Millionen Euro
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Die French Open sind das zweite Grand-Slam-Turnier des Tennisjahres und das einzige der vier, das auf Sand ausgetragen wird. Gespielt wird im Stade Roland Garros im Westen von Paris, weshalb das Turnier in Frankreich schlicht Roland-Garros heißt. Sand verlangt längere Ballwechsel, mehr Kondition und ein anderes Spiel als Rasen oder Hartplatz, was Paris zum körperlich härtesten Major macht. Insgesamt schüttet der französische Verband FFT 61,72 Millionen Euro aus, und damit liegt das Tennis-Preisgeld in Paris hinter Melbourne und New York.

Die Ausgabe 2026 war die 125. der Turniergeschichte. Das Hauptfeld lief vom 24. Mai bis zum 7. Juni 2026, die Qualifikation vom 18. bis 22. Mai. Gespielt wurden 24 Wettbewerbe mit 899 Matches.

  • Hauptfeld: 24. Mai bis 7. Juni 2026
  • Austragungsort: Stade Roland Garros, Paris, Frankreich
  • Finale der Damen: 6. Juni 2026 (Siegerin: Mirra Andreeva)
  • Finale der Herren: 7. Juni 2026 (Sieger: Alexander Zverev)
  • Gesamtpreisgeld: 61,723 Millionen Euro, ein Plus von 9,5 Prozent

Das Preisgeld der French Open

Alle Beträge sind in Euro angegeben und gelten für Herren und Damen gleichermaßen. Die FFT veröffentlicht die Staffelung jedes Jahr im Frühjahr, wenige Wochen vor Turnierbeginn.

JahrSiegFinale1/2 Finale1/4 Finale1/8 Finale3. Runde2. Runde1. Runde
20262.800.000€1.400.000€750.000€470.000€285.000€187.000€130.000€87.000€
20252.550.000€1.275.000€690.000€440.000€265.000€168.000€117.000€78.000€
20242.400.000€1.200.000€650.000€415.000€250.000€158.000€110.000€73.000€
20232.300.000€1.150.000€630.000€400.000€240.000€142.000€97.000€69.000€
20222.200.000€1.100.000€600.000€380.000€220.000€125.800€86.000€62.000€
20211.400.000€750.000€375.000€255.000€170.000€113.000€84.000€60.000€
20201.600.000€850.500€425.250€283.500€189.000€126.000€84.000€60.000€
20192.300.000€1.180.000€590.000€415.000€243.000€143.000€87.000€46.000€
20182.200.000€1.120.000€560.500€380.000€222.000€130.000€79.000€40.000€
20172.100.000€1.060.000€530.000€340.000€200.000€118.000€70.000€35.000€
20162.000.000€1.000.000€500.000€294.000€173.000€102.000€60.000€30.000€
20151.800.000€900.000€450.000€250.000€145.000€85.000€50.000€27.000€
20141.650.000€825.000€412.500€220.000€125.000€72.000€42.000€24.000€
20131.500.000€750.000€375.000€190.000€100.000€60.000€35.000€21.000€
20121.250.000€625.000€310.000€155.000€80.000€47.000€28.000€18.000€
20111.200.000€600.000€300.000€150.000€75.000€42.000€25.000€15.000€
20101.120.000€560.000€280.000€140.000€70.000€42.000€25.000€15.000€
French Open Preisgeld seit 2010

Preisgelder im Einzel Runde für Runde

Der Titel im Einzel war 2026 mit 2.800.000 Euro dotiert, der Finalverlierer erhielt 1.400.000 Euro. Für das Halbfinale gab es 750.000, für das Viertelfinale 470.000 und für das Achtelfinale 285.000 Euro.

Am unteren Ende sind die Zuwächse größer als an der Spitze. Eine Niederlage in der ersten Hauptfeldrunde brachte 87.000 Euro, die zweite Runde 130.000, die dritte 187.000. Die FFT hat die Runden eins bis drei um mehr als elf Prozent angehoben, während die übrigen Hauptfeldrunden nur zwischen knapp sieben und knapp zehn Prozent zulegten. Auch die Qualifikation wurde deutlich aufgewertet: 24.000 Euro für die erste Runde, 33.000 für die zweite, 48.000 für die dritte, insgesamt ein Plus von fast 13 Prozent.

