Millionen Euro
Titelzwei Olympiasiege, vier WM-Titel, sechs EM-Titel
Erster Profivertrag1988 über 3,78 Mio US-Dollar, davon gingen 80 Prozent an den DDR-Sportverband
Eigene FirmenProduktionsfirma seit 1995, Fitnessunternehmen seit 2019
ImmobilieAnteil an einem Mietshaus in Berlin-Mitte, gekauft 2000
Stiftungeigene Stiftung seit 2005, deren Vermögen gehört nicht ihr
WohnsitzBerlin, zuvor rund 15 Jahre in den USA
Geburtsdatum03. Dezember 1965 (60 Jahre alt)
Geboren inStaaken bei Falkensee, Deutschland
NationalitätDeutschland
Berufehemalige Eiskunstläuferin, Produzentin, Moderatorin

Katarina Witt gewann zwei olympische Goldmedaillen, ohne dafür Geld zu bekommen. Als Staatsamateurin der DDR durfte sie nichts verdienen, bezahlt wurde in Sachleistungen. Ihr gesamtes Vermögen ist deshalb erst nach 1988 entstanden, in einem anderen System und mit einer anderen Währung. Wir schätzen das Vermögen von Katarina Witt auf rund 12 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Katarina Witt?

Woher ihr Vermögen tatsächlich kommt

Einkommen von Katarina Witt Der wichtigste Vermögensposten kommt in den kursierenden Schätzungen zu ihr überhaupt nicht vor: ihre Berliner Immobilie.

Dazu kommen 20 Jahre Profitouren in den Vereinigten Staaten, ein belegter siebenstelliger Dollarbetrag für eine Bildstrecke, drei Jahrzehnte Werbung für Weltmarken, eine seit 1995 laufende Produktionsfirma und ein zweites Unternehmen seit 2019. Ihre Vermögensbildung läuft über 38 Jahre und über zwei Kontinente, und genau das wird bei ihr regelmäßig unterschätzt. Zum Vergleich: Steffi Graf und Boris Becker verdienten in derselben Zeit als Westprofis von Anfang an.

Die DDR hat kein Vermögen erzeugt

Das ist der Kern ihrer Geschichte und wird fast überall übersehen. Sie war Staatsamateurin und durfte für ihre Erfolge kein Geld annehmen.

Bezahlt wurde sie in Sachleistungen: ein Auto im April 1988 als Belobigung für olympisches Gold, ein Einfamilienhaus im Juni desselben Jahres, später eine Vierzimmerwohnung in Ost-Berlin. Wer bei ihr die Titeljahre als verdienstreiche Phase einrechnet, rechnet ein Vermögen ein, das es nach dem Recht des damaligen Staates nicht geben durfte. Der wirtschaftliche Startpunkt ihrer Laufbahn liegt im November 1988, kurz vor ihrem 23. Geburtstag.

Der Vertrag, der alles veränderte

Achtzig Prozent gingen an den Staat

Hier liegt die wertvollste harte Zahl des ganzen Artikels. Nach monatelangem Drängen genehmigte man ihr einen Profivertrag mit einer amerikanischen Eisshow.

Der Vertrag hatte einen Wert von 3,78 Millionen US-Dollar, und 80 Prozent davon gingen an den Sportverband der DDR. Bei ihr blieben also rund 756.000 Dollar. Das ist für 1988 eine beträchtliche Summe und gleichzeitig der Beweis, wie stark das System zugriff. Ein Westprofi hätte das Vielfache behalten. Ein Jahr später gab es diesen Staat nicht mehr, und ab da flossen ihre Einnahmen vollständig an sie.

Zwanzig Jahre Eis in Amerika

Von 1990 an tourte sie mit einem amerikanischen Partner mehrfach durch die Vereinigten Staaten, danach folgten die großen Showreihen, in denen sie bis in die späten Nullerjahre auftrat. Den Madison Square Garden in New York füllte sie vollständig.

Diese zwei Jahrzehnte im amerikanischen Showgeschäft sind wirtschaftlich das Fundament ihres Vermögens, nicht die Titel. Honorare aus diesen Touren sind nicht veröffentlicht, deshalb steht dazu bei uns keine Zahl. Belegbar ist die Dauer, und die ist bei einer Eisläuferin ungewöhnlich lang. 1994 kam ein Olympia-Comeback dazu, 2008 der Abschied vom aktiven Eislaufen mit einer Deutschlandtournee.

Das Playboy-Honorar, richtig eingeordnet

Zu diesem Honorar kursiert eine Millionenzahl in Euro. Sie ist zu präzise und in der falschen Währung.

Belegt ist ihre eigene Angabe: ein siebenstelliger US-Dollar-Betrag für die Weltrechte an den Bildern von 1998, dessen Höhe nicht offengelegt wurde. Die Ausgabe war nach ihrer Darstellung eine der wenigen weltweit vollständig ausverkauften des Magazins, der Verlag bestätigt lediglich einen Bestseller ohne Auflagenzahl. 2001 folgte eine zweite Serie. Wie stark eine solche Ausgabe eine Laufbahn verändern kann, zeigt der Fall von Michaela Schaffrath.

Was ihr tatsächlich gehört

Die Marke ist der eigentliche Besitz

Vermögen von Katarina Witt Auf die Frage, was ihr gehört, hat sie selbst die klarste Antwort gegeben: Ihr Job sei es, Katarina Witt zu sein, und mit dem Unternehmen Katarina zehre sie vom Erfolg der Vergangenheit.

Sie hat ihre Namens- und Persönlichkeitsrechte anwaltlich schützen lassen, und dieser Markenwert ist bei ihr der zentrale Vermögensgegenstand. Drei Jahrzehnte Werbeverträge mit Weltmarken aus der Automobil-, Getränke- und Unterhaltungsbranche bis hin zu einer Soziallotterie belegen, dass die Marke trägt. Honorare sind zu keinem dieser Verträge veröffentlicht.

Eine Produktionsfirma und ein Fitnessstudio

Sie hält zwei eigene Gesellschaften. Die erste besteht seit 1995 und produziert Film- und Fernsehstoffe, betreut Prominente und veranstaltet Eislauf- und Publikumsevents weltweit.

Diese Firma ist wichtiger, als sie klingt. Bei zwei ihrer Filme war sie nicht nur Darstellerin, sondern hat mitgeschrieben und mitproduziert, einmal mit einem Emmy und einmal mit einer Emmy-Nominierung. Genau dort liegt ein Werkanteil und nicht bloß ein Honorar. Die zweite Gesellschaft betreibt seit 2019 ein gehobenes Fitnessstudio und ist ausdrücklich auch für die Lizenzierung von Konzepten und ein Franchisesystem angelegt. Umsatz- oder Ergebniszahlen sind bei keiner der beiden veröffentlicht.

Ein Anteil an einem Berliner Mietshaus

Der stärkste und am meisten unterschätzte Posten. Im Jahr 2000 erwarb sie gemeinsam mit zwei weiteren Personen einen Anteil an einem Altbau-Mietshaus in Berlin-Mitte, in dem sie das Dachgeschoss selbst bewohnt und ihre Firma ihren Sitz hat.

Eine Berliner Innenstadtimmobilie, gekauft im Jahr 2000, hat seither eine Wertentwicklung hinter sich, die jede Fernsehgage in den Schatten stellt. Das ist der Kern ihres heutigen Vermögens, und es ist der Posten, den keine der im Netz kursierenden Schätzungen kennt. Denselben Effekt gibt es bei Wladimir Klitschko.

Was ihr nicht gehört

Das Stiftungsvermögen

Sie führt seit 2005 eine gemeinnützige Stiftung, die Kindern mit Behinderung Mobilität und Sport ermöglicht. Das wird regelmäßig ihrem Vermögen zugerechnet, und das ist falsch.

Stiftungsvermögen gehört der Stiftung, nicht der Stifterin, und es ist zweckgebunden. Geführt wird sie ohnehin von einer anderen Person. Anders als bei manchen Prominentenstiftungen gibt es hier auch kein millionenschweres Stiftungskapital, die Arbeit wird aus Spenden getragen. Wir zählen davon keinen Euro mit.

Das Honorar der Olympiabewerbung kam von einem Sponsor

Von 2009 an war sie das Gesicht der Münchner Bewerbung um Olympische Winterspiele, ab 2010 als alleinige Repräsentantin. Bezahlt wurde sie dafür nicht von der Bewerbungsgesellschaft, sondern von einem der Sponsoren, einem Automobilkonzern, mit Vertrag bis Ende 2012.

Sie war also Repräsentantin eines Unternehmens in einem öffentlichen Amt, und ein Betrag wurde nie veröffentlicht. Zur Chronologie, weil sie oft verwechselt wird: Die Bewerbung verlor im Juli 2011 die Abstimmung des Internationalen Olympischen Komitees. Der spätere Bürgerentscheid betraf eine andere Bewerbung, an der sie nicht mehr beteiligt war.

Kein Wegzug ins Ausland

Sie lebte rund fünfzehn Jahre in den Vereinigten Staaten, in New York und Los Angeles. Seit etwa zwei Jahrzehnten ist Berlin wieder ihr Lebensmittelpunkt, nach eigener Aussage ihr Anker.

Ein steuerlicher Auslandswohnsitz ist nicht erkennbar, sie versteuert in Deutschland. Das begrenzt die Schätzung nach oben und fällt über Jahrzehnte hinweg ins Gewicht. Unter deutschen Prominenten bewegen sich auf derselben Ebene Sylvie Meis und Sonja Zietlow, bei ihr getragen von 38 Jahren internationaler Einnahmen statt von zwei Marken. Wie eine Sportlerkarriere ohne zweites Geschäft endet, zeigen Jan Ullrich und Michael Schumacher, bei dem die Marke bis heute den Wert trägt.

Häufige Fragen zum Vermögen von Katarina Witt

Wie hoch ist das Vermögen von Katarina Witt?

Wir schätzen es auf rund 12 Millionen Euro. Die Summe speist sich aus zwanzig Jahren Profitouren, drei Jahrzehnten Werbeverträgen, zwei eigenen Firmen und vor allem einem Berliner Immobilienanteil aus dem Jahr 2000.

Hat sie als DDR-Sportlerin Geld verdient?

Nein, sie war Staatsamateurin und durfte nichts verdienen. Bezahlt wurde in Sachleistungen wie einem Auto, einem Haus und einer Wohnung. Ihr Vermögen entstand vollständig nach 1988.

Wie viel brachte ihr erster Profivertrag?

Der Vertrag mit einer amerikanischen Eisshow hatte 1988 einen Wert von 3,78 Millionen US-Dollar. Achtzig Prozent gingen an den DDR-Sportverband, bei ihr blieben rund 756.000 Dollar.

Was bekam sie für die Playboy-Bilder?

Einen siebenstelligen US-Dollar-Betrag für die Weltrechte, die exakte Höhe ist nicht offengelegt. Die Ausgabe von 1998 war nach ihrer eigenen Darstellung eine der wenigen weltweit ausverkauften des Magazins.

Welche Firmen hat sie?

Zwei: eine Produktions- und Vermarktungsgesellschaft seit 1995 und ein Fitnessunternehmen seit 2019, das auch auf Lizenzierung und Franchise angelegt ist. Zu Umsätzen und Gewinnen ist bei keiner der beiden etwas veröffentlicht.

Zählt ihre Stiftung zu ihrem Vermögen?

Nein. Stiftungsvermögen gehört der Stiftung und ist zweckgebunden, geführt wird sie von einer anderen Person. Wir rechnen davon keinen Euro in ihre Schätzung ein.

Bildquellen:
Titelbild: Global Sports Forum / Flickr [CC BY-ND 2.0]
Bundesarchiv, Bild 183-1982-0109-013 / Wolfgang Thieme [CC BY-SA 3.0 DE], via Wikimedia Commons