Gronkh ist das Pseudonym von Erik Range, dem bekanntesten deutschen Vertreter des Let’s-Play-Genres. Der 1977 in Braunschweig geborene Webvideoproduzent veröffentlichte ab 2010 kommentierte Spielevideos im Tagesrhythmus und führte von Juli 2014 bis Mai 2016 die Liste der meistabonnierten deutschen YouTube-Kanäle an. Sein Geld verdient er längst nicht mehr vorrangig mit fertig geschnittenen Videos, sondern mit Livestreams, Werbepartnern, Merchandise und Sprechrollen. Wir schätzen das Vermögen von Gronkh auf rund 8 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Gronkh?
Erik Range verdient seit anderthalb Jahrzehnten Geld mit Videos und Livestreams, und das durchgehend auf hohem Niveau. Umsatzzahlen seiner Gesellschaften sind nicht öffentlich, und ein großer Verkauf, der eine belastbare Bewertung liefern würde, fehlt. Die Schätzung stützt sich deshalb auf die bekannten Einnahmequellen und darauf, wie lange sie schon laufen.
Woraus sich die Schätzung zusammensetzt
Gegen eine deutlich höhere Zahl spricht, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen wieder abfließt. Range beschäftigt seit 2018 eigene Leute, betreibt ein Studio in Köln und finanziert mit gronkh.tv eine werbefreie Plattform, die keinen Cent einspielt. Deutsche Spitzensteuersätze und Sozialabgaben kommen hinzu. Wer allein die Reichweite hochrechnet, landet regelmäßig zu hoch.
Reichweite über anderthalb Jahrzehnte statt eines großen Deals
Der entscheidende Unterschied zu jüngeren Kollegen ist die Laufzeit. Range verdient sein Geld seit 2010 ununterbrochen mit demselben Publikum, während viele Kanäle nach drei oder vier starken Jahren wieder einbrechen. Auf seinem Hauptkanal stehen über fünf Millionen Abonnenten, auf Twitch rund 1,8 Millionen Follower, und seine Livestreams erreichen regelmäßig fünfstellige Zuschauerzahlen.
Ein zweiter Punkt ist die Struktur dahinter. Range hat seine Geschäfte früh in eigene Gesellschaften überführt und 2021 zusätzlich eine Holding gegründet, in der Beteiligungen und Vermögenswerte gebündelt werden. Solche Konstruktionen sagen nichts über die Höhe aus, sie zeigen aber, dass hier nicht nebenbei Videos hochgeladen werden.
Womit Gronkh sein Geld verdient
Die Einnahmen haben sich über die Jahre verschoben. Was als YouTube-Geschäft begann, ist heute in erster Linie ein Livestreaming-Geschäft mit einem großen Videoarchiv als Nachlauf.
YouTube als Fundament
Bekannt wurde Range durch sein Let’s Play zu Minecraft, von dem zwischen 2010 und 2014 insgesamt 1.278 Folgen mit einer Gesamtlänge von über 21.000 Minuten erschienen. Diese Serie machte ihn zum Gesicht eines ganzen Genres und trug den Kanal 2014 an die Spitze der deutschen YouTube-Rangliste. Retro-Titel und Rollenspiele lagerte er 2015 auf eigene Nebenkanäle aus.
Das Modell dahinter ist einfach: YouTube zahlt einen Anteil an den Werbeerlösen aus, gerechnet auf tausend Abrufe. Bei einem Katalog dieser Größe entsteht daraus ein Sockelbetrag, der Monat für Monat anfällt, ohne dass neue Arbeit dafür nötig wäre. Wie viel dabei zusammenkommt, hängt stark von Werbemarkt und Zielgruppe ab und schwankt entsprechend. Wie das Geschäft insgesamt funktioniert, zeigt der Überblick zu den reichsten YouTubern, an deren Spitze mit MrBeast längst ein Produzent mit Studiobetrieb steht.
Twitch als heutige Hauptbühne
Seit Ende 2014 überträgt Range Livestreams auf Twitch, zunächst montags und freitags, seit März 2018 mit dem Freitag als festem Termin und dem Sonntag als zweitem Streamtag. Anders als bei geschnittenen Videos entsteht das Geld hier aus mehreren Quellen gleichzeitig: aus bezahlten Kanalabos, aus der virtuellen Währung Bits, aus Werbeeinblendungen und aus Spenden. Sein Zuschauerrekord auf der Plattform stammt aus dem Dezember 2021 mit über 118.000 gleichzeitigen Zuschauern.
