Uli Hoeneß gehört zu den wenigen früheren Fußballprofis, deren Vermögen nicht auf dem Platz entstanden ist. Wir schätzen es auf rund 300 Millionen Euro. Getragen wird die Summe vor allem von der Nürnberger Wurstfabrik HoWe Wurstwaren KG und von Kapitalgeschäften der Jahre nach seinem Karriereende. Beim FC Bayern München war Hoeneß Spieler, drei Jahrzehnte Manager, zweimal Präsident und ist seit dem 15. November 2019 Ehrenpräsident des Vereins.
Wie hoch ist das Vermögen von Uli Hoeneß?
Wir schätzen das Vermögen von Uli Hoeneß auf rund 300 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hat die Beteiligung an der HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg, deren Inhaber die Unternehmerfamilie Hoeneß ist. Hinzu kommen über Jahrzehnte angelegtes Kapital und Immobilienbesitz rund um seinen Wohnsitz am Tegernsee.
Aus dem Fußball selbst kam vergleichsweise wenig. Die Bundesliga der 1970er Jahre zahlte Gehälter, die mit den Summen heutiger Spitzenverdiener im Fußball nicht vergleichbar sind. Seine Bezüge als Manager und später als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG hat der Klub nie personenscharf ausgewiesen. Genau darin unterscheidet sich sein Vermögensaufbau von dem späterer Bayern-Profis wie Philipp Lahm oder Robert Lewandowski, bei denen das Spielergehalt die Hauptquelle ist.
Alle drei Bausteine der Schätzung sind illiquide oder nicht öffentlich bewertet, die Zahl ist deshalb eine Größenordnung und kein Kontostand. Für diese Einordnung spricht, dass Hoeneß die Nachzahlung an den Fiskus samt Zinsen und Strafe geleistet hat, ohne die Unternehmensbeteiligung anzutasten.
HoWe Wurstwaren: die wirtschaftliche Basis
Die operative Führung liegt beim Sohn: Florian Hoeneß arbeitet seit 2001 im Unternehmen und ist seit Mai 2010 Geschäftsführer, im Handelsregister wird er als Kommanditist geführt. Inhaber ist die Unternehmerfamilie Hoeneß. Die genauen Anteilsquoten sind nicht öffentlich, weshalb der Beteiligungswert von Uli Hoeneß nur als Teil des Familienbesitzes eingeordnet werden kann.
Damit steht Hoeneß in einer Reihe mit anderen bayerischen Lebensmittel-Familienunternehmern wie Claus Hipp. Aus der Fleischbranche kommt auch der frühere Schalke-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, dessen Vermögen ebenfalls aus dem Unternehmen und nicht aus dem Fußball stammt. Die Kombination aus Klubfunktion und eigener Firma ist im deutschen Profifußball kein Einzelfall, sie findet sich auch bei Hans-Joachim Watzke beim BVB.
Was der Fußball einbrachte, und was nicht
Uli Hoeneß spielte in den 1970er Jahren für den FC Bayern München und gewann mit dem Klub die wichtigsten nationalen und internationalen Titel. Für die deutsche Nationalmannschaft wurde er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister. Eine schwere Knieverletzung beendete seine Karriere früh, mit 27 Jahren.
1979 wechselte er in das Management des FC Bayern München und blieb dort bis 2009 verantwortlich. In dieser Zeit entwickelte sich der Klub von einem nationalen Spitzenverein zu einem der umsatzstärksten Fußballunternehmen Europas. Prämien und Antrittsgelder für Erfolge dieser Ära flossen an den Verein, nicht an den Manager, sein persönlicher Verdienst bestand aus einem Angestelltengehalt.
Zu den Weggefährten dieser Jahrzehnte zählen der frühere Präsident Franz Beckenbauer, der langjährige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Mitspieler wie Lothar Matthäus.
Titel als Spieler
- Weltmeister 1974
- Europameister 1972
- Europapokal der Landesmeister: 1974, 1975 und 1976
- Weltpokal 1976
- Deutscher Meister 1972, 1973, 1974
- DFB-Pokal 1971
Ämter beim FC Bayern München und deren Vergütung
Im November 2009 wurde Uli Hoeneß als Nachfolger von Franz Beckenbauer zum Präsidenten des FC Bayern München e.V. gewählt, wenige Monate später übernahm er zusätzlich den Vorsitz des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG. Beide Ämter legte er am 14. März 2014 nieder. Karl Hopfner wurde am 2. Mai 2014 zu seinem Nachfolger als Präsident gewählt.
Am 25. November 2016 kandidierte Hoeneß erneut und wurde mit über 97 Prozent der Stimmen wieder zum Präsidenten gewählt. Am 15. November 2019 endete diese zweite Amtszeit, auf ihn folgte der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer. Bei derselben Mitgliederversammlung wurde Hoeneß zum Ehrenpräsidenten ernannt; im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG blieb er als Mitglied.
Die Ehrenpräsidentschaft ist ein Ehrenamt und trägt kein Gehalt. Für das Aufsichtsratsmandat der Aktiengesellschaft weist der Klub keine personenscharfe Vergütung aus, üblich sind bei Mandaten dieser Art Sitzungsgelder und eine feste Jahresvergütung. Für das Vermögen von Hoeneß ist dieser Posten in jedem Fall nachrangig gegenüber der Unternehmensbeteiligung. Zum Vergleich: Der Vorstandsvorsitz der AG, den unter anderem Oliver Kahn innehatte, ist eine hauptamtliche und deutlich höher dotierte Position.
