Millionen Euro
Erstes eigenes Bühnenprogramm2001
Weltrekord 2014116.498 Zuschauer im Berliner Olympiastadion binnen 24 Stunden
Zuschauer bei Liveauftritten insgesamtrund 9,6 Millionen
Geburtsdatum01. November 1972 (53 Jahre alt)
Geboren inBerlin, Deutschland
NationalitätDeutschland
BerufKomiker, Moderator, Unternehmer
Größe1.74 m

Mario Barth füllt seit über zwei Jahrzehnten Hallen und Stadien, und er tut es mit dem günstigsten Geschäftsmodell, das die Unterhaltungsbranche kennt. Sein Vermögen ist deshalb nicht im Fernsehen entstanden, sondern auf der Bühne, und es liegt zu einem erheblichen Teil in Firmen, die ihm selbst gehören. Wir schätzen das Vermögen von Mario Barth auf rund 25 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Mario Barth?

Mario Barth Verdienst Nach unserer Schätzung kommt Mario Barth auf rund 25 Millionen Euro. Den größten Teil davon hat er live verdient, nicht mit Fernsehhonoraren. Nach eigenen Angaben haben ihn insgesamt rund 9,6 Millionen Menschen bei Auftritten gesehen, verteilt über mehr als zwanzig Jahre und über Häuser jeder Größe, von Kleinkunstbühnen bis zum Stadion.

Auftrittshonorare und Ticketabrechnungen werden nicht veröffentlicht. Was sich ableiten lässt, ist keine Zahl, sondern eine Struktur, und die erklärt seine Größenordnung besser als die Schätzung eines einzelnen Abends.

Warum Live-Comedy so viel abwirft

Die Kostenseite entscheidet, nicht der Ticketpreis

Eine Musiktournee in Stadiongröße muss Bühnenbau, Lichtdesign, Tontechnik, Band, Tänzer, Crew und den Transport von Dutzenden Sattelzügen bezahlen. Diese Kosten fallen an, bevor die erste Karte verkauft ist.

Ein Comedian braucht eine Person, ein Mikrofon und eine leere Bühne. Die Produktionskosten je Abend sind ein Bruchteil, der Ticketpreis liegt aber in derselben Größenordnung wie bei einem Konzert. Bei gleicher Hallengröße bleibt einem Alleinunterhalter deshalb ein deutlich größerer Teil des Ticketerlöses als einer Band. Genau darin liegt der Grund, warum Komiker in Deutschland regelmäßig vermögender sind als Musiker mit vergleichbarer Bekanntheit.

Wie sich ein Ticketerlös verteilt

Vom Preis auf der Karte kommt beim Künstler nie der ganze Betrag an. Vorverkaufsstellen und Ticketportale behalten eine Gebühr, die Halle bekommt Miete oder eine Umsatzbeteiligung, Technik und Personal werden bezahlt, die Verwertungsgesellschaft erhält ihren Anteil, und die Booking-Agentur nimmt einen Prozentsatz vom Künstleranteil.

Was übrig bleibt, hängt davon ab, wer das Risiko trägt. Beim Gastspiel zahlt ein Veranstalter ein festes Honorar und nimmt dem Künstler das Risiko ab, behält dafür aber den Überschuss. Wer eigene Veranstaltungen durchführt, trägt Miete, Technik und Werbung selbst und behält den Rest. Bei durchgängig ausverkauften Häusern ist der zweite Weg deutlich einträglicher, und er ist der Weg, den bekannte Comedians in Deutschland gehen.

Warum die Hallengröße überproportional wirkt

Der entscheidende Hebel ist, dass die Kosten mit der Zuschauerzahl kaum mitwachsen. Dieselbe Vorstellung und derselbe Abend Arbeit treffen in einer Arena auf ein Vielfaches der Plätze eines Theatersaals. Miete und Technik steigen, aber nicht im selben Verhältnis wie die Einnahmen.

Deshalb ist der Sprung in die großen Häuser bei Comedians der Punkt, an dem aus einem guten Einkommen Vermögen wird. Wer wie Ilka Bessin von Kleinkunstbühnen in Arenen wechselt, verdient nicht ein bisschen mehr, sondern ein Vielfaches, und wer wie Felix Lobrecht früh große Häuser bespielt, baut in wenigen Jahren auf, wofür andere Jahrzehnte brauchen.

Der Weg auf die großen Bühnen

Von der Ausbildung zur ersten Tour

Mario Barth Vermögen Barth wurde 1972 in Berlin geboren und machte zunächst eine Ausbildung im Bereich Telekommunikationstechnik, danach eine Schauspielausbildung. Über Kurzauftritte in Comedy-Formaten kam er auf die Bühne, ein Weg, den in derselben Zeit auch Bastian Pastewka und Kaya Yanar gingen.

2001 ging er erstmals mit einem eigenen Programm auf Tour. Die Live-Aufzeichnung erreichte Platz drei der deutschen Album-Charts und wurde vielfach mit Platin ausgezeichnet. Für einen Bühnenkünstler ist eine solche Veröffentlichung doppelt wertvoll: Sie bringt eigene Erlöse und verkauft die nächste Tournee.

Die Rekorde im Olympiastadion

2008 trat Barth vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auf und stellte damit einen Weltrekord für die größte Comedy-Veranstaltung auf. Der vorherige Rekord lag bei rund 15.900 Besuchern, also bei weniger als einem Viertel. 2014 folgte der nächste: 116.498 Zuschauer im selben Stadion binnen 24 Stunden.

