Steffi Graf gehört zu den erfolgreichsten Tennisspielerinnen der Geschichte. Die in Mannheim geborene Deutsche gewann 22 Grand-Slam-Titel im Einzel und war die erste und bislang einzige Spielerin, der in einem Kalenderjahr alle vier Grand-Slam-Turniere und dazu olympisches Gold gelangen. Ihr Geld kam dabei nur zu einem kleineren Teil vom Platz, der größere Teil stammte aus langfristigen Werbeverträgen, von denen einige über das Karriereende hinaus liefen. Seit ihrem Rücktritt 1999 lebt sie in den USA. Wir schätzen das Vermögen von Steffi Graf auf rund 90 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Steffi Graf?
Die Größenordnung der Werbehonorare ergibt sich aus der Laufzeit der Verträge: zehn Jahre Opel, dazu Adidas über die gesamte Karriere und darüber hinaus. Genau dieser Block fällt in älteren Schätzungen regelmäßig zu klein aus, weil dort vor allem die Preisgelder gerechnet wurden. Zum Vergleich lohnt der Blick auf Boris Becker, der in derselben Ära ähnlich viel verdiente, sein Vermögen aber anders verwaltete.
Preisgelder als kleinerer Teil der Einnahmen
Ihre Preisgelder aus der gesamten Profikarriere summierten sich bis zum Rücktritt 1999 auf 21,9 Millionen US-Dollar. Für die damalige Zeit war das ein Rekordwert im Damentennis, im Vergleich zu heutigen Turnierbörsen ist er bescheiden. Die WTA-Preisgeld-Rangliste und die Tennis Preisgeld-Rangliste der Herren zeigen, wie stark die Summen seither gestiegen sind: Spieler wie Novak Djokovic und Roger Federer kamen auf ein Mehrfaches.
Sportlich stand hinter dieser Summe eine der dominantesten Serien des Damentennis. Graf gewann 107 Einzeltitel, führte die Weltrangliste insgesamt 377 Wochen an und gewann 1988 alle vier Grand-Slam-Turniere sowie das olympische Turnier in Seoul. Steuerlich half ihr das nur begrenzt: Preisgelder werden im Turnierland versteuert, und in ihrer aktiven Zeit war sie in Deutschland steuerpflichtig.
Werbeverträge als größter Einnahmeblock
Der wichtigste Geldgeber ihrer Karriere war nicht ein Turnierveranstalter, sondern die Ausrüsterbranche. Adidas begleitete sie über Jahrzehnte und blieb auch nach dem Karriereende Partner. 1985, im Alter von 16 Jahren, unterschrieb sie einen auf zehn Jahre angelegten Vertrag mit dem Autohersteller Opel. Von 1994 bis 1998 war sie zusätzlich Werbegesicht der Marke Rexona.
Während ihrer stärksten Jahre lagen diese Einnahmen deutlich über dem, was sie auf dem Platz gewann. Das ist im Damentennis kein Einzelfall, sondern das Muster: Bei Serena Williams und Ana Ivanović verhielt es sich ähnlich. Nach dem Rücktritt wurde dieser Block kleiner, verschwand aber nicht: Graf trat weiter bei Schauturnieren, Sponsorenterminen und Veranstaltungen auf.
Vom Wunderkind zur Weltspitze
Den ersten Schläger hielt Steffi Graf mit drei Jahren in der Hand. Ihr Vater Peter Graf, ein Autohändler und Tennislehrer aus Mannheim, gab die Richtung vor und legte damit den Grundstein für die späteren Millioneneinnahmen. Mit fünf Jahren gewann sie ein Jüngstenturnier in München, mit elf trat sie 1981 bei der deutschen Hallenmeisterschaft der Damen an und verlor gegen Eva Pfaff erst nach drei Sätzen. In der Presse trug sie ab diesem Zeitpunkt das Etikett „Wunderkind“.
1982 wurde sie Profi. Der Durchbruch kam 1987 mit dem ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open und dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Von 1988 bis 1990 dominierte sie die Tour, 1988 gelang der Golden Slam. 1999 gewann sie noch einmal die French Open, erreichte das Wimbledon-Finale und beendete im August desselben Jahres ihre Karriere. Fünfmal wurde sie zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt, damit gehört sie zu den am häufigsten ausgezeichneten Athletinnen des Landes und steht in dieser Reihe neben Katarina Witt.
Wer ihr Geld in den frühen Jahren verwaltete
Peter Graf gab seine eigene berufliche Tätigkeit auf, um die Karriere seiner Tochter zu managen, und verhandelte auch deren Werbeverträge. Aus dieser Konstellation entstand das größte finanzielle Verfahren im Umfeld ihrer Karriere.
