Wie reich ist Jeff Bezos?

Dank der Geschäftszahlen, die der E-Commerce-Riese Amazon in den vergangenen Jahren vorlegen konnte, ist Bezos nun der 2. reichste Mann der Welt. Sein Vermögen beläuft sich derzeit auf 69,46 Milliarden Euro. Er löste am 27. Juli 2017 den langjährigen Konkurrenten Bill Gates als reichster Mensch der Welt für ganze 6 Stunden ab. Nach Börsenschluss fiel der Aktienkurs von Amazon leider so stark, dass der Titel schnell wieder weg war.

Die letzten Jahre überholte Jeff Bezos einige Größen wie die Milliardärsbrüder David und Charles Koch, die in den USA vor allem für ihren großen Einfluss auf die dortige Politik bekannt sind. Kein anderer hätte sein Vermögen in einem Jahr prozentual so stark vermehren können wie Bezos. Selbst Mark Zuckerberg von Facebook und die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin konnten nicht das erreichen, was Amazon unter der Leitung von Bezos geschafft hatte. Auch in Zukunft sei zu erwarten, dass Amazon seinen Umsatz pro Jahr weiter steigern können würde. Die prallen Jahre dürften für Jeff Bezos, seine Frau MacKenzie und ihre gemeinsamen vier Kinder also auch weiterhin andauern.

Der 2. reichste Mensch der Welt – Wie viel Geld hat Jeff Bezos wirklich?

Jeff Bezos VermögenBezos wurde im Jahr 1964 als Jeffrey Preston Jorgensen in Albuquerque, New Mexico in den USA geboren. Schon während seiner Zeit an der Princeton University, an der er seinen Abschluss mit Summa Cum Laude machte, legt Bezos den Grundstein für seinen späteren Erfolg. Dort studierte er Elektrotechnik und Informatik und erlangte gleich zwei Bachelor-Diplome zeitgleich. Bezos Familie war durchaus nicht wohlhabend, so dass der Erfolg von Amazon allein auf seinen Schultern gewachsen ist. Zunächst nahm Bezos jedoch einen Job an der Wall Street an und war im Bereich der angewandten Informatik tätig. Eigenständiger Unternehmer wurde Bezos zum ersten Mal mit der Firma Fitel, die sich auf den internationalen Handel spezialisiert hatte.

Die Erfolgsgeschichte von Amazon begann hingegen erst 1994 und, wie viele der erfolgreichsten und bekanntesten Firmen der USA, hatte auch Amazon seinen Anfang in einer Garage. Auf dem Weg von New York nach Seattle, den Bezos 1994 mit dem Auto zurücklegte, arbeitete er den kompletten Business-Plan von Amazon aus. Völlig von seiner Idee überzeugt widmete Bezos sich seiner neuen Firmen mit Leib und Seele und lies seinen hoch dotierten Job bei einem New Yorker Hedge-Fond zurück. Während seiner Zeit an der Wall Street hatte Bezos genau erkannt, wie rasant sich das Internet und damit auch der Handel im Internet weiterentwickelten. Als der US Supreme Court dann noch im gleichen Jahr entschied, dass Versandhäuser keine Mehrwertsteuer in den Staaten von ihren Kunden einsammeln mussten, in denen sie selbst nicht ansässig waren, witterte Bezos seine einmalige Chance – Amazon war geboren und Bezos sollte Recht behalten.

Amazons Zukäufe und Übernahmen

Über die Jahre hinweg hat Amazon sehr viele Firmen und Startups aufgekauft. Das waren oft sehr strategische Entscheidungen von Jeff Bezos und hatten immer den Hintergrund Amazon in weiteren Geschäftsfeldern zum Marktführer zu machen.

Die wichtigsten Amazon Übernahmen nach Preis sortiert:

  • 2017: Whole Foods – 13,7 Milliarden Dollar
  • 2009: Zappos –  1,20 Milliarden Dollar
  • 2014: Twitch – 790 Millionen Dollar
  • 2012: Kiva Systems – 780 Millionen Dollar
  • 2017: Souq.com – 650 Millionen Dollar
  • 2010: Quidsi – 550 Millionen Dollar
  • 2015: Elemental Tech – 500 Millionen Dollar
  • 2015: Annapurna Labs – 370 Millionen Dollar
  • 2008: Audible – 300 Millionen Dollar
  • 1999: Alexa – 250 Millionen Dollar
  • 2013: Goodreads – 150 Millionen Dollar
  • 2010: Woot – 110 Millionen Dollar
  • 1999: Accept.com – 100 Millionen Dollar
  • 1998: IMBD – 60 Millionen Dollar

Über seine eigene „Nash Holdings LLC“ kaufte der Amazon Boss 2013 übrigens die renommierte Zeitung „The Washington Post“ für 250 Millionen Dollar.

Geschickte Investitionen

Neben Amazon beteiligte Bezos sich noch privat an verschiedenen Startups und investierte klug unter anderem auch in Google. Die Google Anteile verkaufte Bezos nach dem Gang an die Börse.

