Albert von Thurn und Taxis steht seit 1990 an der Spitze eines der ältesten Adelshäuser Europas, und er führt es als das, was es heute ist: ein Familienunternehmen aus Wald, Immobilien und Kapitalanlagen. Mit dem Postwesen, das seine Vorfahren groß gemacht hat, verdient die Familie seit dem 19. Jahrhundert nichts mehr. Wir schätzen das Vermögen von Albert von Thurn und Taxis auf rund 1,4 Milliarden Euro. Den größten Teil machen Grundbesitz und Immobilien aus, dazu kommen Beteiligungen, Kunst und der Stammsitz Schloss St. Emmeram in Regensburg. Verwaltet wird ein Gutteil des Familienvermögens bis heute von seiner Mutter Gloria von Thurn und Taxis.
Wie viel verdient Albert von Thurn und Taxis pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Albert von Thurn und Taxis zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Albert von Thurn und Taxis auf rund 3,11 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 11.180 Euro und einem Verdienst von rund 268.309 Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 3,11 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 186 Euro |
| Stundenlohn | 11.180 Euro |
| Verdienst pro Tag | 268.309 Euro |
| Einkommen pro Monat | 8,17 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 98 Millionen Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Albert von Thurn und Taxis?
Diese Zahl beschreibt seinen persönlichen Anteil, nicht das Gesamtvermögen des Hauses. Nach eigenen Angaben verwaltet er etwa die Hälfte des Familienvermögens, der Rest verteilt sich auf seine Mutter und die beiden älteren Schwestern Maria Theresia und Elisabeth. Wer Zahlen zum „Vermögen der Thurn und Taxis“ liest, findet deshalb regelmäßig Werte, die deutlich über dem liegen, was einer einzelnen Person zuzurechnen ist.
Das Erbe und die Sanierung des Familienunternehmens
Als Johannes von Thurn und Taxis am 14. Dezember 1990 starb, war sein Sohn sieben Jahre alt und erbte gemeinsam mit Mutter und Schwestern ein weit verzweigtes, aber hoch verschuldetes Imperium. Zum Bestand gehörten Privatbanken, Industriebeteiligungen, eine Brauerei und ein großer Immobilienbesitz, dazu Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe. Allein die Erbschaftsteuer lag bei rund 45 Millionen D-Mark.
Um sie aufzubringen, ließ Gloria von Thurn und Taxis 1992 einen Teil des Erbes beim Auktionshaus Sotheby’s versteigern. Parallel trennte sie sich von unrentablen Beteiligungen und ordnete den Konzern mit Fachleuten wie Swatch-Gründer Nicolas Hayek neu. 2004 verkaufte sie mehr als 5.000 Hektar Wald an die Blauwald-Gesellschaft des Unternehmers Adolf Merckle, um das Vermögen breiter aufzustellen. Bis dahin hatte das Haus rund 28.000 Hektar Wald besessen.
Wem im Haus Thurn und Taxis was gehört
Die Eigentums- und die Verwaltungsfrage fallen bei den Thurn und Taxis auseinander, und das ist der Grund für die meisten Missverständnisse. Albert ist seit dem Tod seines Vaters Chef des Hauses und trägt traditionell die Bezeichnung Fürst, war aber bis 2001 minderjährig und stand unter der Vormundschaft seiner Mutter. Johannes von Thurn und Taxis hatte ihr kurz vor seinem Tod eine Generalvollmacht erteilt und sie testamentarisch als Verwalterin des Gesamtvermögens eingesetzt.
An dieser Aufteilung hat sich auch nach Alberts Volljährigkeit wenig geändert. Gloria führt die Geschäfte weiter und repräsentiert das Haus nach außen, Albert konzentriert sich auf seinen Anteil und auf Aufgaben abseits der Öffentlichkeit. Wie sich die einzelnen Anteile am Familienvermögen genau verteilen, ist nicht veröffentlicht.
