Milliarden Euro
Sitz der HoldingLuxemburg
Anteil der Familie an der JAB Holdingrund 90 Prozent
GesellschafterRenate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann, Stefan Reimann-Andersen, Matthias Reimann-Andersen
Erbanteil je Kind 1984 an Joh. A. Benckiser11,1 Prozent
Ursprung des VermögensJoh. A. Benckiser, gegründet 1823
FirmaJAB Holding Company s.à r.l.

Die Familie Reimann ist eine der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Nach außen tritt sie fast ausschließlich über ihre Beteiligungsgesellschaft JAB Holding Company auf, Interviews geben die Gesellschafter nicht. Das Geld stammt aus einem Chemiebetrieb in Ludwigshafen am Rhein, aus dem über mehr als 170 Jahre ein weltweites Portfolio aus Reinigungsmitteln, Kosmetik, Kaffee und Gastronomie geworden ist, gehalten wird es heute von vier Geschwistern, die damit zu den reichsten Deutschen zählen. Mit Konny Reimann, dem bekannten USA-Auswanderer, besteht keine Verbindung. Wir schätzen das Vermögen der Familie Reimann auf rund 22 Milliarden Euro.

Wie viel verdient Familie Reimann pro Sekunde?

Legt man das geschätzte Vermögen von Familie Reimann zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Familie Reimann auf rund 49 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 175.679 Euro und einem Verdienst von rund 4,22 Millionen Euro pro Tag.

Verdienst pro Sekunde 49 Euro
Stundenlohn 175.679 Euro
Verdienst pro Sekunde 49 Euro
Verdienst pro Minute 2.928 Euro
Stundenlohn 175.679 Euro
Verdienst pro Tag 4,22 Millionen Euro
Einkommen pro Monat 128,33 Millionen Euro
Einkommen pro Jahr 1,54 Milliarden Euro

Wie hoch ist das Vermögen der Familie Reimann?

Reichtum der Familie Reimann Nach unserer Schätzung kommt die Familie Reimann auf rund 22 Milliarden Euro. Die Summe steckt nicht in Gehältern oder Gagen, sondern in Unternehmensanteilen, die über die JAB Holding Company s.à r.l. mit Sitz in Luxemburg gebündelt sind. Die Schätzung stützt sich auf die bekannten Beteiligungsquoten, auf die Börsenwerte der notierten Töchter und auf die Kaufpreise realisierter Verkäufe. Weil ein erheblicher Teil der Beteiligungen nicht börsennotiert ist, bleibt der Wert eine Schätzung und keine Bilanz.

Worauf sich diese Zahl bezieht und worauf nicht

Gemeint sind damit die vier Gesellschafter, die nach dem Erbfall von 1984 im Unternehmen geblieben sind, und deren gemeinsamer Anteil an der JAB Holding. Die vier Einzelartikel auf dieser Seite führen jeden von ihnen mit demselben Betrag, weil die persönlichen Quoten nicht offengelegt sind und eine Aufteilung deshalb nicht belegbar wäre. Addiert ergeben die vier Einzelschätzungen genau die Summe, die in diesem Artikel steht.

Zwei Gruppen sind darin nicht enthalten: die Erben, die sich in den 1990er Jahren auszahlen ließen und ihr Geld seither über das 2006 gegründete Family Office Reimann Investors in Grünwald bei München getrennt anlegen, und die sechste Generation, die über die Finanzholdings Parentes und Donata beteiligt ist. Wer den Familiennamen weiter fasst, kommt deshalb zwangsläufig auf eine höhere Zahl. Ein zweiter Grund für abweichende Angaben ist die Währung: Internationale Ranglisten rechnen in US-Dollar, der Steckbrief auf dieser Seite in Euro.

Warum kein Gehalt in die Rechnung eingeht

Die Familie greift nicht in das operative Geschäft ein, geführt werden die Beteiligungen von den Partnern der Holding. Keiner der vier Gesellschafter taucht deshalb im Vergütungsbericht eines Portfoliounternehmens auf, ein Jahreseinkommen lässt sich nicht seriös beziffern. Was zufließt, sind Ausschüttungen und Wertsteigerungen aus den Beteiligungen, deren Höhe die Familie nicht veröffentlicht.

Die vier Erben und ihre Anteile

Nach dem Tod von Albert Reimann junior im Jahr 1984 erhielt jedes seiner neun Kinder einen gleich großen Erbanteil an der Joh. A. Benckiser GmbH, nämlich 11,1 Prozent. Fünf Erben ließen sich danach auszahlen, vier blieben beteiligt und halten heute gemeinsam rund 90 Prozent der JAB Holding Company; die restlichen etwa zehn Prozent liegen mehrheitlich bei den Seniorpartnern der Holding, unter ihnen Peter Harf, Bart Becht und Olivier Goudet. Zwei der vier, die Brüder Reimann-Andersen, wurden 1967 von Albert Reimann junior adoptiert.

Renate Reimann-Haas

Renate Reimann-Haas erbte 1984 wie ihre Geschwister 11,1 Prozent an der Joh. A. Benckiser GmbH und ist seither Gesellschafterin, ohne ein operatives Amt zu übernehmen. Sie promovierte in Chemie und arbeitete bis Mitte der 2000er Jahre am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, 2006 nahm sie zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft an. Ihre heutige Quote hat die Familie nie offengelegt, die Einordnung ihres Vermögens steht im eigenen Artikel.

Wolfgang Reimann

Wolfgang Reimann hält seinen Anteil ebenfalls seit dem Erbfall von 1984 und ist wie seine Schwester promovierter Chemiker. Ein Amt in einem der Portfoliounternehmen hat er nicht, Forbes führt ihn als deutschen Staatsbürger mit Wohnsitz in Passau. Belegt sind allein der Erbanteil von 11,1 Prozent und der gemeinsame Anteil der vier von rund 90 Prozent, die Einzelheiten stehen im eigenen Artikel.

Stefan Reimann-Andersen

Stefan Reimann-Andersen, geboren am 13. Juli 1963, sitzt im Gesellschafterausschuss der JAB Holding und ist der einzige der vier mit einer belegten Führungsaufgabe außerhalb der Familienholding. Nach seiner Promotion in Chemie 1991 in Heidelberg arbeitete er in der Helmut Kügel GmbH im oberfränkischen Hirschaid und war dort von 1997 bis 2005 Geschäftsführer, 2006 nahm er die österreichische Staatsbürgerschaft an. Sein Erbanteil lag 1984 bei 11,1 Prozent, die heutige Quote ist nicht offengelegt, die Einordnung steht im eigenen Artikel.

Matthias Reimann-Andersen

Matthias Reimann-Andersen, geboren am 30. März 1965, gehört wie sein Bruder dem Gesellschafterausschuss der Holding an und gilt als enger Vertrauter des langjährigen Holding-Chefs Peter Harf. Auch er erbte 1984 einen Anteil von 11,1 Prozent und nahm 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft an. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern gründete er 2005 die Benckiser Stiftung Zukunft, die Einordnung seines Vermögens steht im eigenen Artikel.

Die JAB Holding Company und ihr Portfolio

Rechtsform, Sitz und Beteiligungsstruktur

Einkommen der Familie Reimann Die JAB Holding Company s.à r.l. ist eine Gesellschaft luxemburgischen Rechts und wurde 2012 als Nachfolgegesellschaft der Joh. A. Benckiser GmbH errichtet. Kontrolliert wird sie über zwei in Wien ansässige Gesellschaften, die Agnaten SE und die Lucresca SE. Im Konzernabschluss erscheint als Hauptgesellschafter die Agnaten SE und keine natürliche Person, aus den Registern lässt sich deshalb nur der gemeinsame Anteil der Familie ablesen.

Die wichtigsten Beteiligungen

Das Portfolio verteilt sich auf Kosmetik, Kaffee, Gastronomie und seit einigen Jahren auf Tiermedizin und Tierversicherung:

  • Coty Inc., kontrollierende Beteiligung: Clairol, Max Factor, Rimmel, Wella, Kylie Cosmetics, dazu Düfte von Calvin Klein, Gucci, Hugo Boss, Beyoncé und Joop!
  • Keurig Dr Pepper, 2018 aus Keurig Green Mountain und Dr Pepper Snapple entstanden
  • Krispy Kreme, Ankeraktionär seit dem Börsengang der Donut-Kette 2021
  • Panera Brands mit Panera Bread, Caribou Coffee und Einstein Bros Bagels
  • Pret A Manger und Espresso House im Gastronomiegeschäft
  • Pinnacle Pet Group und National Veterinary Associates rund um Haustiere
  • Reckitt, reduzierte Restbeteiligung aus dem Benckiser-Erbe

Den Einstieg in das Geschäft mit Haustieren machte im Februar 2019 der Kauf der US-Kette Compassion-First Pet Hospitals für 1,2 Milliarden US-Dollar. Für 2024 wiesen die daraus entstandenen Plattformen Pinnacle Pet Group und Independence Pet Holdings weltweite Erlöse von mehr als drei Milliarden US-Dollar aus.

Käufe und Verkäufe als Geschäftsmodell

Ein Teil des Vermögens ist nicht durch Halten, sondern durch Verkaufen entstanden. Im Mai 2011 kaufte JAB den britischen Schuhhersteller Jimmy Choo für 576 Millionen Euro, brachte ihn 2014 an die Londoner Börse und verkaufte ihn im Juli 2017 für 1,2 Milliarden US-Dollar an Michael Kors.

Die größte Bewegung der jüngeren Zeit betrifft den Kaffee. Am 25. August 2025 kündigte Keurig Dr Pepper an, den Kaffeekonzern JDE Peet’s zu übernehmen, dessen größter Anteilseigner die JAB Holding war. Der Preis lag bei 31,85 Euro je Aktie und damit bei rund 15,7 Milliarden Euro. Abgeschlossen wurde die Übernahme am 1. April 2026, letzter Handelstag der JDE-Peet’s-Aktie war der 29. April 2026. Angekündigt ist, den Konzern anschließend in zwei eigenständige, in den USA notierte Gesellschaften aufzuteilen. Mit diesem Portfolio zählt die Familie auch zu den reichsten Menschen der Welt.

