Millionen Euro
WohnsitzSalzburg, Österreich
Frühere StationExecutive Chef im Restaurant Ikarus, Hangar-7 Salzburg (2003 bis 2013)
ModerationFirst Dates (VOX), seit 2018
BeteiligungenSpiceworld Gewürzmanufaktur (seit 2018), Ozonos (seit 2020)
Geburtsdatum03. Juli 1971 (55 Jahre alt)
Geboren inBozen, Südtirol
NationalitätItalien, Deutschland
Familienstandliiert mit Miriam Höller (seit 2025)
BerufKoch, Fernsehmoderator, Kochbuchautor
Kinder1 (Diego)

Roland Trettl hat zehn Jahre lang die Küche des Restaurants Ikarus im Salzburger Hangar-7 geführt, gehört hat sie ihm nie. Der Südtiroler Koch war dort Angestellter des Hauses, das Dietrich Mateschitz für Red Bull gebaut hatte, und sein Vermögen ist erst danach entstanden: als Juror und Gastgeber im Fernsehen, als Buchautor und Berater, als Gesellschafter zweier Salzburger Firmen. Wir schätzen das Vermögen von Roland Trettl auf rund 7 Millionen Euro. Den größten Teil trägt das Fernsehen, vor allem die Dating-Doku, die er 2018 bei VOX übernommen hat.

Wie hoch ist das Vermögen von Roland Trettl?

Roland Trettl Verdienst

Nach unserer Schätzung kommt Roland Trettl auf rund 7 Millionen Euro. Gebaut ist die Zahl aus der Mechanik seiner Laufbahn und nicht aus einem einzelnen großen Verkauf, denn einen solchen gibt es bei ihm nicht. In der Küche war er Auftragnehmer mit Gehalt, im Fernsehen ist er es wieder, nur mit einem anderen Hebel: Ein Format, das an jedem Werktag läuft, braucht sehr viele Folgen, und die entstehen in gebündelten Drehblöcken. Zu seinen Honoraren bei VOX ist nichts veröffentlicht.

Eigentum kommt bei ihm erst spät dazu. 2018 wurde er Mitgesellschafter einer Salzburger Gewürzmanufaktur, 2020 stieg er bei einem Hersteller von Luftreinigern ein. Beide Firmen sind klein, sie machen aus dem Moderator aber auch einen Unternehmer, der an einem Geschäft beteiligt ist, das ohne seine Anwesenheit läuft.

Im Vergleich mit anderen Fernsehköchen fehlt ihm ein eigenes Restaurant, wie es Frank Rosin in Dorsten führt. Dafür trägt er keine Altlasten aus der Gastronomie mit sich, wie sie Horst Lichter nach eigener Aussage aus seiner Zeit als Wirt mitgenommen hat. Ein Angestellter trägt kein unternehmerisches Risiko, er baut aber auch keinen Firmenwert auf, und genau diese Mischung erklärt die Größenordnung.

Die Küchenjahre: angestellt, nicht Eigentümer

Trettls Laufbahn ist die eines Spitzenkochs, der immer in fremden Häusern gekocht hat. Das hat ihm Ruf und Netzwerk gebracht, aber keine Beteiligung an den Betrieben, die er geprägt hat.

Lehre, Witzigmann und der Stern auf Mallorca

Seine Ausbildung begann 1987 im Parkhotel Holzner in Oberbozen auf dem Ritten, fortgesetzt hat er sie im Restaurant Amadé in Bozen. Danach arbeitete er in München in Eckart Witzigmanns Restaurant Aubergine und im Tantris.

Von 1997 bis 2001 war er Küchenchef im Ca’s Puers auf Mallorca, einem Restaurant Witzigmanns, das der Guide Michelin im Jahr 2000 mit einem Stern auszeichnete. Es folgten Einsätze im Ausland, darunter sechs Monate als Food-and-Beverage-Trainer im Restaurant Marine Terrace in Tokio.

Wirtschaftlich waren das Lehrjahre im doppelten Sinn. Ein Küchenchef in einem Sternehaus verdient gut, aber er verdient ein Gehalt, und der Stern gehört dem Haus. Für Trettl war es trotzdem die Grundlage für alles Spätere, denn Witzigmann blieb sein wichtigster Förderer.

Zehn Jahre Ikarus im Hangar-7

Von Mai 2003 bis Ende 2013 war Trettl Executive Chef im Restaurant Ikarus im Hangar-7 am Flughafen Salzburg. Das Konzept stammte aus der Zusammenarbeit mit Witzigmann als Schirmherr: Jeden Monat kochte ein anderer Spitzenkoch aus aller Welt, und Trettls Küche setzte dessen Menü um. Über die zehn Jahre kamen so rund 120 Gastköche zusammen.

Das Ikarus erhielt 2004 einen Michelin-Stern, der Falstaff vergab 2011 die volle Punktzahl. Eigentümer des Hauses ist Red Bull, das Unternehmen, das Dietrich Mateschitz mitgegründet hat; dessen Anteil ging nach seinem Tod 2022 an seinen Sohn Mark Mateschitz, der seither zu den reichsten Österreichern zählt. Der Hangar-7 gehört damit einem Konzern und nicht seinem langjährigen Küchenchef.

Anfang Dezember 2013 verließ Trettl das Haus, sein Nachfolger wurde Martin Klein. Das Gastkochkonzept läuft unter anderer Leitung weiter. Aus den zehn Jahren blieben ihm ein Name, den in der Branche jeder kennt, und zwei Kochbücher über das Ikarus, die er 2007 und 2013 veröffentlichte.

Das Fernsehen als tragende Einnahmequelle

Nach dem Abschied aus der Hotelküche hat Trettl kein neues Restaurant eröffnet. Er hat sich bewusst gegen den Betrieb eines eigenen Hauses entschieden und sein Können stattdessen vor die Kamera gebracht.

Jury bei „The Taste“

Roland Trettl Einkommen Den Einstieg brachte die Sat.1-Kochshow „The Taste“, in der er 2013 und 2015 als Gastjuror auftrat. Von 2016 bis 2018 saß er in der vierten bis sechsten Staffel fest in der Jury, als Nachfolger von Tim Mälzer und neben Kollegen wie Alexander Herrmann. Später kehrte er mehrfach als Gast zurück, unter anderem 2021 und 2023.

Eine Jurygage von 100.000 Euro für „The Taste“ im Jahr 2019, die im Netz kursiert, passt schon zeitlich nicht. Im Januar 2019 hatte Trettl die Jury verlassen, weil er sich an einen anderen Sender gebunden hatte.

Exklusiv bei VOX

Am 13. März 2016 trat er zum ersten Mal in „Kitchen Impossible“ bei VOX gegen Tim Mälzer an, danach folgten mehrere Ausgaben, darunter Weihnachtsfolgen. 2017 und 2018 war er in „Grill den Profi“ zu sehen. 2018 übernahm er die Rolle des Gastgebers in „First Dates“, einer Dating-Doku, in der sich Singles in einem eigens gebauten Restaurant in Köln zum ersten Mal treffen.

Im Januar 2019 schloss Trettl einen Exklusivvertrag mit VOX, das war der Grund für den Abschied aus der Sat.1-Jury. Mit dem Vertrag wurde zugleich ein neues Format mit dem Comedian Michael Mittermeier angekündigt. Eine Laufzeit oder ein Volumen des Vertrags ist nicht veröffentlicht. 2025 stand er außerdem drei Folgen lang in der 18. Staffel von „Let’s Dance“ bei RTL auf dem Parkett.

Warum ein Tagesformat mehr trägt als ein Abendauftritt

Entscheidend für das Einkommen eines Fernsehgesichts ist weniger die Prominenz als die Frequenz. Eine Jury in einer Abendshow bringt wenige Folgen im Jahr, ein Format am Vorabend an jedem Werktag ein Vielfaches davon. Gedreht wird in Blöcken, sodass viele Sendungen aus vergleichsweise wenigen Drehtagen entstehen. Deshalb hat Trettl mit dem Wechsel zu VOX wirtschaftlich eher gewonnen als verloren: Die Kochshows davor waren Auftritte, das Tagesformat ist eine Position.

Bücher, Beratung und Beteiligungen

Neben dem Fernsehen hat Trettl mehrere kleinere Einnahmequellen aufgebaut. Einzeln trägt keine davon das Vermögen, zusammen verbreitern sie es.

Bücher und eigene Fotos

Sein erstes Buch war 2007 „Kulinarische Überflieger“ über das Hangar-7, 2008 folgten „Fashion Food“ mit dem Fotografen Helge Kirchberger und ein Band mit Gérard Depardieu. 2013 erschien „Cuisine Int.“ mit den Rezepten der Gastköche aus zehn Jahren Ikarus. Am meisten Aufmerksamkeit bekam 2015 „Serviert“, eine Abrechnung mit der Spitzengastronomie, im selben Jahr kam ein vegetarisches Käsekochbuch mit 36 Rezepten dazu.

2021 und 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit seiner damaligen Frau zwei Bände „Kochen zu zweit“ im Südwest Verlag. Die Rezepte stammten aus den Kochvideos, die das Paar zuvor im Netz gezeigt hatte, und die Bilder fotografierte Trettl selbst, nachdem Kirchberger ihm dafür einen Crashkurs gegeben hatte.

Berater und Werbepartner

Nach dem Ikarus begann Trettl, Küchen und Speisepläne für Kantinen zu entwerfen und einen Hersteller für die Gemeinschafts- und Systemgastronomie zu beraten. Die vegetarischen Gerichte, die er dort entwickelt hat, machten nach Angaben des Fachmagazins Rolling Pin einen erheblichen Teil des Umsatzes aus. Im August 2021 wurde er außerdem Markenbotschafter für Kloster Kitchen.

Gesellschafter bei Spiceworld und Ozonos

Roland Trettl Vermögen 2018 stieg Trettl als Mitgesellschafter bei der Spiceworld Gewürzmanufaktur in Salzburg ein, die Gewürze und Mischungen herstellt und vertreibt. Die Mehrheit hält ein österreichischer Gewürzhersteller. Zum 1. Juli 2020 wurde er vierter Gesellschafter des Salzburger Start-ups Ozonos, das mobile Luftreiniger für Küchen und Innenräume baut; er war zuvor selbst Kunde.

Ebenfalls 2018 entstand in Salzburg die Team-Trettl GmbH, gegründet für Kochevents, Catering und Beratung rund um seinen Namen. Zu Kaufpreisen oder Werten der Anteile ist nichts veröffentlicht, sie gehen deshalb nur mit einer vorsichtigen Größenordnung in die Schätzung ein.

Wohnsitz und Familie

Seit Ende 2019 lebt Trettl wieder in Salzburg. Er heiratete 2010, im Januar 2023 gaben er und seine Frau ihre Trennung bekannt. Über eine Aufteilung von Vermögen ist nichts veröffentlicht. Im Januar 2025 machte er die Beziehung zur früheren Stuntfrau Miriam Höller öffentlich.

Im Vergleich mit Kollegen wie Steffen Henssler oder Johann Lafer, die eigene Marken und Produktlinien aufgebaut haben, ist Trettls Unternehmensseite klein. Seine Stärke liegt in der Bekanntheit, die er aus dem Fernsehen mitbringt, und in einem Namen, den Firmen gern auf ihre Produkte setzen.

Häufige Fragen zu Roland Trettl

Wie hoch ist das Vermögen von Roland Trettl?

Wir schätzen es auf rund 7 Millionen Euro. Den größten Teil machen die Honorare aus dem Fernsehen aus, vor allem aus dem Tagesformat bei VOX, dazu kommen Bücher, Beratung, Werbeverträge und die Beteiligungen an zwei Salzburger Firmen.

Gehörte Roland Trettl das Restaurant Ikarus im Hangar-7?

Nein. Der Hangar-7 gehört zu Red Bull. Trettl war dort von Mai 2003 bis Ende 2013 als Executive Chef angestellt und prägte das Konzept mit den monatlich wechselnden Gastköchen.

Womit verdient Roland Trettl sein Geld?

Vor allem mit dem Fernsehen, seit 2018 als Gastgeber der Dating-Doku „First Dates“ bei VOX. Daneben schreibt er Kochbücher, berät Unternehmen der Gemeinschaftsgastronomie und wirbt für Marken.

An welchen Firmen ist Roland Trettl beteiligt?

Seit 2018 ist er Mitgesellschafter der Spiceworld Gewürzmanufaktur in Salzburg, seit Juli 2020 Gesellschafter des Luftreinigerherstellers Ozonos. Dazu kommt die Team-Trettl GmbH für Kochevents, Catering und Beratung.

Warum ist Roland Trettl nicht mehr fest bei „The Taste“?

Im Januar 2019 schloss er einen Exklusivvertrag mit VOX und verließ deshalb die feste Jury der Sat.1-Sendung. Als Gastjuror kehrte er später mehrfach zurück.

Fotos: MG RTL D / Frank W. Hempel + Stefanie Schumacher + Robert Grischek