Campino, bürgerlich Andreas Frege, ist Sänger und Frontmann der Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen und schreibt den Großteil ihrer Texte. Der deutsch-britische Musiker gehört zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe, die im April 1982 ihr erstes Konzert spielte, und ist darüber hinaus als Buchautor, Schauspieler und Sprecher aufgetreten. Wirtschaftlich ist er ein Sonderfall der deutschen Musikbranche: Die Toten Hosen vermarkten sich über eigene Firmen und halten einen großen Teil ihrer Rechte selbst, statt sie einem Major-Label zu überlassen. Wir schätzen das Vermögen von Campino auf rund 40 Millionen Euro.
Campino - Verdienst mit Spotify
Bei Spotify laufen die Streams von Campino vor allem über Die Toten Hosen. Auf das Konto der Band gehen als Hauptact rund 1,28 Milliarden Streams. Bei einer Ausschüttung von rund 0,0035 Euro pro Stream entspricht das etwa 4,47 Millionen Euro. Das ist allerdings die Summe an alle Rechteinhaber, je nach Vertrag bleiben davon 15 bis 80 Prozent bei der Band und verteilen sich dort auf ihre Mitglieder.
| Gesamte Streams als Hauptact | 1,28 Milliarden |
|---|---|
| Ausschüttung insgesamt | 4,47 Millionen Euro |
| Einnahmen pro Sekunde | 0,04 Euro |
| Einnahmen pro Tag | 3.095 Euro |
| Einnahmen pro Monat | 94.219 Euro |
| Einnahmen pro Jahr | 1,13 Millionen Euro |
| Tage wie diese | 402.000 Euro |
|---|---|
| Alles aus Liebe | 281.000 Euro |
| Wannsee | 235.000 Euro |
| Altes Fieber | 217.000 Euro |
| Bonnie & Clyde | 210.000 Euro |
| Hier kommt Alex | 169.000 Euro |
| Schrei nach Liebe | 110.000 Euro |
| Unter den Wolken | 99.000 Euro |
| Alles passiert | 89.000 Euro |
| Das ist der Moment | 69.000 Euro |
| Steh auf, wenn du am Boden bist | 67.000 Euro |
| Zehn kleine Jägermeister | 65.000 Euro |
| Wünsch dir was | 64.000 Euro |
| Nur zu Besuch | 63.000 Euro |
| Bayern | 54.000 Euro |
| Heute hier, morgen dort | 52.000 Euro |
| Auswärtsspiel | 48.000 Euro |
| Paradies | 44.000 Euro |
| Laune der Natur | 43.000 Euro |
| Strom | 42.000 Euro |
Rechne selbst
Davon bleiben rund 893.502 Euro bei der Band.
Berechnungsgrundlage anzeigen
Grundlage sind die Streams als Hauptact, Stand 26.08.2026, multipliziert mit rund 0,0035 Euro pro Stream. Das ist die Ausschüttung an alle Rechteinhaber, nicht das Einkommen. Bei einem Major-Vertrag bleiben davon 15 bis 25 Prozent, bei eigenem Katalog 50 bis 80 Prozent. Songs, auf denen Die Toten Hosen nur als Gast auftritt, bringen am Master in der Regel nichts und zählen deshalb nicht mit. Die Zahlen gehören der Band, nicht Campino allein. Wie viel davon bei einer einzelnen Person ankommt, hängt von den Verträgen und den Songwriting-Anteilen ab.
Wie hoch ist das Vermögen von Campino?
Die Schätzung speist sich aus vier Blöcken: dem Anteil an den Firmen der Band, den Einnahmen aus mehr als vier Jahrzehnten Konzerttätigkeit, den Autoren- und Verlagsrechten an den Songs sowie den Honoraren für Bücher, Schauspiel- und Sprecherarbeiten. Dagegen zu rechnen sind der deutsche Spitzensteuersatz und der Umstand, dass die Einnahmen innerhalb der Band gleichmäßig aufgeteilt werden, auch die aus den Songtexten.
Das eigene Label JKP als wirtschaftlicher Kern
Die drei Buchstaben JKP stehen für „Jochens kleine Plattenfirma“. Das Label mit dem Totenkopf-Emblem der Band sitzt im Düsseldorfer Medienhafen und wurde von Jochen Hülder aufgebaut, dem langjährigen Manager der Gruppe, der 2015 starb. Nach einer Recherche der WirtschaftsWoche vom Juni 2012 gehörte JKP laut Creditreform zu gleichen Teilen der Band und ihrem Manager.
Wie stark das vom Branchenüblichen abweicht, zeigt ein Satz Hülders, den dieselbe Recherche zitiert: „Früher bekam die Plattenfirma 85 Prozent und wir 15. Jetzt ist es umgekehrt.“ Statt eines klassischen Plattenvertrags übernahm die Band Studioproduktion, Covergestaltung, Pressung, Marketing und Promotion selbst, dem Vertriebspartner blieb die Auslieferung. Genau das ist der Unterschied zu Bands mit Major-Vertrag: Die Wertschöpfung bleibt im eigenen Haus, und die Rechte bleiben es auch.
