Millionen Euro
Euro
Im Amt seit6. Mai 2025
Monatliches Amtsgehalt20.675,42 Euro, dazu Zulagen und halbe Diät
Früheres Jahreseinkommenrund 1 Million Euro brutto, eigene Angabe
Frühere FunktionAufsichtsratsvorsitzender BlackRock Deutschland, 2016 bis 2020
FlugzeugDiamond DA62, eigener Pilotenschein
Geburtsdatum11. November 1955 (70 Jahre alt)
Geboren inBrilon, Sauerland, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandverheiratet mit Charlotte Merz (seit 1981)
BerufBundeskanzler, Rechtsanwalt
Kinder3

Friedrich Merz ist seit dem 6. Mai 2025 Bundeskanzler. Wir schätzen sein Privatvermögen auf rund 12 Millionen Euro, damit gilt er als einer der vermögendsten aktiven Politiker Deutschlands. Sein Einkommen ist mit dem Amt allerdings deutlich gesunken.

Wie hoch ist das Privatvermögen von Friedrich Merz?

Verdienst von Friedrich Merz Veröffentlichungspflichtig ist ein Privatvermögen in Deutschland nicht, auch nicht für den Kanzler. Jede Angabe dazu ist deshalb eine Schätzung. Wir setzen sie auf rund 12 Millionen Euro an.

Belegt ist dagegen die Quelle: Merz hat sein Geld nicht in der Politik verdient, sondern zwischen 2009 und 2021 in der Wirtschaft. In dieser Zeit war er Anwalt, Aufsichtsrat und Lobbyist, und in dieser Zeit gab er selbst ein Bruttoeinkommen von rund einer Million Euro pro Jahr an.

Er selbst zählt sich zur oberen Mittelschicht. Zur Oberschicht gehöre, wer erbe, so seine Begründung. Er sei nicht als Millionär zur Welt gekommen, als er heiratete und das erste Kind kam, war er noch Student.

Woher das Geld stammt

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2009 baute Merz eine zweite Karriere auf:

  • Mayer Brown, eine internationale Wirtschaftskanzlei: bis 2014 Partner, danach Senior Counsel
  • BlackRock Deutschland: von 2016 bis März 2020 Aufsichtsratsvorsitzender beim deutschen Ableger des weltgrößten Vermögensverwalters, dessen Konzernchef Laurence Fink ist
  • Aufsichtsräte, unter anderem bei der AXA Konzern AG, der Commerzbank und bei Borussia Dortmund

Die BlackRock-Rolle brachte ihm den Vorwurf von Interessenkonflikten ein. Im März 2020 gab er den Posten ab, um sich auf die Politik zu konzentrieren.

Dazu kommen Kapitalanlagen und Immobilien, über deren Umfang nichts Öffentliches vorliegt. Bekannt ist ein Flugzeug: Merz hat einen Pilotenschein und besitzt eine zweimotorige Diamond DA62, deren Neupreis je nach Ausstattung zwischen einer halben und rund 1,5 Millionen Euro liegt. Jahrelang flog er selbst zu Terminen.

Was Friedrich Merz als Bundeskanzler verdient

Hier liegt der Punkt, der in den meisten Darstellungen fehlt: Das Kanzleramt hat sein Einkommen verkleinert, nicht vergrößert.

Der Grund steht in Paragraf 5 des Bundesministergesetzes. Mitglieder der Bundesregierung dürfen neben dem Amt keinen Beruf und kein Gewerbe ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören. Anwaltsmandate, Aufsichtsratsposten und Beraterhonorare fallen damit weg.

Die Bezüge im Einzelnen

Wie sich seine Bezüge zusammensetzen, hat ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur im Juli 2026 aufgeschlüsselt:

  • Amtsgehalt: 20.675,42 Euro monatlich
  • allgemeine Stellenzulage: 30,68 Euro monatlich
  • Ortszuschlag: mindestens 1.187,26 Euro monatlich, entfällt bei Nutzung der Amtswohnung
  • Dienstaufwandsentschädigung: 12.271,01 Euro pro Jahr
  • als gleichzeitiger Bundestagsabgeordneter die halbe Diät, aktuell also rund 5.917 Euro monatlich

Zusammen ergibt das gut 29.000 Euro brutto im Monat, also etwa 345.000 Euro im Jahr, zu versteuern wie bei jedem anderen. Die Aufwandspauschale für Abgeordnete, bei einem Kanzler um 25 Prozent gekürzt auf rund 4.100 Euro, ist kein Gehalt: Daraus werden Wahlkreisbüro und Zweitwohnung bezahlt.

Gegenüber seinem früheren Einkommen von rund einer Million Euro brutto ist das etwa ein Drittel.

Das Sharepic mit den 39.000 Euro

In sozialen Netzwerken kursiert ein Bild, laut dem Merz 38.941 Euro im Monat bekomme. Die Deutsche Presse-Agentur hat das im Juli 2026 geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Bezüge diese Summe nicht erreichen. Woher die Zahl stammt, ließ sich nicht klären.

Die Debatte um die Gehaltserhöhung

Im April 2026 gab das Bundesinnenministerium einen Gesetzentwurf zur Beamtenbesoldung in die Ressortabstimmung. Anlass war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Besoldung Berliner Landesbeamter über Jahre für verfassungswidrig erklärt hatte, weil sie zu niedrig war.

Der Entwurf sah für die höchste Besoldungsgruppe B11 ein Plus von 19,7 Prozent vor. Weil das Kanzlergehalt gesetzlich an B11 gekoppelt ist, hätte Merz dadurch rechnerisch etwa 5.440 Euro mehr pro Monat erhalten, im Jahr also mehr als 65.000 Euro. Eine ausdrückliche Erhöhung für den Kanzler stand nicht im Entwurf, sie hätte sich über die Kopplung ergeben.

Nach Kritik zog das Ministerium den Entwurf zurück und erklärte, die Besoldungstabelle sei fehlerhaft gewesen. Merz sagte Ende April, eine Anhebung der Regierungsbezüge sei zu keinem Zeitpunkt erwogen worden. Innenminister Alexander Dobrindt äußerte sich ähnlich. Der überarbeitete Entwurf enthält nur noch eine tarifliche Anpassung, die dem Kanzler rund 9.270 Euro im Jahr mehr brächte. Verabschiedet war er im Mai 2026 noch nicht.

Der Weg ins Kanzleramt

Einkommen von Friedrich Merz

Geboren wurde Merz am 11. November 1955 in Brilon im Sauerland. Der CDU trat er 1972 noch als Schüler bei, 1980 übernahm er den Vorsitz der Jungen Union in Brilon. Von 1989 bis 1994 saß er im Europäischen Parlament, danach bis 2009 im Bundestag, wo er von 2000 bis 2002 die Unionsfraktion führte.

Danach folgte die Zeit in der Wirtschaft, und danach drei Anläufe auf den Parteivorsitz:

  • 2018: Niederlage gegen Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Nachfolge von Angela Merkel
  • Januar 2021: Niederlage gegen Armin Laschet
  • Dezember 2021: gewählt, im dritten Versuch

Nach der Bundestagswahl 2025 wählte ihn der Bundestag am 6. Mai 2025 zum Bundeskanzler. Im ersten Wahlgang verfehlte er die Mehrheit, was es in der Geschichte der Bundesrepublik vorher nicht gegeben hatte. Im zweiten Wahlgang am selben Tag kam die Mehrheit zustande.

Familie und Stiftung

Merz ist seit 1981 mit Charlotte Merz verheiratet, einer Richterin, die lange das Amtsgericht Arnsberg leitete. Das Paar hat drei Kinder und lebt im Sauerland.

Gemeinsam betreiben die beiden eine Stiftung, die gemeinnützige Projekte im Bildungsbereich fördert.

Häufige Fragen zu Friedrich Merz

Wie hoch ist das Privatvermögen von Friedrich Merz?

Wir schätzen es auf rund 12 Millionen Euro. Aufgebaut hat er es zwischen 2009 und 2021 in der Wirtschaft, dazu kommen Kapitalanlagen und Immobilien. Eine Verpflichtung, das Privatvermögen offenzulegen, gibt es in Deutschland nicht, auch nicht für den Bundeskanzler.

Was verdient Friedrich Merz als Bundeskanzler?

Rund 29.000 Euro brutto im Monat. Das Amtsgehalt allein beträgt 20.675,42 Euro, dazu kommen Zulagen, eine Dienstaufwandsentschädigung und die halbe Abgeordnetendiät.

Stimmt es, dass Merz 39.000 Euro im Monat bekommt?

Nein. Diese Zahl kursiert als Sharepic in sozialen Netzwerken. Ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur vom Juli 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Bezüge deutlich darunter liegen.

Verdient Merz als Kanzler mehr als vorher?

Nein, weniger. Als Anwalt, Aufsichtsrat und Berater gab er selbst rund eine Million Euro brutto im Jahr an. Nach Paragraf 5 des Bundesministergesetzes darf er solche Tätigkeiten im Amt nicht ausüben.

Wollte Merz sein Gehalt um 65.000 Euro erhöhen?

Ein Gesetzentwurf des Innenministeriums vom April 2026 hätte diesen Effekt über die Kopplung an die Besoldungsgruppe B11 gehabt. Eine direkte Erhöhung für den Kanzler stand nicht darin. Das Ministerium zog den Entwurf nach Kritik zurück und sprach von einer fehlerhaften Tabelle, Merz erklärte, eine Anhebung sei nie erwogen worden.

Woher hat Friedrich Merz sein Geld?

Aus zwölf Jahren in der Wirtschaft: als Partner der Kanzlei Mayer Brown, als Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland und über mehrere Aufsichtsratsmandate.

Wie er im Vergleich steht, zeigt die Übersicht der reichsten Politiker.

Bildquellen:
Michael Lucan [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
Kai Mörk [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons

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