Doppel, Mixed und Rollstuhltennis

Im Doppel gelten die Summen pro Paar und werden geteilt. Das Siegerpaar erhielt 2026 zusammen 600.000 Euro, das unterlegene Finalpaar 300.000, in der ersten Runde standen 19.000 Euro zu Buche. Im Mixed waren es 122.000 Euro für die Sieger und 61.000 für die Zweiten. Die Doppelwettbewerbe stiegen mit 3,9 Prozent am schwächsten von allen Bereichen.

Deutlicher aufgewertet wurde das Rollstuhltennis. Der Titel im Einzel war mit 68.000 Euro dotiert, das Finale mit 35.000. Rollstuhl- und Quad-Wettbewerbe zusammen kamen auf 1.018.500 Euro, ein Plus von 14,6 Prozent und damit der stärkste Zuwachs aller Kategorien.

Was vom Preisgeld tatsächlich ankommt

Auf Preisgelder, die nicht in Frankreich ansässige Sportler dort verdienen, greift eine Quellensteuer von 15 Prozent. Der Veranstalter behält sie direkt vom Bruttobetrag ein, bevor überhaupt etwas ausgezahlt wird. Von 2,8 Millionen Euro Siegprämie bleiben damit zunächst 2,38 Millionen.

Abgeltend ist dieser Abzug allerdings nicht. Er wird auf die französische Steuerschuld angerechnet und im Wohnsitzstaat in der Regel über das Doppelbesteuerungsabkommen berücksichtigt, sodass zu viel Einbehaltenes zurückkommt. Die tatsächliche Endbelastung hängt deshalb am Wohnsitz und nicht an Frankreich, was ein Grund dafür ist, warum so viele Profis in Monaco oder der Schweiz gemeldet sind.

Rekordpreisgeld und trotzdem Streit

Die 61,7 Millionen Euro waren ein Rekord, und trotzdem gab es 2026 in Paris offenen Widerspruch. Am 3. Mai 2026 veröffentlichten 20 Topspieler beider Tours, unter ihnen Zverev, Carlos Alcaraz und Aryna Sabalenka, ein gemeinsames Statement. Ihr Argument: Nicht die absolute Summe zählt, sondern der Anteil am Umsatz, und der sinkt. Von 15,5 Prozent im Jahr 2024 sei er auf voraussichtlich 14,9 Prozent im Jahr 2026 gefallen.

Die Zahlen dahinter: Die FFT wies für 2025 Erlöse von 395 Millionen Euro aus, ein Plus von 14 Prozent, während das Preisgeld im selben Jahr nur um 5,4 Prozent stieg. Gefordert werden 22 Prozent, also das Niveau der großen ATP- und WTA-Turniere. Roland-Garros lehnte eine Nachbesserung für 2026 ab. Der Konflikt zieht sich durch alle vier Majors, in Wimbledon und bei den Australian Open lief dieselbe Debatte.

Wie sich die Prämien entwickelt haben

2010 erhielt der Sieger 1,12 Millionen Euro, 2026 waren es 2,8 Millionen. Das ist eine Verzweieinhalbfachung in 16 Jahren. Am unteren Ende ist der Sprung wieder größer: Eine Erstrundenniederlage brachte 2010 gerade 15.000 Euro, 2026 waren es 87.000, also fast das Sechsfache.

Zwei Jahre fallen aus der Reihe. 2020 wurde das Turnier wegen der Corona-Pandemie von Mai in den Herbst verschoben und mit stark begrenztem Publikum gespielt, 2021 sank die Siegprämie auf 1,4 Millionen Euro und damit auf das Niveau von 2013. Erst 2022 war der Einbruch aufgeholt. Dasselbe Muster zeigen die Zahlen der US Open.

Die vergangenen French-Open-Sieger

Kein Turnier der Welt ist so von einem einzigen Spieler geprägt wie Roland-Garros von Rafael Nadal. Vierzehn Titel zwischen 2005 und 2022, mehr als jeder Spieler bei einem einzelnen Grand Slam in der Geschichte des Sports. Novak Djokovic gewann in Paris drei Mal, aus deutscher Sicht steht Steffi Graf mit sechs Titeln zwischen 1987 und 1999 an der Spitze.

2026 gewann Alexander Zverev im Finale gegen den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 und 6:1, nach 4 Stunden und 16 Minuten. Es war sein erster Grand-Slam-Titel im vierten Major-Finale und der erste Einzeltitel eines deutschen Spielers bei einem Grand Slam seit Boris Becker bei den Australian Open 1996. Der Titel kam in seinem 125. Grand-Slam-Matchsieg, kein Spieler brauchte für den ersten Major-Titel je länger.

Bei den Damen setzte sich die 19-jährige Mirra Andreeva gegen Maja Chwalińska mit 6:3 und 6:2 durch. Chwalińskas Weg ins Finale ist die Preisgeld-Geschichte der Ausgabe: Die Polin war als Qualifikantin gestartet und hatte vor Paris in ihrer gesamten Karriere rund 864.000 US-Dollar verdient. Allein der Finaleinzug brachte ihr 1,4 Millionen Euro ein, also deutlich mehr als ihr komplettes Lebenswerk davor. Sie ist die erste Qualifikantin in einem Roland-Garros-Finale und nach Emma Raducanu bei den US Open 2021 die zweite der Open Era in einem Major-Finale.

JahrHerreneinzelDameneinzelPreisgeld
2026Alexander ZverevMirra Andreeva2.800.000€
2025Carlos AlcarazCoco Gauff2.550.000€
2024Carlos AlcarazIga Swiatek2.400.000€
2023Novak DjokovicIga Swiatek2.300.000€
2022Rafael NadalIga Swiatek2.200.000€
2021Novak DjokovicBarbora Krejcikova1.400.000€
2020Rafael NadalIga Swiatek1.600.000€
2019Rafael NadalAshleigh Barty2.300.000€
2018Rafael NadalSimona Halep2.200.000€
2017Rafael NadalJeļena Ostapenko2.100.000€
2016Novak DjokovicGarbiñe Muguruza2.000.000€
2015Stan WawrinkaSerena Williams1.800.000€
2014Rafael NadalMarija Scharapowa1.650.000€
2013Rafael NadalSerena Williams1.500.000€
2012Rafael NadalMarija Scharapowa1.250.000€
2011Rafael NadalLi Na1.200.000€
2010Rafael NadalFrancesca Schiavone1.120.000€

Häufige Fragen zum Preisgeld der French Open

Wie hoch ist das Preisgeld für den Sieg bei den French Open?

Für die Ausgabe 2026 waren 2.800.000 Euro ausgeschrieben, für Herren und Damen dieselbe Summe. Seit 2010 hat sich die Siegprämie damit mehr als verdoppelt.

Wie hoch ist das Gesamtpreisgeld des Turniers?

Die FFT schüttet 61,72 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind Einzel, Doppel, Mixed, Qualifikation sowie die Rollstuhl- und Quad-Wettbewerbe.

Verdienen Frauen bei den French Open genauso viel wie Männer?

Im Einzel und Doppel ja, und wie sich die Karrieresummen der Spielerinnen seither entwickelt haben, zeigt die WTA-Preisgeld-Rangliste. Roland-Garros hat die Preisgelder 2006 angeglichen, ein Jahr vor Wimbledon und deutlich später als die US Open, die das schon 1973 taten.

Was bekommt man für eine Niederlage in der ersten Runde?

87.000 Euro in der Ausgabe 2026. Die ersten drei Runden wurden stärker angehoben als alle anderen, weil ein großer Teil des Feldes von diesen Summen die Saison finanziert.

Wie viel Steuer fällt auf das Preisgeld an?

Frankreich behält bei ausländischen Spielern 15 Prozent des Bruttobetrags direkt ein. Dieser Abzug ist nicht abgeltend, sondern wird auf die Steuerschuld angerechnet, die endgültige Belastung richtet sich nach dem Wohnsitz des Spielers.

Warum heißen die French Open auch Roland-Garros?

Benannt ist das Stadion nach Roland Garros, einem französischen Flugpionier und Kampfflieger des Ersten Weltkriegs. In Frankreich ist ausschließlich dieser Name gebräuchlich, French Open ist die international übliche Bezeichnung.

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