Milliarden Euro
Stimmrechtsanteil an Koch, Inc.rund 42 Prozent
Übertragene stimmrechtslose Aktien (2020 bis 2022)5,3 Milliarden US-Dollar an zwei gemeinnützige Organisationen
Ablösung der Anteile von Frederick und Bill Koch (1983)1,1 Milliarden US-Dollar
Geburtsdatum01. November 1935 (90 Jahre alt)
Geboren inWichita, Kansas, USA
NationalitätUSA
Familienstandverheiratet mit Liz Koch (seit 1972)
BerufUnternehmer, Vorsitzender von Koch, Inc.
Voller NameCharles de Ganahl Koch
Kinder2 (Elizabeth, Chase)
FirmaKoch, Inc. (bis 2024 Koch Industries)

Zwischen 2020 und 2022 hat Charles Koch stimmrechtslose Aktien seines Konzerns im Wert von 5,3 Milliarden US-Dollar an zwei gemeinnützige Organisationen übertragen, und an seinem Gewicht bei Abstimmungen im Unternehmen hat das nichts geändert. Er hält weiterhin rund 42 Prozent der Stimmrechte an Koch, Inc., dem Familienkonzern aus Wichita, an dessen Spitze er 1967 trat und der nie an die Börse ging. Wir schätzen das Vermögen von Charles Koch auf rund 65,85 Milliarden Euro. Fast alles davon steckt in diesem einen Anteil, für den es keinen Börsenkurs gibt.

Wie viel verdient Charles Koch pro Sekunde?

Legt man das geschätzte Vermögen von Charles Koch zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Charles Koch auf rund 146 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 525.852 Euro und einem Verdienst von rund 12,62 Millionen Euro pro Tag.

Verdienst pro Sekunde 146 Euro
Stundenlohn 525.852 Euro
Verdienst pro Sekunde 146 Euro
Verdienst pro Minute 8.764 Euro
Stundenlohn 525.852 Euro
Verdienst pro Tag 12,62 Millionen Euro
Einkommen pro Monat 384,14 Millionen Euro
Einkommen pro Jahr 4,61 Milliarden Euro

Wie hoch ist das Vermögen von Charles Koch?

Sein Vermögen hängt an einer einzigen Beteiligung. Nach 1983 hielten Charles Koch und sein Bruder David je rund 42 Prozent am Familienkonzern, den übrigen Teil halten Treuhandvermögen der Familie Marshall, die auf einen frühen Anteilseigner zurückgehen. Nach unserer Schätzung kommt Charles Koch auf rund 65,85 Milliarden Euro. Die Zahl beschreibt den wirtschaftlichen Wert seines Pakets und nicht seine Stimmrechte.

Weil Koch, Inc. nicht an der Börse notiert ist, gibt es für diesen Anteil keinen Kurs. Anders als bei Carlos Slim, dessen Beteiligungen täglich gehandelt werden, wird der Wert anhand vergleichbarer börsennotierter Firmen aus Raffinerie, Chemie, Papier, Elektronik und Software geschätzt. Deshalb weichen die Werte in den Übersichten der reichsten Menschen der Welt voneinander ab, ohne dass sich an seinem Anteil etwas geändert hätte. Forbes zieht die zwischen 2020 und 2022 übertragenen Aktien ab und rechnet, dass sie knapp einem Zehntel seines früheren Anteils entsprachen.

Die Übertragung war so gebaut, dass sie die Kontrolle nicht berührt. Die beiden Organisationen erhielten ausschließlich stimmrechtslose Papiere, die stimmberechtigten Aktien behielt Koch. Wirtschaftlich gehört ihm damit weniger als vor 2020, bei Entscheidungen der Eigentümer zählt seine Stimme so viel wie zuvor. Immobilien fallen neben dem Konzernanteil kaum ins Gewicht, er lebt in Wichita und hat weitere Häuser in Indian Wells und Aspen, Kaufpreise dazu sind nicht veröffentlicht.

