Wie hoch ist das Vermögen von Nena?
Nena ist die international erfolgreichste deutschsprachige Sängerin, und sie ist eine der wenigen, die vier Jahrzehnte nach dem Durchbruch noch große Hallen und Freilichtbühnen füllt. Genau das ist heute ihr wichtigstes Geschäft, nicht der Katalog. Das geschätzte Vermögen von Nena: 20 Millionen Euro.
Nena - Verdienst mit Spotify
Nena kommt bei Spotify als Hauptact auf rund 1,21 Milliarden Streams. Bei einer Ausschüttung von rund 0,0035 Euro pro Stream entspricht das etwa 4,25 Millionen Euro. Das ist allerdings die Summe an alle Rechteinhaber, je nach Vertrag bleiben davon 15 bis 80 Prozent bei ihr.
| Gesamte Streams als Hauptact | 1,21 Milliarden |
|---|---|
| Ausschüttung insgesamt | 4,25 Millionen Euro |
| Einnahmen pro Sekunde | 0,02 Euro |
| Einnahmen pro Tag | 1.917 Euro |
| Einnahmen pro Monat | 58.344 Euro |
| Einnahmen pro Jahr | 700.073 Euro |
| 99 Luftballons | 2.340.000 Euro |
|---|---|
| Irgendwie, irgendwo, irgendwann | 497.000 Euro |
| 99 Red Balloons (Club Mix) | 332.000 Euro |
| Nur geträumt | 282.000 Euro |
| Strobo Pop Feature | 230.000 Euro |
| Leuchtturm | 156.000 Euro |
| Irgendwie, irgendwo, irgendwann (Special 12" Dance Mix) | 101.000 Euro |
| Irgendwo Feature | 64.000 Euro |
| Wunder gescheh'n | 47.000 Euro |
| La La Lu | 32.000 Euro |
| In meinem Leben | 30.000 Euro |
Rechne selbst
Davon bleiben rund 850.217 Euro bei ihr.
Berechnungsgrundlage anzeigen
Grundlage sind die Streams als Hauptact, Stand 14.10.2026, multipliziert mit rund 0,0035 Euro pro Stream. Das ist die Ausschüttung an alle Rechteinhaber, nicht das Einkommen. Bei einem Major-Vertrag bleiben davon 15 bis 25 Prozent, bei eigenem Katalog 50 bis 80 Prozent. Songs, auf denen Nena nur als Gast auftritt, bringen am Master in der Regel nichts und zählen deshalb nicht mit.
Über ihre Finanzen spricht sie nicht, und belastbare Zahlen gibt es nur zu einzelnen Vorgängen. Was sich verlässlich beschreiben lässt, sind die drei Quellen, aus denen ihr Geld kommt: die Verwertung ihrer Aufnahmen, die Autorenanteile an ihren eigenen Titeln und die Konzerte.
Der Welthit von 1983 und wem er gehört
Wirtschaftlich ist dabei eine Unterscheidung entscheidend, die kaum jemand kennt. Geschrieben wurde der Titel nicht von Gabriele Kerner, sondern von ihren damaligen Bandkollegen: Die Musik stammt von Uwe Fahrenkrog-Petersen, den Text schrieb Carlo Karges. Nena ist die Interpretin.
Für die Abrechnung bedeutet das zwei getrennte Töpfe. Die GEMA verteilt an Komponisten und Textdichter, also an die Urheber und deren Verlage. Die GVL vertritt die ausführenden Künstler und die Tonträgerhersteller bei Sendung und öffentlicher Wiedergabe. Wer ein Lied singt, ohne es geschrieben zu haben, bekommt den zweiten Anteil und nicht den ersten, dazu die Künstlertantieme aus dem Vertrag mit dem Label.
Bei einem Titel, der seit vier Jahrzehnten weltweit im Radio läuft, in Filmen und Serien auftaucht und regelmäßig neu gecovert wird, ist auch dieser zweite Anteil eine dauerhafte Einnahme. Der größere Teil der Erlöse aus diesem einen Lied fließt aber an zwei andere Namen. Bei ihren späteren Alben hat Nena selbst als Autorin mitgeschrieben, dort fällt beides zusammen.
Was der internationale Erfolg wert war
Der entscheidende Punkt an 1983 und 1984 ist nicht die deutsche Chartplatzierung, sondern die Auswertung im Ausland. Ein Titel, der in den USA auf Platz zwei steht, wird dort jahrzehntelang im Radio gespielt, und jede dieser Sendungen wird abgerechnet. Weil die amerikanischen Rundfunkvergütungen zu den höchsten der Welt gehören, wiegt ein einzelner US-Erfolg mehr als eine ganze Reihe deutscher Hits.
Dazu kam der Zeitpunkt. Die Neue Deutsche Welle war Anfang der achtziger Jahre eine kurze, extrem produktive Marktphase, in der Tonträger noch zu vollen Preisen verkauft wurden und der Handel die Regale füllte. Wer in diesen Jahren ein Album mit Millionenauflage hatte, verdiente pro verkauftem Exemplar ein Vielfaches dessen, was heute pro Stream ankommt. Genau aus dieser Phase stammt der Grundstock ihres Vermögens.
25 Millionen Tonträger und ein zweiter Anlauf
Insgesamt hat Nena rund 25 Millionen Tonträger verkauft. Nummer eins in Deutschland war sie mit ihren Alben zweimal, 1983 und 1984. „Willst du mit mir gehn“ erreichte 2005 in Österreich und der Schweiz die Spitze, „Oldschool“ kam 2015 in Deutschland auf Platz vier.
