Gianluigi Buffon stand fast drei Jahrzehnte im Tor, wurde 2006 mit Italien Weltmeister und verdiente allein bei Juventus Turin in 19 Spielzeiten rund 84 Millionen Euro netto. Einen erheblichen Teil davon verlor er abseits des Platzes: In die Textilgruppe Zucchi steckte er ab 2009 rund 27 Millionen Euro, und als er 2016 ausstieg, war der größte Teil davon weg. Wir schätzen das Vermögen von Gianluigi Buffon auf rund 70 Millionen Euro. Getragen wird es von den Vereinsgehältern und den Werbeverträgen, nicht von seinen Beteiligungen.
Wie hoch ist das Vermögen von Gianluigi Buffon?
Die 84 Millionen Euro aus Turin sind der Grundstock, und sie sind bereits Nettobeträge. Dazu kommen eine Saison bei Paris Saint-Germain, zwei Spielzeiten bei Parma am Ende der Laufbahn und die Werbeeinnahmen aus mehr als zwei Jahrzehnten. Dagegen stehen rund 20 Millionen Euro, die ihn das Engagement bei Zucchi nach übereinstimmenden Berichten gekostet hat, und die Verluste bei Carrarese, dem Klub seiner Heimatstadt. Fast jeden vierten Euro, den Juventus ihm netto überwiesen hat, hat er als Unternehmer also wieder verloren.
Nach unserer Schätzung kommt Gianluigi Buffon auf rund 70 Millionen Euro. Brutto hat Juventus für ihn deutlich mehr aufgewendet, weil Spitzengehälter in Italien mit fast der Hälfte besteuert werden. Für das Vermögen zählt aber, was nach Steuern bleibt, und genau deshalb liegen Rechnungen, die Bruttogehälter addieren, bei Profis mit langer Karriere regelmäßig zu hoch; derselbe Effekt zeigt sich bei Gareth Bale. Seit dem Karriereende im Sommer 2023 fließt kein Spielergehalt mehr, neue Einnahmen kommen vor allem aus der Werbung.
Ablöse und Gehälter: die Jahre auf dem Platz
Die Rekordablöse von Parma nach Turin
Buffon stammt aus Carrara in der Toskana und kam 1991 in die Jugend des AC Parma. Am 19. November 1995 stand er beim 0:0 gegen den AC Mailand erstmals in der Serie A im Tor, 1999 gewann er mit Parma den UEFA-Pokal und den italienischen Pokal. Im Juli 2001 kaufte Juventus ihn für rund 105 Milliarden Lire, umgerechnet gut 54 Millionen Euro. 75 Milliarden flossen in bar, den Rest verrechneten die Klubs über den Wechsel von Jonathan Bachini nach Parma. Nie zuvor war für einen Torhüter so viel gezahlt worden.
Die Ablöse ging an Parma, für Buffon selbst zählte der Vertrag. Sein erstes Gehalt in Turin lag bei rund fünf Millionen Euro netto im Jahr.
Was Juventus ihm zahlte
Im Sommer 2006 wurde Juventus im Zuge des Calciopoli-Skandals in die Serie B versetzt. Viele Stars gingen, darunter Zlatan Ibrahimovic, Buffon blieb, obwohl er gerade Weltmeister geworden war. Er verzichtete freiwillig auf ein Fünftel seines Gehalts und spielte die Saison in der Serie B und die folgende Spielzeit für vier statt fünf Millionen Euro netto.
Danach stieg das Gehalt wieder, ab der Saison 2012/13 erhielt er sechs Millionen Euro netto im Jahr, den höchsten Wert seiner Laufbahn. In diese Jahre fallen die Meistertitel ab 2012, an der Seite von Spielern wie Paul Pogba. Als er 2019 nach Turin zurückkehrte, unterschrieb er für 1,5 Millionen Euro, ein Viertel seines früheren Spitzengehalts, und war dort Ersatz hinter Wojciech Szczesny in einer Mannschaft mit Cristiano Ronaldo.
Zusammengerechnet kam er in 19 Spielzeiten bei Juventus auf rund 84 Millionen Euro netto. Für die italienische Nationalmannschaft bestritt er zwischen 1997 und 2018 insgesamt 176 Länderspiele, 2006 gewann er in Deutschland den Weltmeistertitel.
Paris, Rückkehr und das Ende bei Parma
Im Sommer 2018 verließ Buffon Juventus ablösefrei und unterschrieb für ein Jahr bei Paris Saint-Germain, wo er neben Neymar und Kylian Mbappé spielte und 2019 französischer Meister wurde. Das Jahr in Paris brachte ihm nach Berichten italienischer Sportmedien rund fünf Millionen Euro. Einen Überblick über die Gehaltsstruktur des Klubs gibt es in unserem Artikel zu den PSG-Gehältern.
Im Sommer 2021 ging er zurück zu Parma, das gerade in die Serie B abgestiegen war. Dort verdiente er nach Berichten rund 850.000 Euro netto im Jahr, ein Bruchteil früherer Summen. Am 2. August 2023 gab er sein Karriereende bekannt, knapp 28 Jahre nach seinem ersten Spiel in der Serie A.
Beteiligungen und Verluste abseits des Platzes
Zucchi: der teuerste Fehlgriff
Im September 2009 stieg Buffon bei der börsennotierten Vincenzo Zucchi ein, einem Hersteller von Bett- und Haushaltswäsche aus der Lombardei, zunächst mit gut zwei Prozent. Über seine Holding wurde er mit 56 Prozent Mehrheitsaktionär und saß als erster aktiver Fußballer im Verwaltungsrat eines börsennotierten Unternehmens. Als die Gruppe frisches Geld brauchte, schoss er 2011 und 2013 zusammen mehr als 20 Millionen Euro nach.
Gerettet hat das die Investition nicht. Nach einem Sanierungsabkommen vom 23. Dezember 2015 übernahm der französische Fonds Astrance Capital die Kontrolle, im Juli 2016 gab Buffon seine gesamte Beteiligung an das Unternehmen ab. Investiert hatte er rund 27 Millionen Euro, verloren nach übereinstimmenden Berichten etwa 20 Millionen. Zucchi arbeitete danach unter neuer Führung weiter.
Carrarese: der Klub der Heimatstadt
Ab 2010 war Buffon an der Carrarese Calcio beteiligt, dem Traditionsklub aus Carrara, drei Jahre lang als Alleineigentümer und Präsident. Er übernahm einen Verein mit hohen Altschulden und fand in der Stadt keine Mitstreiter, die die Kosten mittragen wollten. Im Sommer 2015 gab er 70 Prozent an einen römischen Immobilienunternehmer ab, nach Berichten für 10.500 Euro, und blieb mit 30 Prozent beteiligt.
Die neue Konstellation hielt nicht. Die beiden Gesellschafter zerstritten sich, und am 11. März 2016 erklärte das Gericht in Massa den Verein für zahlungsunfähig. Wie viel Geld Buffon in den Klub gesteckt hat, ist nicht veröffentlicht; er selbst sprach beim Ausstieg davon, er habe wirklich viel investiert.
Puma, Hotel und Strandbetrieb
Das beständigste Nebengeschäft war die Werbung. Puma stattet ihn seit Anfang der 2000er-Jahre aus und schloss im Dezember 2011 eine Partnerschaft auf Lebenszeit mit ihm, samt eigener Handschuhlinien unter seinem Namen. Beträge zu diesem Vertrag sind nicht veröffentlicht.
Daneben investierte Buffon in Betriebe in seiner Heimatregion. In der Versilia erwarb er einen Strandbetrieb und ein Hotel, in Marina di Carrara gründete er ein Diagnosezentrum. Zu Umsatz und Wert dieser Betriebe ist nichts veröffentlicht.
Funktionär und Familie
Delegationsleiter der Nationalmannschaft
Kurz nach dem Karriereende holte ihn der italienische Verband im August 2023 als Delegationsleiter der Nationalmannschaft zurück, ein Amt zwischen Verbandsführung, Trainerstab und Mannschaft. Zur Vergütung ist nichts veröffentlicht. Nachdem Italien die Weltmeisterschaft 2026 in den Playoffs gegen Bosnien und Herzegowina verpasst hatte, trat er am 2. April 2026 zurück, unmittelbar nach dem Rücktritt von Verbandspräsident Gabriele Gravina.
Ein Angebot für eine neue Aufgabe im Verband schlug er im Juli 2026 nach Medienberichten aus. Ein festes Einkommen aus dem Fußball hat er seit dem Rücktritt vom April 2026 nicht mehr.
Familie
Seit dem 28. September 2024 ist Buffon mit der Fernsehjournalistin Ilaria D’Amico verheiratet, die Feier fand in der Toskana statt. Aus seiner früheren Ehe mit dem tschechischen Model Alena Seredova hat er zwei Kinder, mit D’Amico ein weiteres.
Häufige Fragen zu Gianluigi Buffon
Wie hoch ist das Vermögen von Gianluigi Buffon?
Wir schätzen das Vermögen von Gianluigi Buffon auf rund 70 Millionen Euro. Den Grundstock bilden rund 84 Millionen Euro netto aus 19 Spielzeiten bei Juventus, gemindert um die Verluste bei Zucchi und Carrarese.
Woher kommt das Vermögen von Gianluigi Buffon?
Aus den Vereinsgehältern bei Parma, Juventus und Paris Saint-Germain, aus der langjährigen Partnerschaft mit Puma und aus kleineren Betrieben in der Toskana. Seine größte Unternehmensbeteiligung, die Textilgruppe Zucchi, hat ihn dagegen Geld gekostet.
Wie viel verdiente Gianluigi Buffon bei Juventus Turin?
In 19 Spielzeiten kam er auf rund 84 Millionen Euro netto. Den höchsten Wert erreichte er ab der Saison 2012/13 mit sechs Millionen Euro netto im Jahr, bei seiner Rückkehr 2019 unterschrieb er für 1,5 Millionen.
Wie viel Geld verlor Gianluigi Buffon mit der Firma Zucchi?
Zwischen 2009 und 2016 investierte er rund 27 Millionen Euro in den Wäschehersteller, verloren hat er nach übereinstimmenden Berichten etwa 20 Millionen. Im Juli 2016 gab er seine Beteiligung vollständig ab.
Verdient Gianluigi Buffon noch Geld mit Fußball?
Ein Spielergehalt bezieht er seit dem Karriereende im August 2023 nicht mehr. Von August 2023 bis April 2026 war er Delegationsleiter der italienischen Nationalmannschaft, eine Vergütung dafür ist nicht veröffentlicht. Laufende Einnahmen stammen vor allem aus der Werbung.
Bildquellen:
Doha Stadium Plus Qatar from Doha, Qatar [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons