Die Familie Kardashian-Jenner ist das bekannteste Beispiel dafür, wie sich Fernsehbekanntheit in Unternehmensanteile umbauen lässt. Aus einer Reality-Serie, die 2007 startete, sind eine Shapewear-Marke im Milliardenbereich, ein Kosmetikgeschäft, eine Tequila-Marke, ein Denim-Label und ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln geworden, dazu ein Managementbetrieb, der die Verträge der ganzen Familie bündelt. Wer wissen will, wie reich der Clan ist, muss deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: was den einzelnen Frauen gehört und was sie gemeinsam verdienen. Addiert man unsere Einzelschätzungen für die sechs Frauen der Familie, kommt der Clan auf rund 2,6 Milliarden Euro. Das ist eine Addition von Schätzungen und keine gemeinsame Kasse.
Wie hoch ist das Vermögen der Familie Kardashian-Jenner?
Die Einzelvermögen im Überblick
- Kim Kardashian – 1,45 Milliarden Euro, vor allem der Anteil an der Shapewear-Marke SKIMS
- Kylie Jenner – 758,33 Millionen Euro, vor allem der Erlös aus dem Verkauf der Mehrheit an Kylie Cosmetics
- Kris Jenner – 150 Millionen Euro, vor allem Provisionen und Beteiligungen an den Marken der Töchter
- Kendall Jenner – 115 Millionen Euro, vor allem der Anteil an der Tequila-Marke 818 und Modelhonorare
- Kourtney Kardashian – 95 Millionen Euro, vor allem der Anteil an der Supplement-Marke Lemme
- Khloé Kardashian – 70 Millionen Euro, vor allem der Anteil an der Denim-Marke Good American
Nicht in dieser Summe steckt Caitlyn Jenner, deren Vermögen wir auf rund 25 Millionen Euro schätzen. Sie gehört als frühere Ehefrau von Kris Jenner und als Elternteil von Kendall und Kylie Jenner zum Clan, an den Unternehmen der Familie ist sie aber nicht beteiligt. Ebenfalls nicht mitgerechnet wird Kanye West: Seine Ehe mit Kim Kardashian wurde am 29. November 2022 durch einen Vergleich beendet, für die Aufteilung der Vermögenswerte galt der vor der Ehe geschlossene Ehevertrag.
Warum die Zahl eine Schätzung bleibt
Der größte Teil dieser Summe steckt in Anteilen an Unternehmen, die nicht börsennotiert sind. SKIMS, Good American, Lemme, Khloud und 818 veröffentlichen weder Gesellschafterlisten noch Gewinne, und keine dieser Beteiligungen ist verkauft. Bis dahin ist ihr Wert eine Rechengröße, die sich aus den Preisen ableitet, die Investoren zuletzt für Anteile gezahlt haben.
Belastbar sind dagegen die Posten, bei denen Geld tatsächlich geflossen ist: der Verkauf der Mehrheit an Kylie Cosmetics, der Einstieg des Kosmetikkonzerns Coty in das Beauty-Geschäft von Kim Kardashian, die Honorare aus den Fernsehverträgen und die bekannten Kaufpreise der Immobilien. Wie hoch die Kredite auf diesen Häusern sind, ist nicht öffentlich, weshalb Immobilienbesitz brutto immer größer aussieht als sein Beitrag zum Vermögen.
Woher das Geld des Clans kommt
Das Managementmodell von Kris Jenner
Wie viel dabei zusammenkommt, zeigt eine abgeschlossene Abrechnungsperiode. Für die zwölf Monate bis Juni 2018 wurden ihre Einnahmen vor Steuern mit 37,5 Millionen US-Dollar beziffert, rund 17 Millionen davon allein aus dem Geschäft von Kylie Jenner, die im selben Zeitraum auf 166,5 Millionen US-Dollar kam. Ein einziges erfolgreiches Kind trägt in diesem Modell also ein zweistelliges Millioneneinkommen der Mutter.
Dazu kommen eigene Anteile. An Kylie Cosmetics hielt sie zehn Prozent und gab beim Einstieg von Coty im November 2019 die Hälfte davon für rund 30 Millionen US-Dollar vor Steuern ab. An dem 2017 gemeinsam mit Kim Kardashian gegründeten Kosmetikunternehmen KKW Beauty hielt sie acht Prozent; als Coty dort ein Fünftel für 200 Millionen US-Dollar übernahm und die Firma damit mit einer Milliarde bewertete, entsprach ihr Anteil rechnerisch rund 80 Millionen US-Dollar.
Der Streamingvertrag als gemeinsame Einnahme
„Keeping Up with the Kardashians“ lief von Oktober 2007 bis Juni 2021 über zwanzig Staffeln beim US-Sender E!. Im Dezember 2020 gab Disney bekannt, dass die Familie künftig exklusiv Inhalte für Hulu produzieren werde. Die Nachfolgeserie „The Kardashians“ startete am 14. April 2022 und läuft international über Disney+.