Woher das Vermögen des Fürstenhauses kommt
Das Haus Taxis gilt seit 1490 als Erfinder des modernen Postwesens und hielt über Jahrhunderte das Reichspostmonopol. Damit war 1867 Schluss: Nach dem Vertrag vom 28. Januar 1867 trat die Familie ihr Postunternehmen für drei Millionen Taler an Preußen ab, wirksam zum 1. Juli desselben Jahres. Das Geld floss in Grundbesitz, Forstwirtschaft und Immobilien, und genau daraus besteht das Vermögen bis heute.
Wald und Grundbesitz als Fundament
Die Familie ist der größte private Waldbesitzer Deutschlands. Der eigene Wald verteilt sich auf drei Bundesländer: rund 10.000 Hektar bewirtschaftet der Forstbetrieb Thiergarten östlich von Regensburg, rund 8.000 Hektar liegen in Baden-Württemberg zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb, rund 1.000 Hektar in Sachsen. Dazu kommen etwa 1.500 Hektar betreuter Fremdwald. Der Betrieb beschäftigt über 30 Menschen, sitzt in Schloss St. Emmeram und ist PEFC-zertifiziert.
Wald ist ein langsamer, aber verlässlicher Vermögensbaustein: Er wirft jährliche Holzerlöse und Jagdpachten ab, verliert kaum an Substanz und wird in Vermögensschätzungen oft zu niedrig angesetzt, weil Marktpreise für Flächen dieser Größe kaum existieren. Neben dem Wald gehören der Familie land- und forstwirtschaftliche Flächen, Gebäude und mehrere Schlösser.
Immobilien und Beteiligungen
Dazu kommt ein Kapitalanlageteil, der nach der Sanierung der 1990er Jahre bewusst breit aufgestellt wurde. Die Familie hält Beteiligungen und Wertpapiere, Angaben zu einzelnen Positionen oder zur Höhe sind nicht öffentlich. Anders als bei börsennotierten Vermögen wie dem von Susanne Klatten oder Stefan Quandt lässt sich hier nichts über einen Aktienkurs nachrechnen.
Schloss St. Emmeram als eigenes Geschäft
Der Stammsitz in Regensburg ist mit weit über 500 Zimmern das größte privat bewohnte Schloss Europas und damit größer als der Buckingham Palace. Er ist aber nicht nur Wohnsitz, sondern ein Betrieb: Führungen durch Prunkräume und Kreuzgang finden täglich statt, die Fürstliche Schatzkammer ist seit 1998 eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums, dazu kommen der Marstall und die Fürstliche Hofbibliothek.
Den größeren Teil der Erlöse bringen die Veranstaltungen. Die Thurn und Taxis Schlossfestspiele im Juli ziehen jedes Jahr über 30.000 Besucher an, im Advent kommt der Romantische Weihnachtsmarkt dazu. Ballsaal, barockes Refektorium und klassizistische Reithalle werden für Tagungen, Firmenevents und private Feiern vermietet. Diese Öffnung geht auf Gloria von Thurn und Taxis zurück, die das Schloss nach der Sanierungsphase gezielt zur Einnahmequelle gemacht hat.
Die Brauerei gehört längst nicht mehr zur Familie
Ein verbreiteter Irrtum betrifft das Bier. Die Fürstliche Brauerei Thurn und Taxis wurde 1996 an die Paulaner-Gruppe verkauft, der Regensburger Braubetrieb 1997 geschlossen. Die Marke gehört seitdem der Brauereigruppe und nicht mehr dem Fürstenhaus, auch wenn 2005 in Regensburg wieder ein Brauhaus unter diesem Namen eröffnete. Für das Vermögen der Familie spielt das Bier deshalb keine Rolle mehr, der Verkaufserlös von 1996 dagegen schon.
Gloria von Thurn und Taxis und ihr Vermögen
Keine Frage rund um das Haus Thurn und Taxis wird häufiger gestellt als die nach dem Vermögen der Fürstin. Das hat einen sachlichen Grund: Gloria von Thurn und Taxis ist seit 1990 die Person, die das Familienvermögen tatsächlich steuert, und sie ist zugleich die einzige aus der Familie, die dauerhaft öffentlich auftritt.
