Milliarden Euro
Erbanteil an Joh. A. Benckiser 198411,1 Prozent
Anteil der vier Geschwister an der JAB Holdingrund 90 Prozent
StaatsbürgerschaftDeutschland, seit 2006 zusätzlich Österreich
WohnsitzWien, Österreich
Geburtsdatum08. Oktober 1951 (75 Jahre alt)
NationalitätDeutschland
BerufGesellschafterin der JAB Holding, promovierte Chemikerin
Kinder3 (Evelin, Susanne und Martin Haas)
FirmaJAB Holding Company s.à r.l.

Renate Reimann-Haas gehört zu den vier Gesellschaftern der JAB Holding Company und damit zu den reichsten Deutschen. Öffentlich tritt sie praktisch nicht auf: Interviews gibt sie nicht, offizielle Fotos existieren so gut wie keine, und ihr Name taucht fast ausschließlich in Handelsregistern und Milliardärslisten auf. Ihr Geld stammt nicht aus einem Gehalt, sondern aus einem Erbteil an dem Ludwigshafener Reinigungsmittelhersteller Joh. A. Benckiser, aus dem über Jahrzehnte ein weltweites Portfolio aus Kosmetik, Kaffee und Gastronomie geworden ist. Wir schätzen das Vermögen von Renate Reimann-Haas auf rund 5,71 Milliarden Euro.

Wie viel verdient Renate Reimann-Haas pro Sekunde?

Legt man das geschätzte Vermögen von Renate Reimann-Haas zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Renate Reimann-Haas auf rund 13 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 45.572 Euro und einem Verdienst von rund 1,09 Millionen Euro pro Tag.

Verdienst pro Sekunde 13 Euro
Stundenlohn 45.572 Euro
Verdienst pro Sekunde 13 Euro
Verdienst pro Minute 760 Euro
Stundenlohn 45.572 Euro
Verdienst pro Tag 1,09 Millionen Euro
Einkommen pro Monat 33,29 Millionen Euro
Einkommen pro Jahr 399,48 Millionen Euro

Wie hoch ist das Vermögen von Renate Reimann-Haas?

Vermögen von Renate Reimann-Haas Nach unserer Schätzung kommt Renate Reimann-Haas auf rund 5,71 Milliarden Euro. Der Betrag steckt fast vollständig in Unternehmensanteilen, die über die JAB Holding Company s.à r.l. mit Sitz in Luxemburg gebündelt sind, und nicht in Bargeld oder Gehältern. Als Anhaltspunkte dienen die Börsenwerte der notierten Beteiligungen und die Kaufpreise realisierter Verkäufe. Weil ein erheblicher Teil des Portfolios nicht börsennotiert ist, bleibt jede Zahl eine Schätzung und keine Bilanz.

Was über ihren Anteil an der JAB Holding bekannt ist

Belegt ist der Ausgangspunkt: Nach dem Tod von Albert Reimann junior im Jahr 1984 erbten neun Kinder je 11,1 Prozent an der Joh. A. Benckiser GmbH, darunter Renate Reimann-Haas. In den Jahren danach ließen sich fünf Erben auszahlen und verkauften ihre Anteile an die verbliebenen vier. Diese vier halten heute gemeinsam rund 90 Prozent der JAB Holding Company, die 2012 als Nachfolgegesellschaft in Luxemburg errichtet wurde. Die restlichen etwa zehn Prozent liegen mehrheitlich bei den JAB-Seniorpartnern, unter ihnen Peter Harf, Bart Becht und Olivier Goudet.

Wie sich diese rund 90 Prozent auf die vier Geschwister verteilen, ist dagegen nicht offengelegt. Weder die Holding noch die Gesellschafter veröffentlichen Einzelquoten, und im Konzernabschluss erscheint als Hauptgesellschafter die in Österreich ansässige Agnaten SE und keine natürliche Person. Eine Aufteilung lässt sich daher nur dort benennen, wo sie belegt ist, und das ist beim Erbanteil von 1984 der Fall.

