Milliarden Euro
Anteile an der Red Bull GmbH49 % bis 2022, danach Sohn Mark Mateschitz
Lebensgefährtin bis 2022Marion Feichtner
Geburtsdatum20. Mai 1944
Geboren inSankt Marein im Mürztal / Österreich
NationalitätÖsterreich
Todesdatum22. Oktober 2022 († 78 Jahre)
Verstorben inSt. Wolfgang im Salzkammergut, Österreich
BerufUnternehmer
Voller NameDietrich Mateschitz
SpitznameDidi Mateschitz
Kinder1
GegründetRed Bull

Dietrich Mateschitz war ein österreichischer Unternehmer und der Gründer des Getränkekonzerns Red Bull. Der 1944 in der Steiermark geborene Marketingfachmann brachte 1984 mit dem thailändischen Unternehmer Chaleo Yoovidhya ein Energiegetränk auf den Weg, aus dem eine der weltweit meistverkauften Marken wurde. Bis zu seinem Tod am 22. Oktober 2022 hielt er 49 Prozent an der Red Bull GmbH, dazu eine eigene Firmengruppe mit Immobilien, Wald und Gastronomie. Sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes schätzen wir auf rund 24,7 Milliarden Euro.

Wie hoch ist das hinterlassene Vermögen von Dietrich Mateschitz?

Zum Zeitpunkt seines Todes im Oktober 2022 lag sein geschätztes Vermögen bei rund 24,7 Milliarden Euro. Das ist ein Stichtagswert, der nicht mehr weiterwächst, denn der Bestand ging vollständig auf seinen Sohn über. Fast alles davon steckte in einer einzigen Position, dem Anteil von 49 Prozent an der Red Bull GmbH, dazu kam die eigene Firmengruppe.

Im Artikel zu seinem Sohn Mark Mateschitz steht für dasselbe Paket ein deutlich höherer Wert. Der Unterschied liegt am Stichtag: Für das Geschäftsjahr 2022 wies Red Bull einen Konzernumsatz von 9,684 Milliarden Euro aus, für 2025 waren es 12,20 Milliarden Euro. Der Anteil ist derselbe geblieben, das Unternehmen dahinter gewachsen. In den Aufstellungen der reichsten Menschen der Welt wurde er bis zu seinem Tod geführt, in der Liste der reichsten Österreicher stand über ihm nur der Familienverbund um Ferdinand Piëch und Porsche.

Der Anteil an der Red Bull GmbH als Kern der Schätzung

Dietrich Mateschitz Vermögen Mateschitz hielt seine 49 Prozent nicht persönlich, sondern über die Distribution & Marketing GmbH mit Sitz in Fuschl am See. Die übrigen 51 Prozent lagen und liegen bei der thailändischen Familie Yoovidhya: 49 Prozent über die Hongkonger Familienholding T.C. Agrotrading, die verbliebenen 2 Prozent bei Chalerm Yoovidhya, dem Sohn des Mitgründers. Diese zwei Prozentpunkte begründen die thailändische Mehrheit, obwohl beide Familienstämme gleich große Blöcke halten.

Weil die Red Bull GmbH nicht börsennotiert ist, gibt es für den Anteil keinen laufenden Kurs. Die Bewertung leitet sich aus Umsatz, Absatz und Ertragskraft ab, weshalb die Schätzungen internationaler Ranglisten für dieses Paket regelmäßig um Milliardenbeträge auseinanderlagen. Die Arbeitsteilung stand seit der Gründung fest: Chaleo Yoovidhya brachte das Ausgangsprodukt ein, Mateschitz die Lizenzrechte und die Geschäftsführung.

Was dem Konzern gehörte und was ihm selbst

Bei den bekanntesten Aushängeschildern wird die Zurechnung häufig falsch gemacht. Die Formel-1-Rennställe, die Fußballklubs FC Red Bull Salzburg, RB Leipzig und New York Red Bulls, das Eishockeyteam EHC Red Bull München, der Hangar-7 samt Flugzeugsammlung, das Red Bull Media House und ServusTV gehörten zum Konzern, nicht zum Privatbesitz von Dietrich Mateschitz. Ihm zurechenbar war allein sein Anteil an der Gesellschaft, die diese Aktivitäten hält.

Praktisch bedeutet das: Die Gehälter der Formel-1-Fahrer, die Bezüge von Führungsleuten wie Helmut Marko und die Verträge der Fahrer von Sebastian Vettel bis Max Verstappen waren Aufwand des Rennstalls und minderten dessen Ergebnis. Für die Vermögensfrage zählen sie nur mittelbar, weil sie in den Konzernzahlen stecken, aus denen sich die Bewertung ableitet.

Wie das Geschäft mit dem Energydrink entstand

Vom Marketingmann zum Lizenznehmer

Mateschitz studierte an der Wiener Hochschule für Welthandel und schloss 1972 ab. Danach arbeitete er im Markenartikelgeschäft, zunächst bei Unilever, später als internationaler Marketingleiter beim Zahnpastahersteller Blendax. Auf einer Geschäftsreise nach Thailand lernte er zu Beginn der Achtzigerjahre das Tonikum Krating Daeng kennen, dessen Name übersetzt roter Stier bedeutet.

1984 gründete er gemeinsam mit dem Hersteller Chaleo Yoovidhya die Red Bull GmbH mit Sitz in Fuschl am See. Beide Gründer brachten je 500.000 US-Dollar Startkapital ein, Mateschitz erhielt 49 Prozent, Chaleo Yoovidhya ebenfalls 49 Prozent und dessen Sohn Chalerm die restlichen 2 Prozent. Vertraglich sicherte sich Mateschitz die Lizenzrechte für die Vermarktung außerhalb Thailands und die Geschäftsführung. Die Rezeptur wurde für den europäischen Geschmack angepasst und in der schmalen Dose neu verpackt.

Der lange Anlauf bis zur Profitabilität

Dietrich Mateschitz Red Bull Am 1. April 1987 kam Red Bull in Österreich in den Handel. Der Start war zäh, weil es die Produktkategorie Energydrink im deutschsprachigen Raum noch nicht gab. Die ersten Geschäftsjahre schrieb das Unternehmen Verluste, erst gegen Ende der Achtzigerjahre trug sich das Geschäft selbst.

Die Auslandsexpansion begann 1992 in Ungarn und Slowenien, 1994 folgten Deutschland und Großbritannien, 1997 die Vereinigten Staaten. Ende 2022, im letzten Geschäftsjahr zu seinen Lebzeiten, war das Getränk in 175 Ländern erhältlich, der Konzern beschäftigte 15.779 Personen.

Sport und Medien statt klassischer Werbung

Der zweite Teil der Geschichte ist eine Marketingentscheidung. Statt klassischer Anzeigenwerbung setzte Mateschitz auf Sponsoring in Extremsportarten und später auf eigene Formate, die der Konzern selbst produzierte und vermarktete, das bekannteste davon der Stratosphärensprung von Felix Baumgartner im Oktober 2012.

Vom Sponsor wurde der Konzern schrittweise zum Eigentümer. Ende 2004 kaufte Red Bull den Formel-1-Rennstall Jaguar Racing, der ab 2005 als Red Bull Racing antrat, ein Jahr später kam Minardi dazu, aus dem die Scuderia Toro Rosso wurde. 2005 übernahm der Konzern den Fußballklub Austria Salzburg, 2006 die MetroStars in New York, 2009 folgte die Gründung von RB Leipzig. Dazu kam der eigene Medienarm: 2007 entstand das Red Bull Media House, im selben Jahr übernahm die Gruppe den Salzburger Regionalsender, der seit Oktober 2009 unter dem Namen ServusTV sendet. Der Kauf ganzer Klubs, Rennställe und Sender war kein Sammeln von Trophäen, sondern der Zugriff auf Sendezeit und Aufmerksamkeit.

Sein Vermögen neben dem Getränkegeschäft

Firmengruppe, Immobilien und Wald

Die Distribution & Marketing GmbH war weit mehr als eine Hülle für das Red-Bull-Paket. Zur Gruppe gehören Immobilien, Wälder und Wasserquellen, dazu Gastronomie, Motorsport, ein Baumeistergewerbe sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten. Mateschitz zählte zu den größeren privaten Waldbesitzern Österreichs.

Bekannte Einzelposten sind das Hotel Auhof in Sankt Wolfgang, die Therme in Fohnsdorf und das Projekt Spielberg in der Steiermark. Die dortige Rennstrecke, der frühere A1-Ring, wurde 2004 erworben, im Mai 2011 als Red Bull Ring wiedereröffnet und trägt seit 2014 wieder ein Formel-1-Rennen aus.

Die Fidschi-Insel Laucala

2003 kaufte Mateschitz die Fidschi-Insel Laucala von der Familie des US-Verlegers Malcolm Forbes, der Kaufpreis wird mit rund 10 Millionen US-Dollar angegeben. Bis 2008 entstand dort ein Luxusresort mit gut zwei Dutzend Villen, einem Golfplatz und einer eigenen Landebahn. Gehalten wird die Insel über die Firmengruppe, sie ging damit später vollständig auf den Sohn über.

