Wie hoch ist das Vermögen von Julia Roberts?
Den größten Teil dieser Summe haben die Filmgagen erwirtschaftet. Belegt sind Honorare von mehr als 220 Millionen US-Dollar über rund drei Jahrzehnte, und das sind reine Festgagen ohne Gewinnbeteiligungen. Dazu kommen Werbeverträge, die in einzelnen Jahren mehr eingebracht haben als ein Kinofilm, Einnahmen als Produzentin und ein Immobilienbestand, den sie seit Anfang der 2000er Jahre aufgebaut hat.
Woraus sich die Schätzung speist
Von einer Bruttogage bleibt deutlich weniger als die Hälfte übrig. In Kalifornien liegt die Steuerlast auf hohe Einkommen bei rund 50 Prozent, dazu kommen die Honorare für Agentur, Management und Anwälte, die zusammen üblicherweise 15 bis 20 Prozent ausmachen. Die Summe aller Gagen ist deshalb keine Vermögensangabe, sondern eine Bruttogröße, aus der über die Jahre grob ein Drittel als anlagefähiges Kapital übrig geblieben ist.
Roberts hat, anders als viele Kollegen ihrer Generation, keine Getränkemarke, kein Modelabel und keine Beteiligung an einem Technologieunternehmen aufgebaut. Sie verdient als Auftragnehmerin und als Produzentin. Ihr Vermögen besteht damit aus vielen gut dokumentierten Verträgen und nicht aus einem einzelnen Firmenverkauf, wie ihn etwa ihr langjähriger Filmpartner George Clooney mit seiner Tequila-Marke realisiert hat.
Die Filmgagen als Grundlage des Vermögens
Kaum eine Karriere lässt sich so genau am Honorarzettel nachlesen wie diese. Zwischen ihrem ersten nennenswerten Film und der Rolle, die ihr den Oscar brachte, hat sich die Gage von Julia Roberts um mehr als das Vierhundertfache erhöht.
Die ersten Jahre: von der Nebenrolle zum Millionenhonorar
Für „Mystic Pizza“ bekam Roberts 1988 noch 50.000 US-Dollar, für „Magnolien aus Stahl“ 1989 rund 90.000 US-Dollar und dazu ihre erste Oscar-Nominierung. Der Durchbruch „Pretty Woman“ brachte ihr 1990 eine Gage von 300.000 US-Dollar, während der Film weltweit über 460 Millionen US-Dollar einspielte. Das Missverhältnis zwischen diesen beiden Zahlen ist der Ausgangspunkt für alles, was danach kam: Noch im selben Jahr bekam sie für „Flatliners“ 500.000 US-Dollar, 1991 für „Der Feind in meinem Bett“ erstmals eine Million und für Steven Spielbergs „Hook“ sieben Millionen US-Dollar.
Der Sprung auf 20 Millionen US-Dollar
In den Neunzigern zog das Honorar in großen Schritten an: acht Millionen US-Dollar für „Die Akte“ (1993), zwölf Millionen für „Die Hochzeit meines besten Freundes“ (1997) an der Seite von Cameron Diaz, 15 Millionen für „Notting Hill“ und 17 Millionen für „Die Braut, die sich nicht traut“, beide 1999. Im Jahr 2000 folgte der Schritt, der die Branche verändert hat. Für „Erin Brockovich“ erhielt Julia Roberts 20 Millionen US-Dollar und war damit die erste Schauspielerin, die diese Marke erreichte. Bis dahin war dieses Niveau männlichen Stars vorbehalten, etwa Tom Cruise, Tom Hanks, Mel Gibson oder Leonardo DiCaprio. Die bestbezahlten Schauspielerinnen jener Zeit, Meg Ryan und Jodie Foster, lagen bei 15 Millionen US-Dollar. Ihre Agentin Elaine Goldsmith-Thomas begründete die Forderung damit, dass Roberts fünf Filme mit über 100 Millionen US-Dollar Einspielergebnis vorzuweisen hatte; der Oscar für dieselbe Rolle kam ein Jahr später hinzu.
Roberts selbst hat die Verhandlung 2022 bei einer Veranstaltung des History Channel knapp zusammengefasst. Sie habe nicht gekämpft, sondern schlicht gesagt: „Let’s get real. Let’s be fair.“ Sie sei vorbereitet, pünktlich und bei der Sache, also „show me the money“. Die 25 Millionen US-Dollar, die sie 2003 für „Mona Lisa Smile“ bekam, waren zu diesem Zeitpunkt die höchste Gage, die je an eine Schauspielerin gezahlt wurde.
Die Filme mit belegter Gage
Die folgende Aufstellung führt nur Honorare, für die es Belege gibt. Es sind Festgagen, Gewinnbeteiligungen sind darin nicht enthalten, und in einzelnen Fällen war die Beteiligung wichtiger als die Gage selbst: Für „Valentinstag“ (2010) vereinbarte Roberts drei Prozent der Einnahmen, was rund drei Millionen US-Dollar ergab, bei sechs Minuten Leinwandzeit. Für „Mother’s Day“ bekam sie 2016 ebenfalls drei Millionen US-Dollar, dafür stand sie vier Tage am Set. Bei Ensemblefilmen fällt der Anteil dagegen kleiner aus: Für „Ocean’s Eleven“ (2001) bekam sie neben Brad Pitt und Matt Damon zehn Millionen US-Dollar, für die Fortsetzung drei Jahre später nur noch fünf Millionen.
- Mystic Pizza (1988) – 50.000 US-Dollar
- Magnolien aus Stahl (1989) – 90.000 US-Dollar
- Pretty Woman (1990) – 300.000 US-Dollar
- Flatliners (1990) – 500.000 US-Dollar
- Der Feind in meinem Bett (1991) – 1 Million US-Dollar
- Entscheidung aus Liebe (1991) – 3 Millionen US-Dollar
- Hook (1991) – 7 Millionen US-Dollar
- Die Akte (1993) – 8 Millionen US-Dollar
- Mary Reilly (1996) – 8,5 Millionen US-Dollar
- Fletchers Visionen (1997) – 11 Millionen US-Dollar
- Die Hochzeit meines besten Freundes (1997) – 12 Millionen US-Dollar
- Notting Hill (1999) – 15 Millionen US-Dollar
- Die Braut, die sich nicht traut (1999) – 17 Millionen US-Dollar
- Erin Brockovich (2000) – 20 Millionen US-Dollar
- The Mexican (2001) – 20 Millionen US-Dollar
- America’s Sweethearts (2001) – 15 Millionen US-Dollar
- Ocean’s Eleven (2001) – 10 Millionen US-Dollar
- Mona Lisa Smile (2003) – 25 Millionen US-Dollar
- Hautnah (2004) – 20 Millionen US-Dollar
- Ocean’s Twelve (2004) – 5 Millionen US-Dollar
- Duplicity (2009) – 15 Millionen US-Dollar
- Valentinstag (2010) – 3 Millionen US-Dollar
- Eat Pray Love (2010) – 10 Millionen US-Dollar
- Mother’s Day (2016) – 3 Millionen US-Dollar
- Leave the World Behind (2023) – 25 Millionen US-Dollar
- After the Hunt (2025) – 20 Millionen US-Dollar
Was sie für neuere Projekte bekommt
Werbeverträge, Produktionsfirma und Immobilien
Lancôme, Chopard und Calzedonia
Den ersten großen Werbevertrag schloss Roberts 2006 mit dem italienischen Modehaus Gianfranco Ferré, berichtet wurden sechs Millionen US-Dollar. Der wichtigste Vertrag ihrer Karriere außerhalb des Films kam wenige Jahre später. Für Lancôme unterschrieb sie einen Fünfjahresvertrag über 50 Millionen US-Dollar und wurde damit zur Werbebotschafterin des französischen Kosmetikkonzerns. Seit 2012 ist sie das Gesicht des Duftes „La Vie est Belle“, der zu den weltweit meistverkauften Parfums gehört, und der Vertrag wurde seither mehrfach verlängert. Eine Testimonial-Beziehung, die über 14 Jahre auf denselben Duft läuft, ist in der Branche die Ausnahme.
Dazu kommen Verträge, deren Volumen nicht öffentlich ist: eine Kampagne für Givenchy im Frühjahr 2015, mehrere Jahre als Werbegesicht des italienischen Wäsche- und Strumpfherstellers Calzedonia ab 2014 und, nach Kampagnen für den Schweizer Juwelier Chopard ab 2021, ein mehrjähriger Vertrag als globale Markenbotschafterin des Hauses. Eine Zahl, die sich über Jahre hartnäckig gehalten hat, stimmt dagegen nicht: Die Behauptung, ihr Lächeln sei für eine Millionensumme versichert, hat Roberts 2022 in einem Interview mit der New York Times selbst zurückgewiesen.
