Die Panama Papers sind derzeit in aller Munde. Das liegt vor allem daran, dass in Zusammenhang mit diesem Skandal nun bekannt geworden ist, wie viele hochkarätige Promis und Sportler Briefkastenfirmen unterhalten haben. Dabei wurde der Skandal erst dadurch losgetreten, dass es bei der Firma Mossack Fonseca, also der Kanzlei, die sich um genau solche Anliegen vieler prominenter Kunden kümmert, ein unfassbar großes Daten-Leak gegeben hat. Bei solchen Briefkastenfirmen es nicht nur um Steuerhinterziehung, da diese Firmen mitunter sogar für kriminelle Machenschaften genutzt werden. Grundsätzlich ist das Gründen einer solchen Briefkastenfirma dabei erst einmal nicht strafbar. Es kommt also vielmehr darauf an, was dann mit der besagten Firma geschieht. Steuerhinterziehung ist dabei neben Terrorfinanzierung und Geldwäsche nur einer der möglichen Gründe, warum solch eine Briefkastenfirma überhaupt ins Leben gerufen wird. Neben Steuerhinterziehung können die Briefkastenfirmen, die sich beim aktuellen Skandal vorwiegend in Panama befinden, auch zur Steuervermeidung genutzt werden, die wiederum in einer legalen Grauzone angesiedelt, dennoch aber natürlich nicht gerne gesehen ist.

Dabei stehen nicht nur Promis und Staatsoberhäupter aufgrund des Skandals aktuell im Fokus der weltweiten Medien. Auch viele Banken hätten sich an dem Vorgehen beteiligt und allein die britische HSBC soll es auf insgesamt rund 2.300 Briefkastenfirmen in Panama bringen. Selbst deutsche Banken sollen ihre Kunden mitunter bei der Gründung solcher Briefkastenfirmen unterstützt haben. Auch in Deutschland wird sich der Staat also näher mit diesem Thema beschäftigen und möglicherweise entsprechende Gesetzesänderungen erwirken müssen, damit solche Skandale in Zukunft gar nicht erst entstehen können und die betreffenden Personen aus Wirtschaft und Politik zur Verantwortung gezogen werden. Doch wer sind sie nun, die berühmtesten Promis, Sportler und Politiker, deren Image im Zusammenhang mit den Panama Papers einen ordentlichen Kratzer abbekommen haben dürfte?

Diese Politiker und Staatsoberhäupter stehen im Fokus des Panama Paper Skandals

Wladimir Putin EinkommenDer russische Staatschef Wladimir Putin soll angeblich in diesen Skandal involviert sein, wobei Russland diese Vorwürfe zurückweist und anstatt dessen darauf behaart, dass diese Negativschlagzeilen vielmehr ein Angriff des Westens gegen Putin seien. In der Tat ist es so, dass in den Panama Papers rund 100 Namen von Politikern von hohem Rang auftauchen und Putins Name nicht unter ihnen ist. Dennoch wird Putin in diesem Zusammenhang aber immer wieder gerne genannt, da einige seiner engsten Vertrauten durchaus solche Briefkastenfirmen in Panama eröffnet haben sollen und in dem geleakten Datensatz explizit genannt werden. Mit dabei ist zum Beispiel Sergej Roldugin, der Taufparte von Putins erster Tochter, der auch weiterhin ein enger Freund der Familie ist. Zudem werden weitere KGB-Kollegen, ein Cousin von Putin und auch die Frau von Putins Pressesprecher mit diesem Skandal in Zusammenhang gebracht.

Auch in der Ukraine haben die Panama Papers für viel Aufruhe gesorgt, da der Präsident des Landes, Petro Poroschenko, ebenfalls im Zusammenhang mit dem Daten-Leak genannt wird. Weitere Minister sollen die Dienste der Kanzlei Mossack Fonseca gleichermaßen in Anspruch genommen haben, so dass die politische Lage in der Ukraine, die in den letzten Jahren ohnehin von Unruhen geprägt war, sich in naher Zukunft nicht gerade einfacher gestalten dürfte. Sogar bis nach Saudi Arabien reicht der Skandal. Denn auch Salman ibn Abd al-Aziz soll Luxuswohnungen in der britischen Stadt London über solche Offshore-Firmen finanziert haben. Bisher hat sich das saudiarabische Königshaus dazu jedoch nicht geäußert. Noch schlimmer sieht die Lage wohl in Island aus, da Premier Sigmundur David Gunnlaugsson ebenfalls Dreck am Stecken haben soll. Inzwischen hat der Mann an der Spitze Islands sogar seinen Rücktritt angekündigt, so dass es schon bald Neuwahlen geben könnte. Vor allem die Tatsache, dass Islands Premier sich in der Vergangenheit öffentlich gegen Steueroasen ausgesprochen hatte, führt nun dazu, dass seine Glaubwürdigkeit durch diesen Skandal umso mehr infrage gestellt wird.

