Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Tenniskalenders und das einzige, das auf Rasen ausgetragen wird. Gespielt wird im All England Lawn Tennis and Croquet Club im Südwesten Londons, seit 1877, und kein anderes Turnier der Tour ist so eng mit seinen eigenen Regeln verbunden: weiße Kleidung, Erdbeeren mit Sahne, eine Warteschlange, die zum Programm gehört. Für die Spieler ist Wimbledon vor allem eines der bestbezahlten Turniere der Welt. Insgesamt schüttet der Club 64,2 Millionen Pfund an die Teilnehmer aus, und das Tennis-Preisgeld ist in den vergangenen Jahren deutlich schneller gestiegen als die Inflation.
Die Ausgabe 2026 war die 139. der Turniergeschichte. Gespielt wurde vom 29. Juni bis zum 12. Juli 2026, die Qualifikation lief vom 22. bis 25. Juni. Erstmals kam in Wimbledon eine Video-Überprüfung zum Einsatz, zunächst begrenzt auf den Centre Court, den No. 1 Court und vier weitere Show Courts.
- Turnierbeginn: 29. Juni 2026
- Austragungsort: All England Lawn Tennis and Croquet Club, London
- Finale der Damen: 11. Juli 2026 (Siegerin: Linda Nosková)
- Finale der Herren: 12. Juli 2026 (Sieger: Jannik Sinner)
- Gesamtpreisgeld: 64,2 Millionen Pfund, ein Plus von 20 Prozent gegenüber der Vorjahresausgabe
Das Preisgeld in Wimbledon
Die Preisgelder werden jedes Jahr im Juni vom All England Lawn Tennis and Croquet Club veröffentlicht, gestaffelt nach Runde und getrennt nach Wettbewerb. Herren und Damen erhalten im Einzel seit 2007 identische Summen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einzel-Prämien seit 2010, jeweils in Pfund.
| Jahr | Sieg | Finale | 1/2 Finale | 1/4 Finale | 1/8 Finale | 3. Runde | 2. Runde | 1. Runde |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2026 | 3.600.000£ | 1.800.000£ | 900.000£ | 480.000£ | 300.000£ | 185.000£ | 126.000£ | 80.000£ |
| 2025 | 3.000.000£ | 1.520.000£ | 775.000£ | 400.000£ | 240.000£ | 152.000£ | 99.000£ | 66.000£ |
| 2024 | 2.700.000£ | 1.400.000£ | 715.000£ | 375.000£ | 226.000£ | 143.000£ | 93.000£ | 60.000£ |
| 2023 | 2.350.000£ | 1.175.000£ | 600.000£ | 340.000£ | 207.000£ | 131.000£ | 85.000£ | 55.000£ |
| 2022 | 2.000.000£ | 1.050.000£ | 535.000£ | 310.000£ | 190.000£ | 120.000£ | 78.000£ | 50.000£ |
| 2021 | 1.700.000£ | 900.000£ | 465.000£ | 300.000£ | 181.000£ | 115.000£ | 75.000£ | 48.000£ |
| 2020 | - | - | - | - | - | - | - | - |
| 2019 | 2.350.000£ | 1.175.000£ | 588.000£ | 294.000£ | 176.000£ | 111.000£ | 72.000£ | 45.000£ |
| 2018 | 2.250.000£ | 1.125.000£ | 562.000£ | 281.000£ | 163.000£ | 100.000£ | 63.000£ | 39.000£ |
| 2017 | 2.200.000£ | 1.100.000£ | 550.000£ | 275.000£ | 147.000£ | 90.000£ | 57.000£ | 35.000£ |
| 2016 | 2.000.000£ | 1.000.000£ | 500.000£ | 250.000£ | 132.000£ | 80.000£ | 50.000£ | 30.000£ |
| 2015 | 1.890.000£ | 940.000£ | 470.000£ | 241.000£ | 127.000£ | 77.000£ | 47.000£ | 29.000£ |
| 2014 | 1.760.000£ | 880.000£ | 440.000£ | 226.000£ | 117.000£ | 71.000£ | 43.000£ | 27.000£ |
| 2013 | 1.600.000£ | 800.000£ | 400.000£ | 205.000£ | 105.000£ | 63.000£ | 38.000£ | 23.500£ |
| 2012 | 1.150.000£ | 575.000£ | 287.500£ | 145.000£ | 75.000£ | 38.875£ | 23.125£ | 14.500£ |
| 2011 | 1.000.000£ | 550.000£ | 275.000£ | 137.500£ | 68.750£ | 34.375£ | 20.125£ | 11.500£ |
| 2010 | 1.000.000£ | 500.000£ | 250.000£ | 125.000£ | 62.500£ | 31.250£ | 18.750£ | 11.250£ |
Preisgelder im Einzel Runde für Runde
Der Sieg im Einzel war 2026 mit 3,6 Millionen Pfund dotiert, für den Verlierer des Finales blieben 1,8 Millionen. Wer im Halbfinale scheiterte, nahm 900.000 Pfund mit, das Viertelfinale war mit 480.000 Pfund bewertet und das Achtelfinale mit 300.000.
