Carlos Slim Helú ist ein mexikanischer Unternehmer, dessen Geld aus einem Geflecht von Beteiligungen stammt: Mobilfunk und Festnetz, Bergbau, Bau, Infrastruktur, Einzelhandel und eine eigene Finanzgruppe. Zusammengehalten wird alles von wenigen Holdinggesellschaften, in denen die Familie die Stimmrechte bündelt. Sein Vermögen ist deshalb kein Kontostand, sondern die Bewertung von Aktienpaketen. Wir schätzen das Vermögen von Carlos Slim auf rund 111,46 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Carlos Slim Helu pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Carlos Slim Helu zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Carlos Slim Helu auf rund 247 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 890.072 Euro und einem Verdienst von rund 21,36 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 247 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 14.835 Euro |
| Stundenlohn | 890.072 Euro |
| Verdienst pro Tag | 21,36 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 650,2 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 7,8 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Carlos Slim?
Drei Posten tragen die Schätzung: der Anteil am Mobilfunkkonzern América Móvil, die Industrie- und Handelsholding Grupo Carso und die Finanzgruppe Grupo Financiero Inbursa, alle an der Bolsa Mexicana de Valores notiert. Dazu kommen Immobilien und Beteiligungen in Europa. Offen bleibt, welcher Teil der Anteile noch ihm zugerechnet wird und welcher bereits seinen Kindern gehört.
Eine börsennotierte Holding als Dach
Grupo Carso ging 1990 an die Börse und ist das Dach für alles außerhalb des Mobilfunks: der Handelsarm Grupo Sanborns mit dem mexikanischen Sears-Geschäft, die Industriesparte um den Kabelhersteller Condumex, der Baubereich und eine Energiesparte.
Darüber steht die nicht notierte Familiengesellschaft Control Empresarial de Capitales, die die Pakete an den börsennotierten Töchtern bündelt. Für die Bewertung folgt daraus: Der Wert ist an der Börse ablesbar, anders als bei den vielen Unternehmern mit Firmen im Privatbesitz, aber er ist nicht flüssig. Ein Verkauf in dieser Größe würde den Kurs selbst bewegen. Dieselbe Bauweise findet sich bei Bernard Arnault und Amancio Ortega.
Warum die Schätzung schwankt
Weil alles an Aktien hängt, bewegt sich die Zahl mit den Börsenkursen und dem Wechselkurs des Peso zugleich: Ein in Euro gerechneter Wert kann steigen, obwohl die Aktien gefallen sind, und umgekehrt. Daher gehen die Angaben der Vermögenslisten zu ihm weit auseinander.
Von 2010 bis 2013 führte er die jährliche Milliardärsliste des Magazins Forbes an, 2014 stand er dort ein weiteres Mal an der Spitze. Gegen die Technologiekonzerne kommt ein Telefonnetz aber nicht an: Es wächst mit dem Beton, den man dafür verbaut. Wo er neben Elon Musk, Jeff Bezos und Larry Ellison steht, zeigt die Übersicht der reichsten Menschen der Welt.
Das Telekommunikationsgeschäft als Fundament
Der Einstieg bei Telmex
1990 verkaufte der mexikanische Staat den Telefonmonopolisten Teléfonos de México. Den Zuschlag für das Kontrollpaket erhielt ein Konsortium aus Grupo Carso, der US-Gesellschaft Southwestern Bell und France Cable et Radio, einer Tochter von France Télécom. Der Preis belief sich auf rund 1,76 Milliarden US-Dollar, die Hälfte davon trug Grupo Carso. Es war die größte Einzelprivatisierung der Regierung Carlos Salinas de Gortari, und die Konzession sicherte dem Käufer eine geschützte Stellung im Ferngeschäft bis August 1996. Seit 1990 gilt der Vorgang als eine der umstrittensten Weichenstellungen der mexikanischen Wirtschaftspolitik.
América Móvil und die Expansion nach Lateinamerika
2000 spaltete Telmex das Mobilfunkgeschäft ab. Daraus entstand América Móvil, das noch im selben Jahr an die New Yorker Börse ging und danach Anbieter in weiten Teilen Lateinamerikas zusammenkaufte, in Mexiko unter Telcel, sonst unter Claro. 2010 drehte Slim die Struktur um: América Móvil holte Telmex und die Auslandstochter Telmex Internacional unter das eigene Dach und steht seither an der Spitze der Gruppe. Denselben Weg ist in Indien Mukesh Ambani gegangen.
