• Höchstes Vermögen von Pablo Escobar: 30 Milliarden US Dollar
  • Verdienst pro Stunde: 1 Million Dollar
  • Geburtsdatum: 1. Dezember 1949
  • Todestag: 2. Dezember 1993
  • Geboren in: Rionegro / Departamento Antioquia / Kolumbien
  • Familienstand: verheiratet mit Maria Victoria Henao (verh. 1976–1993)
  • Beruf: Drogenboss
  • Voller Name: Pablo Emilio Escobar Gaviria
  • Spitznamen: El Doctor, El Patrón, Don Pablo
  • Kinder: zwei (Sohn: Juan Pablo, Tochter: Manuela)

Im kolumbianischen Dschungel errichtete er ein Drogen-Imperium, scheffelte Milliarden und trat öffentlich als Wohltäter auf: Pablo Escobar, der „Kokain-König“. Er kontrollierte 80% des globalen Kokainhandels, als die USA und Kolumbien gemeinsam gegen ihn vorgingen. Nach der Zerstörung seiner Kokain-Laboratorien begab sich Escobar auf einen blutigen Rachefeldzug. Und während US-Präsident George Bush den Drogenboss zum „Staatsfeind Nr. 1“ erklärte, kürte Forbes ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt.

Als das Forbes-Magazin 1989 die Liste der weltweit reichsten Menschen veröffentlichte, bekleidete Escobar den 7. Rang. Sein Vermögen wurde auf rund 30 Milliarden Dollar geschätzt. Angeblich verdiente Escobar zu Hochzeiten 1 Million Dollar — pro Stunde. Das World Financial Blog präsentierte ihn 2008 gar unter den 5 reichsten Kriminellen aller Zeiten auf Platz 1.

Die kriminelle Karriereleiter – So entstand das Vermögen

Das Vermögen von Pablo EscobarPablo Emilio Escobar Gaviria kam am 1. Dezember 1949 als Kind einer Lehrerin und eines Viehzüchters in Rionegro zur Welt. Trotzdem die Familie der ländlichen Mittelschicht angehörte, wuchsen Pablo und seine 6 Geschwister in einer Atmosphäre von Gewalt und Kriminalität auf. Das Milieu war typisch für das gespaltene und vom Bürgerkrieg geprägte Kolumbien jener Jahre.

Nachdem die Familie nach Envigado gezogen war, wo die Mutter eine Volksschule gründete, begann die kriminelle Laufbahn des Pablo Escobar. Zielstrebig machte er sich durch rücksichtslose Aktivitäten einen Namen unter den Jugendlichen. Rauschgifthandel, Schmuggel und Einbrüche waren die ersten Sprossen auf der Karriereleiter des späteren Drogenbarons. Es folgten ab den 1970ern Entführungen und Lösegeldforderungen. Nicht selten endeten die Entführungen, trotz gezahlten Lösegelds, mit der Ermordung des Opfers.

Kokain-Export der Extraklasse: das Medellín-Kartell

Die 70er waren das Jahrzehnt des Kokains. Zu jener Zeit löste das weiße Pulver das Marihuana ab und wurde zum kolumbianischen Export-Schlager. Nun schlug Escobars große Stunde. Als Pionier im Drogenanbau- und Handel war er am Aufbau des berüchtigten Medellín-Kartells beteiligt. Mittels Sportflugzeugen ließ Escobar ab 1978 die Droge kiloweise von Kolumbien nach Florida einfliegen. Aus Kilos wurden Tonnen; zu Glanzzeiten kam eine Boeing 727 als Transportmittel zum Einsatz.

Gelegentliche Strafverfolgungen fochten Escobar nicht an. Wen er durch Bestechung nicht auf seine Seite zog, den ließ er kurzerhand ermorden. Auf das Konto seines Intimus’ Jhon Jairo Velásquez, genannt „Popeye“, gehen mehr als 150 Morde im Auftrag des Drogenhändlers. Durch private Milizen sicherte er sich Macht und Einfluss.

