Clemens Tönnies ist Miteigentümer des größten Lebensmittelproduzenten Deutschlands und war fast zwei Jahrzehnte lang das Gesicht des FC Schalke 04. Sein Geld stammt aus dem Fleischgeschäft: Aus dem Wursthandel, den sein älterer Bruder Bernd 1971 in Rheda gründete, wurde einer der größten Schlacht- und Zerlegekonzerne Europas. Dazu kommen Immobilien, ein Hotel in Österreich und Mandate außerhalb der Fleischbranche. Er zählt damit zu den reichsten Deutschen und steht in den internationalen Ranglisten der reichsten Menschen der Welt. Wir schätzen das Vermögen von Clemens Tönnies auf rund 1,07 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Clemens Tönnies pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Clemens Tönnies zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Clemens Tönnies auf rund 2,37 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 8.545 Euro und einem Verdienst von rund 205.073 Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 2,37 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 142 Euro |
| Stundenlohn | 8.545 Euro |
| Verdienst pro Tag | 205.073 Euro |
| Einkommen pro Monat | 6,24 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 74,9 Millionen Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Clemens Tönnies?
Den Kern bildet die Beteiligung am Familienkonzern, der seit dem 1. Januar 2025 als Premium Food Group firmiert und davor Tönnies Holding hieß. Clemens Tönnies hält 45 Prozent der Anteile, weitere fünf Prozent liegen bei seinem Sohn. Diese Beteiligung wird an keiner Börse gehandelt, ihr Wert ergibt sich aus dem Vergleich mit anderen Lebensmittelherstellern. Der Konzern setzt mehr um als die Oetker-Gruppe, arbeitet als Schlachter und Zerleger aber mit dünnen Margen, und dort fallen die Bewertungsmultiplikatoren niedriger aus als bei Marken- oder Technologieunternehmen. Daran hängt auch die Bandbreite der Schätzungen: Wer die Schlachtkapazität bewertet, kommt auf einen anderen Wert als jemand, der die Wurstmarken bewertet. Nach unserer Schätzung kommt Clemens Tönnies auf rund 1,07 Milliarden Euro.
Neben dem Konzernanteil steht privates Vermögen, das sich belegen lässt. Dazu gehören eine Villa auf Mallorca, ein rund 1.000 Hektar großes Jagdrevier in Ribnitz-Damgarten, das er seit den 1990er-Jahren besitzt, eine Stiftung in Liechtenstein und das Immobiliengeschäft der Gruppe rund um die Gesellschaften Asset Investment und Asset Immobilien. 2018 erwarb er außerdem die Erika Boutiquehotel GmbH in Kitzbühel für 19 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite der Rechnung stehen belegte Zahlungen. Ein Strafverfahren vor dem Landgericht Essen um die Etikettierung von Hackfleisch wurde im August 2011 gegen eine Geldauflage von 2,89 Millionen Euro eingestellt, von der 900.000 Euro auf Clemens Tönnies persönlich entfielen. Das Bundeskartellamt verhängte im Januar 2013 ein Bußgeld von 90.000 Euro gegen ihn, weil er bei einer Fusionsanmeldung eine Beteiligung nicht angegeben hatte. Zwischen 1998 und 2017 flossen aus seinem Privatvermögen und aus seinen Unternehmen zusammen über 170.000 Euro an die CDU. Umgekehrt sprach ihm das Schweizer Bundesgericht 2020 rund 900.000 Euro Schadensersatz gegen die Bank J. Safra Sarasin zu, weil ihn das Institut bei einer Anlage in Cum-Ex-Fonds falsch beraten hatte.
Der Konzern und die Eigentümerstruktur
Vom Wursthandel zum größten Lebensmittelproduzenten
Heute ist die Gruppe der wichtigste Schweineschlachter und Wursthersteller des Landes und bei Rindern die Nummer zwei. Neben Fleisch produziert sie Fertiggerichte, veganen Fleischersatz, Tierfutter und Rohstoffe für die Pharmaindustrie, dazu gehört eine große Spedition für Kühltransporte. Die Umbenennung in Premium Food Group zum Jahresbeginn 2025 sollte diesen Wandel vom Fleischbetrieb zum breit aufgestellten Lebensmittelkonzern abbilden.
Wie die Anteile heute verteilt sind
Wer Clemens Tönnies für den Alleininhaber hält, liegt falsch. Der Konzern gehört zwei Familienstämmen zu je 50 Prozent: Auf der einen Seite steht sein Neffe Robert Tönnies, auf der anderen Clemens Tönnies mit 45 Prozent und dessen Sohn mit fünf Prozent.