Wirtschaftlich sind solche Abende zweierlei. Sie sind erstens die Zuspitzung der Rechnung von oben, weil ein einzelner Auftritt so viele Karten umsetzt wie eine ganze Hallentournee. Sie sind zweitens Werbung, die nichts kostet, jahrzehntelang zitiert wird und bei jeder folgenden Tournee auf die Auslastung wirkt.

Die Firmen hinter dem Comedian

Von der Auftragsproduktion zur eigenen Produktionsfirma

Wer im Fernsehen auftritt, kann das als Auftragnehmer tun oder als Produzent. Der Unterschied ist derselbe wie bei Moderatoren: Ein Honorar bezahlt die Leistung vor der Kamera und ist damit abgeschlossen, ein Produktionsauftrag ist ein Vertrag über die Herstellung der Sendung, bei dem der Sender einen Festpreis zahlt und die Firma das Kostenrisiko trägt und den Überschuss behält.

Barth hat diesen Schritt zweimal gemacht. Seine Sendungen liefen zunächst über die Firma Hauptstadt-Helden, 2016 gründete er zusammen mit Nadine Rapputan, die als Executive Producerin bei RTL für seine Formate verantwortlich war, die Punchline Production GmbH. Sie stellt den Großteil seiner Fernsehsendungen her. Denselben Weg sind die erfolgreichsten deutschen Fernsehleute gegangen, von Stefan Raab über Markus Lanz bis zu Oliver Pocher, und der Grund ist immer derselbe: Ein Firmenanteil ist ein Vermögensgegenstand, ein Honorar ist es nicht.

Merchandising und Programmrechte

Die zweite Firma ist wirtschaftlich mindestens so wichtig. Über die Hauptstadt Helden Merchandising mit Sitz in Düsseldorf laufen die Verwertung der Programmrechte und das Merchandising, also alles von der Tasse bis zum T-Shirt.

Damit ist der Kreis geschlossen, der bei den meisten Bühnenkünstlern offen bleibt. Ein Programm wird geschrieben, live gespielt, als Aufzeichnung verwertet, im Fernsehen gezeigt und über Produkte weiterverkauft, und an jeder dieser Stufen sitzt eine Firma, die ihm gehört. Genau daran unterscheiden sich Komiker mit vergleichbarer Bekanntheit deutlich, etwa Otto Waalkes, der seine Bildwelt über Jahrzehnte verwertet hat, und Luke Mockridge, der früh auf eigene Formate gesetzt hat.

Das Fernsehen als Verstärker

Seit 2013 läuft bei RTL das Format, in dem Barth öffentliche Ausgaben und Behördenvorgänge auseinandernimmt. RTL hat dafür wiederholt neue Folgen in Auftrag gegeben, dazu kommen Showabende, in denen er andere Comedians präsentiert. 2015 erhielt er für das Format den Bayerischen Fernsehpreis.

Das Fernsehen bringt ihm ein Honorar und über die eigene Produktionsfirma einen zweiten Ertrag, wirtschaftlich wichtiger ist aber die Häufigkeit. Wer regelmäßig zur besten Sendezeit läuft, muss für die nächste Tournee kaum werben, und gesparte Werbekosten sind bei einer Tournee unmittelbar Gewinn.

Dasselbe gilt für Kinofilme und Synchronrollen, die er über die Jahre übernommen hat. Für einen Schauspieler wie Matthias Schweighöfer sind Filmgagen und Produktionsbeteiligungen der Kern des Einkommens, bei Barth sind sie eine Nebenzeile. Sie erhöhen die Bekanntheit, und die Bekanntheit füllt die Hallen.

Sein Privatleben hält Barth konsequent aus der Öffentlichkeit heraus.

Häufige Fragen zu Mario Barth

Wie hoch ist das Vermögen von Mario Barth?

Wir schätzen es auf rund 25 Millionen Euro. Der größte Teil stammt aus Liveauftritten, dazu kommen die Erträge seiner eigenen Firmen.

Warum verdient man mit Comedy mehr als mit Musik?

Weil die Produktionskosten minimal sind. Ein Comedian braucht keine Band und keinen aufwendigen Bühnenbau, die Ticketpreise liegen aber auf ähnlichem Niveau wie bei Konzerten. Vom Erlös bleibt deshalb ein größerer Anteil.

Wer verdient an einem verkauften Ticket mit?

Vorverkaufsstelle, Halle, Technik und Personal, die Verwertungsgesellschaft und die Booking-Agentur. Wie viel beim Künstler bleibt, hängt davon ab, ob er als Gastspiel gebucht wird oder selbst veranstaltet.

Welche Firmen gehören Mario Barth?

Die 2016 gegründete Punchline Production GmbH produziert den Großteil seiner Fernsehsendungen, über die Hauptstadt Helden Merchandising laufen Programmrechte und Merchandising. Zuvor produzierte er über die Firma Hauptstadt-Helden.

Welche Weltrekorde hält Mario Barth?

2008 trat er vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auf, 2014 sahen ihn dort 116.498 Menschen binnen 24 Stunden.

Wie viele Zuschauer hatte er insgesamt?

Nach eigenen Angaben rund 9,6 Millionen bei Liveauftritten über die gesamte Laufbahn.

Bildquelle:
Martin Black