Interessanter als die Spitze ist für die meisten Profis das untere Ende der Tabelle. Eine Erstrundenniederlage brachte 2026 immer noch 80.000 Pfund, ein Plus von gut 21 Prozent gegenüber der Vorjahresausgabe. Für Spieler außerhalb der Top 100 entscheidet genau diese Summe darüber, ob eine Saison finanziell aufgeht, denn Reisekosten, Trainer und Physiotherapeut zahlen die Profis selbst. Auch die Qualifikation wird bezahlt: 20.000 Pfund für die erste Runde, 32.000 für die zweite, 50.000 für die dritte. Wer dort scheitert, hat mit einer Woche Arbeit mehr verdient als bei manchem gewonnenen Challenger-Turnier.
Von der ausgeschriebenen Summe bleibt nicht alles beim Spieler. Preisgelder werden im Turnierland versteuert, und Großbritannien behält die Steuer direkt an der Quelle ein. Der Spitzensteuersatz liegt bei 45 Prozent, hinzu kommt für ausländische Profis eine Besonderheit: Das britische Finanzamt rechnet einen Teil der weltweiten Sponsoreneinnahmen anteilig den in Großbritannien verbrachten Wettkampftagen zu. Genau diese Regel war über Jahre der Grund, warum einzelne Topathleten britische Veranstaltungen gemieden haben. Nach unserer Schätzung bleibt vom Siegerscheck über 3,6 Millionen Pfund nach Steuern und dem Anteil für Trainer und Betreuerstab grob die Hälfte übrig.
Dass die unteren Runden stärker angehoben werden als die oberen, ist Absicht. Die Spielergewerkschaft PTPA und mehrere Profis hatten in den Jahren zuvor öffentlich Druck gemacht, weil die Grand Slams einen aus ihrer Sicht zu kleinen Teil ihrer Einnahmen an die Spieler weitergeben. Die Verteilung innerhalb des Preisgeldtopfes hat sich deshalb spürbar nach unten verschoben.
Doppel, Mixed und Qualifikation
Im Doppel liegen die Summen deutlich niedriger, und sie gelten pro Paar, werden also geteilt. Das Siegerpaar erhielt 2026 zusammen 760.000 Pfund, das unterlegene Finalpaar 380.000. Im Mixed, das nur über fünf Runden gespielt wird, waren es 148.000 Pfund für die Sieger und 74.000 für die Zweiten.
Der Abstand zum Einzel erklärt, warum die meisten Topspieler das Doppel auslassen. Ein Doppelsieg bringt pro Kopf weniger als eine Achtelfinal-Teilnahme im Einzel, kostet aber zusätzliche Matches in derselben Turnierwoche. Für Doppelspezialisten ist Wimbledon dagegen einer der wenigen Termine im Jahr, an dem sich ein wirklich großer Betrag verdienen lässt.
Rollstuhltennis und Einladungsturniere
Das Rollstuhltennis ist seit Jahren der Bereich mit den größten prozentualen Zuwächsen. Der Titel im Einzel war 2026 mit 82.000 Pfund dotiert, das Finale mit 43.000, das Halbfinale mit 29.000. Dieselben Summen gelten im Quad-Wettbewerb. Im Rollstuhl-Doppel erhielt das Siegerpaar 36.000 Pfund.
Dazu kommen die Einladungsdoppel der ehemaligen Profis, bei denen 35.000 Pfund pro Siegerpaar ausgeschüttet werden, sowie geschätzte 1,65 Millionen Pfund an Tagegeldern für alle Teilnehmer. Zusammen ergibt das die 64,2 Millionen Pfund, die der Club für die Ausgabe 2026 auswies.
Wie sich die Prämien entwickelt haben
Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie steil die Kurve verläuft. 2010 erhielt der Sieger eine Million Pfund, 2026 waren es 3,6 Millionen. Das ist mehr als eine Verdreifachung in 16 Jahren und liegt weit über der Inflation im selben Zeitraum.
Noch deutlicher ist die Verschiebung in der ersten Runde. 2010 brachte eine Erstrundenniederlage 11.250 Pfund, 2026 waren es 80.000. Das ist ein Faktor von mehr als sieben, während sich das Siegerpreisgeld nur etwa verdreifacht hat. Wer die Zahlen der US Open, der French Open und der Australian Open daneben legt, sieht dasselbe Muster in allen vier Grand Slams.
Ein Sonderfall bleibt 2020. Das Turnier wurde wegen der Corona-Pandemie ersatzlos abgesagt, zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. In der Tabelle steht deshalb ein Strich. Der Club hatte seit 2003 jährlich rund 1,5 Millionen Pfund für eine Pandemie-Versicherung gezahlt und erhielt dafür 114 Millionen Pfund ausgezahlt. Einen Teil gab er an die Spieler weiter: 256 Profis, die im Hauptfeld gestanden hätten, bekamen je 25.000 Pfund, 224 Qualifikanten je 12.500 Pfund.
