Markus Lanz moderiert seit 2008 seine eigene Talkshow im ZDF und produziert sie über eine Firma, an der er selbst zur Hälfte beteiligt ist. Genau darin liegt der Unterschied zu vielen Kollegen, die für dasselbe Fernsehen arbeiten und dafür allein ein Honorar bekommen. Wer sein Vermögen verstehen will, muss deshalb zwei Einnahmewege trennen: das Geld für die Arbeit vor der Kamera und das Geld für die Herstellung der Sendung. Wir schätzen das Vermögen von Markus Lanz auf rund 10 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Markus Lanz?
Für 2024 wurde für ihn ein Honorar von rund 1,9 Millionen Euro bekannt, aus einer Aufstellung der ZDF-Intendanz zu den direkt verhandelten Verträgen. Solche Vereinbarungen laufen nicht über den Tarif des Hauses, sondern werden einzeln ausgehandelt und umfassen eine vereinbarte Zahl von Sendungen im Jahr.
Honorar, Produktionsauftrag und Beteiligung sind drei verschiedene Dinge
Drei Einnahmearten werden regelmäßig in einen Topf geworfen, obwohl sie wirtschaftlich nichts miteinander zu tun haben.
Das Moderationshonorar ist die Bezahlung für die Arbeit vor der Kamera. Es wird je Sendung oder als Jahresbetrag für eine feste Zahl von Ausgaben gezahlt, es ist Einkommen der Person, und es endet mit dem Format.
Der Produktionsauftrag ist etwas völlig anderes: ein Vertrag zwischen dem Sender und einer Produktionsfirma. Der Sender kauft eine fertige Sendung zum Festpreis, die Firma stellt sie her, trägt das Kostenrisiko und behält, was vom Budget übrig bleibt. Gehört diese Firma dem Moderator, verdient er zweimal an derselben Sendung, einmal als Auftragnehmer vor der Kamera und einmal als Unternehmer dahinter.
Die Produktionsbeteiligung ist der dritte Fall, nämlich ein Anteil an der weiteren Verwertung: an Lizenzen, an Zweitverkäufen, an Formatrechten für andere Länder. Bei einer Talkshow, die nur im eigenen Sender läuft, bringt sie wenig. Bei Unterhaltungsformaten, die exportiert werden, ist sie der Posten, der aus einem gut verdienenden Moderator einen Vermögenden macht.
Warum Dauer bei öffentlich-rechtlichen Formaten mehr wiegt als Höhe
Ein Privatsender bezahlt eine Show, solange die Werbeerlöse sie tragen. Ein gebührenfinanzierter Sender bezahlt ein Format, solange es in den Programmauftrag passt. Das ist bei den Honoraren die kürzere Leine und bei der Laufzeit die längere. Für den Vermögensaufbau ist das der günstigere Tausch, denn planbare Jahre schlagen einzelne Rekordgagen.
Der Unterschied wird im Vergleich sichtbar. Daniel Hartwich arbeitet als Auftragnehmer für einen Privatsender und verdient an jeder Sendung genau einmal. Barbara Schöneberger verteilt ihre Einnahmen auf Fernsehen, Radio, Bühne und ein eigenes Magazin und ist damit von keinem Sender abhängig. Lanz hat einen dritten Weg gewählt: ein einziges Format, dafür aber mit der Firma dahinter.
Die eigene Produktionsfirma als zweiter Einnahmestrom
Mhoch2 TV und die Hälfte an der Firma
2010 gründete Lanz in Hamburg gemeinsam mit dem Fernsehproduzenten Markus Heidemanns die Mhoch2 TV-Produktionsgesellschaft, an der beide je die Hälfte halten. Seit Januar 2011 stellt diese Firma seine Sendungen her, zusammen mit der Produktionsfirma Fernsehmacher, die Heidemanns 2004 mit Johannes B. Kerner aufgebaut hatte. Damit läuft die Talkshow seit ihrem vierten Jahr über ein Unternehmen, das dem Moderator zur Hälfte gehört.
Was eine eigene Produktionsfirma tatsächlich ändert
Vier Dinge verschieben sich, sobald ein Moderator die Firma hinter seiner Sendung besitzt.
Erstens wandert ein Teil des Sendebudgets von der Personalkostenseite auf die Ertragsseite eines Unternehmens, das ihm gehört. Zweitens verändert sich die Verhandlungslage: Wer nur moderiert, ist ersetzbar, wer die Produktion mitbringt, verhandelt über das ganze Paket. Drittens entsteht Substanz statt Einkommen, denn ein Firmenanteil ist ein Vermögensgegenstand, der auch dann noch da ist, wenn niemand mehr vor der Kamera steht. Viertens lassen sich weitere Formate über dieselbe Struktur entwickeln, ohne dass ein Sender sie erst bestellen muss.
