Stefan Quandt ist nach seiner Schwester der zweite große Anteilseigner von BMW und führt zugleich ein eigenes Beteiligungsgeflecht mit Unternehmen aus Logistik, Pharma und Energietechnik. Wir schätzen das Vermögen von Stefan Quandt auf rund 20,83 Milliarden Euro. Sein Einkommen entsteht nicht aus einem Gehalt, sondern nahezu vollständig aus Dividenden und Unternehmensgewinnen.
Wie viel verdient Stefan Quandt pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Stefan Quandt zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Stefan Quandt auf rund 46 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 166.371 Euro und einem Verdienst von rund 3,99 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 46 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 2.773 Euro |
| Stundenlohn | 166.371 Euro |
| Verdienst pro Tag | 3,99 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 121,53 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 1,46 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Stefan Quandt?
Nach unserer Schätzung kommt Stefan Quandt auf rund 20,83 Milliarden Euro. Der Wert hängt überwiegend am BMW-Kurs und verändert sich damit täglich, ohne dass er eine einzige Aktie bewegen würde.
Woraus sich die Schätzung speist
Den Kern bildet das BMW-Paket. Dazu kommen die Beteiligungen der Holdinggesellschaften Delton und Aqton, an denen er allein beteiligt ist, sowie Immobilien und liquide Mittel. Weil die Delton-Beteiligungen zum größten Teil nicht börsennotiert sind, weichen die Schätzungen verschiedener Anbieter um mehrere Milliarden voneinander ab.
Die Herkunft des Familienvermögens
Die Grundlage legten sein Urgroßvater und sein Großvater mit Textil-, Batterie- und Rüstungsunternehmen im Kaiserreich und in der Zwischenkriegszeit. Die Rolle des Familienunternehmens in der Zeit des Nationalsozialismus war jahrzehntelang umstritten. Die Familie gab daraufhin selbst eine unabhängige historische Untersuchung in Auftrag: Der Bonner Historiker Joachim Scholtyseck legte sie 2011 unter dem Titel Der Aufstieg der Quandts bei C.H. Beck vor, auf Basis des erstmals geöffneten Familienarchivs und über vierzig weiterer Archive. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen von der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik und von Zwangsarbeit profitierte.
Was das Erbe hinzufügte
Sein Vater Herbert Quandt starb 1982. Stefan Quandt, seine Schwester Susanne Klatten und ihre Mutter Johanna Quandt erbten dessen Beteiligungen einschließlich der BMW-Anteile. Nach dem Tod der Mutter am 3. August 2015 gingen deren Anteile auf die beiden Kinder über, seither halten die Geschwister die Familienbeteiligung allein.
Der BMW-Anteil und was die Dividende einbringt

Wie groß der Anteil ist und wie er gehalten wird
Stefan Quandt hält rund 25,83 Prozent der BMW-Stammaktien, seine Schwester rund 20,9 Prozent. Gemeinsam kommen die Geschwister auf gut 46 Prozent. Sein Paket allein liegt über der Schwelle von 25 Prozent, er verfügt damit über eine Sperrminorität und kann Satzungsänderungen aus eigener Kraft verhindern. Gehalten werden die Anteile über die 2007 gegründete Aqton SE. Auf der Hauptversammlung am 13. Mai 2026 beschloss BMW, die stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien umzuwandeln, was die Basis der stimmberechtigten Aktien verbreitert.
Was die Dividende jährlich einbringt
Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss BMW eine Dividende von 4,40 Euro je Stammaktie, ausgezahlt am 19. Mai 2026. Im Vorjahr waren es 4,30 Euro, für 2023 noch 6,00 Euro. Bei rund 601,9 Millionen Stammaktien entsprechen 25,83 Prozent etwa 155 Millionen Aktien. Daraus ergibt sich für 2025 eine Bruttodividende von rund 684 Millionen Euro, gegenüber etwa 669 Millionen für 2024 und rund 933 Millionen für 2023. Das sind Beträge vor Steuern, und der Abstand zwischen 2023 und 2025 zeigt, wie unmittelbar sein Einkommen am Konzernergebnis hängt.
