Nicolas Cage gehört seit den Neunzigerjahren zu den bekanntesten Schauspielern Hollywoods und war über Jahre auch einer der teuersten. Für einzelne Filme erhielt er Gagen von 20 Millionen US-Dollar, gleichzeitig kaufte er über Jahre Immobilien und Sammlerstücke in einer Größenordnung, die selbst diese Einnahmen überstieg. Aus den Ausgaben wurden Steuerschulden, aus den Steuerschulden folgten Zwangsverkäufe, und aus der Rückzahlung wurde ein Arbeitspensum von mehreren Filmen pro Jahr. Wir schätzen das Vermögen von Nicolas Cage auf rund 30 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Nicolas Cage?
Woraus sich unsere Schätzung speist
Den Kern bilden drei Posten: die verbliebenen Immobilien und Sammlerwerte nach den Verkäufen der Jahre 2009 bis 2011, die Gagen aus den Produktionen seit 2010 und die laufenden Wiederholungshonorare aus einem sehr großen Filmkatalog. Gegen diese Posten stehen die getilgten Schulden, die über mehr als ein Jahrzehnt praktisch jede Gage aufgezehrt haben. Deshalb liegt die Schätzung deutlich unter dem, was seine Spitzengagen vermuten lassen.
Entscheidend für die Höhe ist der Wegfall der Schuldenlast: Seit Cage nach eigener Aussage schuldenfrei ist, fließt die Gage eines Films wieder ihm zu und nicht mehr den Gläubigern.
Warum das Vermögen kleiner ist als die Gagen vermuten lassen
Zwischen 1996 und 2011 verdiente Cage nach Auswertungen von Branchenmedien mehr als 150 Millionen US-Dollar allein an Schauspielhonoraren. Ein erheblicher Teil davon floss in Immobilien, die er zwischen 2006 und 2008 zu Höchstpreisen erwarb und ab 2009 im Abschwung des US-Immobilienmarkts wieder abgeben musste. Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist bei Nicolas Cage der größte einzelne Vermögensposten, und er ist negativ. Anders als Brad Pitt oder Clint Eastwood, die früh in Produktionsbeteiligungen gingen, blieb Cage bei der reinen Gage: kein Aufwärtsrisiko, aber auch keine Aufwärtschance.
Die Spitzengagen aus Hollywood
Nicolas Cage kam über die Familie zum Film, sein Onkel ist der Regisseur Francis Ford Coppola, unter dem er zu Beginn seiner Laufbahn spielte. Den Karrieresprung brachte jedoch nicht die Verwandtschaft, sondern der Oscar als bester Hauptdarsteller für „Leaving Las Vegas“, verliehen im März 1996. Danach wechselte er innerhalb weniger Jahre vom Charakterdarsteller in die höchste Gagenklasse Hollywoods.
Der Aufstieg zum Zwanzig-Millionen-Dollar-Schauspieler
Wie schnell dieser Wechsel ging, zeigen zwei Sprünge: Zwischen dem Oscar-Film und seinem ersten großen Actionfilm stieg seine Gage um mehr als das Fünfzehnfache, zwei Jahre später hatte sie sich noch einmal vervierfacht. Seine Spitzengage lag bei 20 Millionen US-Dollar je Film, dem damaligen Höchstsatz der Branche, erreicht wurde sie zwischen 2000 und 2004 dreimal. Damit spielte er in der Klasse, in der damals nur eine Handvoll Namen standen, darunter Tom Cruise und Harrison Ford. Für Autorenkino nahm er dagegen von Anfang an deutliche Abschläge: Für „Windtalkers“ und „Adaption“ stand er im selben Jahr vor der Kamera, das Honorar für das eine betrug das Zehnfache des anderen.
Die belegten Filmgagen im Überblick
Seine Honorare sind über die ganze Laufbahn mit Jahr und Betrag belegt, und die Reihe macht den Bogen sichtbar: erst der Sprung aus dem vierstelligen Bereich in die Spitzenklasse, dann der Rückgang auf ein Niveau, das er über die Zahl der Rollen ausglich. Eine Gewinnbeteiligung ist zu keinem dieser Filme belegt, die Festgage war bei ihm also in der Regel das gesamte Einkommen aus einem Film.
- Valley Girl (1983) – 5.000 US-Dollar
- Vampire’s Kiss (1989) – 40.000 US-Dollar
- Leaving Las Vegas (1995) – 240.000 US-Dollar
- The Rock (1996) – 4 Millionen US-Dollar
- Face/Off (1997) – 6 Millionen US-Dollar
- Snake Eyes (1998) – 16 Millionen US-Dollar
- Nur noch 60 Sekunden (2000) – 20 Millionen US-Dollar
- Adaption (2002) – 2 Millionen US-Dollar
- Windtalkers (2002) – 20 Millionen US-Dollar
- Das Vermächtnis der Tempelritter (2004) – 20 Millionen US-Dollar
- Bad Lieutenant (2009) – 2 Millionen US-Dollar
- Duell der Magier (2010) – 12 Millionen US-Dollar
- Drive Angry (2011) – 6 Millionen US-Dollar
- Pakt der Rache (2011) – 12 Millionen US-Dollar
- Trespass (2011) – 7 Millionen US-Dollar
- Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2012) – 7,5 Millionen US-Dollar
- Die Croods (2013) – 1 Million US-Dollar
Das Spitzenjahr und die Einstufung als Topverdiener
Sein bestes belegtes Einzeljahr war 2009 mit rund 40 Millionen US-Dollar an Einnahmen, und es war zugleich das Jahr, in dem die Steuerforderungen gegen ihn öffentlich wurden. In dieser Phase zählte er zu den bestbezahlten Schauspielern der Welt, ähnlich wie Johnny Depp und John Travolta.
Immobilien und Sammlerstücke als Vermögensgegenstände
Parallel zu den Gagen baute Cage ein Portfolio auf, das aus Wohnimmobilien, historischen Gebäuden und Sammlerstücken bestand. Dazu zählten zwei Schlösser: Schloss Neidstein im bayerischen Etzelwang, im Juli 2006 für rund 2,6 Millionen US-Dollar erworben, sowie Midford Castle in der englischen Grafschaft Somerset, im Juli 2007 für 4,75 Millionen Pfund gekauft. 2006 erwarb er außerdem eine Insel bei den Bahamas für rund 3 Millionen US-Dollar.
Bei den Sammlerstücken sind zwei Positionen mit Preis und Jahr belegt. 1997 kaufte er ein Exemplar des Comichefts „Action Comics“ Nummer 1 für 150.000 US-Dollar, in dem Superman zum ersten Mal auftritt. Im Jahr 2007 ersteigerte er für 276.000 US-Dollar einen versteinerten Schädel eines Tarbosaurus bataar und setzte sich dabei gegen Leonardo DiCaprio durch. Der Schädel erwies sich später als illegal aus der Mongolei ausgeführt; Cage übergab ihn 2015 den US-Behörden zur Rückgabe.
Steuerschulden, Zwangsverkäufe und die Tilgung
Die Forderung der US-Steuerbehörde
Die US-Bundessteuerbehörde IRS ließ am 14. Juli 2009 in New Orleans ein Steuerpfandrecht über 6.257.005 US-Dollar eintragen. Es betraf nicht gezahlte Einkommensteuer für das Jahr 2007. Bereits 2008 hatte Cage einer Nachzahlung von 666.000 US-Dollar zuzüglich Zinsen zugestimmt, nachdem die Behörde Privatausgaben von 3,3 Millionen US-Dollar aus den Jahren 2002 bis 2004 nicht als Betriebsausgaben anerkannt hatte. Seine Gesamtverbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörde und Gläubigern bezifferte er selbst 2009 auf rund 14 Millionen US-Dollar.
Der Rechtsstreit mit dem früheren Vermögensverwalter
Am 16. Oktober 2009 reichte Cage beim Los Angeles Superior Court eine Zivilklage über 20 Millionen US-Dollar gegen seinen früheren Vermögensverwalter Samuel Levin ein, vorgeworfen wurden Fahrlässigkeit und Betrug. Levin erhob am 12. November 2009 Widerklage und forderte unter anderem 129.000 US-Dollar an offenen Honoraren. Im September 2010 wurden Klage und Widerklage abgewiesen, die Bedingungen der Einigung blieben vertraulich.
Die Zwangsverkäufe und ihre Verluste
Die Verkäufe dieser Jahre lassen sich weitgehend beziffern und ergeben ein klares Bild. Das Anwesen Gray Craig im Ort Middletown in Rhode Island hatte Cage im Juli 2007 für 15,7 Millionen US-Dollar erworben und veräußerte es im April 2011 für 6,2 Millionen US-Dollar, ein Verlust von 9,5 Millionen US-Dollar. Die LaLaurie-Villa in New Orleans, im Jahr 2007 für 3,45 Millionen US-Dollar gekauft, ging 2009 in die Zwangsvollstreckung und wurde 2010 für rund 2,1 Millionen US-Dollar weitergereicht.
Midford Castle verkaufte er 2009 für 3,5 Millionen Pfund und damit 1,25 Millionen Pfund unter dem Kaufpreis, Schloss Neidstein ging im selben Jahr an einen Käufer aus der Region. Sein Anwesen in Bel Air, 1998 für 6,469 Millionen US-Dollar erworben, war mit sechs Darlehen über zusammen 18 Millionen US-Dollar belastet; bei der Zwangsversteigerung im April 2010 gab es kein einziges Gebot, im weiteren Jahresverlauf wechselte es für 10,5 Millionen US-Dollar den Besitzer. Auch das Comicheft aus seiner Sammlung ging in dieser Phase weg: 1997 für 150.000 US-Dollar gekauft, zwischenzeitlich gestohlen und wiedergefunden, brachte es bei der Versteigerung im November 2011 rund 2,16 Millionen US-Dollar ein und war damit einer der wenigen Posten mit deutlichem Gewinn.
