Wladimir Putin – Der Präsident Russlands polarisiert, ganz klar. Er führt massenerregende Kampagnen durch, vertritt Ideale, die wild diskutiert werden, er wirkt eben. Er wirkt auf seine Landsleute, er wirkt auf Europa, er wirkt auf den Rest der Welt. Er regiert teils mit eiserner Hand – betrachtet man aber neueste Forschungsberichte, denen zufolge etwa 30-50%, je nach Artikel, des russischen Staatsapparates korrupt und/oder kriminell ist, wirken seine oft hart wirkenden Urteile legitimer.

Putin wird eine milliardenschwere Kunstsammlung seinem Anwesen hinzufügen – als wäre das russische Staatsüberhaupt nicht schon interessant genug. Die Sammlung ist zur Zeit in Moskau ansässig, sie beinhaltet unter anderen wertvollen Kunstgegenständen auch Werke von Michelangelo, Leonardo da Vinci und Rembrandt. Der derzeitige Besitzer ist Nina Moleva, die bereits vor der Presse öffentlich verlauten ließ, dass sie die Sammlung an Putin weitergeben möchte. Nach der Auflösung der ehemaligen Sowjetunion wurde die Sammlung mit 400 Millionen US-Dollar Startgebot versteigert, ein renomiertes Kunstauktionshaus, ansässig in Paris, schätzt den Wert der Sammlung auf 2 Milliarden US-Dollar. Um wie viel Geld die Kunstwerke unter der Hand wirklich an Putin gehen werden wir wohl nie erfahren. Da das Vermögen von Wladimir Putin kolportierte 66 Milliarden Euro beträgt, könnte er es sich vermutlich auch leisten.

Die Herkunft der Sammlung ist nicht vollständig aufgeklärt

Wladimir Putin VermögenAber das Sammelsorium an wertvollen Bildern ist nicht unumstritten – es wird von einigen Kritikern angezweifelt, ob es sich um Originale handelt oder lediglich äußerst gut kopierte Plagiate, ob die Sammlung wirklich 2 Milliarden US-Dollar wert ist…. und wie Moleva überhaupt in den Besitz der Sammlung kam.

Moleva heiratete spät ihren heutigen Ehemann Ely Belyutin, beide behaupten inständig, dass die Sammlung aus dem Erbe des Großvaters hervorging, der seinerzeit ein Angesehener Kunstsammler in Moskau und außerdem eine im königlichen Theater Moskau angestellte Figur gewesen sein soll. Diesem Mann, Ivan Grinyov, wird nachgesagt, er hätte die Sammlung durch den Besuch vieler europäischer Kunstauktionen im Laufe seines Lebens nach und nach mühselig zusammengekauft. Durch die politischen Spannungen in der Vergangenheit Russlands war Ivan Grinyov oft gezwungen, seine milliardenschwere Sammlung auf die einfallsreichsten Arten zu verstecken, unter anderem auf dem Dachboden eines seiner Anwesen. Als Moleva und ihr Ehemann fast 40 Jahre später sein Anwesen besuchten, fanden Sie den Schatz auf dem Dachboden. Ein russischer Journalist will die beiden als Lügner entlarvt haben: er ist trotz intensiver Recherche auf kein Zeugnis des königlichen Theaters in Moskau gestoßen, das belegen würde, dass ein „Ivan Grinyov“ jemals dort existiert habe. Manche Quellen behaupten, dass Belyutin ein sowjetischer Offizier im Geheimdienst gewesen sein soll, und dass er auf irgendeine Art und Weise in den Besitz der Sammlung während des 2. Weltkrieges gekommen sein soll, als wertvolle Kunst im großen Stil von Deutschland nach Russland geschafft wurde – nach der Niederlage Russlands. Böse Zungen behaupten, dass Belyutin einige Vorgänge, teils unter Gewalteinwirkung, damals manipulierte und sich so Zugang zur Sammlung verschafft hätte.

Derweil behauptet der angesehene pariser Kunstexperte Eric Turquin, der die Sammlung im Sommer 2015 besuchte, dass die Sammlung nicht einmal 400 Millionen US-Dollar wert sei, geschweige denn eine Milliardensumme. Es handle sich um gut konzipierte Bilder aus dem späten 16. und dem frühen 17. jahrhundert, die aber qualitativ nicht ansatzweise an die Meisterwerke kommen, für die sie propagiert werden.

Tiefe Sympathie zu Putin und seiner Staatsführung

Aber wie die Geschichte dieser Kunstsammlung nun wirklich aussieht und welchen Wert sie nun wirklich hat, das wird erst einmal im Unklaren bleiben, was klar ist, ist, dass Moleva die Sammlung Putin übergeben möchte, und es ist auch klar, dass Putin die Sammlung haben will. Sicherheitskräfte sind im Auftrag Putins vor Molevas Wohnung stationiert und bewachen sie und die Sammlung 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Die ganze Angelegenheit zeigt einem auch auf, dass manche Russen Wladimir Putin als radikalen Politiker einstufen, manche mögen gar sagen er sei verrückt, aber auf der anderen Seite gibt es auch Russen, die ihn wirklich innig lieben und ihn offen unterstützen. Wie weit diese Liebe reicht, wird schnell klar wenn Sie sich vorstellen, Sie seien in derselben Situation: stellen Sie sich vor, Sie würden eine millionenschwere Kunstsammlung auf Ihrem Dachboden entdecken – würden Sie den Wert an Angela Merkel spenden – oder sonst einen Politiker auf dieser Welt?

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