Seine Rolle im Aufsichtsrat
Dem Aufsichtsrat von BMW gehört Stefan Quandt seit 1997 an, inzwischen als stellvertretender Vorsitzender. Das Mandat ist vergütet, fällt gegenüber der Dividende aber nicht ins Gewicht. Gemeinsam mit seiner Schwester vertritt er die Linie, die Familienbeteiligung langfristig zu halten.
Delton und Aqton: das eigene Beteiligungsgeflecht

Die Struktur der beiden Holdings
Die Delton AG ist eine strategische Management-Holding, deren alleiniger Aktionär er ist und deren Aufsichtsrat er vorsitzt. Darüber liegt die Aqton SE, die er 2007 gründete und die auch das BMW-Paket hält. Beide Gesellschaften veröffentlichen keine Konzernzahlen in der Ausführlichkeit börsennotierter Unternehmen, weshalb sich der Wert dieses Teils nur annähern lässt.
Welche Unternehmen dazu gehören
Zum Portfolio zählen der Logistikkonzern Logwin, der Hersteller homöopathischer Arzneimittel Heel, der Haushaltsproduktehersteller CeDo sowie Beteiligungen im Bereich Energietechnik und Digitalisierung, unter anderem an Solarwatt, Heliatek und Kiwigrid. Frühere Beteiligungen etwa an CEAG und Gemplus gehören der Vergangenheit an. Das Portfolio wird laufend umgebaut, eine Momentaufnahme veraltet hier schnell.
Warum die Streuung wirtschaftlich zählt
Die Delton-Beteiligungen liegen bewusst in Branchen ohne Bezug zum Automobilgeschäft. Damit hängt zwar der größte Teil seines Vermögens weiterhin an einem einzigen Autokonzern, die laufenden Erträge kommen aber aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen. Das unterscheidet ihn von Erben, deren Vermögen vollständig an einer Aktie hängt.
Werdegang und Privates
Stefan Quandt wurde am 9. Mai 1966 in Frankfurt am Main geboren. Er tritt öffentlich selten auf und äußert sich fast ausschließlich zu Unternehmensfragen.
Ausbildung und erste Stationen
Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Karlsruhe und erhielt sein Diplom 1993. Anschließend arbeitete er für die Unternehmensberatung Boston Consulting Group und war zeitweise in Hongkong tätig. Erst danach übernahm er Verantwortung in den eigenen Beteiligungen. Wie bei seiner Schwester ist auch bei ihm auffällig, dass er sein Vermögen selbst verwaltet statt es verwalten zu lassen.
Familie und Wohnsitz
Stefan Quandt ist seit 2005 mit Katharina Quandt verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Frankfurt am Main. Über das Privatleben ist wenig öffentlich bekannt, und Angaben dazu bleiben in diesem Artikel bewusst auf das Belegte beschränkt.
Häufige Fragen zu Stefan Quandt
Wie hoch ist das Vermögen von Stefan Quandt?
Wir schätzen es auf rund 20,83 Milliarden Euro. Der größte Teil steckt im BMW-Paket, der Rest in den Beteiligungen von Delton und Aqton.
Wie viel von BMW gehört Stefan Quandt?
Rund 25,83 Prozent der Stammaktien, gehalten über die Aqton SE. Zusammen mit den etwa 20,9 Prozent seiner Schwester Susanne Klatten kommt die Familie auf gut 46 Prozent.
Wie viel Dividende bekommt Stefan Quandt von BMW?
Für das Geschäftsjahr 2025 rund 684 Millionen Euro brutto, gerechnet aus etwa 155 Millionen Aktien und einer Dividende von 4,40 Euro je Aktie. Für 2023 waren es bei 6,00 Euro je Aktie noch rund 933 Millionen.
Woher stammt das Vermögen von Stefan Quandt?
Aus dem Erbe der Industriellenfamilie Quandt. Sein Vater Herbert Quandt starb 1982, die Anteile seiner Mutter Johanna Quandt gingen 2015 auf ihn und seine Schwester über. Die von der Familie beauftragte Untersuchung von Joachim Scholtyseck aus dem Jahr 2011 ordnet die Herkunft wissenschaftlich ein.
Was ist die Delton AG?
Seine Management-Holding, deren alleiniger Aktionär er ist. Dazu gehören unter anderem der Logistikkonzern Logwin, der Arzneimittelhersteller Heel und Beteiligungen im Bereich Energietechnik.
Bildquellen:
Simsalabimbam [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
BMW: wjarek / Bigstock.com
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