Im Frühjahr 2007 stellte DeAndre Way alias Soulja Boy den Song „Crank That“ samt Tanzvideo selbst ins Netz, im September desselben Jahres stand er an der Spitze der US-Singlecharts. Die Aufnahme, die ihn berühmt machte, gehört dennoch nicht ihm, sondern Interscope, bei dem er im Mai 2007 über Collipark Music unterschrieben hatte. Geblieben sind ihm die Autorenanteile als Texter und Produzent, ein eigenes Label und Auftrittsgagen, und dagegen stehen Schadenersatzurteile über zusammen mehr als 4,7 Millionen US-Dollar. Wir schätzen das Vermögen von Soulja Boy auf rund 1 Million Euro.
Soulja Boy - Verdienst mit Spotify
Soulja Boy kommt bei Spotify als Hauptact auf rund 2,57 Milliarden Streams. Bei einer Ausschüttung von rund 0,0035 Euro pro Stream entspricht das etwa 9,01 Millionen Euro. Das ist allerdings die Summe an alle Rechteinhaber, je nach Vertrag bleiben davon 15 bis 80 Prozent bei ihm.
| Gesamte Streams als Hauptact | 2,57 Milliarden |
|---|---|
| Ausschüttung insgesamt | 9,01 Millionen Euro |
| Einnahmen pro Sekunde | 0,05 Euro |
| Einnahmen pro Tag | 3.933 Euro |
| Einnahmen pro Monat | 119.712 Euro |
| Einnahmen pro Jahr | 1,44 Millionen Euro |
| Kiss Me Thru The Phone | 3.736.000 Euro |
|---|---|
| Crank That (Soulja Boy) | 2.800.000 Euro |
| BTBT Feature | 703.000 Euro |
| Pretty Boy Swag | 464.000 Euro |
| Turn My Swag On | 447.000 Euro |
| Save That Shit Feature | 442.000 Euro |
| Swing Feature | 389.000 Euro |
| She Make It Clap | 352.000 Euro |
| B.O.R. (Birth of Rap) | 254.000 Euro |
| All The Way Turnt Up Feature | 174.000 Euro |
| Crank That (Soulja Boy) - Travis Barker Remix | 163.000 Euro |
| Donk | 137.000 Euro |
| Rick & Morty | 125.000 Euro |
| Sneaky Link 2.0 Feature | 108.000 Euro |
| Trigger Finger Feature | 95.000 Euro |
| Yahhh! | 80.000 Euro |
| Blowing Me Kisses | 57.000 Euro |
| Soulja Girl | 53.000 Euro |
Rechne selbst
Davon bleiben rund 1,80 Millionen Euro bei ihm.
Berechnungsgrundlage anzeigen
Grundlage sind die Streams als Hauptact, Stand 24.09.2026, multipliziert mit rund 0,0035 Euro pro Stream. Das ist die Ausschüttung an alle Rechteinhaber, nicht das Einkommen. Bei einem Major-Vertrag bleiben davon 15 bis 25 Prozent, bei eigenem Katalog 50 bis 80 Prozent. Songs, auf denen Soulja Boy nur als Gast auftritt, bringen am Master in der Regel nichts und zählen deshalb nicht mit.
Wie hoch ist das Vermögen von Soulja Boy?
Dem stehen Verbindlichkeiten gegenüber, die in Gerichtsakten stehen. Im April 2025 verurteilte ihn eine Jury in Santa Monica zur Zahlung von rund 4,25 Millionen US-Dollar, im April 2023 hatte ein Gericht in Los Angeles bereits 471.900 US-Dollar festgesetzt. Im Sommer 2023 legte er dem Gericht außerdem Rückstände beim Fiskus von rund einer Million US-Dollar offen. Als Vermögenswerte nannte er damals drei Autos, Schmuck im Wert von rund 18.000 US-Dollar und Aktien für rund 50.000 US-Dollar.
Die Schätzung ist deshalb klein, obwohl der Name groß ist. Was sie trägt, sind Auftritte, das Label, eigene Veröffentlichungen und die Autorenanteile an drei Hits. Ein eigenes Haus gehört nicht dazu, im Verfahren von 2025 gab er an, in Los Angeles zur Miete zu wohnen.
Vom Internethit zum Major-Vertrag
Selbstvermarktung über SoundClick, YouTube und MySpace
Aufgewachsen ist Way in Chicago, Atlanta und bei seinem Vater in Batesville in Mississippi, der ihm ein Aufnahmestudio einrichtete. Im November 2005 lud Way seine ersten Songs auf die Musikseite SoundClick hoch, danach legte er Konten bei YouTube und MySpace an. Im März 2007 erschien sein erstes, selbst veröffentlichtes Album „Unsigned and Still Major: Da Album Before Da Album“.
Im selben Monat nahm er „Crank That (Soulja Boy)“ auf und drehte dazu ein billiges Video, das den Tanz zum Song vorführt. Fans stellten den Tanz in eigenen Videos nach.
Der Vertrag mit Collipark und Interscope
Ende Mai 2007 lief „Crank That“ zum ersten Mal im Radio, und Way unterschrieb bei Collipark Music, dem Label des Produzenten Mr. Collipark, das kurz darauf ein Gemeinschaftsunternehmen mit Interscope einging. Das ist das Haus, über das auch Dr. Dre und 50 Cent ihre großen Alben veröffentlichten. Zum Vorschuss ist nichts veröffentlicht. Das Debütalbum „souljaboytellem.com“ kam im Oktober 2007 auf Platz vier der US-Albumcharts, „Crank That“ wurde für den Grammy als bester Rap-Song nominiert und unterlag „Good Life“ von Kanye West.
Ein Jahr später folgte „iSouljaBoyTellem“ mit den Singles „Turn My Swag On“ und „Kiss Me Thru the Phone“. Im Oktober 2008 kaufte er für rund 330.000 US-Dollar ein Haus in McDonough bei Atlanta, es blieb der einzige belegte Hauskauf seiner Laufbahn. Nach dem dritten Album „The DeAndre Way“ von 2010 trennte er sich von Interscope und veröffentlichte danach auf eigene Rechnung.
Wem die Aufnahmen gehören
Bei einem Labelvertrag dieser Art gehören die Masterrechte dem Label. Way bestätigte das 2025 im Zeugenstand: „Crank That“ gehöre Interscope, seinen Lizenzanteil kenne er nicht, und ob er an dem Song wie früher behauptet 15 bis 20 Millionen US-Dollar verdient habe, wisse er nicht. Aus der Aufnahme bekommt er damit nur einen Anteil, und der wird in der Regel erst ausgezahlt, wenn Vorschuss und Kosten des Labels eingespielt sind.
Getrennt davon laufen die Autorenanteile. Weil er Text und Beat von „Crank That“ selbst geschrieben hat, stehen ihm die Tantiemen aus dem Urheberrecht zu, die BMI für Radio, Fernsehen, Clubs und andere öffentliche Nutzungen abrechnet. Diese Einnahmen hängen nicht am Plattenvertrag, und genau deshalb stehen sie seit Juni 2026 im Mittelpunkt der Vollstreckung. Wie wenig je Abruf beim Künstler ankommt, zeigt der Spotify-Verdienst.
Label und Nebengeschäfte
Stacks on Deck, das eigene Label
Sein Label Stacks on Deck Entertainment, kurz SODMG, gründete Way 2004, lange vor dem Plattenvertrag. Unter dem Namen verkauft er Kleidung und veröffentlicht seine Musik, dazu nahm er Rapper wie Lil B und Riff Raff unter Vertrag. Am 30. Mai 2016 entließ er sämtliche Künstler, 2021 unterschrieb Chet Hanks, der Sohn von Tom Hanks, bei SODMG.
Im April 2021 schloss Way einen Vertrag mit Virgin Music, einem Vertriebs- und Dienstleistungszweig von Universal. Die Bedingungen sind nicht veröffentlicht. Die 500.000 US-Dollar, die im November 2021 Fananteile an der gemeinsamen Single „Mona Lisa“ einbrachten, gingen an Lil Pump.
Konsolen, Uhren und Kopfhörer
Im Dezember 2018 brachte Way unter dem Namen SouljaGame eine Konsole und ein Handgerät auf den Markt, für 99,99 und 149,99 US-Dollar. Beide stammten von einem chinesischen Hersteller und liefen mit Emulatoren. Nach weniger als einem Monat verschwanden sie aus seinem Onlineshop. Ein angebliches Angebot von 140 Millionen US-Dollar für das Konsolengeschäft kam nach seiner eigenen Aussage vor Gericht nie zustande, weil Nintendo mit rechtlichen Schritten drohte.
Kurz darauf folgten eine Smartwatch unter dem Namen SouljaWatch und kabellose Kopfhörer, vertrieben über seinen eigenen Onlineshop. Umsätze dazu sind nicht veröffentlicht. Vor Gericht nannte er 2025 für ein Parfüm rund 50.000 US-Dollar Einnahmen, für eine Cannabissorte 30.000 bis 40.000 US-Dollar, und für einen Auftritt beim Crypto Ball zur Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2017 eine Gage von 50.000 US-Dollar.
Was oft falsch über ihn steht
Im Mai 2016 verkündete Way einen Vertrag über 400 Millionen US-Dollar. Tatsächlich hatte er mit dem Unternehmen World Poker Fund Holdings eine Werbevereinbarung für ein Onlinespiel geschlossen. Ein Sprecher der Firma stellte danach klar, die 400 Millionen seien eine Obergrenze auf Basis einer erhofften Bewertung und kein Barbetrag, das Unternehmen selbst war an der Börse damals rund 52 Millionen US-Dollar wert.
Ähnlich verhält es sich mit einem Privatjet für angeblich 55 Millionen US-Dollar, den sein Management 2011 zum 21. Geburtstag gemeldet hatte. Sein Sprecher nannte die Berichte kurz danach selbst unwahr.
Die Urteile und was sie kosten
Das Urteil von Santa Monica
Am 10. April 2025 gab eine Jury am Los Angeles County Superior Court in Santa Monica der Zivilklage einer früheren Assistentin gegen Soulja Boy in mehreren Punkten statt, darunter Körperverletzung und sexuelle Übergriffe. Sie sprach der Klägerin rund 4 Millionen US-Dollar Schadenersatz und weitere 250.000 US-Dollar Strafschadenersatz zu, zusammen rund 4,25 Millionen US-Dollar. Von anderen Vorwürfen der Klage sprach sie ihn frei. Way hat die Vorwürfe stets bestritten.
Seine Anwälte beantragten ein neues Verfahren und legten Berufung ein. Richter Mark Epstein erklärte im Juli 2025, er neige nicht zu einem weiteren Verfahren, prüfe aber eine Herabsetzung des Betrags. Im Juni 2026 kündigte die Klägerin nach Gerichtsunterlagen an, seine künftigen BMI-Tantiemen verkaufen zu lassen, um das Urteil zu vollstrecken. Die Masterrechte sind davon nicht betroffen, wohl aber die Einnahmequelle, die ihm aus seinen Hits geblieben ist.
Ein früheres Urteil und Rückstände beim Fiskus
Bereits am 21. April 2023 hatte ein Gericht in Los Angeles ihn in einem anderen Zivilverfahren zur Zahlung von 235.900 US-Dollar Schadenersatz und 236.000 US-Dollar Strafschadenersatz verurteilt, zusammen 471.900 US-Dollar. Seinen Antrag, das Urteil aufzuheben, lehnte das Gericht im Juli 2023 ab. Way gab dabei an, dem Fiskus rund eine Million US-Dollar zu schulden und beides nicht begleichen zu können. Der Richter hielt ihm entgegen, sein Lebensstil werde aus laufenden Einnahmen bezahlt. Im Oktober 2023 erlaubte das Gericht, Autos und Wertgegenstände aus seinem Wohnsitz pfänden zu lassen.
Zusammen ergeben die beiden Urteile und die Rückstände beim Fiskus Verbindlichkeiten von mehr als 5,7 Millionen US-Dollar, ohne Zinsen. Dass nach unserer Schätzung dennoch ein Vermögen bleibt, liegt am Wert der Autorenanteile und an den Auftrittsgagen, die ihm weiter zufließen. Zu hören ist er auch als Gast auf Alben wie „I Am Not A Human Being II“ von Lil Wayne. Den Weg vom selbst verbreiteten Internethit zum Majorvertrag ging gut zehn Jahre später auch Lil Nas X.
Häufige Fragen zu Soulja Boy
Wie hoch ist das Vermögen von Soulja Boy?
Wir schätzen das Vermögen von Soulja Boy auf rund 1 Million Euro. Getragen wird die Schätzung von Autorenanteilen und Auftritten, gemindert von zwei Urteilen und Rückständen beim Fiskus.
Gehören Soulja Boy die Rechte an „Crank That“?
Nur zum Teil. Die Aufnahme gehört Interscope, er ist daran über einen Lizenzanteil beteiligt. Als Autor von Text und Beat erhält er zusätzlich die Tantiemen, die BMI für öffentliche Nutzungen abrechnet.
Hat Soulja Boy wirklich einen Vertrag über 400 Millionen Dollar unterschrieben?
Nein. Die Vereinbarung mit World Poker Fund Holdings vom Mai 2016 war ein Werbevertrag, die 400 Millionen US-Dollar waren nur eine Obergrenze und kein Barbetrag.
Wie viel Schadenersatz muss Soulja Boy zahlen?
Aus dem Urteil von Santa Monica vom April 2025 rund 4,25 Millionen US-Dollar, gegen das er Berufung eingelegt hat. Dazu kommt ein Urteil aus Los Angeles vom April 2023 über 471.900 US-Dollar.
Womit verdient Soulja Boy neben der Musik Geld?
Mit seinem Label SODMG samt Kleidung, mit Auftritten und mit einzelnen Produkten wie einem Parfüm. Die Spielkonsolen von 2018 nahm er nach weniger als einem Monat wieder vom Markt.
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