Die eigene Produktionsfirma Red Om Films
Ihre Produktionsfirma Red Om Films führt Roberts gemeinsam mit ihrer Schwester Lisa Roberts Gillan und der Produzentin Marisa Yeres Gill. Der Name ist der rückwärts gelesene Nachname ihres Mannes Moder. Zwischen 2004 und 2008 produzierte die Firma unter anderem die Filmreihe „American Girl“, später wurde sie vor allem zum Vehikel für Stoffe, in denen Roberts selbst spielt. Ein Produzentenanteil ersetzt kein Honorar, verschafft aber einen Anteil an den Erlösen, und damit folgt sie einem Weg, den auch Reese Witherspoon mit ihrer eigenen Firma gegangen ist.
Für den Thriller „Panic Carefully“ von Sam Esmail steht Roberts als Hauptdarstellerin und über Red Om als Produzentin in den Credits, als Kinostart in den USA wurde der 26. Februar 2027 angesetzt. Im Mai 2026 kam ein weiteres Projekt dazu: Sonys Label 3000 Pictures sicherte sich die Rechte an dem Roman „Home Economics“ von Katy Hays, Roberts übernimmt die Hauptrolle und produziert mit Red Om.
Immobilien in Malibu, New York und New Mexico
2003 kaufte Roberts für 6,4 Millionen US-Dollar ein Grundstück am Point Dume in Malibu, ließ das bestehende Haus abreißen und dort ein solarbetriebenes Wohnhaus errichten, das seither der Familiensitz ist. Ein zweites Anwesen in Malibu, das sie im Januar 2016 für 7,45 Millionen US-Dollar erworben hatte, verkaufte sie im März 2020 für acht Millionen US-Dollar an einen Nachbarn. Dazu gehören eine Wohnung im New Yorker West Village, die 2010 rund vier Millionen US-Dollar kostete, und eine Ranch bei Taos in New Mexico, auf der sie 2002 geheiratet hat.
Zwei größere Geschäfte sind abgeschlossen und lassen sich beziffern. Das 2011 für 13,37 Millionen US-Dollar gekaufte Anwesen an der Hanalei Bay auf Kauai ging im November 2016 für 16,2 Millionen US-Dollar an einen Fernsehproduzenten, nachdem es zuvor mit knapp 30 Millionen US-Dollar ausgeschrieben war. Ein 2020 für 8,3 Millionen US-Dollar gekauftes viktorianisches Haus in San Francisco verkaufte das Paar im Oktober 2023 für 11,25 Millionen US-Dollar.
Häufige Fragen zu Julia Roberts
Wie hoch ist das Vermögen von Julia Roberts?
Nach unserer Schätzung kommt Julia Roberts auf rund 255 Millionen Euro. Die Grundlage sind belegte Filmgagen von mehr als 220 Millionen US-Dollar, langfristige Werbeverträge mit Luxusmarken und ein Immobilienbestand in Kalifornien, New York und New Mexico.
Woher stammt das Vermögen von Julia Roberts?
Aus drei Quellen: den Gagen aus rund vier Jahrzehnten Film und Fernsehen, den Werbeverträgen mit Lancôme, Chopard, Calzedonia und Givenchy sowie ihrer Produktionsfirma Red Om Films, über die sie an den Erlösen eigener Projekte beteiligt ist.
Warum gilt ihre Gage für „Erin Brockovich“ als historisch?
Mit 20 Millionen US-Dollar war Roberts im Jahr 2000 die erste Schauspielerin, die für einen einzelnen Film so viel bekam wie die bestbezahlten männlichen Stars. Ihre bestbezahlten Kolleginnen lagen zu diesem Zeitpunkt bei 15 Millionen US-Dollar.
Wie viel verdient Julia Roberts mit Werbung?
Öffentlich belegt sind der Lancôme-Vertrag über 50 Millionen US-Dollar für fünf Jahre, der seither mehrfach verlängert wurde, und ein Honorar von sechs Millionen US-Dollar für die Kampagne von Gianfranco Ferré 2006. Die Konditionen der Verträge mit Chopard, Calzedonia und Givenchy sind nicht veröffentlicht.
Welche Produktionsfirma gehört Julia Roberts?
Red Om Films, die sie mit ihrer Schwester Lisa Roberts Gillan und Marisa Yeres Gill führt. Die Firma produzierte die Filmreihe „American Girl“ und ist an ihren neueren Projekten beteiligt, darunter „Panic Carefully“ für Warner Bros.
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