Jeff Bezos gründete Amazon 1994 als Online-Buchhandel und baute daraus den größten Versandhändler der Welt. Sein Geld steckt bis heute fast vollständig in Amazon-Aktien. Daneben stehen das Raumfahrtunternehmen Blue Origin, das KI-Unternehmen Project Prometheus, die Tageszeitung Washington Post, ein Bündel früher Technologiebeteiligungen und ein großes Immobilienportfolio. Wir schätzen das Vermögen von Jeff Bezos auf rund 194,14 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Jeff Bezos pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Jeff Bezos zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Jeff Bezos auf rund 431 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 1,55 Millionen Euro und einem Verdienst von rund 37,21 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 431 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 25.838 Euro |
| Stundenlohn | 1,55 Millionen Euro |
| Verdienst pro Tag | 37,21 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 1,13 Milliarden Euro |
| Einkommen pro Jahr | 13,59 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Jeff Bezos?
Am 27. Oktober 2017 löste Bezos Bill Gates als reichsten Menschen der Welt ab, am 29. September 2021 zog Elon Musk an ihm vorbei. Alles zwischen diesen beiden belegten Daten war Kursbewegung, keine unternehmerische Entscheidung.
Der Anteil an Amazon und warum er kleiner wird
Beim Börsengang 1997 hielt Bezos noch gut 40 Prozent an Amazon. Nach dem Proxy Statement des Konzerns waren es zum Stichtag 24. Februar 2026 rund 8,8 Prozent, das entspricht etwa 950 Millionen Aktien. Damit ist er weiterhin der größte einzelne Aktionär, vor den Fondsgesellschaften BlackRock und Vanguard mit je rund 6,8 Prozent.
Der Anteil schrumpft aus zwei Gründen. 2019 gingen in der Scheidung 25 Prozent der gemeinsamen Aktien an MacKenzie Scott, das entsprach etwa vier Prozent des Konzerns. Seither verkauft Bezos systematisch über Handelspläne nach SEC-Regel 10b5-1:
- 2020 und 2021 zusammen rund 20 Milliarden Dollar
- 2022 und 2023 keine Verkäufe
- 2024: 75 Millionen Aktien für rund 13,6 Milliarden Dollar
- 2025: rund 5,7 Milliarden Dollar
- 3. August 2026: Meldung über den Verkauf von 15 Millionen Aktien im Wert von rund 4,07 Milliarden Dollar
Seit 2002 summieren sich seine Verkäufe auf mehr als 50 Milliarden Dollar. Gewachsen ist sein Vermögen trotzdem, weil die Amazon-Aktie in derselben Zeit stärker zulegte, als er abgegeben hat.
Was Bezos bei Amazon verdiente
Sein Grundgehalt bei Amazon lag bei 81.840 US-Dollar im Jahr und wurde seit 1998 nicht erhöht. Aktienpakete als Vergütung bekam er keine. Deutlich teurer war sein Personenschutz, für den der Konzern rund 1,6 Millionen Dollar jährlich auswies.
Seine Rolle bei Amazon heute
Bezos ist nicht mehr Vorstandschef von Amazon. Am 5. Juli 2021, dem 27. Jahrestag der Firmengründung, gab er den Posten an Andy Jassy ab, bis dahin Chef der Cloud-Sparte AWS. Seither ist Bezos Executive Chairman, also Vorsitzender des Verwaltungsrats, und damit an den strategischen Entscheidungen beteiligt, nicht am Tagesgeschäft. Operativ arbeitet er seit November 2025 wieder, allerdings nicht bei Amazon.
Amazon: von der Garagenfirma zum Konzern
Geboren wurde er 1964 in Albuquerque, New Mexico, als Jeffrey Preston Jorgensen, den Namen Bezos erhielt er von seinem Stiefvater. Nach einem Studium der Elektrotechnik und Informatik in Princeton arbeitete er an der Wall Street, unter anderem für den Hedgefonds D. E. Shaw.
Der Start in einer Garage
Getragen wird der Konzern heute von der Cloud-Sparte AWS, die den Großteil des Betriebsgewinns liefert. Das erklärt, warum sein Vermögen weiter wächst, obwohl er Amazon seit Jahren nicht mehr führt.
Die wichtigsten Übernahmen von Amazon
Die Zukäufe folgten fast immer derselben Logik: in einem neuen Feld sofort Marktführer werden, statt selbst aufzubauen.
- 2017: Whole Foods, 13,7 Milliarden Dollar
- 2009: Zappos, 1,20 Milliarden Dollar
- 2014: Twitch, 790 Millionen Dollar
- 2015: Elemental Technologies, 500 Millionen Dollar
- 2008: Audible, 300 Millionen Dollar
- 1998: IMDb, 60 Millionen Dollar
Blue Origin, Prometheus und die Washington Post
Außerhalb von Amazon hält Bezos drei größere Unternehmen privat oder über eigene Gesellschaften. Zwei davon kosten ihn bis heute Geld.
Blue Origin wird aus Aktienverkäufen finanziert
Blue Origin gründete Bezos im Jahr 2000. Die Firma baut die suborbitale Kapsel New Shepard, die Großrakete New Glenn und den Mondlander Blue Moon. Rund 25 Jahre lang finanzierte Bezos sie fast allein, indem er jährlich Amazon-Aktien im Wert von etwa einer Milliarde Dollar verkaufte. Am 20. Juli 2021 flog er mit der ersten bemannten New Shepard selbst mit, neun Tage nach Richard Branson.
Auf der Einnahmenseite steht vor allem die NASA. Für den bemannten Mondlander Blue Moon im Artemis-Programm hält Blue Origin einen Auftrag über 3,4 Milliarden Dollar. Die Starts der New Glenn verliefen wechselhaft:
- Januar 2025: Der Erstflug erreicht den Orbit, die Landung der Erststufe misslingt
- 13. November 2025: erste gelungene Landung der Erststufe auf dem Drohnenschiff Jacklyn, an Bord zwei NASA-Sonden der Mars-Mission Escapade
- 19. April 2026: erster Wiedereinsatz einer bereits geflogenen Erststufe, die Oberstufe verfehlt den Zielorbit
- 28. Mai 2026: Eine Erststufe explodiert beim Standtest und beschädigt Startkomplex 36 schwer
Im Juli 2026 öffnete sich Blue Origin erstmals für fremdes Kapital. Rund 10 Milliarden Dollar kamen bei einer Bewertung von 130 Milliarden Dollar herein, zwei Milliarden davon steuerte Bezos selbst bei, vier Milliarden der Vermögensverwalter Coatue.
Das KI-Unternehmen Project Prometheus
Im November 2025 gründete Bezos gemeinsam mit dem früheren Google-X-Manager Vik Bajaj das KI-Unternehmen Project Prometheus, beide führen es als Co-CEO. Es ist die erste operative Rolle, die er seit dem Abschied von der Amazon-Spitze übernommen hat.
Prometheus baut keine Chatbots, sondern KI für die Konstruktion und Fertigung physischer Produkte, etwa in der Luft- und Raumfahrt. Gestartet ist die Firma mit 6,2 Milliarden Dollar, im Juni 2026 kamen 12 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von rund 41 Milliarden hinzu, unter anderem von JPMorgan und BlackRock. Die rund 100 Beschäftigten wurden bei OpenAI, Google DeepMind und Meta abgeworben, dem Konzern von Mark Zuckerberg.
Die Washington Post in Privatbesitz
2013 kaufte Bezos die Washington Post für 250 Millionen Dollar, bezahlt in bar über seine Gesellschaft Nash Holdings. Die Zeitung gehört ihm persönlich, nicht Amazon.
Wirtschaftlich ist sie ein Zuschussgeschäft: 2023 verlor das Blatt 77 Millionen Dollar, 2024 rund 100 Millionen. Anfang 2025 gab Bezos der Meinungsredaktion eine auf persönliche Freiheit und freie Märkte beschränkte Linie vor, woraufhin der Meinungschef zurücktrat und mehr als 300.000 Abonnements gekündigt wurden. Im Februar 2026 folgte ein größerer Stellenabbau.
Beteiligungen, Immobilien und Vermögensabflüsse
Neben den Unternehmen verteilt sich das Vermögen auf frühe Technologiebeteiligungen und auf Grundbesitz. Die beiden größten Abflüsse waren die Scheidung von 2019 und die Stiftungszusagen.
Frühe Beteiligungen an Technologiefirmen
Der bekannteste Treffer ist eine Million Dollar, die Bezos 1998 in Google steckte, damals noch das Start-up von Larry Page und Sergey Brin. Später kamen über seine Investmentgesellschaft Bezos Expeditions weitere Beteiligungen dazu, einige davon im Gesundheitsbereich.
- 2016: Unity Biotechnology, 116 Millionen Dollar, Forschung zu Alterskrankheiten
- 2011: Airbnb, 112 Millionen Dollar
- 2011: Uber, 37 Millionen Dollar
- 2015: Business Insider, 25 Millionen Dollar
- 1998: Google, 1 Million Dollar
Eine Beteiligung ganz anderer Art kam im August 2026 dazu. Die Eigentümergesellschaft Fenway Sports Group verkaufte einen Minderheitsanteil am englischen Fußballklub FC Liverpool an ein Konsortium unter Führung des Unternehmers Amit Bhatia, dem neben Bezos auch Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin angehört. Die Gruppe übernimmt rund 38 Prozent bei einer Bewertung von sechs bis sieben Milliarden Dollar, wie viel davon auf Bezos entfällt, wurde nicht offengelegt. Einen Sitz im Verwaltungsrat übernimmt er nicht, für die kommenden zwölf Monate hält das Konsortium aber eine Option auf die Mehrheit, dann zu einer Bewertung von rund acht Milliarden Dollar.
Immobilien und der Umzug nach Florida
Offiziell begründet wurde der Umzug mit der Nähe zu seinen Eltern und zu den Startanlagen von Blue Origin. Er fiel allerdings damit zusammen, dass der Bundesstaat Washington eine Kapitalertragssteuer von sieben Prozent eingeführt hatte, während Florida keine erhebt. Bei Aktienverkäufen in Milliardenhöhe ergibt das nach Berechnungen mehrerer Medien eine Ersparnis im hohen dreistelligen Millionenbereich.
Die Scheidung von MacKenzie Scott
Am 9. Januar 2019 gaben Jeff und MacKenzie Bezos nach 25 Ehejahren ihre Trennung bekannt. Kennengelernt hatten sie sich 1992 bei D. E. Shaw, 1993 heirateten sie, 1994 entstand Amazon. Das Paar hat vier Kinder.
Die Einigung fiel im Juli 2019: MacKenzie Scott erhielt 25 Prozent der gemeinsamen Amazon-Aktien, was etwa vier Prozent des Konzerns entsprach, die Stimmrechte daran blieben bei Bezos. Ihr Vermögen wird heute auf rund 24,79 Milliarden Euro geschätzt, obwohl sie seither einen großen Teil davon verschenkt und den Giving Pledge unterzeichnet hat.
Spenden und Stiftungen
2018 stattete Bezos den Bezos Day One Fund mit zwei Milliarden Dollar aus, aufgeteilt in einen Fonds gegen Obdachlosigkeit und ein Netz gebührenfreier Vorschulen. Bis 2026 flossen daraus nach Angaben der Stiftung mehr als 850 Millionen Dollar. Im Februar 2020 sagte er zehn Milliarden Dollar für den Bezos Earth Fund zu, von denen bis 2026 über zwei Milliarden ausgezahlt wurden.
Dazu kommt der Courage and Civility Award: 2021 je 100 Millionen Dollar an Van Jones und José Andrés, 2022 100 Millionen an Dolly Parton, 2024 je 50 Millionen an Eva Longoria und Admiral William McRaven. Anders als Warren Buffett hat Bezos den Giving Pledge bis heute nicht unterzeichnet.
Häufige Fragen zu Jeff Bezos
Wie hoch ist das Vermögen von Jeff Bezos?
Wir schätzen es auf rund 194,14 Milliarden Euro. Der Wert stammt aus der Echtzeitliste von Forbes und schwankt täglich, weil er fast vollständig aus Amazon-Aktien besteht.
Woher stammt das Vermögen von Jeff Bezos?
Ganz überwiegend aus seinem Amazon-Anteil. Dazu kommen Blue Origin, Project Prometheus, die Washington Post, frühe Beteiligungen an Google, Airbnb und Uber sowie Immobilien im dreistelligen Millionenbereich.
Wie viel Prozent von Amazon gehören Jeff Bezos?
Nach dem Proxy Statement des Konzerns rund 8,8 Prozent zum Stichtag 24. Februar 2026, das entspricht etwa 950 Millionen Aktien. Beim Börsengang 1997 waren es noch gut 40 Prozent.
Wie viel verdiente Jeff Bezos als Vorstandschef von Amazon?
Sein Grundgehalt lag bei 81.840 US-Dollar im Jahr und wurde seit 1998 nicht erhöht. Für seinen Personenschutz gab der Konzern zusätzlich rund 1,6 Millionen Dollar jährlich aus.
Wie viel verdient Jeff Bezos pro Sekunde?
Die Frage lässt sich nicht sauber beantworten. Aus dem Gehalt von 81.840 Dollar im Jahr ergeben sich rund 0,26 Cent pro Sekunde, alles darüber hinaus ist die Wertentwicklung eines Aktienpakets, und die kann auch negativ sein.
Was erhielt MacKenzie Scott bei der Scheidung?
Ein Viertel der gemeinsamen Amazon-Aktien, was etwa vier Prozent des Konzerns entsprach. Die Stimmrechte blieben bei Bezos.
Wo er im Vergleich zu Bernard Arnault und anderen Milliardären steht, zeigt die Übersicht der reichsten Menschen der Welt.
Bildquellen:
Steve Jurvetson / Flickr [CC-BY 2.0]
Titelbild: Amazon Press Release