Die vergangenen Wimbledon-Sieger
Wimbledon war über zwei Jahrzehnte das Turnier weniger Namen. Roger Federer gewann acht Titel, Novak Djokovic sieben, Serena Williams ebenfalls sieben bei den Damen. Jannik Sinner setzte sich 2026 im Finale gegen Alexander Zverev durch und verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr. Bei den Damen gewann Linda Nosková ihren ersten Grand-Slam-Titel.
Aus deutscher Sicht bleiben zwei Namen die Referenz. Boris Becker gewann 1985 mit 17 Jahren als erster Deutscher das Herreneinzel, zwei weitere Titel folgten 1986 und 1989. Steffi Graf siegte siebenmal zwischen 1988 und 1996. Zum Vergleich, was die Preisgelder seither gemacht haben: Beckers erster Siegerscheck lag bei 130.000 Pfund. Angelique Kerber stand 2016 im Finale und gewann den Titel 2018.
Die folgende Übersicht führt die Einzel-Sieger seit 2010 mit dem jeweiligen Preisgeld. Weitere Zahlen zu den Karriere-Einnahmen der Profis stehen in unserer Übersicht der reichsten Tennisspieler.
| Jahr | Herreneinzel | Dameneinzel | Preisgeld |
|---|---|---|---|
| 2026 | Jannik Sinner | Linda Nosková | 3.600.000£ |
| 2025 | Jannik Sinner | Iga Swiatek | 3.000.000£ |
| 2024 | Carlos Alcaraz | Barbora Krejcikova | 2.700.000£ |
| 2023 | Carlos Alcaraz | Marketa Vondrousova | 2.350.000£ |
| 2022 | Novak Djokovic | Jelena Rybakina | 2.000.000£ |
| 2021 | Novak Djokovic | Ashleigh Barty | 1.700.000£ |
| 2020 | - | - | - |
| 2019 | Novak Djokovic | Simona Halep | 2.350.000£ |
| 2018 | Novak Djokovic | Angelique Kerber | 2.250.000£ |
| 2017 | Roger Federer | Garbiñe Muguruza | 2.200.000£ |
| 2016 | Andy Murray | Serena Williams | 2.000.000£ |
| 2015 | Novak Djokovic | Serena Williams | 1.890.000£ |
| 2014 | Novak Djokovic | Petra Kvitova | 1.760.000£ |
| 2013 | Andy Murray | Marion Bartoli | 1.600.000£ |
| 2012 | Roger Federer | Serena Williams | 1.150.000£ |
| 2011 | Novak Djokovic | Petra Kvitova | 1.000.000£ |
| 2010 | Rafael Nadal | Serena Williams | 1.000.000£ |
Häufige Fragen zum Preisgeld in Wimbledon
Wie hoch ist das Preisgeld für den Sieg in Wimbledon?
Für die Ausgabe 2026 waren 3,6 Millionen Pfund ausgeschrieben, für Herren und Damen dieselbe Summe. Der Betrag wird jedes Jahr im Juni neu festgelegt und ist seit 2010 von einer Million Pfund auf das Dreieinhalbfache gestiegen.
Wie hoch ist das Gesamtpreisgeld des Turniers?
Der All England Lawn Tennis and Croquet Club schüttet 64,2 Millionen Pfund aus. Darin enthalten sind Einzel, Doppel, Mixed, Qualifikation, Rollstuhl- und Quad-Wettbewerbe, die Einladungsdoppel sowie die Tagegelder der Spieler.
Verdienen Frauen in Wimbledon genauso viel wie Männer?
Im Einzel und Doppel ja. Wimbledon hat 2007 als letzter der vier Grand Slams die Preisgelder angeglichen, davor lag das Siegerpreisgeld der Damen unter dem der Herren. Bei Turnieren der ATP- und WTA-Tour außerhalb der Grand Slams gilt das bis heute nicht.
Was bekommt man für eine Niederlage in der ersten Runde?
80.000 Pfund in der Ausgabe 2026. Diese Summe ist in den vergangenen Jahren am stärksten angehoben worden, weil ein großer Teil des Feldes davon lebt und Reise-, Trainer- und Betreuungskosten selbst trägt.
Wird die Qualifikation auch bezahlt?
Ja. 20.000 Pfund für die erste Runde, 32.000 für die zweite und 50.000 für die dritte. Das Gesamtvolumen der Qualifikation lag 2026 bei 6,2 Millionen Pfund.
Warum ist das Preisgeld im Doppel so viel niedriger?
Die Summen gelten pro Paar und werden geteilt, außerdem zieht das Doppel deutlich weniger Zuschauer und Sendeminuten. Ein Siegerpaar erhielt 2026 zusammen 760.000 Pfund, pro Spieler also 380.000.
Foto: Yorgy67 / Bigstock.com
Hinterlasse eine Antwort