Spenden und die Stiftung Wings for Life

Ein Teil des Geldes floss in medizinische Forschung. 2004 gründete Mateschitz mit dem früheren Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner die Stiftung Wings for Life, die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung finanziert. 2012 spendete er der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg 70 Millionen Euro, nach Angaben der Universität die bis dahin größte Spende an eine europäische Hochschule.

Der Übergang des Vermögens nach seinem Tod

Die Nachfolge in der Konzernführung

Dietrich Mateschitz starb am 22. Oktober 2022 nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Er hatte die Red Bull GmbH bis zuletzt selbst geführt, eine benannte Nachfolge gab es nicht. Im November 2022 übernahm ein dreiköpfiges Vorstandsteam das Tagesgeschäft: Franz Watzlawick für das Getränkegeschäft, Alexander Kirchmayr als Finanzvorstand und Oliver Mintzlaff für Unternehmensprojekte und Beteiligungen.

Dass der Konzern den Wechsel wirtschaftlich verkraftet hat, zeigen die Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Red Bull einen Konzernumsatz von 12,20 Milliarden Euro, ein Plus von 8,6 Prozent, bei 13,97 Milliarden verkauften Dosen in 178 Ländern und 21.924 Beschäftigten. Auch der Sportbereich wurde ausgebaut, etwa mit der Verpflichtung von Jürgen Klopp als Head of Global Soccer zu Beginn des Jahres 2025.

Erbgang und Erbschaftsteuer in Österreich

Erbe war sein einziger Sohn, der aus einer früheren Beziehung mit Anita Gerhardter stammt und lange den Nachnamen der Mutter trug. Das Bezirksgericht Salzburg stellte am 27. März 2023 fest, dass Mark Mateschitz Alleinerbe ist, am 12. April 2023 wurde er als alleiniger Gesellschafter der Distribution & Marketing GmbH eingetragen. Damit gingen nicht nur die 49 Prozent an Red Bull auf ihn über, sondern die gesamte Firmengruppe.

Steuerlich fiel dabei nichts an. Österreich erhebt seit dem Auslaufen des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes mit 31. Juli 2008 keine Erbschaftsteuer mehr, das Vermögen konnte ungeschmälert übergehen. In Deutschland, wo Erben aus dem Kreis der reichsten Deutschen mit Betriebsvermögensregelungen arbeiten, wäre derselbe Vorgang ein steuerlicher Großfall gewesen. Wie ertragreich der Anteil ist, zeigte sich kurz darauf: 2023 flossen rund 582 Millionen Euro Dividende an Mark Mateschitz.

Häufige Fragen zu Dietrich Mateschitz

Wie hoch war das Vermögen von Dietrich Mateschitz?

Sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes im Oktober 2022 schätzen wir auf rund 24,7 Milliarden Euro. Den größten Teil machte der Anteil von 49 Prozent an der Red Bull GmbH aus, dazu kam die Firmengruppe mit Immobilien, Wald und Gastronomie.

Woher kam das Vermögen von Dietrich Mateschitz?

Es stammt fast vollständig aus dem Getränkegeschäft. Mateschitz gründete Red Bull 1984 mit dem thailändischen Unternehmer Chaleo Yoovidhya, sicherte sich die internationalen Lizenzrechte und baute daraus eine weltweite Marke auf.

Wie viele Anteile hielt Dietrich Mateschitz an Red Bull?

Er hielt 49 Prozent der Red Bull GmbH über die Distribution & Marketing GmbH. Weitere 49 Prozent liegen bei der thailändischen Familie Yoovidhya, die restlichen 2 Prozent bei Chalerm Yoovidhya, was der thailändischen Seite die Mehrheit gibt.

Wer hat das Vermögen von Dietrich Mateschitz geerbt?

Sein Sohn Mark Mateschitz. Das Bezirksgericht Salzburg stellte im März 2023 die Alleinerbenstellung fest, im April 2023 folgte die Eintragung als alleiniger Gesellschafter.

Musste auf das Erbe Erbschaftsteuer gezahlt werden?

Nein. In Österreich wird seit 1. August 2008 keine Erbschaftsteuer mehr eingehoben, nachdem das Gesetz ausgelaufen war. Nebenkosten wie die Grunderwerbsteuer bei Immobilien fallen dennoch an.

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