Chuck Lorre hat „Two and a Half Men“, „The Big Bang Theory“ und „Young Sheldon“ miterfunden, doch die Rechte an diesen Serien liegen beim Studio Warner Bros. Television und nicht bei ihm. Reich gemacht haben sie ihn trotzdem, und zwar vor allem dann, wenn eine Folge ein zweites Mal verkauft wird, an Kabelsender, Lokalstationen und Streamingdienste. Als Miterfinder ist er am Nettoertrag dieser Verkäufe beteiligt, und allein für die Wiederholungsrechte an „The Big Bang Theory“ zahlten zwei Käufer im Mai 2010 zusammen mehr als 2 Millionen US-Dollar je Folge an das Studio. Wir schätzen das Vermögen von Chuck Lorre auf rund 655 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Chuck Lorre?
Daneben stehen Honorare für Drehbücher und Regie und ein Grundbesitz in Los Angeles, der 2025 mit dem Kauf eines Anwesens in Bel Air gewachsen ist. Anders als Jerry Seinfeld steht Lorre weder vor der Kamera noch auf der Bühne. Sein Fall gleicht eher dem von Matt Groening, der ebenfalls an einer Serie verdient, die einem Studio gehört.
Was das Studio erlöst und was bei ihm ankommt
Die Beträge, die bei solchen Verkäufen genannt werden, sind Lizenzgebühren an das Studio. Bei Lorre kommt davon nur ein Anteil am Nettoertrag an, also an dem, was nach Vertriebsgebühren, Produktionskosten, Zinsen und weiteren Abzügen übrig bleibt. Wie diese Abzüge berechnet werden, regelt jeder Vertrag selbst, und genau darüber wird in Hollywood regelmäßig gestritten. Welchen Anteil Lorre hält, ist nicht veröffentlicht. Branchenberichte sprechen ihm bei „The Big Bang Theory“ rund ein Fünftel zu, mehr als jedem anderen Beteiligten.
Beim Verkauf von 2019 gehörten Käufer und Verkäufer zum selben Konzern, denn HBO Max und TBS waren wie das Studio Teil von WarnerMedia. Ein zu niedriger Preis hätte die Gewinnbeteiligten um ihren Anteil gebracht, deshalb prüften nach Branchenberichten Vertreter von Lorre und seinem Mitschöpfer Bill Prady die Verhandlungen genau. Wer die veröffentlichten Summen mit einem Prozentsatz multipliziert, landet deshalb weit zu hoch, zumal von jeder Auszahlung in Kalifornien noch Bundes- und Staatssteuern abgehen.
Die Serien und ihre Zweitverwertung
Vom Songschreiber zum Serienerfinder
Lorre, geboren als Charles Michael Levine, tourte zunächst als Songschreiber, schrieb 1987 die Titelmusik von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ mit und kam 1990 in das Autorenteam von „Roseanne“. Als Erfinder setzte er sich 1993 mit „Grace Under Fire“ durch, es folgten „Cybill“ 1995 und „Dharma & Greg“ 1997. Die großen Beteiligungen entstanden erst bei Warner Bros., wohin er 2000 wechselte.
Two and a Half Men
Ashton Kutcher, Jon Cryer, Angus T. Jones
2003 startete „Two and a Half Men“ bei CBS, erfunden von Lorre und Lee Aronsohn. 2006 gingen die Rechte für das Lokalfernsehen an die Sendergruppen Tribune und Sinclair, im selben Jahr sicherte sich FX die Kabelrechte ab 2010 für eine Gebühr, die Berichte zwischen 750.000 und 850.000 US-Dollar je Folge ansetzen.
Wie viel Geld an der Serie hing, zeigte 2011 der Bruch mit Charlie Sheen, der zum Schluss über 1 Million US-Dollar je Folge erhielt und selbst am Ertrag beteiligt war. Ab Herbst 2011 übernahm Ashton Kutcher, die Serie lief bis 2015, und jede weitere Staffel vergrößerte den Bestand, der später noch einmal verkauft wurde.