Genau diesen Weg sind die erfolgreichsten deutschen Fernsehleute gegangen. Günther Jauch hat früh eine eigene Produktionsfirma aufgebaut, Stefan Raab seine Formate über eine Beteiligung an einem Produktionshaus verwertet, und auch Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf produzieren einen Teil ihrer Sendungen selbst. Wer im deutschen Fernsehen über Jahrzehnte Vermögen aufbaut, tut es fast immer als Produzent und nicht als Moderator.
Podcast, Bücher und weitere Auftritte
Seit September 2021 läuft ein Podcast des ZDF, den Lanz gemeinsam mit dem Philosophen Richard David Precht bestreitet. Ein solches Format kostet wenig und hält die Bekanntheit hoch, die Grundlage jeder Honorarverhandlung.
Dazu kommen Buchprojekte. 2007 schrieb Lanz gemeinsam mit Horst Lichter dessen Biografie, später veröffentlichte er einen Bildband über seine Polarreisen.
Von Südtirol zum Radio
Lanz stammt aus Bruneck in Südtirol und besuchte das Vinzentinum in Brixen. Nach der Matura diente er beim italienischen Heer. Erste Radioerfahrung sammelte er bei einem lokalen Sender in Bruneck.
Mit 21 begann er in München eine Ausbildung zum Kommunikationswirt und volontierte parallel bei Radio Hamburg. Das Volontariat endete vorzeitig, nachdem er ohne Genehmigung eine eigene Single im Programm gespielt hatte, einen Protestsong gegen französische Kernwaffentests.
Die Jahre bei RTL
Noch im selben Jahr begann er als Nachrichtensprecher bei RTL Nord. Ab 1997 moderierte er „Guten Abend RTL“, den Durchbruch brachte 1998 die Vertretung bei „Explosiv“, die er anschließend dauerhaft übernahm. 2004 wurde er dort Redaktionsleiter und trug damit erstmals Verantwortung hinter der Kamera.
Diese Station ist für die Geldfrage wichtiger, als sie klingt: Wer eine Redaktion führt, lernt, was eine Sendung kostet und wie ein Sender mit Produzenten verhandelt.
Der Wechsel zum ZDF
Von 2012 bis 2014 moderierte er zusätzlich „Wetten, dass“. Die Kritik war deutlich, der Vergleich mit dem langjährigen Vorgänger Thomas Gottschalk fiel gegen ihn aus, und 2014 wurde die Sendung eingestellt. Sein eigenes Format lief unbeeindruckt weiter.
Für die Vermögensfrage ist das der entscheidende Punkt. Eine gescheiterte Samstagabendshow kostet Ansehen, aber kein Einkommen, solange das tägliche Geschäft läuft. Wer wie Florian Silbereisen von wenigen großen Showabenden im Jahr lebt, hängt an deren Erfolg. Wer drei Sendungen pro Woche liefert und die Herstellung selbst verantwortet, hat ein Einkommen, das ein einzelner Fehlschlag nicht erschüttert.
Privat ist Lanz mit Angela Gessmann verheiratet und hat drei Kinder.
Häufige Fragen zu Markus Lanz
Wie hoch ist das Vermögen von Markus Lanz?
Wir schätzen es auf rund 10 Millionen Euro. Grundlage sind das bekannt gewordene ZDF-Honorar, die Erträge seiner Produktionsfirma und weitere Projekte.
Was verdient Markus Lanz beim ZDF?
Für 2024 wurde ein Honorar von rund 1,9 Millionen Euro für ihn bekannt. Es beruht auf einer einzeln verhandelten Vereinbarung über eine feste Zahl von Sendungen.
Was unterscheidet ein Moderationshonorar von einem Produktionsauftrag?
Das Honorar bezahlt die Arbeit vor der Kamera und endet mit dem Format. Der Produktionsauftrag ist ein Vertrag über die Herstellung der Sendung: Der Sender zahlt einen Festpreis, die Firma trägt das Kostenrisiko und behält den Rest des Budgets.
Produziert Markus Lanz seine Sendung selbst?
Ja. Seit Januar 2011 stellt die 2010 gegründete Mhoch2 TV die Sendungen her, an der Lanz zur Hälfte beteiligt ist. Er verdient damit nicht nur am Moderationshonorar, sondern auch am Produktionsauftrag.
Womit verdient Markus Lanz neben der Talkshow Geld?
Mit dem Podcast beim ZDF, mit Büchern und mit weiteren Moderationen. Der wirtschaftlich größte Nebenposten ist aber nicht ein zusätzliches Format, sondern der Anteil an der Produktionsfirma.
Bildquellen:
Titelbild: Kurt Kulac [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Udo Grimberg [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons