Reinhold Würth hat aus einer Schraubengroßhandlung im hohenlohischen Künzelsau eine der größten Unternehmensgruppen Europas gemacht. 1949 trat er mit 14 Jahren als Lehrling und zweiter Mitarbeiter in den Betrieb seines Vaters ein, nach dessen Tod 1954 führte er das Geschäft selbst weiter. Heute umfasst die Würth-Gruppe mehr als 400 Gesellschaften in 80 Ländern, und das Vermögen der Familie steckt fast vollständig in diesem Unternehmen, das seit 1987 Familienstiftungen gehört. In Aufstellungen der reichsten Menschen der Welt taucht sein Name deshalb gemeinsam mit der Familie auf. Wir schätzen das Vermögen von Reinhold Würth auf rund 26,84 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Reinhold Würth pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Reinhold Würth zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Reinhold Würth auf rund 60 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 214.329 Euro und einem Verdienst von rund 5,14 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 60 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 3.572 Euro |
| Stundenlohn | 214.329 Euro |
| Verdienst pro Tag | 5,14 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 156,57 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 1,88 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Reinhold Würth?
Woraus sich die Schätzung speist
Der mit Abstand größte Posten ist der Wert der Würth-Gruppe selbst. Der Konzern legt jedes Jahr einen Geschäftsbericht vor, die Größenordnung ist also belastbar: Im Geschäftsjahr 2025 kam die Gruppe auf 20,7 Milliarden Euro Umsatz und ein Betriebsergebnis von 970 Millionen Euro, das Eigenkapital stieg auf 9,7 Milliarden Euro. Das ausgewiesene Eigenkapital ist allerdings nicht der Marktwert eines Handelskonzerns mit dieser Ertragskraft, der Unternehmenswert liegt deutlich darüber. Dazu kommen Immobilien in der Region Hohenlohe, darunter das seit 1974 von der Familie bewohnte Schloss Hermersberg, und die 2009 gekaufte Motoryacht „Vibrant Curiosity“.
Nach unserer Schätzung kommt Reinhold Würth auf rund 26,84 Milliarden Euro. Wir schätzen diesen Wert und rechnen ihn nicht aus dem Konzernabschluss ab, weil weder eine Bewertung der Gruppe noch die Verteilung der Erträge öffentlich sind. Damit gehört er wie Dieter Schwarz, Susanne Klatten und Klaus-Michael Kühne in die Gruppe der reichsten Deutschen, deren Geld aus Unternehmen stammt und nicht aus Wertpapierdepots.
Warum die Zurechnung zu einer Person eine Vereinfachung ist
Bei Reinhold Würth ist die Vermögensfrage schwieriger als bei einem Aktionär mit einem messbaren Depot. Das operative Geschäft gehört seit 1987 privatnützigen Familienstiftungen, nicht ihm persönlich und auch nicht seinen Kindern. Die Familie hat auf das Unternehmensvermögen keinen unmittelbaren Eigentumsanspruch, sie gestaltet über die Gremien mit und erhält Ausschüttungen.
Wenn Vermögensranglisten den Konzernwert trotzdem einer Person oder einer Familie zurechnen, ist das eine Konvention und keine Eigentumsangabe. Wir halten uns daran, weil die Leserfrage lautet, wie groß das Vermögen hinter dem Namen Würth ist. Man sollte die Zahl aber als Wert eines Familienverbunds lesen, der über Stiftungen gebunden ist, nicht als Betrag, über den ein Einzelner verfügen kann.
Die Würth-Gruppe als Grundlage des Vermögens
Vom Zweimannbetrieb zur Milliardengruppe
Adolf und Alma Würth gründeten die Schraubengroßhandlung im Juli 1945. Als Adolf Würth im Dezember 1954 mit 45 Jahren starb, war sein Sohn 19 Jahre alt und übernahm die Leitung, die Geschäftsführung offiziell mit dem Erreichen der Volljährigkeit 1956. Der Betrieb hatte damals zwei Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von umgerechnet rund 80.000 Euro. 1962 entstand in den Niederlanden die erste Auslandsgesellschaft.
