Mensur Suljovic ist der einzige deutschsprachige Spieler, der ein großes Fernsehturnier im Darts gewonnen hat. Er kam als Flüchtling aus dem zerfallenden Jugoslawien nach Wien, lernte das Spiel im Kaffeehaus seiner Brüder und stand Jahre später auf Platz fünf der Weltrangliste. Wir schätzen das Vermögen von Mensur Suljovic auf rund 1,5 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Mensur Suljovic?
Woraus sich die Schätzung speist
Warum bei ihm anders gerechnet werden muss
Fast alle Spitzenspieler im Darts sind Briten und zahlen dort 45 Prozent Einkommensteuer. Suljovic lebt seit 1993 in Wien, und in Österreich greift ab einer Million Euro Jahreseinkommen ein Satz von 55 Prozent, in den Stufen darunter 50 und 48 Prozent.
In seinen Spitzenjahren blieb ihm damit weniger von jedem erspielten Pfund als einem Gary Anderson oder Peter Wright mit vergleichbaren Ergebnissen. Dazu kommen als Selbstständiger die Reise- und Ausrüstungskosten für vierzig und mehr Turniere im Jahr.
Der große Titel und die verpassten
Der Sieg in der Champions League of Darts
Sein wichtigster Erfolg kam im September 2017 in Cardiff. Bei einem Einladungsturnier der besten acht Spieler schlug er im Finale Gary Anderson mit 11:9, nachdem er in der Gruppenphase gegen denselben Gegner schon 10:3 gewonnen hatte. Das Preisgeld von 100.000 Pfund blieb sein höchster Einzelbetrag, keine andere Prämie seiner Laufbahn kam an diese Summe heran.
Das Turnier gehört allerdings nicht zu den neun Wettbewerben, die im Darts offiziell als Major gelten. Es wurde nur dreimal ausgetragen und danach eingestellt. Für die Einordnung heißt das: Suljovic hat einen bedeutenden Fernsehtitel, aber keinen der klassischen Majors.
Die zwei Major-Endspiele, die er verlor
Zweimal stand er in einem Finale, das dazugehört, und verlor beide:
- European Championship 2016, 1:11 gegen Michael van Gerwen: 40.000 Pfund für den zweiten Platz
- World Matchplay 2018 in Blackpool, 19:21 nach Verlängerung gegen Gary Anderson: 55.000 Pfund
Kein Endspiel in der Geschichte des Turniers hat länger gedauert. Suljovic hat in einem Interview im November 2025 erzählt, dass er am Tag vor diesem Finale wegen Schlaflosigkeit im Krankenhaus war. Es ist die Niederlage, die ihn am meisten Geld gekostet hat, denn der Sieger nahm 2018 in Blackpool 150.000 Pfund mit.
Die kleineren Titel und was sie brachten
Sieben PDC-Titel stehen in seiner Bilanz, und die meisten davon liegen im mittleren fünfstelligen Bereich:
- International Darts Open 2016 in Riesa, 6:5 gegen Kim Huybrechts, sein erster Titel überhaupt: 25.000 Pfund
- Danish Darts Open 2018, 8:3 gegen Simon Whitlock: 25.000 Pfund
- Austrian Darts Championship 2019 vor heimischem Publikum, 8:7 gegen Michael van Gerwen: 25.000 Pfund
- German Darts Masters 2018 in der Veltins-Arena Gelsenkirchen, 8:2 gegen Dimitri Van den Bergh: 20.000 Pfund
- zwei Players Championships, 2017 in Dublin und 2019 in Barnsley, mit jeweils fünfstelligen Prämien
Vier weitere Endspiele auf der European Tour hat er verloren, darunter 2021 in Gibraltar mit 0:8 gegen Gerwyn Price. Im Team stand er zweimal im Endspiel des World Cup of Darts, 2021 mit Rowby-John Rodriguez gegen Schottland und 2024 gegen England.
Der Abend in Gelsenkirchen war der ungewöhnlichste seiner Laufbahn: 20.210 Zuschauer sahen zu, damals ein Weltrekord für ein Dartsturnier. Vier Neundarter hat er außerdem geworfen, alle davon ohne Publikum und damit ohne die Prämien, die es für diesen Wurf im Fernsehen gibt.
Die Preisgeldkurve und was sie erklärt
Bei kaum einem Spieler lässt sich das Auf und Ab so deutlich in Zahlen lesen. Die Jahresverdienste aus Turnieren und der jeweilige Platz am Jahresende:
| Jahr | Preisgeld | Weltrangliste |
|---|---|---|
| 2016 | 217.750 £ | 8 |
| 2017 | 303.250 £ | 5 |
| 2018 | 317.500 £ | 7 |
| 2019 | 259.500 £ | 11 |
| 2020 | 114.750 £ | 20 |
| 2021 | 122.250 £ | 26 |
| 2022 | 69.250 £ | 30 |
| 2023 | 64.259 £ | 55 |
| 2024 | 71.000 £ | 56 |
| 2025 | 46.750 £ | 55 |
Die vier Jahre von 2016 bis 2019 brachten zusammen knapp 1,1 Millionen Pfund und damit mehr als die Hälfte seines gesamten Karriere-Preisgelds. Alles davor und alles danach fällt deutlich ab.
Für eine Vermögensschätzung ist dieser Verlauf der wichtigste Punkt. Wer vier Jahre lang sechsstellig verdient und danach fünfstellig, hat in der Spitzenzeit Steuern zum höchsten Satz gezahlt und lebt seit 2022 von einem Turnierverdienst, der eher dem eines gut verdienenden Angestellten entspricht. Ein Vermögen wächst so nicht weiter, es wird verwaltet.
Sein Platz in der Rangliste
Ende August 2026 stand Suljovic auf Platz 54 der Weltrangliste. Seine Tourkarte hält er seit 2011 durchgehend, jedes Mal über die Regel, dass die besten 64 sie behalten, die Q-School musste er nie besuchen. Bei der Weltmeisterschaft im Januar 2026 kam er in die dritte Runde und verlor dort 0:4 gegen Luke Littler.
Vom Aufhören will er nichts wissen. Für die Zeit nach der Laufbahn plant er eine eigene Darts-Akademie.
Was neben den Turnieren dazukommt
Gastronomie, Ausrüster und Sponsoren
Anders als die meisten Profis hatte Suljovic ein zweites Geschäft. In Wien betrieb er den Dart Club PN und später das Lokal The Gentle, aus dem sein Spitzname stammt. Beide hat er abgegeben, das Gentle übernahmen die Brüder Rodriguez.
Sein Ausrüster ist Legend Darts, der eine Signature-Serie unter seinem Namen verkauft. Die weiteren Sponsoren kommen überwiegend aus Deutschland, wo er durch die Fernsehübertragungen bekannter ist als in Österreich. Für Schauauftritte im deutschsprachigen Raum wird er regelmäßig gebucht, und dieser Teil hängt nicht am Weltranglistenplatz.
Der Pass, den er nicht hat
Ein Detail seiner Geschichte ist ungewöhnlich: Suljovic startet seit seinem PDC-Einstieg 2008 für Österreich, besitzt aber keine österreichische Staatsbürgerschaft. Zwei Anträge, 2014 und 2020, wurden abgelehnt.
Der Grund liegt in den Voraussetzungen, die Österreich stellt, unter anderem an das Einkommen der vergangenen Jahre. Bei einem Selbstständigen mit stark schwankenden Turniereinnahmen ist dieser Nachweis schwer zu führen. Für die Vermögensfrage ist das nebensächlich, für das Verständnis seiner Laufbahn nicht.
Was die Zahl nach oben und nach unten begrenzt
Nach oben spricht, dass er über zwei Jahrzehnte im Sport ist und in dieser Zeit auch mit der Gastronomie und im Softdart verdient hat. Im E-Dart war er mehrfach Europa- und Weltmeister, bevor er zu den klassischen Stahlpfeilen wechselte.
Nach unten sprechen die österreichische Steuerlast, die kurze Spitzenphase und der fehlende große Titel. Ein Weltmeistertitel brachte von 2019 bis 2025 eine halbe Million Pfund in einer Woche, im Januar 2026 erstmals eine Million, wie die Entwicklung beim Preisgeld der Darts-WM zeigt. Diese Summe fehlt in seiner Bilanz. Verglichen mit einem Luke Humphries, der drei Jahre brauchte, um ein Mehrfaches davon zu verdienen, zeigt sich, wie stark im Darts alles an den großen Endspielen hängt.
Häufige Fragen zum Vermögen von Mensur Suljovic
Wie hoch ist das Vermögen von Mensur Suljovic?
Wir schätzen es auf rund 1,5 Millionen Euro. Grundlage sind die Turnierpreisgelder seiner Laufbahn, Sponsoren, Schauauftritte und die Wiener Lokale, die er betrieben hat.
Wie viel Preisgeld hat er gewonnen?
Sein Karriere-Preisgeld steht bei 2,3 Millionen Euro. Der größte Einzelbetrag waren die 100.000 Pfund für den Sieg in der Champions League of Darts 2017.
Hat Mensur Suljovic einen Major-Titel?
Keinen der neun offiziellen Majors. Er gewann 2017 die Champions League of Darts, ein Einladungsturnier, das nach drei Auflagen eingestellt wurde. In Major-Endspielen stand er zweimal: 2016 bei der European Championship und 2018 beim World Matchplay, beide verlor er.
Was war sein bestes Jahr?
Sportlich 2017 mit Platz fünf der Weltrangliste, wirtschaftlich 2018 mit 317.500 Pfund Preisgeld. Die Jahre 2016 bis 2019 brachten zusammen mehr als die Hälfte seines gesamten Karriereverdienstes.
Woher kommt der Spitzname The Gentle?
Er steht in Zusammenhang mit seinem Wiener Lokal gleichen Namens. Passend dazu gilt Suljovic als einer der ruhigsten und höflichsten Spieler der Tour.
Ist Mensur Suljovic Österreicher?
Er lebt seit 1993 in Wien und startet für Österreich, hat aber keine österreichische Staatsbürgerschaft. Zwei Anträge wurden abgelehnt.
Spielt er noch auf der PDC-Tour?
Ja. Ende August 2026 stand er auf Platz 54 der Weltrangliste und hält seine Tourkarte seit 2011 ohne Unterbrechung.
Fotos: @MensurSuljovic / Facebook