia Roth
Wie hoch ist das Vermögen von Claudia Roth?
Wir schätzen es auf rund 3 Millionen Euro. Die Schätzung stützt sich auf die gesetzlich geregelten Bezüge aus über zwei Jahrzehnten im Bundestag, die Vergütung für den Bundesvorsitz, die Amtsbezüge als Bundestagsvizepräsidentin und als Staatsministerin sowie die Diäten aus dem Europäischen Parlament von 1989 bis 1998.
Woher kommt das Vermögen von Claudia Roth?
Fast vollständig aus Bezügen für politische Ämter. Dazu kommen Honorare für ihr 2006 erschienenes Buch Das Politische ist privat. Erinnerungen für die Zukunft. Aus ihrer Zeit am Theater und als Bandmanagerin vor 1985 stammt kein wesentlicher Vermögensbeitrag.
Wie viel verdient Claudia Roth als Bundestagsabgeordnete?
Die Abgeordnetenentschädigung liegt seit dem 1. Juli 2025 bei 11.833,47 Euro im Monat und ist steuerpflichtig. Dazu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro monatlich (Stand 2026), die für Wahlkreisbüro, Zweitwohnung und Bürokosten bestimmt ist und deshalb kein Einkommen darstellt.
Wie viel verdiente Claudia Roth als Staatsministerin für Kultur und Medien?
Vom 8. Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025 erhielt sie Amtsbezüge nach dem Bundesministergesetz, die über der Abgeordnetenentschädigung liegen. Mit dem Regierungswechsel am 6. Mai 2025 endete das Amt, seither fließen diese Bezüge nicht mehr. Nachfolger wurde Wolfram Weimer.
Ist Claudia Roth noch Mitglied des Bundestages?
Ja. Sie wurde bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 erneut gewählt und gehört dem 21. Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Augsburg-Stadt an. In ihrer Fraktion ist sie Sprecherin für Entwicklungspolitik (Stand Juli 2026).
Welche Ämter hatte Claudia Roth vor ihrer Zeit im Bundestag?
Von 1985 bis 1989 war sie Pressesprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, von 1989 bis 1998 Mitglied des Europäischen Parlaments und dort ab 1994 Fraktionsvorsitzende der Grünen. Davor arbeitete sie als Dramaturgin und war von 1982 bis 1985 Managerin der Band Ton Steine Scherben.
Bildquellen:
Plumpaquatsch, Public domain, via Wikimedia Commons
Sven Teschke [CC BY-SA 3.0 DE], via Wikimedia Commons
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