Für einen deutschsprachigen Kanal dieser Größe ist Twitch die verlässlichere Einnahmequelle als YouTube, weil Abos monatlich wiederkehren und nicht vom Werbemarkt abhängen. Dass Range nach wie vor mehrere Streams im Monat mit fünfstelligen Zuschauerzahlen fährt, ist deshalb der wichtigste einzelne Posten in der Schätzung. Vergleichbare Größenordnungen erreichen in Deutschland nur wenige, etwa MontanaBlack, Papaplatte oder Elias Nerlich.
Die eigene Plattform gronkh.tv
2021 startete Range mit gronkh.tv eine eigene Streaming-Seite, auf der seine Übertragungen dauerhaft archiviert und kostenlos abrufbar sind. Werbung läuft dort nicht, Einnahmen erzeugt die Seite also nicht direkt. Sie sichert ihm aber die Kontrolle über sein Archiv, unabhängig davon, wie sich Twitch oder YouTube entwickeln.
Einen regulatorischen Vorlauf hatte das Ganze: 2017 forderte die zuständige Landesmedienanstalt ihn auf, eine Rundfunklizenz zu beantragen. Anfang 2018 wurde bekannt, dass er sie beantragt und erhalten hatte, womit er der erste prominente deutsche Livestreamer mit eigener Sendelizenz war. Range selbst hielt sein Angebot nicht für lizenzpflichtig, scheute nach eigener Aussage aber die Kosten eines Verfahrens.
Firmen, Stimme und weitere Standbeine
Neben dem Kerngeschäft mit Reichweite hat Range über die Jahre mehrere Einnahmequellen aufgebaut. Nicht alle haben funktioniert.
Vom Spieleportal zum eigenen Unternehmen
Ab 2007 baute Range gemeinsam mit Valentin Rahmel, im Netz als Sarazar bekannt, das Unternehmen hinter dem Spieleportal Playnation auf, das Nachrichten, Tests und Trailer zu Computerspielen veröffentlicht. Zum 1. Januar 2018 zog er sich aus dessen Geschäftsführung zurück und nahm die Marke Gronkh mit. Im Juni desselben Jahres gründete er in Köln die Gods of Gaming GmbH, über die seither Videoproduktion, Künstlermanagement und der Verkauf von Merchandise laufen.
Ein Ausflug in die Spieleentwicklung endete weniger gut. Das 2014 mit zwei Partnern gegründete Studio brachte 2015 den Dungeon-Titel Looterkings auf Steam, das Spiel blieb im Early-Access-Stadium stecken, und das Studio dahinter existiert seit 2021 nicht mehr. Vermarktet wird Range seit 2021 von der Künstleragentur 1UP Management, davor lief das über das Multi-Channel-Netzwerk Studio 71.
Sprechrollen in Spielen und Kinofilmen
Seine markante Stimme ist ein eigenes kleines Geschäft. Seit 2012 spricht Range Rollen in Computerspielen ein, darunter mehrere Adventures von Daedalic Entertainment, ein Troll in The Witcher 3: Wild Hunt, Nigel Cass in Watch Dogs: Legion und eine Rolle in Cyberpunk 2077. Dazu kommen Synchronparts in Kinofilmen wie The LEGO Batman Movie, Spider-Man: A New Universe und Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben aus dem Jahr 2023.
Für die deutsche Fassung von Ein Minecraft Film, der am 3. April 2025 in die Kinos kam, stand er ebenfalls im Studio. Die im November 2024 angekündigte Erzählerrolle ging am Ende allerdings an einen anderen Sprecher, geblieben ist ein kurzer Part. Was in dieser Branche üblicherweise gezahlt wird, zeigt der Überblick zum Gehalt eines Synchronsprechers: Gegen die Einnahmen aus Reichweite fällt das nicht ins Gewicht.
Bücher, Merchandise und Werbepartner
Aus dem Pen-and-Paper-Format H.O.R.D.E., das Range seit 2021 mit seiner Lebensgefährtin Tatjana Werth, dem Webvideoproduzenten PhunkRoyal und der Autorin Liza Grimm live spielt, entstand 2023 der illustrierte Band HORDE – Das Erste Zeitalter, dem weitere Ausgaben folgten. Buchbeteiligungen bringen im Verhältnis wenig, sie verlängern aber die Marke in einen zweiten Markt.
Deutlich mehr trägt das Merchandise bei, das über einen eigenen Shop läuft und von Kleidung bis Zubehör reicht. Dazu kommen langfristige Partnerschaften mit Marken aus dem Hardware- und Getränkebereich, die im Stream über eingeblendete Codes und Links abgerechnet werden. Auch Kaya Yanar und Trymacs setzen auf dieselbe Mischung aus Reichweite und eigenen Produkten.
Friendly Fire und das Geld, das nicht bei ihm bleibt
Seit 2015 richtet Range gemeinsam mit dem PietSmiet-Team und weiteren Webvideoproduzenten jedes Jahr im Dezember den Charity-Livestream Friendly Fire aus, der traditionell auf seinem Twitch-Kanal beginnt. Die erste Ausgabe brachte rund 123.000 Euro, die elfte Ausgabe im Dezember 2025 kam einschließlich Merchandise und Sponsorengeldern auf 2.036.180 Euro, davon mehr als 1,3 Millionen Euro aus Direktspenden der Zuschauer.
Über alle Ausgaben hinweg hat das Team damit rund 14 Millionen Euro eingeworben. Für die Vermögensfrage ist das ausdrücklich kein Posten: Die Summen gehen an gemeinnützige Organisationen und an einen Notfallfonds, nicht an die Beteiligten. Sie erklären allerdings, warum Range in der deutschen Games-Branche eine Sonderstellung hat, ähnlich wie sie Jan Böhmermann im Fernsehen zugeschrieben wird, in dessen Sendung er 2018 und 2019 zu Gast war.
Youtube Channel von GronkhHäufige Fragen zu Gronkh
Wie hoch ist das Vermögen von Gronkh?
Wir schätzen das Vermögen von Gronkh auf rund 8 Millionen Euro. Die Zahl setzt sich aus den laufenden Einnahmen aus Livestreams und YouTube, aus Werbepartnerschaften, Merchandise und den Beteiligungen an seinen Gesellschaften zusammen. Belegte Angaben zu seinem Vermögen gibt es nicht, es handelt sich um eine Schätzung.
Womit verdient Gronkh sein Geld?
Der größte Teil stammt aus dem Livestreaming auf Twitch, also aus Kanalabos, Bits, Werbung und Spenden. Dazu kommen Werbeerlöse aus dem YouTube-Archiv, Kooperationen mit Marken, der Verkauf eigener Merchandise-Produkte sowie Honorare für Sprechrollen in Spielen und Filmen.
Wie heißt Gronkh mit bürgerlichem Namen?
Hinter dem Pseudonym steckt Erik Range, geboren am 10. April 1977 in Braunschweig. Den Namen Gronkh leitete er nach eigener, scherzhaft gemeinter Darstellung von Gregor Onkh ab. Ausgebildet ist er als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.
Streamt Gronkh noch?
Ja. Range überträgt weiterhin regelmäßig live auf Twitch, wo ihm rund 1,8 Millionen Menschen folgen und seine Streams fünfstellige Zuschauerzahlen erreichen. Die Behauptung, er habe sich aus dem Streaming zurückgezogen, hält sich hartnäckig, trifft aber nicht zu.
Was ist gronkh.tv?
Gronkh.tv ist die 2021 gestartete eigene Plattform von Erik Range, auf der seine Livestreams dauerhaft archiviert und kostenlos abrufbar sind. Werbung wird dort nicht ausgespielt, die Seite dient der Archivierung und macht ihn unabhängiger von den großen Plattformen.
Wie viel Geld sammelt Friendly Fire?
Der Charity-Livestream, den Range seit 2015 mit ausrichtet, hat über alle Ausgaben hinweg rund 14 Millionen Euro eingebracht. Die Ausgabe im Dezember 2025 erzielte 2.036.180 Euro. Das Geld geht vollständig an gemeinnützige Organisationen und an einen Notfallfonds.
Bildquelle:
marie schmidt photography – OTRS-Ticket [CC-BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons