Millionen Euro
WohnsitzLos Angeles, Kalifornien
Eigenes UnternehmenARCH Motorcycle Company, LLC, Mitgründer seit 2011
Höchste belegte Filmgage15 Millionen US-Dollar je Matrix-Fortsetzung, zuzüglich 15 Prozent Gewinnbeteiligung
Geburtsdatum02. September 1964 (61 Jahre alt)
Geboren inBeirut, Libanon
NationalitätKanada
Familienstandliiert mit Alexandra Grant (seit 2019)
BerufSchauspieler, Filmproduzent, Regisseur, Musiker, Unternehmer
Voller NameKeanu Charles Reeves

Keanu Reeves gehört seit den 1990er Jahren zu den festen Größen des amerikanischen Actionkinos und ist zugleich einer der wenigen Hollywood-Darsteller, deren Einkommen sich nicht sinnvoll über Festgagen erklären lässt. Der gebürtige Libanese mit kanadischem Pass hat seine größten Summen nicht über eine Gage verdient, sondern über Beteiligungen an den Einspielergebnissen seiner Filme. Dazu kommen ein Motorradhersteller, eine Comicreihe und einzelne Auftritte in Videospielen und Werbung. Wir schätzen das Vermögen von Keanu Reeves auf rund 322 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Keanu Reeves?

Bei einem Schauspieler lässt sich ein Vermögen nicht von unten durchrechnen, weil Beteiligungsquoten, Nachzahlungen aus Lizenzen und Beträge aus privaten Geschäften nicht offengelegt werden. Bekannt sind dagegen einzelne Verträge, und die zeichnen ein deutliches Bild. Nach unserer Schätzung kommt Keanu Reeves auf rund 322 Millionen Euro.

Woraus sich die Schätzung speist

Den größten Anteil trägt das Filmgeschäft, und dort weniger die Festgagen als die vereinbarten Anteile am Einspielergebnis. Dazu kommen Erlöse aus Zweitverwertungen der großen Reihen, Einnahmen aus einem Comicverlagsprojekt und eine Beteiligung an dem von ihm mitgegründeten Motorradhersteller. Ein groß angelegtes Markengeschäft mit Parfüm, Spirituosen oder Modelinien, wie es Brad Pitt oder Dwayne Johnson aufgebaut haben, fehlt bei ihm dagegen.

Die private Stiftung und die Grenzen der Schätzung

Reeves unterhält eine private Stiftung, die Kinderkliniken und Krebsforschung unterstützt. Dem US-Magazin Ladies‘ Home Journal sagte er 2009, sie laufe seit fünf oder sechs Jahren, und er hänge seinen Namen bewusst nicht daran. Unter seinem Namen ist entsprechend keine gemeinnützige Organisation eingetragen, Kapital und Ausschüttungen sind nicht ausgewiesen. Der Umfang seiner Zuwendungen ist damit nicht bezifferbar, und die Beträge, die dazu kursieren, lassen sich auf keinen einzelnen Vorgang zurückführen.

Belegt sind einzelne Sachbeiträge. Für die Online-Auktion der Kinderkrebs-Organisation Camp Rainbow Gold stellte er im Juni 2020 ein fünfzehnminütiges Videotelefonat bereit; die Auktion brachte nach Angaben der Organisation vom 29. Juni 2020 insgesamt knapp 65.000 US-Dollar, das Gebot auf sein Los blieb auf Wunsch des Bieters unveröffentlicht. Im März 2023 folgte ein von ihm signierter Trainingsanzug zugunsten des St. Jude Children’s Research Hospital, ebenfalls ohne veröffentlichten Erlös. Zuwendungen mindern ein Vermögen, und weil ihr Umfang offen ist, gilt unsere Schätzung insoweit mit Vorbehalt.

Wie er zum Filmgeschäft kam

Gage von Keanu Reeves Keanu Charles Reeves wurde am 2. September 1964 in Beirut geboren und wuchs unter anderem in New York und Toronto auf. Die High School verließ er ohne Abschluss, erste Rollen in Fernsehproduktionen und am Theater brachten ihn ins Filmgeschäft. Sein Leinwanddebüt gab er 1986 als Eishockeytorhüter in einem Sportdrama, zum Actiondarsteller mit eigenem Marktwert wurde er 1994 mit „Speed“.

Gewinnbeteiligungen statt Festgagen

Eine Festgage ist ein fixer Betrag, der unabhängig vom Erfolg des Films gezahlt wird. Eine Gewinnbeteiligung, im Branchenjargon Backend oder Points, koppelt die Bezahlung dagegen an das Einspielergebnis oder an den Erlös des Studios. Wer eine solche Beteiligung durchsetzt, verzichtet auf Sicherheit und gewinnt Aufwärtspotenzial. Bei Keanu Reeves ist genau das der wirtschaftliche Kern seiner Laufbahn.

Die Science-Fiction-Trilogie als größter Posten

Für den ersten Teil der Matrix-Reihe aus dem Jahr 1999 erhielt Reeves eine Festgage von 10 Millionen US-Dollar. Der Film wurde zum weltweiten Erfolg, und die vereinbarte Beteiligung wurde dadurch zum eigentlichen Geschäft. Das Wall Street Journal bezifferte in einem Profil vom September 2001 die Zahlungen aus dieser Beteiligung auf rund 35 Millionen US-Dollar, also mehr als das Dreifache der Festgage.

Für die beiden Fortsetzungen, die 2003 in dasselbe Kinojahr fielen, wurde die Struktur deutlich ausgebaut. Für jede der beiden Fortsetzungen erhielt Reeves 15 Millionen US-Dollar Festgage zuzüglich einer Beteiligung von 15 Prozent. Beide Filme spielten zusammen über 1,1 Milliarden US-Dollar ein. Wie viel davon tatsächlich bei ihm ankam, ist nicht offengelegt worden, weil Beteiligungen je nach Vertrag am Bruttoeinspiel, am Studioerlös oder erst nach Abzug der Herstellungskosten ansetzen. Die kursierenden Gesamtzahlen zwischen 90 und 200 Millionen US-Dollar lassen sich auf keinen benennbaren Vertrag zurückführen.

Für die vierte Folge der Reihe aus dem Jahr 2021 nannte das Branchenblatt Variety am 18. August 2021 eine Vorabgage von 12 bis 14 Millionen US-Dollar, zu der eine Beteiligung an der Auswertung hinzukam.

Was er von seinen Beteiligungen abgab

Über kaum einen anderen Schauspieler kursieren so viele Geschichten über verschenkte Gagen. Belegt und datiert ist davon ein einziger Vorgang: Nach dem bereits erwähnten Profil des Wall Street Journal, über das ABC News am 7. September 2001 berichtete, trat Reeves seine Beteiligungsanteile an den beiden Matrix-Fortsetzungen an die Spezialeffekt- und Kostümabteilungen der Produktion ab. Ein Betrag wurde dabei nicht genannt.

Derselbe Bericht nennt zwei weitere Fälle, in denen Reeves auf Geld verzichtete, damit eine Wunschbesetzung finanzierbar wurde: 1997 bei „Im Auftrag des Teufels“ zugunsten von Al Pacino und 2000 bei „Helden aus der zweiten Reihe“ zugunsten von Gene Hackman. In beiden Fällen ist von einer Kürzung um einige Millionen US-Dollar die Rede, ohne genaue Zahl. Weitere Beträge, die zu diesem Thema zirkulieren, sind nicht belegt.

Die Actionreihe der vergangenen Jahre

Einkommen von Keanu Reeves Seit 2014 trägt Reeves eine zweite große Filmreihe, in der er einen ehemaligen Auftragsmörder spielt. Die vier bislang erschienenen Teile spielten weltweit zusammen mehr als eine Milliarde US-Dollar ein, wobei der vierte Teil aus dem Jahr 2023 mit rund 440 Millionen US-Dollar der erfolgreichste war.

Ein Einspielergebnis ist dabei nicht das Einkommen eines Schauspielers. Vom Kartenerlös behalten die Kinos je nach Land und Startwoche rund die Hälfte, vom verbleibenden Anteil des Verleihs gehen Herstellungs-, Werbe- und Vertriebskosten ab. Was ein Darsteller erhält, ergibt sich allein aus seinem Vertrag. Für den vierten Teil ist eine Gage von 15 Millionen US-Dollar belegt, so viel wie für eine der Matrix-Fortsetzungen zwanzig Jahre zuvor. Bei den späteren Teilen ist Reeves zusätzlich als Produzent geführt und hängt damit auch an der Auswertung; für die drei früheren Filme der Reihe liegt keine belegte Gagenangabe vor.