Vom Ölbetrieb des Vaters zum Konzern

Ingenieur im Familienbetrieb

Charles Koch Vermögen Charles de Ganahl Koch kam am 1. November 1935 in Wichita im Bundesstaat Kansas zur Welt, als zweiter von vier Söhnen von Fred C. Koch. Der Vater hatte ein Verfahren verbessert, mit dem sich Schweröl zu Benzin raffinieren ließ, und darauf ein Unternehmen gegründet. Charles studierte am Massachusetts Institute of Technology, schloss dort 1957 einen Bachelor in allgemeinem Ingenieurwesen ab und erwarb 1958 und 1959 zwei Master in Kerntechnik und Chemieingenieurwesen. Nach einigen Jahren bei der Beratungsfirma Arthur D. Little kehrte er 1961 nach Wichita zurück und stieg in den Betrieb des Vaters ein.

Als Fred C. Koch im November 1967 starb, übernahm Charles die Führung, und 1968 benannte er die Firma zu Ehren des Vaters in Koch Industries um. Im Juni 2024 kündigte der Konzern an, die Dachgesellschaft in Koch, Inc. umzubenennen, weil er nicht mehr nur ein Industrieunternehmen sei. Über alle Jahrzehnte blieb ein Grundsatz gleich: Der größte Teil der Gewinne bleibt im Unternehmen und wird nicht an die Eigentümer ausgeschüttet.

Der Streit mit Frederick und Bill

Nach dem Erbe hielten die vier Brüder unterschiedlich große Pakete, die Führung lag bei Charles. Um 1980 versuchten Frederick und Bill gemeinsam mit weiteren Anteilseignern, ihm die Kontrolle abzunehmen, und scheiterten. Im Juni 1983 verkauften die Gegner ihre Aktien für 200 US-Dollar je Stück an den Konzern, zusammen rund 1,1 Milliarden US-Dollar für 47,8 Prozent der Anteile. Charles und David wurden damit Mehrheitseigentümer.

Beendet war der Streit damit nicht. Bill klagte 1985, der Wert des Konzerns sei beim Verkauf verschleiert worden. Nach elf Wochen Verhandlung entschied eine Geschworenenjury in Kansas 1998 gegen ihn, das Berufungsgericht bestätigte das Urteil im Februar 2000. Ein Vergleich im Mai 2001 beendete alle Verfahren zwischen den Brüdern, seine Bedingungen sind nicht veröffentlicht. David starb am 23. August 2019, sein Anteil ging an seine Witwe und die gemeinsamen Kinder, nachzulesen im Artikel über das Vermögen von David Koch.

Was der Konzern dazukaufte

Das einbehaltene Geld floss in Zukäufe, und sie erklären, warum aus dem Paket von 1983 ein Milliardenvermögen wurde. Vier Übernahmen mit veröffentlichtem Preis:

Jahr Übernahme Kaufpreis
2004 Textilfasersparte Invista von DuPont 4,2 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden
2005 Papierhersteller Georgia-Pacific 21 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden
2013 Elektronikhersteller Molex 7,2 Milliarden US-Dollar
2016 Minderheitsbeteiligung am Softwarehaus Infor mehr als 2 Milliarden US-Dollar

Georgia-Pacific allein kostete damit rund das Zwanzigfache der Summe, für die 1983 knapp die Hälfte des ganzen Konzerns den Besitzer wechselte. Beim Glashersteller Guardian Industries stieg Koch 2012 mit gut 44 Prozent ein und übernahm ihn im Februar 2017 vollständig, den restlichen Anteil an Infor kaufte der Konzern im Februar 2020, in beiden Fällen ohne veröffentlichten Preis. Anders als bei der Familie Rockefeller, deren Ölvermögen 1911 auf Dutzende Gesellschaften verteilt wurde, blieb bei Koch alles unter einem Dach, ähnlich wie bei Warren Buffett und Berkshire Hathaway, nur ohne Börsennotiz.

Nachfolge, Spenden und Politik

Die Übergabe an die nächste Generation

Im März 2023 holte Koch erstmals einen zweiten Vorstandschef an seine Seite. Dave Robertson, bis dahin Präsident und operativer Chef, wurde Co-CEO und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats, Koch selbst blieb Vorsitzender. Sein Sohn wurde am selben Tag zum Executive Vice President ernannt und führte weiter Koch Disruptive Technologies, die Sparte für Beteiligungen an jungen Technologiefirmen, die er selbst gegründet hatte. Im Mai 2026 veröffentlichten Vater und Sohn gemeinsam ein Buch über die Führungsgrundsätze des Konzerns.