Die Jahre ohne große Erfolge
Zwischen diesen Marken liegt eine lange Phase, die für die Einordnung ihres Vermögens wichtig ist. Nach dem Ende der Band Ende der achtziger Jahre veröffentlichte sie als Solokünstlerin weiter, ohne an die alten Zahlen anzuknüpfen. Die neunziger Jahre brachten Kinderlieder, kleinere Produktionen und Fernsehauftritte, aber keine Alben in der Größenordnung von 1983.
Wirtschaftlich bedeutet das: Rund fünfzehn Jahre lang trug vor allem der Katalog, während neue Einnahmen ausblieben. Wer in dieser Zeit von Tantiemen lebt, verbraucht sein Vermögen langsamer, baut es aber auch nicht aus. Das erklärt, warum ihr geschätztes Vermögen deutlich unter dem liegt, was 25 Millionen verkaufte Tonträger vermuten lassen.
Der wirtschaftlich interessanteste Schritt ihrer Laufbahn kam dann 2002. Sie nahm ihre alten Titel gemeinsam mit anderen Künstlern neu auf. Das war nicht nur ein künstlerisches Comeback, sondern eine kluge Konstruktion: An einer neuen Aufnahme entstehen neue Leistungsschutzrechte, und diese Rechte liegen bei den Beteiligten der Neuaufnahme, nicht bei der Plattenfirma von 1983. Wer seinen eigenen Katalog neu einspielt, verschafft sich damit eine zweite, frische Einnahmequelle aus demselben Repertoire. Thomas Anders hat aus demselben Grund seine Modern-Talking-Titel neu produziert.
Die Bühne als Hauptgeschäft
Das ist der Kern ihres heutigen Einkommens. Eine Tournee dieser Größe bedeutet mehrere Hunderttausend verkaufte Tickets, und beim Hauptact bleibt je nach Vertrag ein Festhonorar pro Abend oder ein Anteil am Kartenumsatz. Dazu kommt der Verkauf von Fanartikeln bei jeder Vorstellung, bei dem ein deutlich größerer Anteil des Preises beim Künstler bleibt als beim Tonträger.
Eine solche Zahl von Terminen in einer einzigen Saison ist auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Der Katalog läuft ohnehin, aber er wächst nicht. Live dagegen lässt sich die eigene Bekanntheit direkt in Umsatz umwandeln, und die Nachfrage nach Konzerten von Künstlern dieser Generation ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Peter Maffay und Udo Lindenberg füllen mit demselben Publikum Arenen, die Böhsen Onkelz sogar Stadien.
Weitere Einnahmen
Neben der Musik hat Nena mehrere kleinere Einkommensquellen aufgebaut. Sie stand als Schauspielerin vor der Kamera, unter anderem 1987 in „Der Unsichtbare“, und arbeitete als Synchronsprecherin, etwa für „Peter Pan“ und die Verfilmungen von „Arthur und die Minimoys“. Sprecherarbeit wird nach Studiozeit abgerechnet und ist gut mit anderen Terminen vereinbar.
Dazu kam ihre Rolle als Jurorin in einer Gesangs-Castingshow im Fernsehen. Solche Engagements bringen ein Honorar pro Staffel und, was wirtschaftlich schwerer wiegt, wiederkehrende Sichtbarkeit bei einem jüngeren Publikum, das ihre Konzerte sonst nicht buchen würde. Auch als Mitgründerin einer freien Schule in Hamburg ist sie aufgetreten, allerdings als Projekt und nicht als Einnahmequelle.
Ein Vorgang zeigt, dass auch bei ihr nicht alles glattlief: 2007 verurteilte ein Gericht sie zur Zahlung von rund 240.000 Euro an ihre frühere Managementfirma. Es ging um einen Vertrag, den sie vorzeitig gekündigt hatte und für den der Vertragspartner die restliche Vergütung einforderte. Solche Auseinandersetzungen sind in der Branche häufig, weil Managementverträge über Jahre laufen und prozentuale Ansprüche auf künftige Einnahmen enthalten.
Häufige Fragen zum Vermögen von Nena
Verdient Nena noch an 99 Luftballons?
Ja, aber als Interpretin, nicht als Urheberin. Komponiert hat den Titel Uwe Fahrenkrog-Petersen, getextet Carlo Karges. Der Urheberanteil geht deshalb an sie beide.
Wie viele Tonträger hat Nena verkauft?
Rund 25 Millionen weltweit. Das ist für eine deutschsprachige Künstlerin ein Ausnahmewert.
Geht Nena noch auf Tournee?
Ja, für 2026 sind 45 Konzerte in vier Ländern angekündigt, im Sommer als Freilichtkonzerte und im Herbst in Hallen.
Woher kommt der Name Nena?
Er entstand in ihrer Kindheit im Urlaub in Spanien und geht auf das spanische Wort für Mädchen zurück.
Warum ist ihr Vermögen nicht größer?
Zwischen dem Erfolg der achtziger Jahre und dem Comeback 2002 liegen rund fünfzehn Jahre ohne große Veröffentlichungen. In dieser Zeit trug der Katalog die Einnahmen, ohne dass neue hinzukamen.
Womit verdient sie heute am meisten?
Mit Konzerten. Der Katalog liefert verlässliche Einnahmen im Hintergrund, wächst aber nicht mehr, während eine Tournee mit 45 Terminen unmittelbar Umsatz erzeugt.
Bildquellen:
Titelbild: By Michael Movchin [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
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