Wie Nicolas Cage seine Schulden abarbeitete
Ab 2010 änderte sich sein Arbeitsmuster grundlegend. Statt ein bis zwei großer Kinoproduktionen pro Jahr drehte er über ein Jahrzehnt hinweg mehrere Filme jährlich, viele davon Produktionen mit kleinem Budget, die direkt als Video-on-Demand veröffentlicht wurden. Zwischen 2010 und 2021 kam er so auf mehr als vierzig Produktionen. Die belegten Gagen dieser Phase liegen zwischen 1 und 12 Millionen US-Dollar und damit weit unter dem Höchstsatz seiner besten Jahre, dafür summierten sie sich über die schiere Zahl der Rollen.
In einem im März 2022 veröffentlichten Interview mit dem Magazin GQ erklärte Cage, er habe seine Schulden vollständig getilgt, und zwar rund anderthalb Jahre zuvor, nach der Zusage für den Film „Massive Talent“. Damit endet die Abarbeitungsphase rechnerisch um den Jahreswechsel 2020 auf 2021. Zur Höhe des zuletzt offenen Betrags nannte er in einem Fernsehinterview eine Größenordnung von rund 6 Millionen US-Dollar. Eine ähnlich hohe Filmfrequenz kennt man sonst nur von wenigen Kollegen wie Robert De Niro.
Die Einnahmen nach der Schuldentilgung
Mit dem Wegfall der Verbindlichkeiten hat sich die Struktur seiner Einkünfte verändert. Die Zahl der Produktionen ist gesunken, die Auswahl deutlich enger geworden, und die einzelnen Projekte tragen wieder Kinoauswertung statt Direktveröffentlichung.
Kinoerfolge und die Erholung der Gagen
Wirtschaftlich am deutlichsten zeigt sich das am Horrorfilm „Longlegs“, der im Juli 2024 in die US-Kinos kam. Bei einem Produktionsbudget von unter 10 Millionen US-Dollar spielte er weltweit über 100 Millionen US-Dollar ein und war damit der erfolgreichste unabhängig produzierte Film des Jahres 2024. Es war Cages erster Film seit 2012 über der 100-Millionen-Dollar-Marke.
Daneben stehen Produktionen mit kleinerem Ergebnis, etwa „Renfield“ mit rund 26 Millionen US-Dollar Einspielergebnis und „Dream Scenario“ mit rund 9 Millionen US-Dollar. Ein Einspielergebnis ist dabei nicht die Gage, sondern nur der Rahmen, in dem sie verhandelt wird. Die Richtung ist damit klar: von der Massenproduktion zurück in die Auswertung über die Kinokasse, ein Muster, das auch bei Keanu Reeves und Mel Gibson zu beobachten war.
Was der Backkatalog einbringt
Ein Teil der laufenden Einnahmen stammt aus dem Filmkatalog selbst. Für Wiederholungen, Streaming-Auswertung und Vertriebsformen jenseits des Kinostarts erhalten Darsteller in den USA tarifvertraglich geregelte Wiederholungshonorare, die sogenannten Residuals. Bei einem Katalog von über hundert Filmen ist das ein spürbarer, wenn auch nicht öffentlich bezifferter Posten. Produktionsbeteiligungen an einzelnen Filmen führen wir dagegen nicht als Vermögensbestandteil, weil zu keinem seiner Projekte ein Gewinnanteil belegt ist.
Häufige Fragen zu Nicolas Cage
Wie hoch ist das Vermögen von Nicolas Cage?
Wir schätzen es auf rund 30 Millionen Euro. Die Schätzung stützt sich auf die verbliebenen Immobilien- und Sammlerwerte, die Gagen der Produktionen seit 2010 und die laufenden Wiederholungshonorare aus seinem Filmkatalog.
Womit hat Nicolas Cage sein Geld verdient?
Fast ausschließlich mit Schauspielgagen. Zwischen 1996 und 2011 verdiente er damit nach Branchenauswertungen mehr als 150 Millionen US-Dollar. Produktionsbeteiligungen spielten bei ihm eine deutlich kleinere Rolle als bei vergleichbaren Hollywood-Namen.
Wie hat Nicolas Cage seine Schulden abgearbeitet?
Über die Zahl der Rollen. Ab 2010 drehte er mehrere Filme pro Jahr, überwiegend mit kleinem Budget und Direktauswertung, und kam bis 2021 auf mehr als vierzig Titel. Im März 2022 erklärte er in einem Interview, die Schulden seien vollständig getilgt.
Wie hoch waren die Filmgagen von Nicolas Cage?
Am Anfang seiner Laufbahn lagen sie im vier- bis sechsstelligen Bereich. Die Spitzengage von 20 Millionen US-Dollar je Film erreichte er zwischen 2000 und 2004 dreimal, ab 2010 liegen die belegten Honorare zwischen 1 und 12 Millionen US-Dollar.
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