Wer die stimmberechtigten Aktien des Vaters einmal übernimmt, ist nicht veröffentlicht. Anders als bei den Walmart-Erben um Alice Walton, die Aktien mit Börsenkurs halten, lässt sich ein Koch-Anteil nicht einfach über den Markt verteilen oder verkaufen. Genau das macht die Frage der Nachfolge zur Frage der Kontrolle über den ganzen Konzern.

Spenden in Aktien statt in bar

Seine größten Zuwendungen hat Koch nicht in bar geleistet, sondern in Aktien. 2020 gingen stimmrechtslose Papiere im Wert von 975 Millionen US-Dollar an die Organisation CCKc4, bis 2022 folgten weitere im Wert von 4,3 Milliarden an die neu gegründete Organisation Believe in People. Öffentlich gemacht hat er beides erst im Oktober 2023. Beide Empfänger sind als sogenannte 501(c)(4)-Organisationen aufgestellt, die sich anders als klassische Stiftungen auch politisch betätigen dürfen.

Nach eigener Aussage will er den größten Teil seines Vermögens diesem Netzwerk hinterlassen, das er 2003 unter dem Namen Stand Together aufgebaut hat. Anders als Bill Gates mit seiner klassischen Stiftung behält Koch damit Einfluss darauf, wofür das Geld ausgegeben wird. Kleinere Beträge liefen über die Charles Koch Foundation und den Konzern: Im Juni 2014 sagten beide dem United Negro College Fund 25 Millionen US-Dollar für Stipendien zu, im Dezember 2014 erhielt die Wichita State University zusammen mit der Familienstiftung 11,25 Millionen US-Dollar, die bis dahin größte Einzelspende an die Hochschule.

Politik mit belegtem Geldbezug

1977 gründete Koch das Cato Institute mit, 2004 entstand mit Unterstützung der Brüder die Organisation Americans for Prosperity. Im Januar 2015 kündigte das Spendernetzwerk um die Brüder bei einem Treffen in Kalifornien an, für den Wahlzyklus 2016 insgesamt 889 Millionen US-Dollar einzusetzen, mehr als das Doppelte der 407 Millionen, die seine Gruppen 2012 ausgegeben hatten.

Welcher Teil davon aus seinem eigenen Vermögen stammte, ist nicht veröffentlicht, weil die Mittel von Hunderten Geldgebern kamen. Wie bei Michael Bloomberg verschwimmt dabei die Grenze zwischen Spende und politischer Förderung.

Einen Teil der Mittel lenkt das Netzwerk in die Reform der Strafjustiz. 2015 arbeitete es auf diesem Feld mit der Regierung von Barack Obama zusammen, obwohl dieselben Gruppen 2012 gegen dessen Wiederwahl mobilisiert hatten.

Häufige Fragen zu Charles Koch

Wie hoch ist das Vermögen von Charles Koch?

Wir schätzen es auf rund 65,85 Milliarden Euro. Fast alles davon steckt in seinem Anteil an Koch, Inc., an dem er rund 42 Prozent der Stimmrechte hält.

Wie viel von Koch, Inc. gehört Charles Koch noch?

Zwischen 2020 und 2022 übertrug er stimmrechtslose Aktien im Wert von 5,3 Milliarden US-Dollar an zwei gemeinnützige Organisationen, nach Rechnung von Forbes knapp ein Zehntel seines früheren Anteils. Seine Stimmrechte von rund 42 Prozent behielt er vollständig.

Wer wird Nachfolger von Charles Koch?

Seit März 2023 führt Dave Robertson den Konzern als Co-CEO gemeinsam mit ihm, Koch blieb Vorsitzender. Sein Sohn ist seit demselben Monat Executive Vice President. Eine Regelung für die stimmberechtigten Aktien ist nicht veröffentlicht.

Wie viel bekamen Bill und Frederick Koch für ihre Anteile?

Im Juni 1983 wurden ihre Aktien für rund 1,1 Milliarden US-Dollar abgelöst. Bill klagte später auf mehr Geld und verlor 1998 vor einer Geschworenenjury, ein Vergleich beendete 2001 alle Verfahren.

Wie viel hat Charles Koch gespendet?

Die größten Beträge gab er in Aktien: 975 Millionen US-Dollar 2020 an CCKc4 und 4,3 Milliarden bis 2022 an Believe in People. Dazu kommen Zuwendungen über die Charles Koch Foundation, etwa 25 Millionen US-Dollar an den United Negro College Fund im Jahr 2014.

Bildquelle: charleskochinstitute.org