  • 2017: Everfi – 190 Millionen Dollar
  • 2016: UNITY Biotech – 116 Millionen Dollar
  • 2011: Airbnb – 112 Millionen Dollar
  • 2013: Domo – 60 Millionen Dollar
  • 2015: Stack Overflow – 40 Millionen Dollar
  • 2011: Uber – 37 Millionen Dollar
  • 2015: Business Insider – 25 Millionen Dollar
  • 2014: Business Insider – 12 Millionen Dollar
  • 2011: General Assembly – 4,5 Millionen Dollar
  • 1998: Google – 1 Million Dollar

Rekordjahr 2015

Jeff Bezos Amazon Boss2015 war ein wirklich phänomenales Jahr für den Amazon-Boss Jeff Bezos. Das kann man einfach nicht anders sagen. Reich war der CEO des bekannten E-Commerce-Konzerns zwar ohnehin schon, doch 2015 konnte er noch weitaus mehr Geld einsacken. Bereits Anfang 2015 war der US-Amerikaner fast 35 Milliarden US-Dollar schwer und war damit auf Platz 15 der reichsten Milliardäre weltweit gelandet. Amazon konnte in diesem Jahr echte Rekordzahlen schreiben, wovon vor allem Jeff Bezos profitiert hat. In nur einem Jahr konnte er sein Vermögen fast verdoppeln. Denn der Amazon-Chef nahm allein 2015 ganze 29,5 Milliarden US-Dollar ein. Inzwischen ist Bezos sogar reicher als die Koch Brüder, was unter den amerikanischen Milliardären für viel Aufsehen gesorgt hat. Von Platz 15 ist Jeff Bezos auf Platz 4 aufgestiegen – er ist also der viertreichste Mensch weltweit.

Pro Tag hat der Amazon-Boss also gut 80 Millionen US-Dollar verdient, um somit am Ende des Jahres um fast 30 Milliarden US-Dollar reicher zu sein. Pro Minute hat Bezos somit Sage und Schreibe 56.125 US-Dollar eingenommen. Wir sprechen hier also von Summen pro Minute, die viele andere Menschen in einem ganzen Jahr nicht verdienen. Denn allein 2015 haben sich die Aktienpreise verdoppelt und es gab weltweit 53% mehr Amazon Prime-Mitglieder als im Vorjahr. Im Übrigen wird das Vermögen von Jeff Bezos natürlich an seinen Aktienanteilen gemessen. Diese Milliarden hat er also nicht einfach auf der hohen Kante liegen.

Aktienfall Anfang 2016

Nach dem Rekordabschluss aus dem Jahr 2015 sanken Anfang 2016 die Amazon Aktien wieder deutlich. So schnell wie Bezos die Milliarden 2015 machte, ging es  mit Anfang 2016 wieder bergab. So verlor er an einem einzigen Tag ganz 6 Milliarden US-Dollar. Wenn über 90% des Vermögens in Aktien liegen gibt es schnelle und starke Schwankungen nach Oben wie auch nach Unten.

Die Amazon Negativschlagzeilen

Jeff Bezos Gehalt2015 hatte die renommierte „New York Times“ in den USA über die angeblich so unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei dem Versandhändler berichtet. Amazon sah sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert, laut derer Mitarbeiter im Anschluss an familiäre Tragödien oder gesundheitliche Schicksalsschläge alles andere als fair und menschlich behandelt worden seien. Mitgefühl fehle in diesem Unternehmen völlig und so sei es nicht verwunderlich, dass Tränen in den Amazon Logistikzentren nahezu an der Tagesordnung seien. Eine 80-Stunden-Woche sowie der regelmäßige E-Mail-Terror bei Amazon erhöhten den Leidensdruck der Mitarbeiter angeblich erheblich.

Solche Schlagzeilen konnte und wollte Jeff Bezos natürlich nicht auf sich sitzen lassen und meldete sich daher selbst zu Wort. Diese Gängelung der Mitarbeiter sei ihm fremd und das sei ein Amazon, welches Bezos in dieser Form nicht kenne. In einem offenen Brief wandte sich Bezos daher an die Weltöffentlichkeit und an seine eigenen Mitarbeiter. Jegliche Beschwerden und Vorwürfe aus den Reihen seiner eigenen Leute mögen direkt an ihn oder die HR-Abteilung weitergeleitet werden. Jeff Bezos machte somit klar, dass er diesen Mangel an Empathie nicht tolerieren würde. Gleichzeitig stellte er auch den Spaß in den Vordergrund, den viele der Mitarbeiter bei ihrer Arbeit bei Amazon tagtäglich erlebten. Das Einlenken des charismatischen CEOs scheint in der Tat gefruchtet zu haben. Denn Zahlen lügen nicht und Amazon konnte das dritte Quartal 2015 mit Rekordumsätzen abschließen. Die Kunden des E-Commerce-Giganten scheinen also nicht viel auf die Negativschlagzeilen zu geben.

Bildquellen:
Steve Jurvetson / Flickr [CC-BY 2.0]
Titelbild: Amazon Pres Release

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