Roman Abramowitsch hat sein Vermögen in den Neunzigerjahren im russischen Ölgeschäft aufgebaut und war zwei Jahrzehnte lang vor allem als Eigentümer des FC Chelsea bekannt. Seit 2022 ist seine Lage eine besondere: Ein erheblicher Teil seines Geldes existiert, ist ihm aber nicht zugänglich. Wir schätzen das Vermögen von Roman Abramowitsch auf rund 8,06 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Roman Abramovich pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Roman Abramovich zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Roman Abramovich auf rund 18 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 64.365 Euro und einem Verdienst von rund 1,54 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 18 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 1.073 Euro |
| Stundenlohn | 64.365 Euro |
| Verdienst pro Tag | 1,54 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 47,02 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 564,22 Millionen Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Roman Abramowitsch?
Die Grundlage sind zwei realisierte Verkäufe im Abstand von siebzehn Jahren, dazu Beteiligungen an Stahl- und Bergbauunternehmen, Immobilien, Kunst und eine Yachtflotte. Nach unserer Schätzung kommt Abramowitsch auf rund 8,06 Milliarden Euro.
Jede Schätzung zu ihm hat allerdings eine Einschränkung, die es bei anderen Milliardären nicht gibt: Ein Teil seines Vermögens ist eingefroren. Vermögenswerte, über die der Eigentümer nicht verfügen kann, stehen in jeder Bilanz, sind aber praktisch nicht verwertbar. Wer seine Zahl einordnet, muss deshalb zwischen dem unterscheiden, was ihm zugerechnet wird, und dem, was er tatsächlich bewegen kann. In den Ranglisten der reichsten Menschen der Welt macht diese Unterscheidung niemand.
Was einfrieren wirklich bedeutet
Eingefroren ist nicht enteignet. Das Eigentum bleibt bestehen, nur die Verfügung darüber ist untersagt: Nichts darf verkauft, übertragen, belastet oder ausgegeben werden, und Konten bleiben gesperrt. Der Eigentümer bleibt also auf dem Papier reich und kann gleichzeitig keine Rechnung bezahlen.
Für eine Vermögensschätzung ist das ein ungelöstes Problem. Ein Haus, das niemand verkaufen darf, hat keinen Marktpreis, und ein gesperrtes Konto wirft keine Erlöse ab. Verwaltung, Unterhalt und Anwaltskosten laufen dagegen weiter, weshalb solche Vermögen im Stillstand langsam schrumpfen.
Wie das Vermögen entstand
Vom Plastikspielzeug zum Ölhandel
Sibneft, und wie daraus Milliarden wurden
1996 erwarben Abramowitsch und Boris Beresowski, ein Vertrauter des damaligen Präsidenten Jelzin, den Ölkonzern Sibneft für rund 100 Millionen US-Dollar. Das war der entscheidende Vorgang: Im Herbst 2005 verkaufte Abramowitsch seine Sibneft-Anteile für 13,1 Milliarden US-Dollar an Gazprom, das Unternehmen wurde in Gazprom Neft umbenannt.
Die Partnerschaft mit Beresowski endete im Streit. Beresowski ging 2000 ins Exil nach Großbritannien, verkaufte seine Anteile und fühlte sich übervorteilt. Seine Klage über 5,6 Milliarden US-Dollar wies ein Londoner Gericht 2012 ab. Abramowitsch dagegen arrangierte sich mit der politischen Führung, verlagerte aber sein Vermögen zunehmend ins Ausland.
Der FC Chelsea und das gesperrte Konto
Neunzehn Jahre Eigentümer
Entscheidend ist, wie er dieses Geld gab: als Gesellschafterdarlehen und nicht als Zuschuss. Der Klub schuldete ihm die Summe also formal, was zwei Wirkungen hat. Solange er Eigentümer war, konnte er das Geld theoretisch zurückfordern, und bei einem Verkauf wäre die Schuld auf den Käufer übergegangen oder hätte den Preis gedrückt. Genau deshalb war sein späterer Verzicht darauf eine echte Entscheidung und keine Formalie.
Der Verkauf im Mai 2022
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verhängten Großbritannien und die Europäische Union im März 2022 Sanktionen gegen Abramowitsch. Damit war ein normaler Verkauf unmöglich, und die britische Regierung erteilte eine Sonderlizenz für die Abwicklung. Im Mai 2022 ging der Verein für 4,25 Milliarden Pfund an ein Konsortium um den amerikanischen Investor Todd Boehly und die Beteiligungsgesellschaft Clearlake Capital.
Die beiden Zahlen zusammengenommen erzählen die Geschichte: rund 210 Millionen Euro im Jahr 2003, 4,25 Milliarden Pfund im Jahr 2022. Selbst wenn man die über Jahre eingeschossenen Summen abzieht, war der Klub die beste Anlage seiner Laufbahn nach Sibneft, und das in einer Branche, die als Geldgrab gilt.
Abramowitsch erklärte vorab, auf die Rückzahlung seiner Darlehen zu verzichten und den Erlös einer Stiftung für die Opfer des Krieges zu widmen. Genau daran hängt der Vorgang bis heute.
Warum das Geld nicht fließt
Rund 2,5 Milliarden Pfund aus dem Verkauf liegen seit dem Abschluss auf einem gesperrten Konto in Großbritannien. Der Grund ist ein Streit über die Verwendung: Abramowitsch will die Mittel humanitär für alle Opfer des Krieges einsetzen, die britische Regierung besteht darauf, dass sie ausschließlich der Ukraine zugutekommen. Eine Einigung gibt es bis August 2026 nicht, ein Rechtsstreit ist angekündigt.
Damit steht die größte Einzelposition seines Vermögens seit vier Jahren still. Er verfügt über sie nicht, sie wird ihm aber zugerechnet, und niemand kann sagen, wann und an wen sie am Ende geht.
Vier Wege, einen Klub zu besitzen
Sein Fall wird verständlicher im Vergleich. Abramowitsch war Privatmann mit eigenem Geld und Verkaufsabsicht. Nasser Al-Khelaifi führt Paris Saint-Germain als Verwalter eines Staatsfonds, ihm gehört der Klub nicht. Dietmar Hopp hat die TSG Hoffenheim jahrzehntelang gefördert, ohne je an einen Verkauf zu denken. Und Hasan Ismaik ist bei 1860 München an genau der Regel gescheitert, die Hopp eine Ausnahme verschaffte.
Der Unterschied entscheidet, was ein Klub für das Vermögen bedeutet: eine Anlage, ein Auftrag oder eine dauerhafte Ausgabe. Bei Lawrence Stroll in der Formel 1 und Hasso Plattner im Eishockey lässt sich dasselbe Muster in anderen Sportarten beobachten.
Was ihm sonst zugerechnet wird
Beteiligungen, Immobilien, Kunst
Außerhalb des Fußballs hält Abramowitsch Anteile an Stahl- und Bergbauunternehmen sowie eine Reihe von Immobilien: das Château de la Croë bei Antibes, ein Anwesen in Garmisch-Partenkirchen, ein Haus in der Londoner Kensington Palace Gardens und Grundbesitz in der Karibik. In New York erwarb er mehrere benachbarte Häuser an der Upper East Side, um sie zu einem großen Wohnkomplex zu verbinden. Dazu kommt eine Kunstsammlung mit Werken von Francis Bacon und Lucian Freud.
Die Yachtflotte
Auch hier wirken die Sanktionen: Schiffe, die in europäischen Häfen liegen, können nicht ohne Weiteres verkauft oder bewegt werden. Ein Vermögenswert, der im Hafen festliegt, kostet Unterhalt und bringt nichts ein.
Häufige Fragen zu Roman Abramowitsch
Wie hoch ist das Vermögen von Roman Abramowitsch?
Wir schätzen es auf rund 8,06 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon ist allerdings eingefroren und für ihn nicht verfügbar.
Was bedeutet es, dass sein Vermögen eingefroren ist?
Das Eigentum bleibt bestehen, die Verfügung darüber ist untersagt. Er darf nichts verkaufen, übertragen oder ausgeben, und seine Konten sind gesperrt. Enteignet ist er damit nicht.
Gehört Roman Abramowitsch noch der FC Chelsea?
Nein. Der Verein wurde im Mai 2022 für 4,25 Milliarden Pfund an ein Konsortium um Todd Boehly und Clearlake Capital verkauft.
Was ist mit dem Geld aus dem Chelsea-Verkauf passiert?
Rund 2,5 Milliarden Pfund liegen auf einem gesperrten Konto in Großbritannien. Abramowitsch und die britische Regierung streiten über die Verwendung, eine Einigung gibt es bis August 2026 nicht.
Womit hat Abramowitsch sein Geld verdient?
Mit Öl. 1996 erwarb er mit einem Partner den Konzern Sibneft für rund 100 Millionen US-Dollar und verkaufte seine Anteile im Herbst 2005 für 13,1 Milliarden US-Dollar an Gazprom.
Warum wurde Abramowitsch sanktioniert?
Großbritannien und die Europäische Union verhängten im März 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Sanktionen gegen ihn, mit denen seine Vermögenswerte in diesen Ländern eingefroren wurden.
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