Warum kein Gehalt in die Rechnung eingeht

Die Familie greift nicht in das operative Geschäft ein, geführt werden die Beteiligungen von den Partnern der Holding. Für Renate Reimann-Haas heißt das, dass es kein veröffentlichtes Gehalt und keine bekannte Organvergütung gibt, die sich einer Vermögensrechnung zuschlagen ließe. Was fließt, sind Ausschüttungen und Wertsteigerungen aus den Beteiligungen, und deren Höhe wird nicht publiziert.

Ihr beruflicher Weg lag ohnehin außerhalb der Wirtschaft. Renate Reimann-Haas promovierte in Chemie und arbeitete bis Mitte der 2000er Jahre in der Abteilung für organische Chemie am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, wo sie gemeinsam mit Heinz A. Staab mehrere Fachaufsätze in der Zeitschrift Angewandte Chemie veröffentlichte. 2006 nahm sie zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft an, Forbes führt seither Wien als ihren Wohnsitz.

Woher das Vermögen der Reimanns stammt

Von der Chemiefabrik zu Reckitt Benckiser

Den Ausgangspunkt bildet eine 1823 von Johann Adam Benckiser gegründete Chemiefabrik. Der Chemiker Ludwig Reimann trat 1851 in den Betrieb ein und heiratete in die Familie Benckiser ein, wenig später verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Ludwigshafen am Rhein. Aus dem Chemiegeschäft wurde ein Hersteller von Reinigungs- und Pflegeprodukten mit Marken wie dem Wasserenthärter Calgon und dem Haftmittel Kukident.

1999 fusionierte Joh. A. Benckiser mit dem britischen Börsenunternehmen Reckitt & Colman zu Reckitt Benckiser, dem Konzern hinter Vanish, Finish, Air Wick, Durex, Cillit Bang und Sagrotan. Seit 2021 tritt er unter dem Kurznamen Reckitt auf, die Rechtsform heißt weiter Reckitt Benckiser Group plc. Die Beteiligung daran hat die Familie über die Jahre stark reduziert.

Coty und das Kosmetikgeschäft

Das zweite Standbein liefert die Kosmetik. 1992 kaufte Benckiser den Duft- und Kosmetikhersteller Coty vom US-Pharmakonzern Pfizer, von 1996 bis zum Börsengang 2013 war die Familie Alleineigentümerin. Coty hält die Lizenzen für Düfte und Kosmetik zahlreicher Marken, darunter Wella, Max Factor, Rimmel, Clairol, Kylie Cosmetics sowie die Duftlinien von Calvin Klein, Hugo Boss, Gucci, Lacoste und Beyoncé. JAB ist dabei vom Alleineigentümer zum Ankeraktionär geworden.

Der Aufbau des Kaffee- und Gastronomiegeschäfts

Das dritte und größte Feld ist Kaffee. 2012 übernahm JAB die US-Kaffeehauskette Peet’s Coffee & Tea für rund eine Milliarde US-Dollar, im selben Jahr folgte Caribou Coffee für 340 Millionen US-Dollar. 2014 entstand aus dem Zusammenschluss von Douwe Egberts Master Blenders mit dem Kaffeegeschäft von Mondelez der Hersteller Jacobs Douwe Egberts mit den Marken Jacobs, Senseo, Tassimo, L’OR und Café HAG.

Danach folgten die großen Zukäufe in schneller Folge. Im März 2016 übernahm ein von JAB angeführtes Investorenkonsortium den Kapselhersteller Keurig Green Mountain für 13,9 Milliarden US-Dollar, im Mai desselben Jahres kam die Donut-Kette Krispy Kreme für 1,35 Milliarden US-Dollar dazu und im April 2017 die Bäckerei-Kette Panera Bread für 7,5 Milliarden US-Dollar. 2018 verschmolz Keurig mit Dr Pepper Snapple zum Getränkekonzern Keurig Dr Pepper, dazu kamen im Gastronomiegeschäft Pret A Manger, Espresso House und Einstein Bros Bagels.

Die JAB Holding und ihr heutiges Portfolio

Der Verkauf von JDE Peet’s an Keurig Dr Pepper

Einkommen von Renate Reimann-Haas Im August 2025 kündigte Keurig Dr Pepper an, den Kaffeekonzern JDE Peet’s zu übernehmen, dessen größter Anteilseigner JAB war. Der Kaufpreis lag bei rund 15,7 Milliarden Euro. Abgeschlossen wurde die Übernahme am 1. April 2026, dabei sicherte sich Keurig Dr Pepper 96,22 Prozent der Anteile. Der letzte Handelstag der JDE-Peet’s-Aktie war der 29. April 2026, einen Tag später verschwand das Papier von der Börse Euronext Amsterdam.

Angekündigt ist außerdem, den entstandenen Konzern in zwei eigenständige, in den USA notierte Gesellschaften aufzuteilen, ein Getränke- und ein Kaffeeunternehmen. Für JAB bedeutet das eine deutlich kleinere Rolle im Kaffeegeschäft, als sie das Portfolio ein Jahrzehnt lang geprägt hat.

Tiermedizin und Tierversicherung als neues Standbein

Parallel dazu hat JAB den Schwerpunkt von Konsumgütern weg verlagert. Im Februar 2019 kaufte die Holding die US-Kette Compassion-First Pet Hospitals für 1,2 Milliarden US-Dollar, vier Monate später folgte der Tierklinikbetreiber National Veterinary Associates. Aus diesen und einer Reihe europäischer Zukäufe entstanden die Plattformen Pinnacle Pet Group und Independence Pet Holdings.

Das Geschäft ist inzwischen groß genug, um in einer Vermögensrechnung eine Rolle zu spielen. Die beiden Plattformen bündeln mehr als 20 Versicherungsmarken in über zehn Ländern und versichern über fünf Millionen Tiere, für das Jahr 2024 wurden daraus weltweite Erlöse von mehr als drei Milliarden US-Dollar ausgewiesen.

Käufe und Verkäufe als Geschäftsmodell

Ein Teil des Vermögens ist nicht durch Halten, sondern durch Verkaufen entstanden. Im Mai 2011 kaufte JAB den britischen Schuhhersteller Jimmy Choo für 576 Millionen Euro, brachte ihn 2014 an die Londoner Börse und verkaufte ihn 2017 für 1,2 Milliarden US-Dollar an Michael Kors. Im August 2024 ging die Schweizer Ledermarke Bally an die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Regent, ein Preis wurde dabei nicht genannt. Nicht jeder Anlauf ging auf, die angestrebte Übernahme des Kosmetikherstellers Avon scheiterte im Mai 2012.

Häufig verwechselt wird die JAB Holding mit Reimann Investors. Dabei handelt es sich um das 2006 gegründete Family Office eines anderen Familienzweigs mit Sitz in Grünwald bei München, das die deutlich kleineren Vermögen jener Erben verwaltet, die sich Ende der 1990er Jahre auszahlen ließen. Mit den Beteiligungen von Renate Reimann-Haas hat diese Gesellschaft nichts zu tun.

Gemessen an ihrem Beteiligungsvermögen steht Renate Reimann-Haas in einer Reihe mit deutschen Unternehmerinnen und Unternehmern wie Susanne Klatten, Dieter Schwarz sowie den Aldi-Erben Beate Heister und Karl Albrecht junior. Weltweit reicht das Portfolio der JAB Holding aus, um die Familie unter den reichsten Menschen der Welt zu führen.

Die NS-Vergangenheit des Familienunternehmens

Was die beauftragte Untersuchung ergab

Vermögen der Reimanns Ab Juli 2016 ließ die Familie den Wirtschaftshistoriker Paul Erker von der Universität München die Familien- und Unternehmensgeschichte im Nationalsozialismus untersuchen. Im Januar 2019 legte Erker Zwischenergebnisse vor, im März 2019 wurden sie durch einen Bericht der Bild am Sonntag öffentlich. Nach der Untersuchung waren Albert Reimann senior und Albert Reimann junior Anhänger des NS-Regimes, im Betrieb wurden Zwangsarbeiter eingesetzt, und im Zuge der Recherchen wurden 870 Namen früherer Zwangsarbeiter ermittelt. Erkers Buch zur Unternehmens- und Familiengeschichte erschien im Juli 2023.

Die Alfred Landecker Foundation

Nach dem Bekanntwerden sagte die Familie zehn Millionen Euro für eine geeignete Organisation zu. Im Juni 2019 wandelte sie die 2005 gegründete Benckiser Stiftung Zukunft in die Alfred Landecker Foundation mit Sitz in Berlin um und änderte deren Zweck. Im selben Jahr stellte die Familie der Stiftung 250 Millionen Euro über zehn Jahre in Aussicht, was einem jährlichen Budget von rund 25 Millionen Euro entspricht. Im Dezember 2019 sagte die Stiftung der Claims Conference fünf Millionen Euro für Holocaust-Überlebende zu.

Der Name der Stiftung geht auf die eigene Familiengeschichte zurück. Renate Reimann-Haas ist eine Tochter von Albert Reimann junior und Emilie Landecker, deren Vater Alfred Landecker als Jude 1942 in das Ghetto Izbica deportiert wurde. Diesen Zusammenhang machten mehrere Familienmitglieder im Juni 2019 selbst in der New York Times öffentlich.

Häufige Fragen zu Renate Reimann-Haas

Wie hoch ist das Vermögen von Renate Reimann-Haas?

Wir schätzen es auf rund 5,71 Milliarden Euro. Der Betrag besteht praktisch vollständig aus Beteiligungen, die über die JAB Holding Company gehalten werden, und nicht aus Gehältern.

Woher kommt das Vermögen von Renate Reimann-Haas?

Aus dem Erbe des Ludwigshafener Reinigungsmittelherstellers Joh. A. Benckiser. Daraus entstanden über Fusionen und Zukäufe die Beteiligungen an Reckitt Benckiser, Coty, Keurig Dr Pepper, Krispy Kreme und Panera Brands.

Welchen Anteil hält Renate Reimann-Haas an der JAB Holding?

Ihr persönlicher Anteil ist nicht offengelegt. Belegt ist, dass sie 1984 einen Erbanteil von 11,1 Prozent an der Joh. A. Benckiser GmbH erhielt und dass die vier verbliebenen Geschwister zusammen rund 90 Prozent der JAB Holding halten.

Bezieht Renate Reimann-Haas ein Gehalt von der JAB Holding?

Ein Gehalt ist nicht bekannt. Die Gesellschafter führen das operative Geschäft nicht selbst, ihre Einkünfte stammen aus Ausschüttungen und Wertsteigerungen der Beteiligungen, deren Höhe nicht veröffentlicht wird.

Welche Marken gehören zum Portfolio der JAB Holding?

Unter anderem Jacobs, Senseo, Tassimo, L’OR, Peet’s Coffee, Krispy Kreme, Panera Bread und Pret A Manger, dazu über Coty die Marken Wella, Max Factor und Rimmel sowie die Düfte von Calvin Klein, Hugo Boss und Gucci.

Wer gehört neben ihr zu den Gesellschaftern der JAB Holding?

Ihr Bruder Wolfgang Reimann sowie Matthias und Stefan Reimann-Andersen. Einen Überblick über das gesamte Portfolio gibt unser Artikel zur Familie Reimann.

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