Diese Aufteilung ist das Ergebnis mehrerer Übertragungen. 1982 erhielt Clemens Tönnies von seinem Bruder 40 Prozent. Als Bernd Tönnies 1994 im Alter von 42 Jahren starb, gingen dessen 60 Prozent an seine damals noch minderjährigen Söhne Robert und Clemens junior; bis zu Roberts 30. Geburtstag im Jahr 2008 standen die Anteile unter der Aufsicht eines Testamentsverwalters. Dem Wunsch des Vaters folgend übertrugen die Söhne 2008 je fünf Prozentpunkte an ihren Onkel, der damit auf 50 Prozent kam. 2012 gab Clemens junior seinen Anteil an seinen Bruder Robert ab, seither stehen sich zwei gleich große Hälften gegenüber. 2017 schenkte Clemens Tönnies fünf Prozent an seinen Sohn, der seitdem in einem fließenden Übergang die Führung des Konzerns übernommen hat.
Der Gesellschafterstreit und sein Ende
Der Streit zwischen Onkel und Neffe drehte sich zuerst um die Macht im Unternehmen. Clemens Tönnies verfügte über ein Doppelstimmrecht und konnte damit auch bei Patt entscheiden, obwohl er keine Mehrheit besaß. 2014 erstritt Robert Tönnies vor Gericht die Aberkennung dieses Doppelstimmrechts, seitdem haben beide Stämme gleiche Rechte.
2019 verlangte Robert Tönnies auf Grundlage einer Vereinbarung aus dem Jahr 2017, den Konzern zu verkaufen, und setzte einen Verkaufsprozess in Gang. Im August 2021 zogen die drei Gesellschafter einen Schlussstrich: Sie erklärten die Auflösungsverfahren für beendet, stoppten den Verkaufsprozess und hielten fest, dass die Eigentümerstruktur unverändert bleibt. Zu einer Teilung des Konzerns oder einem Anteilsverkauf an Dritte ist es damit nicht gekommen. Zu seinem 70. Geburtstag im Mai 2026 nannte Clemens Tönnies die Eskalation dieses Streits den größten Fehler seiner Unternehmerlaufbahn und erklärte, das Verhältnis zu seinem Neffen sei wieder gut.
Gewachsen ist die Gruppe seither vor allem über Zukäufe, und die gelingen nicht immer. Am 12. Juni 2025 untersagte das Bundeskartellamt die Übernahme der Vion-Schlachthöfe in Buchloe, Crailsheim und Waldkraiburg, weil sie die Marktstellung im Rindergeschäft zu stark verstärkt hätte; dagegen legte die Gruppe im Juli 2025 Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein. Der Putenfleischproduzent Heidemark, an dem Clemens Tönnies nach eigenen Worten Interesse hatte, ging im Februar 2026 an einen britischen Geflügelkonzern.
Eine ältere Kartellsache blieb ohne Folgen für die Kasse: Ein Bußgeld von 128 Millionen Euro, das das Bundeskartellamt im sogenannten Wurstkartell gegen die Konzerntöchter Böklunder und Könecke verhängt hatte, ließ sich 2016 nicht eintreiben, weil die Gesellschaften zuvor liquidiert worden waren. Der Fall ging als Wurstlücke in die Rechtsgeschichte ein und führte zu einer Änderung des Wettbewerbsrechts.
Schalke 04: Ehrenamt, Privatdarlehen und Rückzug
Darlehen aus dem Privatvermögen
Bernd Tönnies war im Februar 1994 zum Präsidenten des FC Schalke 04 gewählt worden und starb wenige Monate später. Clemens Tönnies rückte im selben Jahr in den Aufsichtsrat ein und übernahm 2001 den Vorsitz, den er bis 2020 innehatte. Anders als die Spitzen anderer Klubs, deren Vergütungen regelmäßig Thema sind, wenn über Gehälter in der Bundesliga gesprochen wird, arbeitete er auf Schalke ehrenamtlich und bezog kein Gehalt.
Geflossen ist Geld in die andere Richtung. Während seiner Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender lieh Clemens Tönnies dem Verein aus seinem Privatvermögen insgesamt 30 Millionen Euro. Die letzte Tranche war nach seinen Angaben etwa 2012 zurückgezahlt, und der Schuldenberg des Klubs sank in diesen Jahren deutlich. Für den Verein waren die Darlehen also kein Geschenk, sondern eine Finanzierung, für Tönnies eine Anlage.
In seine Amtszeit fiel auch der Sponsorenvertrag mit Gazprom, den er über seine Verbindungen nach Russland eingefädelt hatte. Fast zwei Jahrzehnte lang pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis zu Wladimir Putin; nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 distanzierte er sich öffentlich von ihm. Ein langjähriger Geschäftspartner ist Uli Hoeneß, dessen Wurstfabrik Fleisch aus Rheda-Wiedenbrück bezieht.
Der Rückzug vom Aufsichtsratsvorsitz
Im Juni 2020 ergaben behördlich angeordnete Massentests im Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück mehr als 1.500 Infektionen mit dem Coronavirus. Am 27. Juni 2020 bildeten rund 1.000 Anhänger eine Menschenkette um das Vereinsgelände und forderten seinen Rückzug. Am 30. Juni 2020 legte Clemens Tönnies sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender mit sofortiger Wirkung nieder und trat zugleich aus dem Wirtschafts- und dem Eilausschuss zurück. Der Konzern blieb dem Klub als Sponsor erhalten.
Der Ausbruch kostete den Konzern zunächst den Betrieb: Das Land Nordrhein-Westfalen ordnete die Schließung des Werks an, die Belegschaft durfte erst unter Auflagen zurück. In mehr als 1.000 Verfahren klagte die Gruppe anschließend auf rund zwei Millionen Euro Entschädigung für Lohnfortzahlungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Am 30. Dezember 2024 einigten sich Land und Unternehmensgruppe außergerichtlich: Das Land zahlte eine Vergleichssumme von 3,2 Millionen Euro auf ein Treuhandkonto, auf die die Gruppe verzichtete und die vollständig sozialen Projekten für Beschäftigte in schwierigen Arbeits- und Wohnverhältnissen zugutekommen soll.
Teurer als jeder Vergleich war die Folge in der Organisation. Werkverträge sind in der Fleischindustrie seit 2021 verboten, die osteuropäischen Beschäftigten sind fest angestellt, und in Unterkünfte investierte der Konzern einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Das lange Festhalten am Werkvertragssystem bezeichnete Clemens Tönnies später selbst als Versäumnis.
Vermögen außerhalb des Fleischgeschäfts
Immobilien, Hotel und Mandate
Das Immobiliengeschäft der Familie läuft über eigene Gesellschaften, dazu kommt das Boutiquehotel in Kitzbühel. Weil sich dessen Wiedereröffnung wegen der Pandemie verzögerte, erhielt der Betrieb 375.000 Euro Corona-Hilfen. Außerhalb der eigenen Gruppe sitzt Clemens Tönnies im Aufsichtsrat des österreichischen Wurstwarenherstellers Handl Tyrol, eines langjährigen Abnehmers.
Damit ist er ein typischer Vertreter der deutschen Familienunternehmer, deren Vermögen fast vollständig in der eigenen Firma steckt. Ähnlich verhält es sich bei Reinhold Würth oder bei Susanne Klatten, deren Vermögen an Beteiligungen hängt und nicht an einem Gehalt. Wie Dietmar Hopp hat Tönnies sein Geld zudem in einen Fußballklub gesteckt, ohne daraus ein Geschäft zu machen.
Stiftung und Forschungsförderung
2010 gab Clemens Tönnies den Anstoß zur Gründung der gemeinnützigen Gesellschaft Tönnies Forschung, die Grundlagenforschung zu Haltung, Fütterung und Transport von Nutztieren fördert und den mit 10.000 Euro dotierten Bernd-Tönnies-Preis für Tierwohl und Nachhaltigkeit verleiht. An seinen Bruder erinnert außerdem eine eigene Stiftung, die Natur-, Umwelt- und Tierschutz sowie Jugendarbeit unterstützt.
Häufige Fragen zu Clemens Tönnies
Wie hoch ist das Vermögen von Clemens Tönnies?
Sein geschätztes Vermögen liegt bei rund 1,07 Milliarden Euro. Den größten Teil macht die Beteiligung am Familienkonzern aus, dazu kommen Immobilien, ein Hotel in Kitzbühel und eine Stiftung in Liechtenstein.
Woher stammt das Vermögen von Clemens Tönnies?
Aus dem Fleischgeschäft. Aus dem Wursthandel, den sein Bruder Bernd 1971 gründete, wurde der größte Lebensmittelproduzent Deutschlands, der heute Premium Food Group heißt.
Wie viele Anteile hält Clemens Tönnies am Familienkonzern?
45 Prozent. Fünf Prozent hält sein Sohn, die andere Hälfte gehört seinem Neffen Robert Tönnies. Alleininhaber war Clemens Tönnies nie.
Was verdiente Clemens Tönnies als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04?
Nichts. Er führte den Aufsichtsrat von 2001 bis 2020 ehrenamtlich und lieh dem Verein in dieser Zeit 30 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen, die zurückgezahlt wurden.
Welche Beteiligungen hat Clemens Tönnies außerhalb des Fleischgeschäfts?
Er ist im Immobiliengeschäft der Familie engagiert, besitzt die Erika Boutiquehotel GmbH in Kitzbühel und sitzt im Aufsichtsrat des österreichischen Wurstwarenherstellers Handl Tyrol.
Bildquelle: Martin Black