Carsten Maschmeyer zählt zu den bekanntesten Unternehmern Deutschlands. Sein Geld stammt aus dem Finanzvertrieb AWD, den er ab 1987 groß machte und dessen Anteile die Familie Ende 2007 an den Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life verkaufte. Heute investiert er über die Maschmeyer Group in Start-ups und sitzt seit der dritten Staffel in der Jury der VOX-Sendung Die Höhle der Löwen. Wir schätzen sein Vermögen auf rund 1,74 Milliarden Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Carsten Maschmeyer?
Wir schätzen es auf rund 1,74 Milliarden Euro. Der Grundstock stammt aus dem Verkauf seiner Unternehmensanteile: Im Dezember 2007 veräußerte die Familie Maschmeyer ihren AWD-Anteil von rund 30 Prozent für etwa 360 Millionen Euro an Swiss Life, 2008 kam der Verkauf seines Aktienpakets am Wettbewerber MLP für rund 307 Millionen Euro dazu. Beides sind realisierte Erlöse und damit die belastbarste Grundlage der Schätzung.
Dazu kommt ein zweiter, schwerer zu beziffernder Teil: seine Beteiligungen. Maschmeyer ist nach eigenen Angaben an über 150 Start-ups beteiligt, darunter Klarna, Usercentrics und Finanzguru. Solche Anteile sind illiquide, ihr Wert entsteht erst beim Verkauf. Deshalb gehen die Schätzungen zu seinem Vermögen auseinander, und deshalb ist unsere Zahl eine Schätzung und keine Bilanz.
Der AWD und der Verkauf an Swiss Life

Im Jahr 2000 brachte er den AWD an die Börse. Bei einem Ausgabekurs von 54 Euro je Aktie kam ein Emissionserlös von rund 500 Millionen Euro zusammen, von 2001 bis 2008 war das Unternehmen im MDAX gelistet. Der eigentliche Vermögenssprung kam im Dezember 2007, als Maschmeyer als Vorstandsvorsitzender die Übernahme durch Swiss Life zu 30 Euro je Aktie unterstützte und die Familie ihren Anteil abgab.
Im Gegenzug beteiligte er sich mit rund 300 Millionen Schweizer Franken an Swiss Life und wurde mit etwa drei Prozent größter privater Aktionär, später stockte er auf rund acht Prozent auf. Aus dem AWD-Vorstand schied er im Mai 2009 aus, aus dem Verwaltungsrat von Swiss Life im Dezember 2011.
Die Maschmeyer Group und die Beteiligungen
Seine Investments bündelt Maschmeyer seit 2011 unter dem Dach der Maschmeyer Group mit Büros in Berlin, Hannover, München und San Francisco. Darunter arbeiten drei Einheiten mit unterschiedlichem Auftrag: seed&speed Ventures finanziert Frühphasen-Beteiligungen im deutschsprachigen Raum, Alstin investiert in Wachstumsunternehmen mit Schwerpunkt B2B-Software in Europa, MGV deckt Nordamerika ab. Bei Alstin sind neben ihm auch Sportler wie İlkay Gündoğan und Toni Kroos als Investoren beteiligt.
Seit 2012 investiert er nach eigener Darstellung im großen Stil, Stand 2025 ist er an über 150 Start-ups beteiligt. Zum Portfolio zählen Klarna, Blacklane, Usercentrics, Neodigital, Prewave und der aus der Sendung bekannte Finanzguru. Als sein erstes Unternehmen mit einer Bewertung über einer Milliarde US-Dollar nennt er Modern Health.
Nicht jedes Vorhaben ging auf. Die 2010 gemeinsam mit dem Ökonomen Bert Rürup gegründete MaschmeyerRürup AG wurde 2013 liquidiert. Ebenfalls 2010 gründete er mit Florian Holsboer das Biotech-Unternehmen HMNC Brain Health, das an Wirkstoffen gegen Depressionen und Angsterkrankungen arbeitet.
Kritik am AWD und die Verfahren
Maschmeyer stand jahrelang in der Kritik, sowohl wegen seiner Nähe zur Politik als auch wegen der Geschäftspraktiken des AWD. 2010 und 2011 berichteten ARD und NDR über Kleinanleger, die mit vom AWD vermittelten Finanzprodukten Geld verloren hätten. Maschmeyer ging juristisch dagegen vor, konnte die Ausstrahlung aber nicht verhindern; eine einstweilige Verfügung untersagte dem NDR lediglich eine bestimmte Szene. Im Juli 2011 einigten sich beide Seiten auf ein Ende der Rechtsstreitigkeiten.