Das Firmengeflecht reicht über das Label hinaus. Das Merchandising läuft über die Kauf Mich GmbH im bayerischen Trostberg, die Konzerte über Kikis Kleiner Tourneeservice (KKT) in Berlin, die Lizenz- und Verlagsrechte über eigene Musikverlage, darunter PKM. Fünf aktive Firmen setzten nach den Angaben der WirtschaftsWoche vom Juni 2012 bis zu 15 Millionen Euro im Jahr um; bis dahin hatte die Band nach derselben Quelle mehr als 22 Millionen Platten verkauft. Im März 2012 gingen die Verlagsrechte an fast allen Songs, die seit 1996 erschienen waren, an die Bertelsmann-Tochter BMG, die Werke aus den kommerziell besonders starken Anfangsjahren blieben in Düsseldorf. Wie viel Katalogrechte wert sein können, hat später der Fall ABBA gezeigt.
Wie die Einnahmen innerhalb der Band verteilt werden
Für Campinos persönliches Vermögen ist ein Detail entscheidend, das in der Branche als Ausnahme gilt. Nach dem Bandbiografen Hollow Skai, zitiert in der WirtschaftsWoche im Juni 2012, werden die Einkünfte der Firmen zu gleichen Teilen unter den Bandmitgliedern einschließlich des Managers aufgeteilt, und zwar auch die aus Autorenrechten und Songlizenzen. Üblich ist das Gegenteil: Songautoren behalten ihre Tantiemen normalerweise für sich.
Campino schreibt die meisten Texte, verdient daran aber nicht mehr als die übrigen Beteiligten. Wer sein Vermögen aus Bandumsätzen ableitet, landet deshalb zwangsläufig zu hoch. Eine Ausnahme von der Gleichverteilung ist der Schlagzeuger Stephen „Vom“ Ritchie, der seit 1999 auf Honorarbasis mitspielt. Er ersetzte Wolfgang „Wölli“ Rohde, der die Band 1999 aus gesundheitlichen Gründen verlassen hatte; Rohde starb 2016. Ähnlich unabhängig aufgestellt sind in Deutschland nur wenige Acts, etwa Die Ärzte um Bela B, während Musiker wie Klaus Meine mit den Scorpions oder Rea Garvey ihre Einnahmen anders strukturiert haben.
Konzerte als größter Einnahmeblock
Einzelne Abende sind über das Pollstar-Boxoffice belegt. Der erste dort gemeldete eigene Headliner-Termin war der 5. Dezember 2007 in der Kölner Lanxess Arena mit 15.000 verkauften Tickets und einem Bruttoerlös von 934.148 US-Dollar. Der jüngste gemeldete Termin stammt vom 31. August 2025 aus Stockholm, ein Clubkonzert der Europarunde „Keep Calm and Carry On“ mit 1.610 Tickets und 101.246 US-Dollar. Die Spanne zeigt, wie unterschiedlich Club-, Hallen- und Stadionabende zu Buche schlagen. Vergleichbar tragfähig ist das Tourneegeschäft im deutschsprachigen Raum nur bei wenigen, etwa bei Roland Kaiser oder Wolfgang Petry.
Für die Tour „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ wurden 30 Termine in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg angekündigt, dazu drei Konzerte in Argentinien für Oktober 2026. Pollstar meldete am 20. November 2025 mehr als eine Million verkaufte Tickets, davon über 560.000 in den ersten drei Stunden des Vorverkaufs. Als Auftakt war der 7. Juni 2026 in Esch/Alzette angesetzt, als Abschluss ist der 10. Juli 2027 in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf vorgesehen. Die Verbindung nach Argentinien reicht bis zum ersten Konzert der Band in Buenos Aires im Jahr 1992 zurück.
Dass die Abhängigkeit vom Livegeschäft auch ein Risiko ist, zeigte sich am 8. Juni 2018. Die Band teilte mit, bei Campino sei am Morgen ein Hörsturz diagnostiziert worden; das zweite Konzert in der Berliner Waldbühne und ein Festivalauftritt in München fielen daraufhin aus. Über den Vorfall hinaus hat er dazu nichts öffentlich gemacht.
Bücher, Schauspiel und weitere Honorare
Im Herbst 2020 erschien bei Piper sein autobiografisches Buch „Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde“, in dem es um seine deutsch-britische Familiengeschichte und um den FC Liverpool geht. Media Control zeichnete den Titel mit Gold aus, was für 150.000 verkaufte Exemplare steht. 2024 folgte im selben Verlag „Kästner, Kraftwerk, Cock Sparrer: Eine Liebeserklärung an die Gebrauchslyrik“.