Was die Regulierung erzwungen hat
2013 beschloss Mexiko eine Verfassungsreform für den Telekommunikationssektor und schuf mit dem Instituto Federal de Telecomunicaciones eine Regulierungsbehörde mit Durchgriffsrechten. Am 6. März 2014 erklärte sie América Móvil samt Telmex, Telnor, Telcel, Grupo Carso und Grupo Financiero Inbursa zum vorherrschenden Wirtschaftsakteur. Damit galten für die Gruppe Auflagen, die Wettbewerber nicht trafen: Netzzugang zu regulierten Entgelten, Vorleistungsangebote, geteilte Infrastruktur. Im Juli 2014 kündigte América Móvil an, Unternehmensteile abzugeben. Es folgten:
- Das mexikanische Funkturmgeschäft wurde als Telesites abgetrennt, deren Aktien seit dem 21. Dezember 2015 an der Bolsa Mexicana gehandelt werden.
- Im März 2018 verabschiedete die Behörde den endgültigen Plan für die funktionale Trennung von Telmex und Telnor, also die Abtrennung des Netzes vom Endkundengeschäft.
- Der Verkauf des US-Prepaid-Anbieters TracFone an Verizon für 6,25 Milliarden US-Dollar, im September 2020 vereinbart und am 23. November 2021 vollzogen, dazu eine Nachzahlung von bis zu 650 Millionen US-Dollar.
- Die Funktürme außerhalb Mexikos gingen an Sitios Latinoamérica, seit dem 29. September 2022 in Mexiko börsennotiert.
Dazu kamen Geldbußen. Im April 2011 verhängte die mexikanische Wettbewerbskommission gegen Telcel knapp zwölf Milliarden Peso, weil sie Wettbewerbern höhere Zusammenschaltungsentgelte berechnet hatte als sich selbst; 2012 wurde die Buße gegen Zusagen erlassen. Im September 2024 sanktionierte die Regulierungsbehörde Telcel erneut wegen einer wettbewerbswidrigen Praktik.
Für das Vermögen heißt das zweierlei: Eine Abspaltung vernichtet keinen Wert, weil die Aktionäre Anteile an der neuen Gesellschaft bekommen, aus einem Posten werden zwei. Der TracFone-Verkauf dagegen brachte Geld in die Kasse, und die Auflagen drücken auf die Preise im Heimatmarkt.
Bergbau, Bau und Beteiligungen im Ausland
Bergbau, Bau und Energie
Im Januar 2011 trennte Slim das Bergbaugeschäft von Grupo Carso ab und brachte es als Minera Frisco an die Bolsa Mexicana. Sie gewinnt in mexikanischen Minen vor allem Gold und Silber, dazu Kupfer, Blei, Zink. Das Bau- und Ingenieurgeschäft bündelte er 2003 in Carso Infraestructura y Construcción, 2005 kam mit IDEAL ein Vehikel für Infrastrukturkonzessionen dazu: Mautstraßen, Wasserprojekte, Kraftwerke.
Mit der Öffnung des mexikanischen Energiemarkts kam Öl dazu: 2015 gründete Slim eine eigene Öl- und Gasgesellschaft. Im Mai 2023 vereinbarte Grupo Carso den Einstieg bei der mexikanischen Tochter des US-Förderers Talos Energy, die am Offshore-Ölfeld Zama beteiligt ist; der Kauf von 49,9 Prozent wurde im September 2023 abgeschlossen, im Dezember 2024 kamen 30,1 Prozent dazu.
Spanien, die New York Times und Europa
Im Dezember 2014 stieg Slim beim spanischen Baukonzern Fomento de Construcciones y Contratas ein, kurz FCC, und übernahm gut ein Viertel des nach der Immobilienkrise schwer verschuldeten Unternehmens. Danach baute er die Beteiligung schrittweise zur klaren Mehrheit aus und kam über FCC auch an das Immobilienunternehmen Realia. In Europa kam die Telekom Austria dazu, bei der América Móvil im April 2014 über ein Pflichtangebot die Kontrolle übernahm.
Bekannter ist sein Ausflug in den US-Zeitungsmarkt. Im Januar 2009 lieh er der New York Times Company in der Finanzkrise 250 Millionen US-Dollar zu einem zweistelligen Zinssatz und bekam dazu Optionsscheine; 2011 wurde der Kredit vorzeitig getilgt. Im Januar 2015 zog er die Optionsscheine und war damit größter einzelner Halter der stimmrechtslosen A-Aktien; die Kontrolle über die B-Aktien blieb bei der Familie Ochs-Sulzberger. Im Dezember 2017 gab er gut die Hälfte ab, 2020 den Rest, eine Finanzanlage also und keine Medienbeteiligung.