Vom Chemiebetrieb in Ludwigshafen zum Markenkonzern

Die Gründung und der Aufstieg der Joh. A. Benckiser GmbH

Vermögen der Reimanns 1823 erwarb Johann Adam Benckiser eine Salmiakhütte in Pforzheim, 1851 gründete der Chemiker Ludwig Reimann gemeinsam mit ihm eine Chemiefabrik und heiratete in die Familie Benckiser ein. 1858 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Ludwigshafen am Rhein, wo aus dem Geschäft mit Wein- und Zitronensäure sowie Phosphaten ein Hersteller von Reinigungs- und Pflegeprodukten wurde. Albert Reimann junior, geboren 1898 und gestorben 1984, trat 1923 ein, übernahm Mitte der 1930er Jahre die Führung und brachte den Wasserenthärter Calgon und das Spülmittel Calgonit heraus.

1999 fusionierte Joh. A. Benckiser mit dem britischen Börsenunternehmen Reckitt & Colman zu Reckitt Benckiser, dem Konzern hinter Vanish, Finish, Air Wick, Clearasil, Durex, Cillit Bang und Sagrotan. Seit 2021 tritt das Unternehmen unter dem Kurznamen Reckitt auf, die Rechtsform heißt weiter Reckitt Benckiser Group plc. Der Zusammenschluss ermöglichte zugleich die Auszahlung jener Erben, die aussteigen wollten; ihre Beteiligung an dem Konzern hat die Familie seither stark zurückgefahren.

Kosmetik und Kaffee als zweites und drittes Standbein

1992 kaufte Benckiser den Duft- und Kosmetikhersteller Coty vom US-Pharmakonzern Pfizer. Von 1996 bis zum Börsengang 2013 war die Familie Alleineigentümerin, seither ist sie über die JAB Holding kontrollierende Aktionärin.

Das dritte Feld ist Kaffee und war lange das größte. 2012 übernahm JAB die US-Kaffeehauskette Peet’s Coffee & Tea für rund eine Milliarde US-Dollar, im selben Jahr folgte Caribou Coffee für 340 Millionen US-Dollar, 2013 kam der niederländische Kaffee- und Teemarktführer D.E Master Blenders 1753 mit Douwe Egberts und Senseo hinzu. Die größte Einzelinvestition war im März 2016 der Kauf des Kapselherstellers Keurig Green Mountain für 13,9 Milliarden US-Dollar durch ein von JAB geführtes Konsortium. Im Mai 2016 folgte Krispy Kreme für 1,35 Milliarden US-Dollar, im April 2017 Panera Bread für 7,5 Milliarden US-Dollar und im Mai 2018 die britische Kette Pret A Manger.

Die von der Familie beauftragte Aufarbeitung

Ab Juli 2016 ließ die Familie den Wirtschaftshistoriker Paul Erker von der Universität München die Familien- und Unternehmensgeschichte im Nationalsozialismus untersuchen, sein Buch dazu erschien im Juli 2023. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Albert Reimann senior und Albert Reimann junior das NS-Regime unterstützten und dass im Betrieb Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Die vier heutigen Gesellschafter waren zu dieser Zeit nicht geboren.

Nachdem die Zwischenergebnisse im März 2019 öffentlich geworden waren, sagte die Familie zehn Millionen Euro für eine geeignete Organisation zu. Im Juni 2019 wandelte sie die 2005 gegründete Benckiser Stiftung Zukunft in die Alfred Landecker Foundation mit Sitz in Berlin um und änderte deren Stiftungszweck.

Häufige Fragen zur Familie Reimann

Wie hoch ist das Vermögen der Familie Reimann?

Wir schätzen es auf rund 22 Milliarden Euro. Der Betrag bezieht sich auf die vier Gesellschafter der JAB Holding und besteht fast vollständig aus Unternehmensanteilen, nicht aus Gehältern.

Wer gehört zur Familie Reimann?

Als Gesellschafter der JAB Holding sind vier Geschwister belegt: Renate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen. Zu jedem der vier gibt es auf dieser Seite einen eigenen Artikel. Weitere Erben ließen sich in den 1990er Jahren auszahlen und legen ihr Geld seither über das Family Office Reimann Investors getrennt an.

Woher kommt das Vermögen der Familie Reimann?

Aus einer 1823 gegründeten Chemiefabrik, aus der in Ludwigshafen der Reinigungsmittelhersteller Joh. A. Benckiser wurde. Über Fusionen und Zukäufe entstanden daraus Beteiligungen an Reckitt, Coty, Keurig Dr Pepper, Krispy Kreme und Panera Brands.

Ist Konny Reimann mit der Unternehmerfamilie Reimann verwandt?

Nein. Der Fernsehauswanderer Konny Reimann hat mit der Ludwigshafener Unternehmerfamilie und der JAB Holding nichts zu tun, die Namensgleichheit ist Zufall.

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