Der Abstand zwischen diesem Ausgangspunkt und der heutigen Gruppe ist die eigentliche Geschichte dieses Vermögens. Aus 80.000 Euro Jahresumsatz wurden 20,7 Milliarden Euro, das ist nominal, also ohne Berücksichtigung der Geldentwertung, rund das 260.000-Fache. Aus zwei Beschäftigten wurden mehr als 86.000, also rund das 43.000-Fache.
Umsatz, Ergebnis und Größe der Gruppe
Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 stellte der Konzern am 7. Mai 2026 vor. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro, davon entfielen 8,0 Milliarden Euro auf die deutschen und 12,6 Milliarden Euro auf die ausländischen Gesellschaften. Das Betriebsergebnis lag bei 970 Millionen Euro nach 940 Millionen Euro im Jahr davor. Über die digitalen Vertriebswege kamen 5,2 Milliarden Euro herein, ein Anteil von 25,2 Prozent.
Zum Jahresende 2025 beschäftigte die Gruppe 86.415 Menschen, rund 44.000 davon im Vertrieb. Sie ist in über 400 Gesellschaften in 80 Ländern organisiert und betreibt mehr als 2.800 Niederlassungen. Größte Einzelgesellschaft bleibt die Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau mit über 8.000 Beschäftigten. Die Eigenkapitalquote überschritt 2025 mit 50,5 Prozent erstmals die Marke von 50 Prozent, S&P bestätigte das A-Rating.
Welche Funktion Reinhold Würth heute hat
Aus dem operativen Geschäft zog sich Würth 1994 zurück, bis 2006 führte er den Unternehmensbeirat. Danach stand er dem Stiftungsaufsichtsrat vor, dem obersten Gremium der Gruppe, und zwar bis zum 31. Dezember 2024. Seit dem 1. Januar 2025 ist er dort Ehrenvorsitzender, den Vorsitz übernahm sein Enkel Benjamin Würth, der seit Anfang 2023 dessen Stellvertreter war.
Zeitgleich wechselte der Beiratsvorsitz von seiner Tochter Bettina Würth, die ihn seit 2006 innehatte, an deren Neffen Sebastian Würth. Die Gremienspitze der Gruppe liegt damit seit Anfang 2025 in der dritten Generation.
Stiftungen, Kunst und Nachfolge
Das Unternehmen in Stiftungshand
1987 brachte Reinhold Würth seine Anteile am operativen Geschäft in privatnützige Familienstiftungen ein, die die Namen seiner Frau Carmen, seines Vaters Adolf und der drei Kinder Bettina, Marion und Markus tragen. Zur Zahl der Stiftungen gibt es unterschiedliche Angaben, das private banking magazin nennt fünf, andere Darstellungen vier. Der Zweck ist in allen Beschreibungen derselbe: Das Unternehmen soll nicht teilbar und nicht verkäuflich sein. Würth hat das selbst so zusammengefasst, dass Kinder und Enkel das Vermögen nicht „in Ferraris verjubeln“ können sollen.
Kontrolliert wird die Konstruktion über zwei Gremien. Der Stiftungsaufsichtsrat mit fünf Mitgliedern, von denen zwei nicht zur Familie gehören, steht an der Spitze. Der Beirat, dem mehrheitlich externe Manager angehören, bestellt die Konzernführung und genehmigt die Planung. Eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wäre nur einstimmig möglich. Im selben Jahr 1987 gründeten Reinhold und Carmen Würth zusätzlich die gemeinnützige Stiftung Würth, die Kultur, Wissenschaft und soziale Projekte fördert. Andere deutsche Unternehmerfamilien binden ihr Eigentum ähnlich, etwa die Familie Reimann, die Aldi-Süd-Erben Beate Heister und Karl Albrecht Jr. oder, in anderer Rechtsform, Stefan Quandt bei BMW.
Wem die Kunstsammlung gehört
Für die Vermögensfrage ist dieser Unterschied wichtig. Ein Bild, das dem Unternehmen gehört, steckt bereits im Unternehmenswert und darf nicht ein zweites Mal als privater Besitz gezählt werden. Zum Bestand gehört unter anderem die Darmstädter Madonna von Hans Holbein dem Jüngeren, die 2011 aus der Hessischen Hausstiftung erworben wurde. Einen Kaufpreis nannte Würth nie, in Medienberichten war von rund 50 Millionen Euro die Rede.
Familie und Nachfolge
Reinhold Würth ist seit 1956 mit Carmen Würth verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Tochter Marion Würth, die keine operative Funktion im Konzern hatte, starb am 3. Oktober 2025 im Alter von 66 Jahren; ihre Söhne Benjamin und Sebastian Würth führen seit Anfang 2025 die beiden obersten Gremien der Gruppe. Enkelin Maria Würth, Tochter von Bettina Würth, verantwortet den Bereich Kunst und Kultur.
Die dritte Generation ist damit an den entscheidenden Stellen platziert, ohne dass sich an der Eigentumsordnung etwas ändert. Die Anteile bleiben bei den Stiftungen, die Familienmitglieder besetzen Ämter.
Wissenschaft, Sport und Spenden
Der Künzelsauer Campus der Hochschule Heilbronn trägt seit April 2005 den Namen Reinhold-Würth-Hochschule. 2014 sagte die Stiftung Würth zehn Millionen Euro für den Ausbau zu, das Land Baden-Württemberg kofinanzierte das Vorhaben. Nach Angaben der Heilbronner Stimme flossen von Stiftung und Unternehmen über 35 Jahre insgesamt rund 38 Millionen Euro in die Hochschule. Die Stiftung Würth finanziert außerdem Stiftungsprofessuren mit, darunter eine für Kinderneuroorthopädie in München. Vergleichbar große private Wissenschafts- und Sportförderung in Deutschland betreibt sonst vor allem Dietmar Hopp.
Im Sport tritt nicht die Person auf, sondern das Unternehmen. Die Würth-Gruppe verlängerte im Mai 2026 ihre Partnerschaft mit den Handball-Weltmeisterschaften des Weltverbands IHF bis 2029, ist Partner der EHF-Europameisterschaften bis 2028 und Sponsor der Eishockey-Weltmeisterschaften 2026 und 2027. Im Juni 2026 unterstützte die Gruppe ein UNICEF-Programm mit 400.000 Euro. Solche Ausgaben mindern das Vermögen kaum, sie zeigen aber, dass Kultur- und Sportförderung bei Würth aus dem Unternehmen kommt und nicht aus einer Privatschatulle.
Häufige Fragen zu Reinhold Würth
Wie hoch ist das Vermögen von Reinhold Würth?
Wir schätzen es auf rund 26,84 Milliarden Euro. Den weitaus größten Teil macht der Wert der Würth-Gruppe aus, dazu kommen Immobilien und weiterer Privatbesitz.
Wem gehört die Würth-Gruppe?
Das operative Geschäft gehört seit 1987 privatnützigen Familienstiftungen, die die Namen von Carmen Würth, Adolf Würth und der drei Kinder tragen. Die Familie hat daran keinen unmittelbaren Eigentumsanspruch, sie steuert das Unternehmen über den Stiftungsaufsichtsrat und den Beirat.
Welche Funktion hat Reinhold Würth im Konzern?
Seit dem 1. Januar 2025 ist er Ehrenvorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats. Den Vorsitz dieses Gremiums gab er zum 31. Dezember 2024 an seinen Enkel Benjamin Würth ab, aus dem operativen Geschäft hatte er sich bereits 1994 zurückgezogen.
Womit hat Reinhold Würth sein Geld verdient?
Mit Handel: Die Würth-Gruppe verkauft Montage- und Befestigungsmaterial an Handwerk und Industrie, dazu kommen Elektrogroßhandel, Elektronik, Chemie und Finanzdienstleistungen. Wie bei Dirk Rossmann entstand das Vermögen im Handel, nicht in der Produktion. Der Vertrieb im Außendienst ist bis heute das Rückgrat des Geschäfts.
Gehört die Kunstsammlung Würth ihm persönlich?
Die Museen und Kunsthallen in Deutschland werden von der Adolf Würth GmbH & Co. KG getragen, die Sammlung ist damit im Wesentlichen dem Unternehmen zuzuordnen und nicht dem Privatvermögen einer einzelnen Person.
Bildquellen:
@Würth Group / Facebook