Wie hoch ist das Vermögen von Per Mertesacker?
Zum 1. Januar 2027 übernimmt er beim Deutschen Fußball-Bund den Posten des Geschäftsführers Sport. Damit endet auch seine Zeit in London, wo er acht Jahre die Nachwuchsakademie des FC Arsenal geleitet hat.
Der neue Posten beim DFB
Mertesacker tritt die Nachfolge von Andreas Rettig an, dessen Vertrag Ende 2026 ausläuft. Zuständig ist er künftig für die Nationalmannschaften und die Akademie des Verbandes. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben die Personalie einstimmig beschlossen.
Dass er für einen solchen Posten in Frage kam, hat auch mit seiner Vorgeschichte zu tun. Mertesacker gehört zu den wenigen deutschen Profifußballern mit Abitur, und er hat in London acht Jahre eine Organisation mit Budget, Personal und Ausbildungsverantwortung geführt. Für eine Geschäftsführerposition ist das die eigentliche Qualifikation, nicht der Weltmeistertitel. Viele bekannte Namen scheitern an genau dieser Stelle, weil sie Prominenz mitbringen, aber keine Führungserfahrung.
Wirtschaftlich ist dieser Wechsel weniger ein Aufstieg als ein Wechsel der Kategorie. Verbandsgehälter werden nicht veröffentlicht, liegen aber in einer anderen Größenordnung als Spielergehälter in der Premier League. Was ein solcher Posten dafür bietet, ist Dauer: ein Vertrag mit fester Laufzeit, planbare Bezüge und eine Position, aus der man in weitere Ämter im Fußball wechseln kann.
Diesen Weg haben andere Weltmeister ebenfalls genommen. Philipp Lahm war Turnierdirektor der Europameisterschaft im eigenen Land, Oliver Kahn ging als Vorstandsvorsitzender zum FC Bayern. Wer nach der Karriere ein solches Amt bekommt, verdient selten mehr als vorher, sichert aber ein Einkommen über Jahre.
Was er als Spieler verdient hat
Geboren wurde Mertesacker 1984 in Hannover. Er begann beim TSV Pattensen, wechselte 1995 in die Jugend von Hannover 96 und debütierte 2003 in der Bundesliga. 2006 holte ihn Werder Bremen für eine Ablöse von 4,7 Millionen Euro, wo er später Kapitän wurde.
Der finanzielle Sprung kam 2011 mit dem Wechsel zum FC Arsenal, für den die Londoner rund 10 Millionen Euro Ablöse zahlten. Sein Grundgehalt lag dort bei 3,1 Millionen Pfund pro Saison, nach einer vorzeitigen Verlängerung Anfang 2014 bei 3,64 Millionen Pfund. Dazu kamen Prämien und Werbeeinnahmen.
Für die Nationalmannschaft bestritt er zwischen 2004 und 2014 insgesamt 104 Länderspiele und erzielte vier Tore. Nach dem Weltmeistertitel 2014 in Brasilien trat er aus der Auswahl zurück.
Turnierprämien sind dabei ein oft überschätzter Posten. Der DFB hatte für den Titelgewinn 2014 eine Prämie von 300.000 Euro pro Spieler zugesagt. Das ist eine hohe Einmalzahlung, entspricht bei einem Jahresgehalt von mehreren Millionen Pfund aber nur der Vergütung einiger Wochen. Wer als Nationalspieler rechnet, verdient sein Geld im Verein, nicht im Trikot der Auswahl. Der eigentliche Wert eines Weltmeistertitels liegt woanders: Er erhöht den Marktwert für den nächsten Vertrag und öffnet nach der Karriere Türen, die anderen verschlossen bleiben.
Warum sein Vermögen kleiner ist als bei manchen Kollegen
Damit blieben ihm rund sieben Jahre auf Spitzenniveau. Ein Spieler, der mit zwanzig zu einem englischen oder spanischen Klub geht, kommt auf zwölf oder mehr. Bei Mesut Özil, seinem damaligen Mitspieler bei Arsenal, lag das Gehalt später bei einem Mehrfachen, weil er über London hinaus einen hochbezahlten Vertrag in Istanbul erhielt.
Dazu kommt ein Punkt, der ihm zugutekommt: Mertesacker galt nie als jemand, der sein Geld auffällig ausgibt. Das sagt allein noch nichts über ein Vermögen, passt aber zu einem Spieler, der schon während der Karriere ein Unternehmen aufbaute.
Der Übergang ohne Lücke
Seine Karriere beendete Mertesacker 2018 und übernahm unmittelbar danach die Leitung der Arsenal-Akademie. Dieser nahtlose Übergang ist wirtschaftlich der wichtigste Teil seiner Biografie.
Der Normalfall bei Profis sieht anders aus. Nach dem letzten Vertrag folgt eine Phase ohne festes Einkommen, in der Trainerlizenzen erworben, Beteiligungen gesucht oder Fernsehauftritte angenommen werden. Wer in dieser Zeit vom Ersparten lebt, verbraucht genau das Kapital, das eigentlich die Altersvorsorge sein sollte. Kollegen wie Bastian Schweinsteiger und Mario Götze haben unterschiedliche Wege gewählt, der eine ins Fernsehen, der andere mit einer Vertragsverlängerung als Spieler.
Bei Mertesacker gab es diese Lücke nie. Auf das Spielergehalt folgte direkt ein Gehalt als Akademieleiter, darauf folgt nun ein Geschäftsführervertrag. Aus acht Jahren Arsenal ist ausserdem eine Qualifikation geworden, die den DFB-Posten überhaupt möglich machte.
Die Leitung einer Akademie ist dabei kein Ehrenamt für verdiente Spieler, sondern eine Managementaufgabe. Ein Nachwuchsbereich in der Premier League beschäftigt Dutzende Trainer, Ärzte, Betreuer und Lehrkräfte, betreut Spieler von der Kindheit bis zum Profivertrag und ist für den Klub ein Investitionsbereich mit klarer Erwartung: Jeder Spieler, der aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft kommt, spart eine Transfersumme. Bei Ablösesummen im zweistelligen Millionenbereich rechnet sich eine Akademie schon dann, wenn sie über Jahre eine Handvoll Profis hervorbringt.
Genau diese Zahlenlogik ist der Grund, warum solche Positionen ordentlich bezahlt und mit Fachleuten besetzt werden. Für Mertesacker bedeutete das acht Jahre Erfahrung in einem Bereich, der beim DFB künftig zu seinem Verantwortungsbereich gehört.
Das Immobilienunternehmen
Bereits während seiner Zeit als Spieler gründete Mertesacker gemeinsam mit seinem früheren Bremer Mitspieler Clemens Fritz ein Immobilienunternehmen. Die Firma war ausdrücklich als Absicherung für die Zeit nach der Karriere gedacht.
Das ist die verbreitetste Anlageform bei Profifußballern, und sie hat gute Gründe. Immobilien lassen sich mit einem hohen, aber zeitlich begrenzten Einkommen finanzieren, sie erzeugen laufende Mieteinnahmen, und sie brauchen keine tägliche Anwesenheit, was sich mit einem Trainingsplan verträgt. Das Risiko liegt in der Finanzierung: Wer zu knapp kalkuliert und das Spielergehalt als dauerhaft ansetzt, hat nach dem Karriereende ein Problem.
Wie unterschiedlich solche Nebengeschäfte ausgehen, zeigt der Vergleich mit Sami Khedira, der nach der Karriere in Beratung und Beteiligungen ging, oder mit den Trainern Joachim Löw und Julian Nagelsmann, deren Einkommen vollständig an Verträgen mit Verbänden und Klubs hängt.
Häufige Fragen zum Vermögen von Per Mertesacker
Was macht Per Mertesacker jetzt?
Er wird zum 1. Januar 2027 Geschäftsführer Sport beim DFB und verantwortet dort die Nationalmannschaften und die Akademie. Zuvor leitete er acht Jahre die Nachwuchsakademie des FC Arsenal.
Was hat er bei Arsenal verdient?
Sein Grundgehalt lag zunächst bei 3,1 Millionen Pfund pro Saison, ab 2014 bei 3,64 Millionen Pfund, jeweils zuzüglich Prämien.
Wie viele Länderspiele hat er gemacht?
104 zwischen 2004 und 2014, mit vier Toren. 2014 wurde er Weltmeister und trat danach aus der Nationalmannschaft zurück.
Was brachte der Weltmeistertitel finanziell?
Der DFB hatte 300.000 Euro Prämie pro Spieler zugesagt. Der größere Wert lag im gestiegenen Marktwert und in den Möglichkeiten nach der Karriere.
Warum verdient ein Verbandsposten weniger als eine Spielerkarriere?
Weil Verbände keine Transfererlöse und keine Fernsehgelder in der Höhe der Premier League verteilen. Der Vorteil liegt in der Laufzeit, nicht in der Höhe.
Was ist sein größter Vermögensposten außerhalb des Fußballs?
Ein Immobilienunternehmen, das er mit einem früheren Mitspieler gegründet hat.
Bildquellen:
Per Mertesacker im Arsenal Trikot – Ronnie Macdonald / Flickr [CC-BY-2.0]
Training der DFB Elf – katatonia82/Bigstock.com