Vor allem Promis aus der Welt des Sports sind in den Skandal verwickelt

Lionel Messi VermögenDass der Fußballer sich nun damit verteidigt, dass er nicht gewusst habe, was in den Vertragsunterlagen stand, und sich so verteidigen will, macht Lionel Messi nicht unbedingt sympathischer. Immerhin ist nun bekannt geworden, dass Messi angeblich insgesamt 4,1 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben soll. Wenngleich sich Messi schon im Mai vor Gericht zu verantworten hat, muss er eine Gefängnisstrafe wohl nicht fürchten. Denn immerhin hat der Sportler inzwischen schon gut 15 Millionen Euro an Steuernachzahlungen geleistet.

Korruptionsvorwürfe gegen den Weltfußballverband Fifa sind ebenfalls nichts Neues, auch wenn die kritischen Stimmen im Zusammenhang mit dem Panama Skandal nun wieder besonders laut ertönen. Der Name des Ex-Präsidenten der Uefa, Michel Platini, findet sich zum Beispiel auch in dem Panama Papers Dokument. Allerdings ist Juan Pedro Damiani wohl einer der heikelsten Namen auf der Liste. Denn der Anwalt, der in der „SZ“ sogar bereits als „Briefkastenkönig“ betitelt wurde, ist ein Mitglied der Fifa-Ethikkommission, wenngleich es um seinen moralischen Kompass anscheinend nicht sonderlich gut gestellt zu sein scheint. Der Mann, der eigentlich Korruption innerhalb der Fifa bekämpfen sollte, steht also nun mit einer ganz anderen Art von Korruption eines scheinbar unermesslichen Ausmaßes im Zusammenhang. Selbst der neue Präsident der Fifa, Gianni Infantino, ist offenbar ebenfalls in den Skandal verwickelt.

In Deutschland muss man sich zudem fragen, was eigentlich mit Nico Rosberg ist. Denn er soll angeblich gar keinen Vertrag mit Mercedes, dem Rennstall, für den er regelmäßig in der Formel 1 im Einsatz ist, haben, sondern soll laut Berichten der „SZ“ ebenfalls von einer Briefkastenfirma bezahlt werden.

Die Top-Namen aus dem Panama Papers Skandal

Abschließend möchten wir also noch einmal einige der Top-Namen aus diesem Skandal, der aktuell die internationale Medienlandschaft zu beherrschen scheint, zusammenfassen:

• Nico Rosberg (Formel-1-Fahrer für Mercedes)
• Fifa-Präsident Gianni Infantino und weitere Fifa-Offizielle
• Helmut Linssen (ehemaliger Finanzminister von NRW)
• Investor Florian Homm
• Helmut Kiener (bereits verurteilter Millionenbetrüger)
Bernie Ecclestone (Formel-1-Boss)
• Hans-Joachim K. (ehemaliger Manager bei Siemens)
• Gunter Sachs (wohl der prominenteste Deutsche, der in den Skandal verwickelt ist) – bereits verstorben
• Michail Fridman (Multimilliardär und Oligarch aus Russland)
• Kofi Annan (früherer Generalsekretär der UNO)
• Denise Ritch (Komponisten mit amerikanischen Wurzeln, die auch Songs für Celine Dion schrieb)
• Jürgen Radomski (Ex-Vorstand von Siemens)

Bei über 200.000 Briefkastenfirmen, die in den Panama Papers aufgeführt werden, dürfte dieser Skandal also weitreichende Konsequenzen für viele Stars aus Film, Musik, Sport und Wirtschaft haben.

Bildquellen:
Messi: Maxisports/Bigstock.com
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