Lieber ein Grab in Kolumbien …

Escobars Versuche, in den 1980ern in der Politik Fuß zu fassen, scheiterten an seinem Ruf. Zwar trat er öffentlich als Autohändler oder Viehzüchter auf, – sein Drogen-Imperium war allerdings ein offenes Geheimnis. Seine Privilegien nutzte er unter anderem auch für soziales Engagement: Er ließ Krankenhäuser und Schulen errichten oder finanzierte Wohnungsbauprojekte in Medellín.

Derweil führten die USA ihren „War on Drugs“ — Krieg gegen die Drogen. Mit Aufklärungsaktionen wurde die Bevölkerung über die schädigende Wirkung des Kokains informiert. Daneben erfolgten Aktionen in den Ursprungsländern. 1984 zerstörte die Drug Enforcement Administration große Teile der Drogen-Laboratorien im kolumbianischen Urwald — ein schwerer Schlag für das Medellín-Kartell. Zusätzlich deckte die US-Luftwaffe die Koka-Pflanzungen mit Herbiziden ein. Angesichts des zunehmenden Drucks auf seine Aktivitäten äußerte sich Escobar:

Lieber ein Grab in Kolumbien als eine Gefängniszelle in den Vereinigten Staaten.

Flucht und Tod von Pablo Escobar

Anfang der 1990er führte Pablo Escobar einen regelrechten Krieg gegen die Strafverfolgungsbehörden. Polizisten, Richter und Politiker wurden in seinem Auftrag ermordet. Mit Bombenattentaten in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá versuchte er seine Stellung zu behaupten und etablierte Angst und Terror.

1991 stellte er sich den Behörden – unter der Bedingung, nicht an die USA ausgeliefert zu werden. Außerdem handelte er sich die Strafhaft in seinem Privat-Gefängnis La Catedral aus. Dort führte er die Geschäfte weiter; auch Morde wurden hier in seinem Namen ausgeführt. Als die Verlegung in ein anderes Gefängnis drohte, floh Escobar und tauchte in Medellín unter. Hier spürte ihn am 2. Dezember 1993 eine Elite-Einheit auf und streckte ihn auf dem Dach seines Verstecks nieder. Mehr als 20.000 Menschen beteiligten sich an seiner Beerdigung und demonstrierten ihre Sympathie mit „Don Pablo“.

Von der Luxus-Villa ins Luxus-Gefängnis

Hacienda Nápoles

Die Villa Hacienda Napoles von Pablo EscobarBizarre Attraktion und sichtbare Hinterlassenschaft des Super-Kriminellen: die Hacienda Nápoles in Puerto Triunfo. 1979 hatte Escobar den 3.000 ha große Landsitz für 63 Millionen Dollar erworben und zur persönlichen Wirkungsstätte ausgebaut. Zudem garantierten ihm ein Oldtimer-Fuhrpark, Flugplatz, Hubschrauberlandeplatz sowie eine Kartbahn Mobilität in jede Richtung. Hinzu kamen mehrere Swimmingpools, künstliche Seen und eine Stierkampfarena. Ein eigenes Straßennetz durchzog das Gelände. Im Privat-Zoo tummelten sich Elefanten, Nilpferde, Giraffen, Löwen und Antilopen.

Heute befindet sich die Hacienda Nápoles im Besitz der kolumbianischen Regierung. Auch der Zoo existiert nach wie vor, obwohl die Nilpferde teilweise freigelassen wurden und sich in der Umgebung vermehrten. 2006 wurde das Anwesen, das mittlerweile auch einen Vergnügungspark beherbergt, auf mehr als 2 Millionen Dollar geschätzt.

La Catedral

Gewiss einer der spektakulärsten Coups des Drogenhändlers: nachdem er sich 1991 der Polizei gestellt hatte, wurde ihm auf Wunsch sein persönliches Gefängnis errichtet. Die La Catedral befand sich unweit von Escobars Heimatort Envigado und war ein Luxus-Knast erster Güte. Das im Volksmund auch „Hotel Escobar“ oder „Club Medellín“ genannte Anwesen verfügte über Vorzüge wie einen Fußballplatz, eine Bar, eine Diskothek oder einen Wasserfall. Aus Angst vor Attentätern durfte sich der Häftling die Wachmannschaft selbst zusammenstellen.

Bildquellen:
Foto der Villa: jkraft5/ Bigstock.com
Zeichnung: Thierry Ehrmann / Flickr [CC-BY 2.0]

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