Millionen Euro
Million Euro
WohnsitzHamburg, Deutschland
Geburtsdatum22. Januar 1971 (55 Jahre alt)
Geboren inElmshorn, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandverheiratet (seit 2018)
BerufKoch, Fernsehkoch, Unternehmer, Kochbuchautor
Kinder3
Größe1.78 m
Firmatellerrand consulting GmbH, Bullerei GmbH

Tim Mälzer, geboren am 22. Januar 1971 in Elmshorn, steht seit Dezember 2003 vor der Kamera und betreibt seit 2008 gemeinsam mit Patrick Rüther Gastronomie in Hamburg und an mehreren Flughäfen. Sein Geld kommt aus zwei sehr ungleichen Bereichen: Fernsehformate, Kochbücher und Markenkooperationen auf der einen Seite, Restaurants und Beteiligungen auf der anderen. Wer die belegbaren Zahlen sortiert, kommt zu einem Ergebnis, das dem öffentlichen Bild des Gastronomen widerspricht. Wir schätzen das Vermögen von Tim Mälzer auf rund 10 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Tim Mälzer?

Verdienst von Tim Mälzer

Wir rechnen von unten: aus dem, was sich über gut zwei Jahrzehnte an Fernsehen, Buchhonoraren und Werbeverträgen angesammelt haben dürfte, abzüglich Steuern und Lebenshaltung.

Woraus sich die Schätzung zusammensetzt

Mälzer ist seit Ende 2003 durchgehend im Fernsehen, also rund 22 Jahre. Für die Jahre bis etwa 2010 setzen wir vorsichtig 300.000 Euro brutto jährlich aus Fernsehen und Büchern an, für die Zeit danach, in der mehrere Formate parallel liefen und Werbeverträge dazukamen, rund 800.000 Euro. Das ergibt über den gesamten Zeitraum grob 15 Millionen Euro vor Steuern.

Bei einer Steuerlast von rund 45 Prozent in Deutschland bleiben davon knapp 8,5 Millionen Euro netto. Zieht man eine Lebenshaltung von vorsichtig angesetzten 150.000 Euro pro Jahr ab, also rund 3,3 Millionen Euro über den gesamten Zeitraum, verbleiben etwa 5 Millionen Euro an Erspartem. Dazu kommen die Anteile an den Gastronomie- und Verwaltungsgesellschaften, die wir zurückhaltend mit 2 bis 4 Millionen Euro ansetzen, weil ein Gastronomieverbund selten hohe Vielfache erzielt. Wir schätzen das Vermögen von Tim Mälzer damit auf rund 10 Millionen Euro.

Die Rechnung ist eine Schätzung und keine Bilanz. Sie ist bewusst vorsichtig gehalten, weil weder Gagen noch Buchauflagen öffentlich belegt sind und zwei geschlossene Betriebe erkennbar Geld gekostet haben.

Warum die Gastronomie den kleineren Teil beiträgt

Restaurants sind ein kapitalintensives Geschäft mit dünner Marge. Miete, Personal, Wareneinsatz und Umbau binden Kapital, bevor der erste Gast bezahlt hat, und der Ertrag pro Sitzplatz ist gedeckelt. Fernsehen und Buch funktionieren umgekehrt: Der Aufwand fällt einmal an, die Einnahme wächst mit der Reichweite.

Bei Mälzer lässt sich das an einem Fall beziffern. Das Restaurant Hausmann’s in der Düsseldorfer Altstadt eröffnete am 15. Juni 2015 und schloss Ende Januar 2019. Patrick Rüther bezifferte die Verluste gegenüber der Westdeutschen Zeitung auf rund eine halbe Million Euro pro Jahr. In knapp vier Jahren hat der Betrieb damit einen siebenstelligen Betrag gekostet, den andere Einnahmequellen ausgleichen mussten. Das Muster ist bei Fernsehköchen die Regel: Auch bei Frank Rosin und Johann Lafer stammt die Bekanntheit aus dem Fernsehen, und die Gastronomie ist eher Visitenkarte als Ertragsquelle.

Das Fernsehen als tragende Einnahmequelle

Einkommen von Tim Mälzer

Mälzer absolvierte ab 1992 eine Kochlehre im Hamburger Hotel InterContinental und arbeitete nach dem Abschluss 1995 in London, unter anderem im Hotel Ritz und im Neal Street Restaurant, wo auch Jamie Oliver arbeitete. Die wirtschaftlich entscheidende Weichenstellung war aber nicht die Küche, sondern der Sendeplatz.

Der Start bei VOX und der Durchbruch

Ab Dezember 2003 moderierte Mälzer bei VOX die Kochsendung „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“, die bis 2007 lief, danach beim selben Sender „Born to Cook“. Diese Jahre begründeten die Bekanntheit, aus der sich alles Weitere finanziert hat, von Buchverträgen bis zu Werbepartnerschaften. Auftritte in fremden Formaten wie „Kochen bei Kerner“ brachten in dieser Phase vor allem Reichweite. Anfang der 2010er-Jahre kam die ARD-Sendung „Tim Mälzer kocht!“ dazu, zwischen 2013 und 2015 war er Coach in der Castingshow „The Taste“ an der Seite von Alexander Herrmann; Nachfolger in der Jury wurde Roland Trettl.

Die Formate der Gegenwart

Der wirtschaftlich wichtigste Titel ist „Kitchen Impossible“, das im Herbst 2014 auf VOX mit einem Duell gegen Tim Raue startete. Die elfte Staffel lief ab dem 12. April 2026 mit acht Folgen, dazu kommen Sonderausgaben zum Jahresende. Erstmals trat Mälzer dabei nicht in allen Folgen an, in drei Ausgaben übernahm Roland Trettl, und es gab eine Team-Edition unter anderem mit Cornelia Poletto. Daneben laufen „Ready to Beef!“ seit 2019 und „Mälzer und Henssler liefern ab!“ seit 2021, eine Auslastung, die im deutschen Markt nur wenige Köche erreichen.

Was ein Fernsehjahr einbringt

Belegte Gagen gibt es für Mälzer nicht, weder von den Sendern noch von den Produktionsfirmen. Nachvollziehbar ist nur die Größenordnung: Bei einer Hauptrolle in einem etablierten Format mit acht Folgen pro Staffel und mehreren Produktionen im Jahr liegt der Fernsehverdienst im hohen sechsstelligen Bereich. Wir rechnen mit 500.000 bis 700.000 Euro brutto pro Jahr, gerechnet und nicht zitiert.

Kochbücher, Werbeverträge und eigene Produkte

Die Kochbücher bei Mosaik

Das Verlagsgeschäft ist die zweite tragende Säule und zugleich die unauffälligste, denn ein Kochbuch verursacht einmalige Kosten und läuft danach über Jahre im Handel weiter. Mälzers Titel erscheinen im Mosaik Verlag, der zur Verlagsgruppe Penguin Random House gehört. Die Reihe beginnt 2004 mit „Born to Cook“, es folgen unter anderem das mit Eckart Witzigmann verantwortete „Zwei Köche, ein Buch“ (2010), „Greenbox“ (2012), „Heimat“ (2014), „Die Küche“ (2016) und „Neue Heimat“ (2018).

Konkrete Auflagenzahlen legen weder Autor noch Verlag offen. Für Kochbücher gilt aber eine einfache Faustregel: Bei einem Ladenpreis um 25 Euro und einem Autorenhonorar von acht bis zehn Prozent bleiben grob zwei Euro pro verkauftem Exemplar. Ein Titel mit 200.000 verkauften Exemplaren bringt damit rund 400.000 Euro Honorar und übertrifft, was ein einzelnes Restaurant in einem guten Jahr abwirft.

Werbepartner und Eigenmarken

Mälzer war Testimonial für den Süßwarenhersteller Katjes in einer Fruchtgummi-Kampagne. Im Mai 2024 startete er gemeinsam mit REWE die Eigenmarke „REWE Geheimzutat“ mit Dressings, Saucen und Würzpasten, an deren Entwicklung er nach Angaben des Händlers beteiligt war. Eine Handelsmarke mit dem eigenen Namen ist attraktiver als ein Werbespot, weil sie an jedem verkauften Glas mitverdient.

Bereits 2006 ließ Mälzer beim Deutschen Patent- und Markenamt die Wortmarke „TIM MÄLZER“ eintragen, der eigene Name ist damit seit zwei Jahrzehnten ein geschütztes Wirtschaftsgut, ähnlich wie bei Alfons Schuhbeck und dessen Gewürzlinie. Dazu kam über Jahre eine Beratertätigkeit für die Zeitschrift „essen & trinken Für jeden Tag“.

Das Gastronomiegeschäft und die Eismarke

Vermögen von Tim Mälzer

Welche Betriebe laufen und welche geschlossen wurden

Seit 2008 baut Mälzer gemeinsam mit Patrick Rüther ein Gastronomiegeschäft auf, zu dem heute Restaurants in Hamburg und Berlin, mehrere Flughafenlokale und eine Eismarke gehören. Der Stammbetrieb ist die 2009 in einer ehemaligen Viehauktionshalle eröffnete Bullerei in Hamburg-Altona, die weiterhin geöffnet ist. Dazu kommen das 2021 eröffnete Chiaro im Berliner Hotel de Rome und das Flughafengeschäft, wirtschaftlich der ruhigste Teil des Verbunds: ein Hausmann’s am Flughafen Düsseldorf sowie ein Hausmann’s und das 2021 eröffnete Pezzo di Pane am Flughafen Frankfurt. Flughafenlokale haben eine planbare Frequenz und sind vom Ausgehverhalten einer Stadt unabhängig.

Die Liste der beendeten Projekte ist länger. Das Hausmann’s in der Düsseldorfer Altstadt lief von Juni 2015 bis Ende Januar 2019 und war der teuerste Fehlschlag, das Tagesrestaurant Die gute Botschaft am Hamburger Alsterufer eröffnete im November 2016 und ist inzwischen geschlossen. Der 2014 eröffnete Off Club in Hamburg-Bahrenfeld samt dem Restaurant Madame X wurde verkauft, beim Wiener Salonplafond gab Mälzer seine Anteile Anfang 2017 an den Mitgesellschafter ab. Auch der Kochbox-Versand unter dem Namen BÄM! ist Geschichte: Die dahinterstehende Gesellschaft wird seit Februar 2024 liquidiert, also von den Gesellschaftern geordnet abgewickelt, ein Insolvenzverfahren gab es dazu nicht.

Die Eismarke Mälzer und Fu

Das jüngste und wirtschaftlich interessanteste Geschäft ist kein Restaurant, sondern ein Supermarktprodukt. Im November 2023 brachte Mälzer gemeinsam mit dem Münchner Streetwear-Unternehmer Chris „Fu“ Boszczyk die Eismarke Mälzer&Fu auf den Markt, zunächst mit sechs Sorten exklusiv bei REWE, hergestellt in einer Berliner Manufaktur und mit 5,99 Euro für 500 Milliliter am oberen Ende des Kühlregals. Aus dem Becher wurde schnell eine Marke: Im Mai 2024 eröffnete in der Münchner Kolosseumstraße die erste eigene Eisdiele, das Sortiment wuchs um Waffelhörnchen unter dem Namen Cool Conez.

Der entscheidende Schritt kam 2026. Seit diesem Jahr ist der Eiskonzern Froneri, der zur Hälfte Nestlé gehört und Marken wie Mövenpick und Schöller führt, exklusiver Lizenzpartner von Mälzer&Fu und hat nach eigener Darstellung Produktion und Vertrieb vollständig übernommen. Aus dem Start-up ist damit ein Lizenzgeschäft geworden: Mälzer und Boszczyk tragen weder Produktion noch Vertrieb noch das Absatzrisiko und verdienen trotzdem an jedem verkauften Becher mit. Umsatzzahlen sind nicht veröffentlicht, Froneri spricht nur von relevanten Zusatzumsätzen im Handel. Der Herstellerwechsel weg von der Berliner Manufaktur brachte im April 2026 allerdings Kritik von Käufern ein, die von verändertem Geschmack berichteten.

Der Rückzug aus den Geschäftsführungen

2023 zog sich Mälzer bei mehreren Gesellschaften des Verbunds als Geschäftsführer zurück, darunter bei der Dachgesellschaft tellerrand consulting; die Führung der Bullerei behielt er. Über die Eigentümerstellung sagt das nichts aus, denn Gesellschafter und Geschäftsführer sind zwei verschiedene Rollen. Wirtschaftlich passt der Schritt zum Rest des Bildes: Das Tagesgeschäft liegt beim Management, der Name Mälzer arbeitet dort, wo er am meisten wert ist, im Fernsehen und auf Verpackungen.

Häufige Fragen zu Tim Mälzer

Wie hoch ist das Vermögen von Tim Mälzer?

Nach unserer Schätzung kommt Tim Mälzer auf rund 10 Millionen Euro. Den größten Teil machen die über gut zwei Jahrzehnte angesammelten Einnahmen aus Fernsehen, Buchhonoraren und Markenkooperationen aus, dazu kommen die Anteile an den Gastronomiegesellschaften.

Womit verdient Tim Mälzer sein Geld?

Die tragende Einnahmequelle ist das Fernsehen, mit „Kitchen Impossible“ seit 2014, „Ready to Beef!“ seit 2019 und „Mälzer und Henssler liefern ab!“ seit 2021. Dazu kommen Kochbuchhonorare aus dem Mosaik Verlag, Werbeverträge wie die Katjes-Kampagne, seit Mai 2024 die REWE-Eigenmarke „Geheimzutat“, seit November 2023 die Eismarke Mälzer&Fu sowie die Beteiligungen an den Gastronomiegesellschaften.

Verdient ein Restaurant von Tim Mälzer überhaupt Geld?

Nicht zwingend. Für das Hausmann’s in der Düsseldorfer Altstadt bezifferte Mitgesellschafter Patrick Rüther die Verluste gegenüber der Westdeutschen Zeitung auf rund eine halbe Million Euro pro Jahr, das Lokal schloss Ende Januar 2019 nach knapp vier Jahren. Gastronomie ist ein kapitalintensives Geschäft mit dünner Marge, in dem Personal-, Miet- und Wareneinsatzkosten den Ertrag pro Sitzplatz deckeln. Bei Fernsehköchen finanziert deshalb meist die Medienarbeit die Gastronomie und nicht umgekehrt.

Wie viele Kochbücher hat Tim Mälzer veröffentlicht?

Seit „Born to Cook“ aus dem Jahr 2004 sind rund ein Dutzend Titel im Mosaik Verlag erschienen. Auflagenzahlen legen weder Autor noch Verlag offen.

Bildquellen:
TVNOW / Pervin Inan Sertas