In Österreich erstattete der Verein für Konsumenteninformation im April 2011 Strafanzeige gegen Maschmeyer und 19 weitere frühere AWD-Manager wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Zu einem Prozess über die fünf Sammelklagen für rund 2.500 Anleger kam es nicht: Im August 2013 zahlten AWD und Swiss Life im Rahmen einer einvernehmlichen Einigung rund 11 Millionen Euro, wovon die Anleger etwa sieben Millionen Euro erhielten, rund 30 Prozent des geltend gemachten Schadens. Eine Verurteilung Maschmeyers gab es nicht.
Belegt ist auch eine Wahlkampffinanzierung: Vor der niedersächsischen Landtagswahl 1998 erschienen anonyme Anzeigen zugunsten Gerhard Schröders, zu deren Finanzierung mit 650.000 D-Mark sich Maschmeyer später bekannte. Nach eigener Darstellung wollte er damit nicht Schröder unterstützen, sondern eine Kanzlerschaft Oskar Lafontaines verhindern. Eine weitere, in Medienberichten genannte Zahlung von 150.000 D-Mark für den Bundestagswahlkampf hat er 2011 dementiert.
Die Höhle der Löwen: Rolle und Deals
Seit der dritten Staffel, ausgestrahlt 2016, gehört Maschmeyer zur Investorenrunde der Sendung. Zusammen mit Ralf Dümmel ist er damit am längsten durchgehend dabei. Zur Jury der 19. Staffel, die VOX ab dem 23. Februar 2026 in acht Folgen zeigte, gehörten außerdem Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Janna Ensthaler und Frank Thelen, der nach seinem Ausstieg 2019 zur 18. Staffel zurückkehrte, deren TV-Start am 25. August 2025 war. In früheren Staffeln saßen auch Nico Rosberg, Nils Glagau und Georg Kofler in der Runde.
Maschmeyer investiert in der Sendung vorwiegend in der Frühphase, seine Zusagen liegen meist zwischen 50.000 Euro und einer Million Euro. Inhaltlich sucht er B2B-Software und skalierbare Konsumprodukte, abgeschreckt haben ihn nach eigener Aussage zu hohe Bewertungen und zu kleine Märkte. Die größte Einzelzusage seiner bisherigen Staffeln war eine Million Euro für 15 Prozent an der Finanz-App Finanzguru.
Gemessen an seinem Gesamtvermögen ist die Sendung ein kleiner Posten. Über alle Staffeln summieren sich die dort zugesagten Beteiligungen auf gut zwölf Millionen Euro, das entspricht einem Bruchteil dessen, was allein der Anteilsverkauf von 2007 einbrachte. Für die Reichweite seiner Investmentfirmen ist der Auftritt trotzdem wertvoll.
Höhle der Löwen Investitionen von Carsten Maschmeyer, Staffel 3 bis 19
Die folgende Übersicht führt die Deals auf, die Carsten Maschmeyer in der Sendung zugesagt hat. Zusagen, die nach der Ausstrahlung platzten, sind nicht enthalten, Staffeln ohne verbliebenen Deal fehlen deshalb in der Liste.
DHDL Staffel 19 Frühjahr 2026
- Jimmy Ausbildung (Ausbildungsportal ohne Anschreiben) – 80.000 Euro für 20% Anteile
- KassenKompass (Krankenkassen-Vergleichsplattform) – 300.000 Euro für 20% Anteile
- AIR CUBE (WC- und Luftreiniger) – 250.000 Euro für 15% Anteile
- FYTA (smarte Pflanzensensoren) – 500.000 Euro für 5% Anteile
- family.cards (Smartphone-Alternative für Senioren) – 250.000 Euro für 8% Anteile
- Sag es auf Deutsch (Lern-App für Deutsch) – 35.000 Euro für 5% Anteile
- pick’em (Zahnstocher mit Geschmack) – 66.667 Euro für 6% Anteile
- Treye Tech (Steuerung per Kopfbewegung) – 150.000 Euro für 15% Anteile
- RocketTutor (KI-Nachhilfe für Mathematik) – 500.000 Euro für 7% Anteile
- Metorbike (Elektro-Motorrad im Retrolook) – 250.000 Euro für 12% Anteile
- Zockerhelden (Plattform für Glücksspielgeschädigte) – 62.500 Euro für 8% Anteile
- peers. (psychologische Online-Gruppenkurse) – 200.000 Euro für 8% Anteile
- Heyfam (App für Geschenkideen) – 150.000 Euro für 25% Anteile
- Zeedz (Computerspiel für Klimaschutz) – 120.000 Euro für 5% Anteile
- JobSwop.io (Plattform zum Jobtausch) – 180.000 Euro für 20% Anteile
- Futurised (KI-Software zur Dokumentenauslese) – 250.000 Euro für 25% Anteile
- Frats (Beerpong-Becher mit Kühlsystem) – 62.500 Euro für 15% Anteile
- Articly (Zeitungsartikel zum Hören) – 70.000 Euro für 20% Anteile
- Lockcard (schlankes Kartenetui) – 100.000 Euro für 12% Anteile
- PAPYDO (Geschenkpapier aus Grasfasern) – 50.000 Euro für 6% Anteile
- Triggerdinger (Verspannungslöser) – 60.000 Euro für 12% Anteile
- Flasher (Blinkerarmband für Radfahrer) – 75.000 Euro für 10% Anteile
- Nippli (Nippelcover) – 90.000 Euro für 20% Anteile
- Pagopace (NFC-Zahlungsring) – 200.000 Euro für 15% Anteile
- BeeSafe (Fahrradbox) – 48.333 Euro für 10% Anteile
- NetzBeweis (Beweissicherung im Netz) – 45.000 Euro für 8% Anteile
- freibeik (Fahrrad-Sattel) – 150.000 Euro für 20% Anteile
- xeem (Plattform für Personalsuche) – 100.000 Euro für 8% Anteile
- THE PLANT BOX (Balkonkasten) – 75.000 Euro für 10% Anteile
- SendMePack (nachhaltige Versandkartons) – 66.667 Euro für 11% Anteile
- Grundriss in Lebensgröße (Neubau-Grundriss in 3D) – 150.000 Euro für 13% Anteile
- HealthMe (Einkaufsapp für Allergiker) – 125.000 Euro für 13% Anteile
- myTaag (digitale Visitenkarte) – 50.000 Euro für 30% Anteile
- independesk (Schreibtischvermietung) – 100.000 Euro für 8% Anteile
- KOHPA (stromleitendes Papier) – 66.667 Euro für 11% Anteile
- LAUFMAUS (ergonomischer Handgriff) – 140.000 Euro für 13% Anteile
- ajuma (UV-Sensor für Kinder) – 55.000 Euro für 12% Anteile
- Coffee Colorato (Kaffeedrucker) – 87.500 Euro für 12% Anteile
- nao (Energie-Dragees) – 150.000 Euro für 12% Anteile
- HYCONNECT (Verbinder für Faserverbundstoffe) – 250.000 Euro für 9% Anteile
- presize (digitale Größenberatung) – 650.000 Euro für 15% Anteile
- MediDusch (Erkältungsbad für die Dusche) – 50.000 Euro für 15% Anteile
- FH2OCUS (koffeinhaltiges Wasser) – 45.000 Euro für 12% Anteile
- GreenMNKY (Drucker für Schutzfolien) – 200.000 Euro für 12% Anteile
- richtiggutbewerben.de (Bewerbung schreiben lassen) – 100.000 Euro für 15% Anteile
- bruXane (smarte Zahnschiene) – 200.000 Euro für 12% Anteile
- drinkbetter (Energiedrink) – 150.000 Euro für 15% Anteile
- Die Pferde App (Pferdestall-Management) – 150.000 Euro für 25% Anteile
- iCapio (Angelköder) – 95.000 Euro für 20% Anteile
- Skills4School (Lern-App für Schüler) – 350.000 Euro für 13% Anteile
- Aktimed (Physio-Tape) – 75.000 Euro für 12% Anteile
- Aspira Clip (Nasen-Inhalator) – 50.000 Euro für 12% Anteile
- Kuchentratsch (Kuchen von Senioren) – 50.000 Euro für 5% Anteile
- CurveSYS (Sicherheitssystem fürs Auto) – 300.000 Euro für 25% Anteile
- Finanzguru (App für Finanzen) – 1.000.000 Euro für 15% Anteile
- Ello Rollator (Elektro-Rollator) – 175.000 Euro für 15% Anteile
- smartsleep (Mittel zur Schlafregeneration) – 750.000 Euro für 15% Anteile
- My Schlepp App (Pannenhilfe per App) – 125.000 Euro für 25% Anteile
- ReMoD (Gehhilfe) – 100.000 Euro für 10% Anteile
- Talentcube (Bewerbung per Video) – 400.000 Euro für 33% Anteile
- Foodguide (Community für Foodtipps) – 450.000 Euro für 32% Anteile
- Happy Brush (elektrische Schallzahnbürste) – 250.000 Euro für 10% Anteile
- Veluvia (Nahrungsergänzungsmittel) – 150.000 Euro für 13% Anteile
- Parodont (Zahnfleischpflege-Gel) – 50.000 Euro für 15% Anteile
- Lizza (Pizzaboden aus Leinsamen) – 75.000 Euro für 5% Anteile
- Blufixx (Klebegel zum Reparieren) – 300.000 Euro für 10% Anteile
- Limberry (Dirndl) – 125.000 Euro für 10% Anteile
Bücher und die eigene Gründershow
Maschmeyer hat vier Bücher veröffentlicht, überwiegend Ratgeber. Auf „Selfmade“ von 2012, das 2018 als „Selfmade: Die Erfolgsformel“ neu aufgelegt wurde, folgten „Die Millionärsformel“ (2016), „Die sechs Elemente des Erfolgs“ (2021) und das gemeinsam mit Axel Täubert verfasste Kinderbuch „Die Start-up Gang“ (2022). Seit 2020 schreibt er zudem eine Kolumne für das Magazin Focus.