The Big Bang Theory
2007 folgte „The Big Bang Theory“, entwickelt mit Bill Prady. Schon im Mai 2010, drei Staffeln nach dem Start, verkaufte Warner Bros. die Wiederholungsrechte an TBS und die Fox-Lokalsender. Der Vertrag mit TBS sperrte zugleich den Verkauf von Streamingrechten, solange der Sender exklusiv ausstrahlte.
Genau das machte 2019 ein neues Geschäft nötig. Um die Serie für den Start von HBO Max freizubekommen, schnürte WarnerMedia im September 2019 ein Paket aus exklusiven Streamingrechten für fünf Jahre und einer Verlängerung bei TBS bis 2028. Das Branchenblatt Variety bezifferte die Zusage auf rund 600 Millionen US-Dollar über fünf Jahre, andere Berichte nannten ein Vielfaches davon. Auch Jim Parsons, Kaley Cuoco und die übrigen Darsteller hielten zum Ende Gewinnpunkte, siehe die Gehälter der Big-Bang-Darsteller.
Die Verwertungsgeschäfte im Überblick
Die folgenden Verkäufe sind mit Käufer und Volumen berichtet. Alle Beträge sind Lizenzgebühren an das Studio und keine Zahlungen an Lorre. Nicht enthalten sind die internationalen Lizenzen, die bei allen Serien hinzukommen, und die Verkäufe von „Young Sheldon“, zu denen keine Beträge veröffentlicht sind.
| Jahr | Serie und Rechte | Käufer | Volumen |
|---|---|---|---|
| 2006 | Two and a Half Men, Lokalfernsehen | Tribune und Sinclair | rund 2 Millionen US-Dollar je Folge |
| 2010 | The Big Bang Theory, Kabelrechte | TBS | über 1,5 Millionen US-Dollar je Folge |
| 2010 | The Big Bang Theory, Lokalfernsehen | Fox-Sender | über 500.000 US-Dollar je Folge |
| 2012 | Mike & Molly, Kabelrechte | FX | unter 1 Million US-Dollar je Folge |
| 2019 | The Big Bang Theory, Streaming und Kabel bis 2028 | HBO Max und TBS | rund 600 Millionen US-Dollar über fünf Jahre |
Young Sheldon und die späteren Serien
2013 kam „Mom“ hinzu, das Lorre mit Eddie Gorodetsky und Gemma Baker entwickelte, 2017 der Ableger „Young Sheldon“, erfunden mit Steven Molaro. Dessen Wiederholungsrechte verkaufte Warner Bros. 2020 und 2021 an HBO Max, Nick at Nite, Lokalsender und TBS. Mit „Georgie & Mandy’s First Marriage“ ab 2024 und „Stuart Fails to Save the Universe“ ab 2026 folgten weitere Ableger.
Bei Serien, die ein Streamingdienst selbst bestellt, wie „The Kominsky Method“ 2018 bei Netflix oder „Bookie“ 2023 bei Max, fehlt der zweite Verkauf in der Regel, weil der Dienst die Folgen behält. Dort verdient Lorre an der Produktion statt an der Wiederholung.
Verträge und Rechtsstreit
Die Verträge mit dem Studio
Seinen ersten exklusiven Vertrag unterschrieb Lorre im März 1994 bei Carsey-Werner, der Produktionsfirma von „Roseanne“. Im Oktober 1995 folgte ein Vierjahresvertrag mit 20th Century Fox Television, dessen Wert auf rund 12 Millionen US-Dollar geschätzt wurde. Im September 1999 warb ihn Warner Bros. Television mit einem Vierjahresvertrag ab, für den rund 8 Millionen US-Dollar im Jahr genannt wurden, die Arbeit dort begann 2000.
