Millionen AUS-Dollar
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Die Australian Open sind das erste der vier Grand-Slam-Turniere im Tenniskalender und tragen seit Jahren den Spitznamen Happy Slam. Gespielt wird im Melbourne Park auf Hartplatz, mitten im australischen Sommer, was das Turnier regelmäßig zur heißesten Woche der Saison macht. Für die Spieler ist Melbourne inzwischen der lukrativste Start ins Jahr: Insgesamt schüttet Tennis Australia 111,5 Millionen AUS-Dollar aus, und das Tennis-Preisgeld ist hier zuletzt stärker gestiegen als bei jedem anderen Major.

Die Ausgabe 2026 war die 114. der Turniergeschichte und die 58. der Open Era. Das Hauptfeld lief vom 18. Januar bis zum 1. Februar 2026, die Qualifikation und die neue Opening Week vom 12. bis 15. Januar. Damit dauerte die Gesamtveranstaltung erstmals 21 Tage.

  • Hauptfeld: 18. Januar bis 1. Februar 2026
  • Austragungsort: Melbourne Park, Melbourne, Australien
  • Finale der Damen: 31. Januar 2026 (Siegerin: Elena Rybakina)
  • Finale der Herren: 1. Februar 2026 (Sieger: Carlos Alcaraz)
  • Gesamtpreisgeld: 111,5 Millionen australische Dollar, ein Plus von 16 Prozent

Das Preisgeld der Australian Open

Alle Beträge in der folgenden Tabelle sind in australischen Dollar angegeben und gelten für Herren und Damen gleichermaßen. Tennis Australia veröffentlicht die Staffelung jedes Jahr im Dezember oder Januar, kurz vor Turnierbeginn.

JahrSiegFinale1/2 Finale1/4 Finale1/8 Finale3. Runde2. Runde1. Runde
20264.150.000$2.150.000$1.250.000$750.000$480.000$327.750$225.000$150.000$
20253.500.000$1.900.000$1.100.000$665.000$420.000$290.000$200.000$132.000$
20243.150.000$1.725.000$990.000$600.000$375.000$255.000$180.000$120.000$
20232.975.000$1.625.000$925.000$555.250$338.250$227.925$158.850$106.250$
20222.875.000$1.575.000$895.000$358.000$328.000$221.000$154.000$103.000$
20212.750.000$1.500.000$850.000$525.000$320.000$215.000$150.000$100.000$
20204.120.000$2.065.000$1.040.000$525.000$300.000$180.000$128.000$90.000$
20194.100.000$2.050.000$920.000$460.000$260.000$155.000$105.000$75.000$
20184.000.000$2.000.000$880.000$440.000$240.000$142.500$90.000$60.000$
20173.700.000$1.900.000$900.000$440.000$220.000$130.000$80.000$50.000$
20163.400.000$1.700.000$750.000$375.000$193.000$108.000$67.000$38.500$
20153.100.000$1.550.000$650.000$340.000$175.000$97.500$60.000$34.500$
20142.650.000$1.325.000$540.000$270.000$135.000$75.000$50.000$30.000$
20132.430.000$1.215.000$500.000$250.000$125.000$71.000$45.500$27.600$
20122.300.000$1.150.000$437.000$218.500$109.250$54.625$33.300$20.000$
20112.200.000$1.100.000$420.000$210.000$93.000$54.500$32.000$20.000$
20102.100.000$1.050.000$400.000$200.000$89.000$52.000$31.500$19.500$
Australian Open Preisgeld seit 2010

Preisgelder im Einzel Runde für Runde

Der Titel im Einzel war 2026 mit 4.150.000 australischen Dollar dotiert, ein Plus von 19 Prozent gegenüber der Vorjahresausgabe. Der Verlierer des Finales nahm 2.150.000 mit, das Halbfinale war mit 1.250.000 bewertet, das Viertelfinale mit 750.000 und das Achtelfinale mit 480.000.

Wichtiger für das Gros der Tour ist das untere Ende: Eine Niederlage in der ersten Hauptfeldrunde brachte 150.000 australische Dollar, die zweite Runde 225.000, die dritte 327.750. Auch die Qualifikation wird bezahlt, mit 40.500 für die erste, 57.000 für die zweite und 83.500 für die dritte Runde. Genau dieser Bereich ist in Melbourne am stärksten angehoben worden: Die Qualifikationsprämien legten gegenüber 2023 um mehr als die Hälfte zu.

Damit ist Melbourne für Spieler jenseits der Top 50 der wichtigste Termin des Jahres. Wer im Januar zwei Runden übersteht, hat einen großen Teil der Jahreskosten für Trainer, Flüge und Physiotherapie beisammen, und zwar bevor die Saison richtig begonnen hat.

Doppel und Qualifikation

Im Doppel gelten die Summen pro Paar und werden geteilt. Das Siegerpaar erhielt 2026 zusammen 900.000 australische Dollar, das unterlegene Finalpaar 485.000, das Halbfinale war mit 275.000 dotiert und das Viertelfinale mit 158.000. In der ersten Runde standen 44.000 pro Paar zu Buche.

Pro Kopf bleibt damit auch beim Doppeltitel weniger übrig als für ein Viertelfinale im Einzel. Das erklärt, warum die meisten Topspieler das Doppel in Melbourne auslassen und es die Domäne der Spezialisten bleibt.

Erstmals eine neunstellige Summe

Mit 111,5 Millionen australischen Dollar hat das Turnier 2026 zum ersten Mal die Grenze zu einer neunstelligen Preisgeldsumme überschritten. Der Zuwachs von 16 Prozent gegenüber der Vorjahresausgabe ist laut Tennis Australia der größte Sprung der Turniergeschichte. Alle Einzel- und Doppelspieler bekamen mindestens zehn Prozent mehr als im Jahr davor.

Der Streit um den Anteil der Spieler

Hinter dem Rekord steht ein Konflikt, der alle vier Majors betrifft. Eine Gruppe von Topspielern um Jannik Sinner und Aryna Sabalenka hat die Grand Slams schriftlich aufgefordert, einen deutlich größeren Teil ihrer Einnahmen an die Spieler weiterzugeben. Derzeit liegen die Preisgelder bei geschätzt rund 16 Prozent der Turnierumsätze. Gefordert werden 22 Prozent bis 2030, also das Niveau der großen ATP- und WTA-Turniere, dazu Beiträge zu Pensions- und Gesundheitsprogrammen.

Die Erhöhung in Melbourne fiel in diese Debatte, und sie ist der Grund, warum die unteren Runden stärker angehoben wurden als die Siegprämie. Im Sommer 2026 eskalierte der Streit weiter, bei den French Open und in Wimbledon beschränkten Spieler ihre Medienauftritte, um Druck zu machen.

Wie sich die Prämien entwickelt haben

2010 erhielt der Sieger 2,1 Millionen australische Dollar, 2026 waren es 4,15 Millionen. Die Siegprämie hat sich damit knapp verdoppelt. Deutlich steiler verlief die Kurve am unteren Ende: Eine Erstrundenniederlage brachte 2010 gerade 19.500 australische Dollar, 2026 waren es 150.000, also fast das Achtfache.

Einen Bruch gibt es zwischen 2020 und 2021. In den Corona-Jahren sank die Siegprämie von 4,12 Millionen auf 2,75 Millionen, weil das Turnier unter Quarantänebedingungen und mit stark begrenztem Publikum stattfand. Das Niveau von 2020 wurde erst 2026 wieder übertroffen. Wer die Zahlen der US Open daneben legt, sieht dieselbe Delle.

Die vergangenen Australian-Open-Sieger

Melbourne war zwei Jahrzehnte lang die Bank von Novak Djokovic, der hier zehn Titel gewann, mehr als jeder andere Spieler bei einem einzelnen Grand Slam. Roger Federer kommt auf sechs Titel, Rafael Nadal auf zwei.

2026 setzte sich Carlos Alcaraz im Finale gegen Djokovic mit 2:6, 6:2, 6:3 und 7:5 durch. Es war sein siebter Major-Titel und der letzte fehlende Baustein zum Karriere-Grand-Slam, den er mit 22 Jahren als jüngster Mann der Tennisgeschichte vervollständigte. Sein Halbfinale gegen Alexander Zverev dauerte 5 Stunden und 27 Minuten und war damit das längste Halbfinale der Turniergeschichte. Bei den Damen gewann Elena Rybakina gegen Aryna Sabalenka mit 6:4, 4:6 und 6:4.

Am Rand des Turniers stand eine Preisgeld-Geschichte, die es sonst nirgends gibt: Beim Amateur-Wettbewerb 1 Point Slam gewann der Australier Jordan Smith eine Million australische Dollar, nachdem er auf dem Weg ins Finale unter anderem Jannik Sinner und Amanda Anisimova geschlagen hatte. Gespielt wird dabei jeweils nur ein einziger Punkt. Das Turnier verzeichnete außerdem mit 1.368.043 Besuchern einen Zuschauerrekord.

JahrHerreneinzelDameneinzelPreisgeld
2026Carlos AlcarazElena Rybakina4.150.000$
2025Jannik SinnerMadison Keys3.500.000$
2024Jannik SinnerAryna Sabalenka3.150.000$
2023Novak DjokovicAryna Sabalenka2.975.000$
2022Rafael NadalAshleigh Barty2.875.000$
2021Novak DjokovicNaomi Ōsaka2.750.000$
2020Novak DjokovicSofia Kenin4.120.000$
2019Novak DjokovicNaomi Ōsaka4.100.000$
2018Roger FedererCaroline Wozniacki4.000.000$
2017Roger FedererSerena Williams3.700.000$
2016Novak DjokovicAngelique Kerber3.400.000$
2015Novak DjokovicSerena Williams3.100.000$
2014Stan WawrinkaLi Na2.650.000$
2013Novak DjokovicWiktoryja Asaranka2.430.000$
2012Novak DjokovicWiktoryja Asaranka2.300.000$
2011Novak DjokovicKim Clijsters2.300.000$
2010Roger FedererSerena Williams2.100.000$

Häufige Fragen zum Preisgeld der Australian Open

Wie hoch ist das Preisgeld für den Sieg bei den Australian Open?

Für die Ausgabe 2026 waren 4.150.000 australische Dollar ausgeschrieben, für Herren und Damen dieselbe Summe. Das war ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wie hoch ist das Gesamtpreisgeld des Turniers?

Tennis Australia schüttet 111,5 Millionen AUS-Dollar aus. Darin enthalten sind Einzel, Doppel, Mixed, Qualifikation sowie die Rollstuhl- und Quad-Wettbewerbe.

Verdienen Frauen bei den Australian Open genauso viel wie Männer?

Ja, im Einzel und im Doppel sind die Prämien identisch. Wie sich die Karrieresummen der Spielerinnen entwickelt haben, zeigt die WTA-Preisgeld-Rangliste. Melbourne war 2001 das zweite Grand-Slam-Turnier nach den US Open, das die Preisgelder angeglichen hat.

Was bekommt man für eine Niederlage in der ersten Runde?

150.000 australische Dollar in der Ausgabe 2026. Dieser Bereich ist in den vergangenen Jahren am stärksten angehoben worden, weil ein großer Teil des Feldes von diesen Summen die Saison finanziert.

Wird die Qualifikation auch bezahlt?

Ja. 40.500 australische Dollar für die erste Runde, 57.000 für die zweite und 83.500 für die dritte. Gegenüber 2023 sind die Qualifikationsprämien um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Warum heißen die Australian Open Happy Slam?

Den Spitznamen prägte Roger Federer. Er bezieht sich auf die entspannte Atmosphäre und die Lage im australischen Sommer, die das Turnier von den drei anderen Majors unterscheidet.

Foto: ymgerman / Bigstock.com