Für die ersten beiden Staffeln mit zusammen 40 Folgen wurden mindestens 100 Millionen US-Dollar gezahlt, zu gleichen Teilen aufgeteilt auf sechs Frauen, was rechnerisch rund 16 Millionen US-Dollar je Person ergibt. Verlängert wurde im Mai 2023 und im Juli 2024 um jeweils zwanzig weitere Folgen, die siebte Staffel erschien ab dem 23. Oktober 2025, eine achte wurde ab September 2025 gedreht. Im Januar 2026 sicherte sich Hulu zusätzlich die US-Streamingrechte an allen zwanzig Staffeln der Ursprungsserie samt Ablegern und Specials, abrufbar sind sie seit dem 17. Februar 2026. Verhandelt hat diese Verträge Kris Jenner, die daran zusätzlich als ausführende Produzentin verdient.
Warum die Marken sich gegenseitig bewerben
Der wirtschaftliche Kern des Clans ist nicht die Serie selbst, sondern das, was sie kostenlos mitliefert: Aufmerksamkeit für Produkteinführungen. Jede neue Marke wird über die Konten aller Familienmitglieder ausgespielt und taucht zusätzlich in der Serie auf, in der die Geschäfte Teil der Handlung sind. Eine Markteinführung, für die ein fremdes Konsumgüterunternehmen ein zweistelliges Millionenbudget einplanen müsste, kostet die Familie nahezu nichts.
Dieses Muster zieht sich durch die Geschichte des Clans. Die Boutiquenkette Dash führten Kim, Kourtney und Khloé Kardashian gemeinsam, bis sie 2018 geschlossen wurde, 2018 brachten Kourtney und Kylie die Make-up-Serie Kourt x Kylie heraus, und Vertrieb und Marketing der Getränkemarken von Kendall und Kylie Jenner wurden 2024 in einer gemeinsamen Gesellschaft gebündelt. Hinter SKIMS, Good American und dem Modelabel Khy stehen mit Jens und Emma Grede dieselben Unternehmer. Genau daraus entsteht der Effekt, dass die Familie als Ganzes mehr wert ist als die Summe ihrer Einzelgeschäfte.
Wer unternehmerisch verdient und wer Reichweite vermarktet
Die Marken mit eigenen Anteilen
Der größte tatsächlich ausgezahlte Betrag stammt dagegen von Kylie Jenner. Coty übernahm im November 2019 51 Prozent an Kylie Cosmetics für 600 Millionen US-Dollar und bewertete das Unternehmen damit mit 1,2 Milliarden US-Dollar; nach Steuern blieben davon schätzungsweise 340 Millionen US-Dollar. Kein anderes Geschäft der Familie hat bislang so viel Geld in bar bewegt.
Die übrigen Marken sind jünger und kleiner. Good American startete 2016 gemeinsam mit Emma Grede und kam bis 2023 auf rund 200 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, 2025 zog die Marke in die Filialen der Kaufhauskette Macy’s ein. Lemme verkauft seit September 2022 Nahrungsergänzungsmittel und wurde für 2026 mit einem erwarteten Umsatz von mehr als 200 Millionen US-Dollar geführt, vertrieben über Ulta, Target und mehr als 2.000 Walmart-Filialen. Khloud, das Snackgeschäft von Khloé Kardashian, sammelte vor dem Start 12 Millionen US-Dollar ein und brachte am 29. April 2025 das erste Produkt in den Handel. Die Tequila-Marke 818 kam 2024 auf 133.000 verkaufte Kisten; im April 2026 beteiligte sich der Spirituosenkonzern Sazerac mit einem Minderheitsanteil und übernahm zugleich den exklusiven Vertrieb in den USA, die Konditionen wurden nicht veröffentlicht.
Wer vor allem Reichweite verkauft
Kendall Jenner ist der klarste Fall dieser Gruppe und zugleich ihre Ausnahme. Sie verdiente über anderthalb Jahrzehnte an Modelverträgen und führte 2017 mit 22 Millionen und 2018 mit 22,5 Millionen US-Dollar die Rangliste der bestbezahlten Models an, die Forbes danach einstellte. Mit 818 hat sie den Schritt vom bezahlten Werbegesicht zur Anteilseignerin gemacht, und dieser Schritt ist der wirtschaftlich wichtigste ihrer Karriere: Ein bezahlter Beitrag bringt einmalig Geld, ein Firmenanteil ist ein Vermögenswert.
Caitlyn Jenner steht außerhalb dieser Logik. Ihr Geld stammt aus der Zeit als Zehnkämpfer, aus dem Olympiasieg von 1976 und den daran anschließenden Werbeverträgen, später aus Fernsehauftritten, einer eigenen Dokureihe und bezahlten Vorträgen. Eine eigene Konsumgütermarke hat sie nie aufgebaut, weshalb ihr Vermögen deutlich hinter dem der Töchter liegt.
Was an der Familienrechnung unsicher ist
Geschäfte, die nicht aufgegangen sind
Der Clan gilt als Serie von Erfolgen, tatsächlich ist eine ganze Reihe von Projekten beendet worden. Die Boutiquenkette Dash wurde 2018 geschlossen, das Mobilspiel von Kim Kardashian im April 2024 abgeschaltet, und ihr Kosmetiklabel KKW Beauty stellte sie 2022 ein. Kylie Jenner wurde im März 2019 als jüngste Selfmade-Milliardärin der Geschichte geführt; Forbes nahm diese Einstufung im Mai 2020 zurück, nachdem Unterlagen aus dem Coty-Kauf deutlich niedrigere Umsätze gezeigt hatten.
Auch einzelne Werbegeschäfte gingen schief. Kendall Jenner erhielt 2017 250.000 US-Dollar für die Bewerbung des Fyre Festivals, das sich als Betrug herausstellte, im Insolvenzverfahren einigte sie sich 2020 auf eine Zahlung von 90.000 US-Dollar. Im selben Jahr zog Pepsi einen Werbespot mit ihr nach einem Tag zurück. Kim Kardashian zahlte im Oktober 2022 1,26 Millionen US-Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC, weil sie einen Kryptotoken in einem bezahlten Beitrag beworben hatte, ohne die Bezahlung ausreichend zu kennzeichnen; der Vergleich erfolgte ohne Schuldanerkenntnis. Gegen die Werbeaussagen zu einem Abnehmpräparat von Lemme wurden 2025 in Kalifornien und New York Sammelklagen eingereicht, eine weitere folgte am 13. Juli 2026; sie richten sich gegen das Unternehmen und nicht gegen Kourtney Kardashian persönlich.
Wer zum Clan gehört, aber nicht mitgerechnet wird
Zum erweiterten Umfeld gehören mehrere Männer mit eigenen Einkommen, die nicht Teil der Familienrechnung sind. Travis Scott, der Vater der beiden Kinder von Kylie Jenner, führt seine Geschäfte getrennt, gemeinsame Firmen oder Beteiligungen sind nicht bekannt. Travis Barker, seit Mai 2022 mit Kourtney Kardashian verheiratet, betreibt mit Barker Wellness eine eigene Pflegemarke, aus der 2021 eine gemeinsame Produktlinie hervorging; die Vermögen der beiden bleiben rechtlich getrennt. Auch Rob Kardashian und Scott Disick, die in den Serien der Familie auftreten, verdienen unabhängig von den Marken der Schwestern.
Dasselbe gilt für Kanye West, dessen Vermögen zeitweise größer war als das aller Kardashian-Schwestern zusammen. Seit dem Scheidungsvergleich vom 29. November 2022 ist er über die vier gemeinsamen Kinder mit der Familie verbunden, wirtschaftlich aber nicht mehr Teil von ihr.
Häufige Fragen zur Familie Kardashian-Jenner
Wie hoch ist das Vermögen der Familie Kardashian-Jenner?
Wir kommen auf rund 2,6 Milliarden Euro, wenn wir unsere Einzelschätzungen für die sechs Frauen der Familie addieren. Diese Zahl ist ausdrücklich eine Summe aus Schätzungen und kein gemeinsames Vermögen, denn jede der Frauen hält ihre Firmen und Verträge getrennt. Den größten Teil davon trägt Kim Kardashian.
Wer ist die reichste Kardashian?
Kim Kardashian. Wir schätzen ihr Vermögen auf rund 1,45 Milliarden Euro, getragen vom Anteil an der Shapewear-Marke SKIMS, die in ihrer jüngsten Finanzierungsrunde mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Auf Platz zwei folgt Kylie Jenner, deren Vermögen vor allem aus dem Verkauf der Mehrheit an ihrer Kosmetikfirma stammt.
Woher kommt das Vermögen der Familie Kardashian-Jenner?
Aus drei Quellen: den eigenen Marken der Frauen, den gemeinsamen Fernseh- und Streamingverträgen und der Vermarktung ihrer Reichweite in sozialen Netzwerken. Die Bekanntheit aus dem Reality-Fernsehen war dabei nur die Grundlage, in Geld umgesetzt wurde sie über Unternehmensanteile.
Wie viel verdient Kris Jenner an ihren Kindern?
Zehn Prozent. Die Provision fällt auf alle Einnahmen an, die über sie als Managerin laufen, also nicht nur auf Fernsehhonorare, sondern auch auf Werbeverträge und Umsätze aus den eigenen Marken der Töchter. Für die zwölf Monate bis Juni 2018 wurden ihre Einnahmen vor Steuern mit 37,5 Millionen US-Dollar beziffert.
Was bringt der Vertrag mit Hulu?
Für die ersten beiden Staffeln der Serie „The Kardashians“ mit zusammen 40 Folgen wurden mindestens 100 Millionen US-Dollar gezahlt, zu gleichen Teilen aufgeteilt auf sechs Frauen. Angekündigt wurde die Zusammenarbeit im Dezember 2020, verlängert wurde sie im Mai 2023 und im Juli 2024 um jeweils zwanzig weitere Folgen.
Gehört das Vermögen von Kanye West zum Familienvermögen?
Nein. Die Ehe mit Kim Kardashian wurde am 29. November 2022 durch einen Vergleich beendet, für die Aufteilung galt der vor der Ehe geschlossene Ehevertrag. Verbunden bleibt er über die vier gemeinsamen Kinder und einen Kindesunterhalt von 200.000 US-Dollar im Monat.
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