Als Schauspieler war Campino ab Mitte der 1980er Jahre zu sehen, unter anderem 1990 in der Serie „Der Fahnder“ und 1992 in der Hauptrolle der Komödie „Langer Samstag“. Von August bis Oktober 2006 spielte er im Berliner Admiralspalast den Mackie Messer in Brechts „Dreigroschenoper“ unter der Regie von Klaus Maria Brandauer. Die Hauptrolle in Wim Wenders’ „Palermo Shooting“ führte ihn im Mai 2008 nach Cannes, 2020 führte er gemeinsam mit Eric Friedler Regie bei der Dokumentation „Wim Wenders, Desperado“. Für seine Mitwirkung als Sprecher an einer Neufassung von „Peter und der Wolf“ mit dem Bundesjugendorchester erhielt er im Oktober 2016 den ECHO Klassik.
Dazu kommen journalistische Arbeiten: 1993 interviewte er für den „Stern“ Paul McCartney, 1994 druckte der „Spiegel“ sein Gespräch mit der damaligen Jugendministerin Angela Merkel ab, 2001 befragte er für das SZ-Magazin Joe Strummer von The Clash. Im April 2024 hielt er als Gastprofessor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zwei Vorlesungen. Geld floss auch in die andere Richtung: Zwischen 2001 und 2003 trat die Band als Sponsor von Fortuna Düsseldorf auf.
Wohnsitz, Steuern und Familie
Campino lebt in Düsseldorf, wo auch die Firmen der Band ihren Sitz haben. Im März 2019 nahm er zusätzlich die britische Staatsbürgerschaft an und ist seitdem Doppelstaater. Steuerlich ändert das nichts, denn nicht der Pass entscheidet, sondern der Wohnsitz: Seine Einkünfte fallen unter die deutsche Einkommensteuer mit einem Spitzensatz von 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag, auf die Gewinne der Firmen kommen Körperschaft- und Gewerbesteuer. Ein Wohnsitz in einem Niedrigsteuerland, wie er bei international tourenden Musikern verbreitet ist, war bei ihm nie Thema, was die Netto-Ausbeute über die Jahrzehnte deutlich gedrückt hat. Wie weit Vermögen zu Lebzeiten und ein späterer Nachlass auseinanderliegen können, zeigt dagegen der Fall Falco.
Am 1. September 2019 heiratete Campino in New York, den Namen seiner Frau hält er nicht öffentlich. Mit der Schauspielerin Karina Krawczyk hat er einen 2004 geborenen Sohn, Lenn Julian Frege, der als Model arbeitet. Sein Vater war Richter, seine Mutter eine gebürtige Engländerin, die ihre sechs Kinder zweisprachig erzog; auf den Punkrock brachte ihn sein zwölf Jahre älterer Bruder.
Häufige Fragen zu Campino
Wie hoch ist das Vermögen von Campino?
Das Vermögen von Campino wird auf rund 40 Millionen Euro geschätzt. Die Schätzung gilt für ihn als Person und nicht für Die Toten Hosen, deren Umsätze über mehrere Firmen mit mehreren Beteiligten laufen.
Woher kommt das Vermögen von Campino?
Aus vier Quellen: seinem Anteil an den Firmen der Band, dem Livegeschäft, den Autoren- und Verlagsrechten an den Songs sowie Honoraren für Bücher, Schauspiel- und Sprecherrollen.
Was ist JKP und wem gehört das Label?
JKP steht für „Jochens kleine Plattenfirma“, das eigene Label der Toten Hosen mit Sitz im Düsseldorfer Medienhafen. Nach einer Recherche der WirtschaftsWoche vom Juni 2012 gehörte es laut Creditreform zu gleichen Teilen der Band und ihrem damaligen Manager Jochen Hülder.
Wie werden die Einnahmen bei den Toten Hosen aufgeteilt?
Nach dem Bandbiografen Hollow Skai, zitiert in der WirtschaftsWoche im Juni 2012, zu gleichen Teilen unter den Bandmitgliedern einschließlich des Managers, und zwar auch die Einnahmen aus Autorenrechten. Der Schlagzeuger spielt seit 1999 auf Honorarbasis mit.
Wie viel verdient Campino mit seinen Büchern?
Honorare nennt der Piper Verlag nicht. Belegt ist die Auflage: „Hope Street“ wurde von Media Control mit Gold ausgezeichnet, was für 150.000 verkaufte Exemplare steht. 2024 erschien ein zweites Buch über Gebrauchslyrik.
Wo lebt Campino und wo zahlt er Steuern?
Er lebt in Düsseldorf und ist dort steuerpflichtig, auch wenn er seit März 2019 zusätzlich die britische Staatsbürgerschaft besitzt. Für die Besteuerung ist der Wohnsitz maßgeblich, nicht die Staatsangehörigkeit.
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