Die Steueraffäre 2013 bis 2016
Im Januar 2013 reichte Uli Hoeneß bei den Finanzbehörden eine Selbstanzeige wegen eines Kontos bei einer schweizerischen Privatbank ein. Im April 2013 wurde der Fall öffentlich. Über das Konto betrieb Hoeneß Devisen- und Wertpapiergeschäfte; nach Darstellung im Prozess erreichte das dabei bewegte Handelsvolumen zeitweise mehrere Hundert Millionen Franken. Diese Summen waren Umsätze und kein dauerhaftes Guthaben, ein Punkt, der in der Berichterstattung häufig vermischt wurde. Das Kapital für den Einstieg in diese Geschäfte stammte nach Darstellung im Prozess aus einem Darlehen des damaligen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus.
Im Juli 2013 erhob die Staatsanwaltschaft München II Anklage, das Landgericht München II ließ sie im November 2013 zu. Der Prozess fand vom 10. bis zum 13. März 2014 statt. Am ersten Verhandlungstag räumte Hoeneß weitere hinterzogene Beträge ein, wodurch die Selbstanzeige unwirksam wurde. Eine Steuerfahnderin bezifferte die Hinterziehung im Verfahren höher als zunächst angenommen.
Am 13. März 2014 verurteilte das Landgericht München II Uli Hoeneß zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Das Gericht stellte eine hinterzogene Steuersumme von 28,5 Millionen Euro fest. Weil beide Seiten auf Rechtsmittel verzichteten, wurde das Urteil rechtskräftig. Am Tag darauf, dem 14. März 2014, legte Hoeneß seine Ämter beim FC Bayern München nieder. Anfang 2016 wurde berichtet, dass er insgesamt rund 43 Millionen Euro an Steuern, Zinsen und Strafe an den Staat gezahlt habe.
Haft und Entlassung
Uli Hoeneß trat die Strafe am 2. Juni 2014 in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech im geschlossenen Vollzug an. Nach rund sieben Monaten wurde er in den offenen Vollzug verlegt und arbeitete als Freigänger in der Jugendabteilung des FC Bayern München. Die dortige Vergütung von 100 Euro monatlich spendete er nach eigenen Angaben vollständig.
Am 29. Februar 2016 wurde Hoeneß nach rund 21 Monaten aus der Haft entlassen, der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Auf das Vermögen wirkte sich die Verurteilung vor allem über die Nachzahlungen aus, nicht über einen Verlust der Unternehmensbeteiligung. Die HoWe Wurstwaren KG lief in dieser Zeit unter der Geschäftsführung des Sohnes weiter.
Häufige Fragen zu Uli Hoeneß
Wie hoch ist das Vermögen von Uli Hoeneß?
Wir schätzen das Vermögen von Uli Hoeneß auf rund 300 Millionen Euro. Den größten Einzelposten bildet die Beteiligung an der HoWe Wurstwaren KG, dazu kommen langfristig angelegtes Kapital und Immobilienbesitz am Tegernsee.
Woher stammt das Vermögen von Uli Hoeneß?
Überwiegend aus dem Unternehmertum, nicht aus dem Fußball. Die 1985 gegründete Wurstfabrik in Nürnberg und Kapitalgeschäfte nach dem Ende der Spielerkarriere tragen den größten Teil. Spielergehälter der 1970er Jahre und das Managergehalt beim FC Bayern München fallen dagegen deutlich weniger ins Gewicht.
Wie groß ist die HoWe Wurstwaren KG und wer führt sie?
Das Unternehmen in Nürnberg produziert Nürnberger Rostbratwürste, beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und kam für 2025 auf einen geschätzten Jahresumsatz von etwa 53 Millionen Euro. Geschäftsführer ist seit Mai 2010 Florian Hoeneß, der Sohn von Uli Hoeneß. Inhaber ist die Familie Hoeneß.
Wie viel Steuern hat Uli Hoeneß hinterzogen?
Das Landgericht München II stellte im Urteil vom 13. März 2014 eine hinterzogene Steuersumme von 28,5 Millionen Euro fest. Anfang 2016 wurde berichtet, dass Hoeneß insgesamt rund 43 Millionen Euro an Steuern, Zinsen und Strafe gezahlt habe.
Wie lange war Uli Hoeneß in Haft?
Das Urteil lautete auf drei Jahre und sechs Monate. Die Haft begann am 2. Juni 2014 in Landsberg am Lech, die Entlassung erfolgte am 29. Februar 2016 nach rund 21 Monaten, der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Welche Ämter hatte Uli Hoeneß beim FC Bayern München?
Spieler in den 1970er Jahren, ab 1979 Manager und später Vorstandsvorsitzender der AG, von 2009 bis zum 14. März 2014 sowie vom 25. November 2016 bis zum 15. November 2019 Präsident des e.V. Seit dem 15. November 2019 ist er Ehrenpräsident und Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG.
Bildquellen:
Martin Black