Die belegten Filmgagen im Überblick

Die Entwicklung seiner Honorare lässt sich über die gesamte Laufbahn mit Jahr und Betrag nachvollziehen. Sie zeigt, wie schnell sein Marktwert nach „Speed“ stieg und wie deutlich er nach der Jahrtausendwende auf dem Niveau der oberen Hollywood-Riege lag, auf dem sich auch Tom Cruise und Harrison Ford bewegten. Bei den drei Matrix-Filmen kam zur Festgage jeweils eine Beteiligung am Einspielergebnis hinzu, die Festgage war dort also nicht das gesamte Einkommen aus dem Film.

  • Bodycheck (1986) – 3.000 US-Dollar
  • Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) – 95.000 US-Dollar
  • Speed (1994) – 1,2 Millionen US-Dollar
  • Vernetzt – Johnny Mnemonic (1995) – 2 Millionen US-Dollar
  • Im Auftrag des Teufels (1997) – 8 Millionen US-Dollar
  • Matrix (1999) – 10 Millionen US-Dollar Festgage
  • Helden aus der zweiten Reihe (2000) – 12,5 Millionen US-Dollar
  • Matrix Reloaded (2003) – 15 Millionen US-Dollar Festgage
  • Matrix Revolutions (2003) – 15 Millionen US-Dollar Festgage
  • John Wick: Kapitel 4 (2023) – 15 Millionen US-Dollar

Als Regisseur trat Reeves 2013 mit dem Kampfsportfilm „Man of Tai Chi“ in Erscheinung, als Produzent ist er seit den 2010er Jahren an mehreren eigenen Projekten beteiligt. Produzentenanteile sind wirtschaftlich interessanter als Darstellergagen, weil sie an den Rechten hängen und nicht an der Drehzeit, wie es auch Robert Downey Jr., Will Smith und Denzel Washington für sich genutzt haben.

Geschäfte außerhalb des Films

Neben dem Filmgeschäft hat Reeves drei weitere Erlösquellen aufgebaut, die sich in Umfang und Ertragskraft stark unterscheiden: ein Manufakturunternehmen, ein Verlagsprojekt mit angeschlossenen Verwertungsrechten und einzelne bezahlte Auftritte.

Der Motorradhersteller ARCH

Die ARCH Motorcycle Company, LLC wurde 2011 von Keanu Reeves und dem Motorradbauer Gard Hollinger gegründet und fertigt in Kalifornien Motorräder in Kleinserie. Das erste Serienmodell KRGT-1 wurde im September 2014 vorgestellt, damals zu einem Einstiegspreis von 78.000 US-Dollar. Inzwischen liegt der Einstiegspreis bei rund 85.000 US-Dollar, das sportlichere Modell 1s bei etwa 128.000 US-Dollar. Das 2017 gezeigte Konzeptmodell Method 143 wurde auf 23 Exemplare begrenzt und mit rund 250.000 US-Dollar aufgerufen. Jede Maschine wird von Hand und auf die Maße des Käufers gefertigt.

Ob dieses Geschäft Gewinn abwirft, ist aus unserer Sicht eher unwahrscheinlich. Der Jahresausstoß liegt im Bereich einiger Dutzend Maschinen, damit ergibt sich selbst bei voller Auslastung ein Umsatz im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Dem stehen eine eigene Fertigung in Kalifornien, ein Entwicklungsbudget für Motoren, Rahmen und Zulassungen sowie eine Belegschaft gegenüber. Kleinserienhersteller dieser Größenordnung arbeiten fast durchweg defizitär, und eine LLC in privater Hand veröffentlicht keinen Jahresabschluss. Für das Vermögen setzen wir die Firma deshalb nicht als Ertragsquelle an, sondern als Beteiligung mit offenem Wert.

Die Comicreihe und ihre Verfilmungsrechte

Im März 2021 erschien beim US-Verlag BOOM! Studios die erste Ausgabe der Comicreihe „BRZRKR“, die Reeves gemeinsam mit dem Autor Matt Kindt entwickelt hat und mitschreibt. Die Zeichnungen stammen von Ron Garney. Vorab hatte eine Kickstarter-Kampagne rund 1,45 Millionen US-Dollar eingesammelt, nach Verlagsangaben der höchste Betrag, den ein Comicprojekt auf der Plattform erreicht hat.

Von der ersten Ausgabe wurden rund 615.000 Exemplare abgesetzt, womit die Reihe zum meistverkauften Neustart eines Original-Comics seit Jahrzehnten wurde. Netflix sicherte sich im Jahr 2021 die Rechte an einem Realfilm und einer Animeserie, das Volumen der Vereinbarung wurde von keiner Seite offengelegt. Wirtschaftlich zählt der Vorgang trotzdem, weil Reeves hier als Miturheber an den Rechten sitzt und nicht als angestellter Darsteller.

Videospiel und Werbung

Im Dezember 2020 erschien das Rollenspiel „Cyberpunk 2077“ des polnischen Studios CD Projekt, in dem Reeves eine der Hauptfiguren spricht und verkörpert. Sein Honorar dafür wurde nie veröffentlicht. In demselben Spiel taucht auch ein Motorrad seiner eigenen Firma auf.

Im Werbebereich ist vor allem sein Auftritt für den Webbaukasten Squarespace im Super-Bowl-Spot vom Februar 2018 belegt. Auch hier gibt es keine veröffentlichte Honorarangabe. Insgesamt fällt auf, dass er im Vergleich zu Kollegen wie Arnold Schwarzenegger, Jason Statham oder Vin Diesel auffallend wenige Werbeverträge eingegangen ist, was den Anteil der Werbeeinnahmen an seinem Vermögen klein hält.

Häufige Fragen zu Keanu Reeves

Wie hoch ist das Vermögen von Keanu Reeves?

Wir schätzen es auf rund 322 Millionen Euro. Der größte Teil stammt aus Filmgagen und aus Beteiligungen an den Einspielergebnissen seiner beiden großen Filmreihen, dazu kommen Erlöse aus einem Comicprojekt und eine Beteiligung an einem Motorradhersteller.

Was ist eine Gewinnbeteiligung und warum bringt sie mehr als eine Gage?

Eine Gage ist ein fester Betrag für die Arbeit am Film, unabhängig vom Kinoerfolg. Eine Gewinnbeteiligung ist ein prozentualer Anteil am Einspielergebnis oder am Erlös des Studios. Floppt der Film, bringt sie nichts. Wird er ein weltweiter Hit, kann sie die Festgage um ein Vielfaches übertreffen und über Jahre weiter Geld abwerfen, weil auch Zweitverwertungen anteilig abgerechnet werden. Bei Keanu Reeves brachte allein die Beteiligung am ersten Matrix-Film nach dem Bericht des Wall Street Journal vom September 2001 rund 35 Millionen US-Dollar gegenüber 10 Millionen US-Dollar Festgage.

Woher stammt das Vermögen von Keanu Reeves?

Aus dem Filmgeschäft, und dort überwiegend aus Beteiligungsverträgen statt aus Festgagen. Hinzu kommen Produzentenanteile an eigenen Projekten, Erlöse aus der Comicreihe „BRZRKR“ samt Verfilmungsrechten sowie einzelne Auftritte in Videospielen und Werbung.

Wie viel verdiente Keanu Reeves an der Matrix-Reihe?

Belegt sind 10 Millionen US-Dollar Festgage für den ersten Teil und rund 35 Millionen US-Dollar aus der Beteiligung, für die beiden Fortsetzungen je 15 Millionen US-Dollar zuzüglich 15 Prozent Beteiligung und für den vierten Teil 12 bis 14 Millionen US-Dollar zuzüglich Beteiligung. Wie hoch die Beteiligungszahlungen der Fortsetzungen tatsächlich ausfielen, hat keine der beteiligten Seiten offengelegt.

Verdient Keanu Reeves mit seiner Motorradfirma Geld?

Belegt ist das nicht. Die ARCH Motorcycle Company ist eine Manufaktur mit einem Jahresausstoß von einigen Dutzend Maschinen zu Preisen zwischen rund 85.000 und 250.000 US-Dollar. Als LLC in privater Hand veröffentlicht sie keine Zahlen, und Hersteller dieser Größenordnung arbeiten in aller Regel nicht profitabel.

Bildquellen:
DFree / Bigstock.com

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