Im September 2012 verlängerte er bei Warner Bros. um vier Jahre, erstmals mit einer Komponente für Kinofilme und Kabelserien, ein Volumen wurde nicht veröffentlicht. Die Summen der früheren Verträge sind Gesamtwerte über die Laufzeit und keine Zahlung auf einmal. Sie vergüten Exklusivität und Entwicklungsarbeit und stehen neben den Beteiligungen an den Serien, nicht an ihrer Stelle.
Streitfälle mit Geldbezug
Der Fall zeigt, dass eine Gewinnbeteiligung kein sicheres Guthaben ist, solange das Studio die Auszahlung kontrolliert. Privat kostete ihn die Trennung von seiner dritten Ehefrau Arielle Lorre Geld. Bei der Scheidung, die im Februar 2024 abgeschlossen wurde, zahlte er ihr nach dem Ehevertrag von 2018 insgesamt 5 Millionen US-Dollar.
Immobilien und Stiftung
Der Grundbesitz in Los Angeles
Lorres Hauptwohnsitz ist ein Anwesen in Pacific Palisades. Beim Brand im Januar 2025 rettete eine Feuerwehrmannschaft das Haus, während das Nachbarhaus niederbrannte. Im selben Jahr kaufte er in Bel Air das Anwesen von John Elgin Woolf für 27,5 Millionen US-Dollar. Dazu kommt eine Wohnung in New York.
Die Stiftung
Einen Teil seines Geldes hat Lorre an die Chuck Lorre Family Foundation gegeben, die vor allem Stipendien vergibt. 2015 legte sie mit einer Anfangsspende den Grundstein für ein nach „The Big Bang Theory“ benanntes Stipendienprogramm an der UCLA, das mit fast 50 Beteiligten der Serie mehr als 4 Millionen US-Dollar einsammelte. Im März 2024 sagte die Stiftung der Universität weitere 24,5 Millionen US-Dollar zu. Dieses Geld gehört nicht mehr zu seinem Vermögen, und wir rechnen die Stiftung deshalb nicht ein.
Häufige Fragen zu Chuck Lorre
Wie hoch ist das Vermögen von Chuck Lorre?
Wir schätzen das Vermögen von Chuck Lorre auf rund 655 Millionen Euro. Den Kern bilden seine Beteiligungen am Nettoertrag von „Two and a Half Men“, „The Big Bang Theory“ und „Young Sheldon“, dazu kommen der Rahmenvertrag mit Warner Bros., Honorare als Autor und Produzent und Immobilien in Los Angeles.
Woher kommt das Vermögen von Chuck Lorre?
Vor allem aus der Zweitverwertung seiner Serien. Warner Bros. verkauft die Wiederholungsrechte an Kabelsender, Lokalstationen und Streamingdienste, und Lorre ist als Miterfinder am Gewinn aus diesen Verkäufen beteiligt, nicht am Umsatz.
Wie viel verdient Chuck Lorre an „The Big Bang Theory“?
Sein Anteil ist nicht veröffentlicht. Bekannt sind die Verkäufe von 2010 mit über 2 Millionen US-Dollar je Folge und von 2019 mit rund 600 Millionen US-Dollar über fünf Jahre, und davon erreicht ihn ein Anteil am Nettoertrag.
Welche Verträge hat Chuck Lorre mit Warner Bros.?
Er steht seit 2000 bei Warner Bros. Television unter Vertrag. Den ersten Vierjahresvertrag von 1999 bezifferten Berichte auf rund 8 Millionen US-Dollar im Jahr, zur Verlängerung von 2012 ist kein Volumen bekannt.
Welche Serien hat Chuck Lorre erfunden?
Unter anderem „Dharma & Greg“, „Two and a Half Men“, „The Big Bang Theory“, „Mom“, „Young Sheldon“ und „The Kominsky Method“. Bei „Mike & Molly“ war er ausführender Produzent.
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