Die PDC-Weltmeisterschaft im Alexandra Palace ist das Turnier, an dem im Darts alles hängt. Über drei Wochen zwischen Mitte Dezember und dem Jahreswechsel entscheidet sich, wer im Sport das große Geld verdient, denn kein anderes Turnier schüttet annähernd so viel aus. Ausgeschüttet werden 5 Millionen Pfund.
Die wichtigsten Daten zur kommenden Ausgabe:
- Termin: 11. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027, mit Weihnachtspause vom 24. bis 27. Dezember
- Austragungsort: Alexandra Palace in London, erstmals in der Great Hall mit über 5.200 Plätzen statt der West Hall mit 3.200
- Finaltag: erstmals ein Sonntag
- Teilnehmerfeld: 128 Spieler, davon mindestens vier Frauen
- Titelverteidiger: Luke Littler, der am 3. Januar 2026 mit 7:1 gegen Gian van Veen gewann
Der Vertrag mit dem Alexandra Palace läuft bis 2031, das Turnier bleibt also am selben Ort. Für die kommende Ausgabe wurden die Karten erstmals über ein Losverfahren nach dem Vorbild von Wimbledon vergeben, bei 180.000 Kartenwünschen.
Die Preisgeldstaffel im Detail
| Platzierung | Spieler | Preisgeld je Spieler |
|---|---|---|
| Sieger | 1 | 1.000.000 £ |
| Finalist | 1 | 400.000 £ |
| Halbfinale | 2 | 200.000 £ |
| Viertelfinale | 4 | 100.000 £ |
| Achtelfinale, letzte 16 | 8 | 60.000 £ |
| Dritte Runde, letzte 32 | 16 | 35.000 £ |
| Zweite Runde, letzte 64 | 32 | 25.000 £ |
| Erste Runde, letzte 128 | 64 | 15.000 £ |
| Gesamtausschüttung | 5.000.000 £ | |
Die Staffel geht exakt auf: Rechnet man alle Rundenprämien mit der Zahl der Spieler durch, kommen genau fünf Millionen Pfund heraus. Anders als bei Tennisturnieren gibt es keinen Rest für Qualifikationsrunden, weil die Vorqualifikation im Darts über die Ranglisten und nationale Turniere läuft und nicht am Austragungsort stattfindet.
Was die Verdoppelung wirklich verändert hat
Am 31. März 2025 verkündete die PDC die größte Preisgelderhöhung ihrer Geschichte, und sie fiel für einzelne Runden unterschiedlich aus. Die Siegerprämie stieg von 500.000 auf 1.000.000 Pfund, ebenso verdoppelten sich die Beträge für Finalist, Halbfinale und Viertelfinale.
Interessanter ist das untere Ende des Feldes. Wer in der ersten Runde ausscheidet, nahm zuvor 7.500 Pfund mit, heute sind es 15.000. Für einen Spieler jenseits der besten fünfzig ist das die eigentliche Nachricht, denn er finanziert damit einen erheblichen Teil seines Jahres. Reisen, Betreuer und Ausrüstung zahlen Dartsprofis selbst, ein Grundgehalt gibt es nicht.
Zugleich wurde das Feld zur Ausgabe im Januar 2026 von 96 auf 128 Spieler aufgestockt, und die gesetzten Spieler traten dort ebenfalls schon in Runde eins an. Es gibt kein Freilos mehr. Damit verteilt sich mehr Geld auf mehr Teilnehmer, was den Sprung nach oben relativiert.
Rechnerisch sieht das so aus: Die 64 Spieler, die in Runde eins ausscheiden, teilen sich 960.000 Pfund und damit fast so viel, wie der Sieger allein bekommt. Vor der Erhöhung waren es 32 Erstrundenverlierer mit zusammen 240.000 Pfund. Die untere Hälfte des Feldes hat also viermal so viel zu verteilen, gemessen an einem Turnier, das insgesamt doppelt so viel ausschüttet.
Diese Verschiebung ist im Darts der Kern der Debatte um die Verteilung. Ein Spieler zwischen Rang 50 und 100 finanziert seine Saison über Antritts- und Rundenprämien, nicht über Titel. Für ihn ist eine Verdoppelung der Erstrundenprämie mehr wert als jede Erhöhung des Siegerschecks.
Die Prämie für den Neundarter
Ein perfektes Spiel mit neun Darts wird gesondert bezahlt. Der Spieler erhält 60.000 Pfund, und der Sponsor legt zweimal denselben Betrag dazu: einmal an einen ausgelosten Zuschauer in der Halle, einmal an die gemeinnützige Organisation Prostate Cancer UK. Ein Neundarter ist damit 180.000 Pfund wert.
Ausgezahlt wird selten. Bei der Ausgabe vom Januar 2026 fiel kein Neundarter, obwohl es drei Fehlversuche am letzten Pfeil gab, unter anderem von Gary Anderson. Zuvor hatte es bei der Ausgabe vom Januar 2025 zwei gegeben: Christian Kist am 18. Dezember 2024 und Damon Heta am 27. Dezember 2024, wobei beide ihr Match trotz des perfekten Spiels verloren. Insgesamt sind bei der PDC-Weltmeisterschaft erst sechzehn Neundarter gefallen, der erste 2009 durch Raymond van Barneveld.
Was nach Steuern übrig bleibt
Die genannten Beträge sind Bruttosummen, und beim Preisgeld eines internationalen Turniers ist der Unterschied erheblich. Das Vereinigte Königreich hat einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent, und dieser greift bei einem Siegerscheck von einer Million Pfund in voller Höhe.
Für ausländische Spieler kommt eine Besonderheit dazu, die im britischen Sport seit den Olympischen Spielen 2012 immer wieder für Streit sorgt: Die Steuerbehörde rechnet Profis nicht nur das im Land erspielte Preisgeld zu, sondern auch einen Anteil ihrer weltweiten Sponsoreneinnahmen, bemessen an den Tagen, die sie im Land Wettkämpfe bestritten haben. Wer drei Wochen im Alexandra Palace spielt, versteuert also mehr als nur die Prämie.
Von einer Million Pfund bleiben einem britischen Sieger damit grob 550.000, und davon gehen Betreuer, Reisen und die Kosten des Jahres ab. Wie sich das über eine ganze Laufbahn auswirkt, zeigt der Blick auf die Preisgeld-Rangliste des Darts: Die dort geführten Summen sind Bruttowerte, das tatsächliche Vermögen der Spieler liegt deutlich darunter.
Die Entwicklung seit den Anfängen
Der Sprung auf fünf Millionen Pfund wird verständlich, wenn man die Reihe von hinten liest. 1994 lag das Gesamtpreisgeld bei 64.000 Pfund und die Siegerprämie bei 16.000. Zehn Jahre später waren es 256.000 und 50.000 Pfund. Im Jahr 2013 wurde erstmals die Million als Gesamtsumme erreicht, 2019 die zweieinhalb Millionen.
Danach kam ein ungewöhnlich langer Stillstand: Von 2019 bis 2025 blieben Gesamtsumme und Siegerprämie sieben Ausgaben in Folge unverändert. Genau dieser Rückstand erklärt die Verdoppelung, denn die Zuschauerzahlen und Fernsehquoten waren in derselben Zeit stark gestiegen.
Der Vergleich macht deutlich, welche Generation davon profitiert. Ein Phil Taylor gewann sechzehn Weltmeistertitel, davon acht in Serie, und erhielt dafür Prämien im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ein Luke Humphries nahm für seinen Titel im Januar 2024 noch 500.000 Pfund mit, zwei Jahre später war dieselbe Leistung doppelt so viel wert.
Alle Weltmeister und ihre Prämien
Die Tabelle führt jede Ausgabe seit 1994 mit Gesamtpreisgeld, Siegerprämie, Sieger und Finalist. Sie zeigt zugleich, wie sich die Dominanzverhältnisse verschoben haben, von Taylor über Michael van Gerwen bis zur heutigen Generation um Littler und Humphries.
| Jahr | Preisgeld (gesamt) | Gewinn Sieger | Sieger | Gewinn Finalist | Finalist |
|---|---|---|---|---|---|
| 2026 | 5.000.000 £ | 1.000.000 £ | Luke Littler | 400.000 £ | Gian van Veen |
| 2025 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Luke Littler | 200.000 £ | Michael van Gerwen |
| 2024 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Luke Humphries | 200.000 £ | Luke Littler |
| 2023 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Michael Smith | 200.000 £ | Michael van Gerwen |
| 2022 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Peter Wright | 200.000 £ | Michael Smith |
| 2021 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Gerwyn Price | 200.000 £ | Gary Anderson |
| 2020 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Peter Wright | 200.000 £ | Michael van Gerwen |
| 2019 | 2.500.000 £ | 500.000 £ | Michael van Gerwen | 200.000 £ | Michael Smith |
| 2018 | 1.800.000 £ | 400.000 £ | Rob Cross | 170.000 £ | Phil Taylor |
| 2017 | 1.650.000 £ | 350.000 £ | Michael van Gerwen | 160.000 £ | Gary Anderson |
| 2016 | 1.500.000 £ | 300.000 £ | Gary Anderson | 150.000 £ | Adrian Lewis |
| 2015 | 1.250.000 £ | 250.000 £ | Gary Anderson | 120.000 £ | Phil Taylor |
| 2014 | 1.050.000 £ | 250.000 £ | Michael van Gerwen | 100.000 £ | Peter Wright |
| 2013 | 1.000.000 £ | 200.000 £ | Phil Taylor | 100.000 £ | Michael van Gerwen |
| 2012 | 1.000.000 £ | 200.000 £ | Adrian Lewis | 100.000 £ | Andy Hamilton |
| 2011 | 1.000.000 £ | 200.000 £ | Adrian Lewis | 100.000 £ | Gary Anderson |
| 2010 | 1.000.000 £ | 200.000 £ | Phil Taylor | 100.000 £ | Simon Whitlock |
| 2009 | 735.000 £ | 125.000 £ | Phil Taylor | 60.000 £ | Raymond van Barneveld |
| 2008 | 605.000 £ | 100.000 £ | John Part | 50.000 £ | Kirk Shepherd |
| 2007 | 500.000 £ | 100.000 £ | Raymond van Barneveld | 50.000 £ | Phil Taylor |
| 2006 | 500.000 £ | 100.000 £ | Phil Taylor | 50.000 £ | Peter Manley |
| 2005 | 300.000 £ | 60.000 £ | Phil Taylor | 30.000 £ | Mark Dudbridge |
| 2004 | 256.000 £ | 50.000 £ | Phil Taylor | 25.000 £ | Kevin Painter |
| 2003 | 200.000 £ | 50.000 £ | John Part | 25.000 £ | Phil Taylor |
| 2002 | 200.000 £ | 50.000 £ | Phil Taylor | 25.000 £ | Peter Manley |
| 2001 | 124.000 £ | 33.000 £ | Phil Taylor | 18.000 £ | John Part |
| 2000 | 110.000 £ | 31.000 £ | Phil Taylor | 16.400 £ | Dennis Priestley |
| 1999 | 104.000 £ | 30.000 £ | Phil Taylor | 16.000 £ | Peter Manley |
| 1998 | 71.000 £ | 20.000 £ | Phil Taylor | 10.000 £ | Dennis Priestley |
| 1997 | 98.000 £ | 45.000 £ | Phil Taylor | 10.000 £ | Dennis Priestley |
| 1996 | 61.000 £ | 14.000 £ | Phil Taylor | 7.000 £ | Dennis Priestley |
| 1995 | 55.000 £ | 12.000 £ | Phil Taylor | 6.000 £ | Rod Harrington |
| 1994 | 64.000 £ | 16.000 £ | Dennis Priestley | 8.000 £ | Phil Taylor |
Preisgeld-Entwicklung im Zeitverlauf:
Auffällig ist die Dichte der Sieger im letzten Jahrzehnt. Zwischen 2018 und 2026 gewannen sieben verschiedene Spieler den Titel, darunter Peter Wright zweimal und Gerwyn Price einmal. In den zwei Jahrzehnten davor hatte praktisch immer derselbe Spieler gewonnen.
Häufige Fragen zum Preisgeld der Darts-WM
Wie hoch ist das Preisgeld für den WM-Sieg?
Eine Million Pfund. Dieser Betrag wurde bei der Ausgabe im Januar 2026 erstmals ausgeschüttet, davor waren es 500.000 Pfund.
Wie hoch ist das Gesamtpreisgeld?
Fünf Millionen Pfund. Die PDC hat diese Summe für die kommende Ausgabe bestätigt, die Aufteilung auf die Runden aber noch nicht eigens verkündet.
Was bekommt man für eine Niederlage in der ersten Runde?
15.000 Pfund. Bei der Ausgabe im Januar 2025 waren es noch 7.500 Pfund, der Betrag hat sich also ebenfalls verdoppelt.
Wie viel bringt ein Neundarter?
Der Spieler erhält 60.000 Pfund. Dazu gehen jeweils weitere 60.000 Pfund an einen ausgelosten Zuschauer und an Prostate Cancer UK, insgesamt also 180.000 Pfund.
Wie viel Steuer fällt auf das Preisgeld an?
Das Preisgeld wird im Vereinigten Königreich versteuert, wo der Spitzensatz bei 45 Prozent liegt. Bei ausländischen Spielern rechnet die Steuerbehörde zusätzlich einen Anteil der weltweiten Sponsoreneinnahmen an, bemessen an den im Land verbrachten Wettkampftagen.
Wann findet die nächste Darts-WM statt?
Vom 11. Dezember 2026 bis zum 3. Januar 2027 im Alexandra Palace in London, erstmals in der größeren Great Hall und erstmals mit einem Finale am Sonntag.
Wer ist amtierender Weltmeister?
Luke Littler, der den Titel am 3. Januar 2026 mit 7:1 gegen Gian van Veen verteidigte. Er war der erste Spieler seit Gary Anderson 2016, dem eine Titelverteidigung gelang.
Foto: @mvgofficial / Facebook