Nachfolge, Stiftungen und Lebensführung
Söhne und Schwiegersöhne führen die Geschäfte
Nach einer Herzoperation gab Slim das Tagesgeschäft an Kinder und Schwiegerkinder ab und blieb Eigentümer. Sein ältester Sohn Carlos Slim Domit gehört seit April 2011 dem Verwaltungsrat von América Móvil an und führt als Präsident die Verwaltungsräte von América Móvil, Grupo Carso, Sanborns und Telmex. Marco Antonio Slim Domit steht an der Spitze der Finanzgruppe Inbursa, Patrick Slim Domit ist stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender von Grupo Carso und América Móvil. Die wichtigsten operativen Posten halten Schwiegersöhne: Daniel Hajj Aboumrad führt América Móvil seit 2000 als Vorstandschef, Arturo Elías Ayub verantwortet dort die strategischen Allianzen.
Dabei zählt für die Vermögensfrage, dass ein Teil der Anteile schon an die Kinder gegangen ist: Was Vermögenslisten unter seinem Namen führen, ist der Sache nach ein Familienvermögen.
Die Stiftungen kosten Geld, sie bringen keines
1986 gründete Slim die Fundación Carlos Slim, 1995 kam die Fundación Telmex dazu; 2006 und 2010 stattete er die Stiftungsarbeit mit jeweils zwei Milliarden US-Dollar aus. Finanziert werden damit Stipendien, Gesundheitsprogramme und Sportförderung, dazu das 2011 eröffnete Museo Soumaya, benannt nach seiner verstorbenen Frau, das seine Sammlung zeigt und keinen Eintritt verlangt.
Als Vermögenswert der Person zählt das nicht: Was eingebracht ist, gehört der Stiftung, und die Zuwendungen mindern das Privatvermögen. Dem Giving Pledge, mit dem sich Bill Gates, Warren Buffett und Mark Zuckerberg verpflichtet haben, ist er nicht beigetreten. Seine Begründung: Unternehmer nützten der Gesellschaft mehr, wenn sie Firmen aufbauten und Arbeitsplätze schüfen.
Wie er lebt
Slim wohnt seit Jahrzehnten im selben, für seine Verhältnisse unauffälligen Haus im Viertel Lomas de Chapultepec. In seinem Büro steht kein Computer, seine Zahlen führt er in handschriftlichen Heften. Seine Frau Soumaya Domit, die er 1967 geheiratet hatte, starb 1999, und er hat nicht wieder geheiratet. Im Januar 2021 wurde er mit einer Coronavirus-Infektion in einer Klinik behandelt und an seinem Geburtstag entlassen. Sparsam lebt er nicht: 2010 kaufte er in New York ein Stadthaus für 44 Millionen US-Dollar.
Häufige Fragen zu Carlos Slim
Wie hoch ist das Vermögen von Carlos Slim?
Nach unserer Schätzung kommt Carlos Slim auf rund 111,46 Milliarden Euro. Der Wert bewegt sich mit den Börsenkursen seiner Beteiligungen und dem Peso-Kurs.
Woher kommt das Vermögen von Carlos Slim?
Aus dem Telefongeschäft: der Übernahme des Staatskonzerns Telmex 1990 und dem daraus entstandenen Mobilfunkkonzern América Móvil. Dazu kommen Grupo Carso, die Finanzgruppe Inbursa, Bergbau, Bau und Infrastruktur.
Wer führt die Unternehmen von Carlos Slim?
Carlos Slim Domit führt die Verwaltungsräte von América Móvil, Grupo Carso, Sanborns und Telmex, Marco Antonio Slim Domit die Finanzgruppe Inbursa. Vorstandschef von América Móvil ist seit 2000 Schwiegersohn Daniel Hajj Aboumrad.
Warum musste América Móvil Unternehmensteile abgeben?
Nach der Telekomreform von 2013 erklärte die Regulierungsbehörde die Gruppe am 6. März 2014 zum vorherrschenden Wirtschaftsakteur. In der Folge wurden die Funkturmgeschäfte als Telesites und Sitios Latinoamérica abgespalten, Telmex funktional getrennt und TracFone verkauft.
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