2018 moderierte er auf Sat.1 die Gründershow „Start up! Wer wird Deutschlands bester Gründer?“, in der er eine Million Euro für die beste Idee in Aussicht stellte. Gewonnen hat sie Jennifer Schwade mit dem Start-up Shape me. Wegen schwacher Quoten wurde das Format nach der ersten Staffel eingestellt.
Familie und Wohnsitz
Aus seiner ersten Ehe mit Bettina Maschmeyer hat er die beiden Söhne Marcel und Maurice. Die Ehe wurde Anfang 2009 nach 20 Jahren geschieden. Seit 2009 ist er mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert, seit September 2014 sind die beiden verheiratet. Ferres‘ Tochter Lilly Krug, geboren 2001, ist seine Stieftochter. 2017 zog Maschmeyer von Hannover nach München, dazu hält das Paar einen Wohnsitz in Kalifornien.
Häufige Fragen zu Carsten Maschmeyer
Wie hoch ist das Vermögen von Carsten Maschmeyer?
Wir schätzen es auf rund 1,74 Milliarden Euro. Den Grundstock bildeten die Verkäufe seiner Unternehmensanteile 2007 und 2008, dazu kommt ein Portfolio von über 150 Start-up-Beteiligungen, dessen Wert sich erst bei einem Verkauf zeigt.
Woher stammt das Vermögen von Carsten Maschmeyer?
Aus dem Finanzvertrieb. Er baute den AWD ab 1987 zum größten unabhängigen Finanzvertrieb im deutschsprachigen Raum aus, brachte ihn 2000 an die Börse und verkaufte die Familienanteile Ende 2007 an Swiss Life. Heute verdient er als Investor.
Wie viel hat Carsten Maschmeyer beim Verkauf des AWD bekommen?
Die Familie Maschmeyer veräußerte im Dezember 2007 ihren Anteil von rund 30 Prozent für etwa 360 Millionen Euro an Swiss Life. 2008 kam der Verkauf seines Aktienpakets am Wettbewerber MLP für rund 307 Millionen Euro hinzu.
Wie viel Geld hat Carsten Maschmeyer bei Die Höhle der Löwen zugesagt?
Über die Staffeln 3 bis 19 stehen 67 in der Sendung zugesagte Deals mit einem Volumen von rund 12,13 Millionen Euro, geplatzte Zusagen nicht mitgerechnet. Die größte Einzelzusage war eine Million Euro für 15 Prozent an Finanzguru.
Welche Firmen gehören zur Maschmeyer Group?
Unter dem Dach der 2011 gegründeten Gruppe arbeiten seed&speed Ventures für Frühphasen-Beteiligungen im deutschsprachigen Raum, Alstin für Wachstumsunternehmen mit Schwerpunkt B2B-Software in Europa und MGV für den nordamerikanischen Markt.
Seit wann ist Carsten Maschmeyer bei Die Höhle der Löwen dabei?
Seit der dritten Staffel, die 2016 ausgestrahlt wurde. Gemeinsam mit Ralf Dümmel gehört er damit zu den am längsten durchgehend besetzten Investoren der Sendung.
Foto: Martin Black
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