1995 nahm die Staatsanwaltschaft Mannheim Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung auf, die zunächst auch Stefanie Graf betrafen. Am 17. April 1996 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Peter Graf und dessen Steuerberater. Am 24. Januar 1997 verurteilte das Landgericht Mannheim Peter Graf wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 12,3 Millionen D-Mark zu drei Jahren und neun Monaten Haft; der Steuerberater Joachim Eckardt erhielt zwei Jahre und sechs Monate wegen Beihilfe. Zu einer Anklage gegen Steffi Graf selbst kam es nicht, die Ermittlungen richteten sich am Ende gegen ihren Vater und dessen Berater. Peter Graf starb 2013.
Wohnsitz in den USA und was er steuerlich bedeutet
Seit dem Karriereende lebt Steffi Graf in den USA, gemeinsam mit ihrer Familie im Raum Las Vegas im Bundesstaat Nevada. Für die Vermögensschätzung ist das ein wichtiger Punkt: Nevada erhebt keine eigene Einkommensteuer, es bleibt allein die Bundessteuer. Werbe- und Kapitaleinkünfte werden am Wohnsitz versteuert, Preisgelder dagegen im Turnierland. Von den Einnahmen nach 1999 blieb ihr deshalb ein deutlich größerer Anteil als von den Preisgeldern der aktiven Jahre. Unter deutschen Spitzensportlerinnen und -sportlern ist ein solcher Wechsel verbreitet, wie auch die Liste der reichsten Deutschen und die Artikel aus unserer Tennis-Kategorie zeigen.
Stiftung und gemeinsame Unternehmungen mit Andre Agassi
1998 gründete Steffi Graf die gemeinnützige Stiftung Children for Tomorrow mit Sitz in Hamburg, die Projekte für kriegs- und gewalttraumatisierte Kinder trägt. Sie ist deren Gründerin und Vorsitzende. Einkommen erzielt sie damit nicht, für die öffentliche Wahrnehmung und für Sponsorenkontakte ist die Stiftung aber ein wichtiger Teil ihrer Arbeit nach dem Sport.
Am 22. Oktober 2001 heiratete sie in Las Vegas den US-amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi, im engsten Kreis mit den beiden Müttern als Trauzeuginnen. Der Sohn Jaden Gil kam im Oktober 2001 zur Welt, die Tochter Jaz Elle im Oktober 2003. Das Paar bündelte einen Teil seiner Investitionen in einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft und trat mehrfach als Käufer und Verkäufer von Immobilien in den USA auf. Beides ist für die Schätzung relevant, lässt sich aber nicht bis auf den Euro nachrechnen, weil die Beteiligungen nicht börsennotiert sind. Wie unterschiedlich sich Vermögen im Tennis entwickeln, zeigt der Vergleich mit Alexander Zverev, dessen Einnahmen bislang stark von Preisgeldern geprägt sind.
Häufige Fragen zu Steffi Graf
Wie hoch ist das Vermögen von Steffi Graf?
Wir schätzen das Vermögen von Steffi Graf auf rund 90 Millionen Euro. Den Kern bilden die jahrzehntelangen Werbeverträge, dazu kommen die Preisgelder ihrer Profikarriere und deren Anlage seit dem Rücktritt.
Woher kommt das Vermögen von Steffi Graf?
Den größten Teil machten die Werbeverträge aus, allen voran Adidas und der Zehnjahresvertrag mit Opel. Dazu kommen die Preisgelder ihrer Profikarriere, die Anlage dieses Kapitals seit 1999, Immobilien in den USA und Beteiligungen gemeinsam mit Andre Agassi.
Wie viel Preisgeld verdiente Steffi Graf in ihrer Karriere?
Ihre Preisgelder aus der Profikarriere summierten sich bis zum Rücktritt 1999 auf 21,9 Millionen US-Dollar. Seither kam kein Turnierpreisgeld mehr hinzu.
Welche Werbepartner hatte Steffi Graf?
Adidas war ihr wichtigster und langlebigster Partner. 1985 kam ein auf zehn Jahre angelegter Vertrag mit Opel hinzu, von 1994 bis 1998 warb sie für Rexona.
Wo lebt Steffi Graf?
Sie lebt mit ihrer Familie im Raum Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada. Nevada erhebt keine eigene Einkommensteuer, was ihre Steuerlast auf Werbe- und Kapitaleinkünfte senkt.
Was ist die Stiftung Children for Tomorrow?
Die 1998 von Steffi Graf gegründete gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Hamburg unterstützt Kinder, die durch Krieg, Verfolgung und Gewalt traumatisiert sind. Graf ist Gründerin und Vorsitzende, ein Einkommen bezieht sie daraus nicht.
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