Von der Party-Fürstin zur Unternehmerin
Gloria, geborene Gräfin von Schönburg-Glauchau, lernte Johannes von Thurn und Taxis 1979 in München kennen und heiratete ihn am 31. Mai 1980 in Regensburg. In den 1980er Jahren war sie als „Punker-Fürstin“ und „Prinzessin TNT“ Dauergast der Boulevardpresse. Mit dem Tod ihres Mannes endete diese Phase abrupt: Sie übernahm mit Anfang dreißig ein überschuldetes Firmengeflecht und drei Kinder.
Die Sanierung gilt bis heute als ihr eigentliches unternehmerisches Verdienst. Verkäufe von Beteiligungen, die Sotheby’s-Auktion von 1992, der Waldverkauf an Blauwald 2004 und die Öffnung des Schlosses für Besucher und Veranstaltungen brachten das Haus wieder in die Gewinnzone. Unter den reichsten Frauen Deutschlands wird sie seither regelmäßig geführt.
Wie hoch ist das Vermögen von Gloria von Thurn und Taxis?
Die Frage lässt sich nicht sauber von der nach Alberts Vermögen trennen, und daran scheitern die meisten kursierenden Zahlen. Gloria erbte 1990 einen eigenen Anteil am Privatvermögen ihres Mannes, verwaltet daneben aber auch die Anteile ihres Sohnes und ihrer Töchter. In der Berichterstattung wird ihr deshalb oft das gesamte Familienvermögen zugerechnet, was die genannten Werte deutlich nach oben treibt.
Belastbar ist die Struktur, nicht die Aufteilung: Das Vermögen des Hauses besteht aus Wald und Grundbesitz, dem Regensburger Immobilienbestand, dem Schloss samt Sammlungen und Archiv sowie Kapitalanlagen. Wie viel davon formal auf Gloria läuft und wie viel auf Albert, ist nicht veröffentlicht. Ihr Sohn spricht selbst von etwa der Hälfte des Familienvermögens, das er verwaltet, was die andere Hälfte auf Mutter und Schwestern verteilt.
Was Gloria von Thurn und Taxis heute macht
Sie ist Schirmherrin der Schlossfestspiele, Gastgeberin des Weihnachtsmarkts und das Gesicht des Hauses nach außen. Dazu kommen Bücher und Vorträge: Im September 2025 erschien im Langen Müller Verlag ihr Band „Lieber unerhört als ungehört“, den sie auch bei Lesungen im Schloss vorstellte. Ihre Töchter Maria Theresia und Elisabeth haben eigene Wege eingeschlagen, Elisabeth arbeitet als Journalistin.
Albert von Thurn und Taxis als Rennfahrer und Familienoberhaupt
Wer den Fürsten öffentlich sieht, sieht ihn meist im Rennoverall oder gar nicht. Albert von Thurn und Taxis meidet Auftritte so konsequent, dass ihn deutsche Medien schon „Fürst Unsichtbar“ genannt haben. Sein Rennsport ist die eine Ausnahme, akademische Anlässe sind die andere.
Die Karriere im GT- und Rallyesport
Seine Rennkarriere begann beim Team Reiter Engineering. 2006 gewann er im Lamborghini Gallardo den Lamborghini Manufacturers‘ Cup der FIA-GT3-Europameisterschaft, 2007 und 2008 wurde er Vizemeister im ADAC GT Masters, 2010 holte er dort gemeinsam mit Peter Kox den Meistertitel. 2009 stieg das Team in die Le Mans Series auf, wo das Projekt allerdings früh endete. Später wechselte er zum Rallyesport und startete 2018, 2019 und 2021 auf Škoda Fabia in der Rallye-Weltmeisterschaft.
Für das Vermögen ist der Rennsport ein Kostenblock und keine Einnahmequelle. Im GT- und Rallyesport gibt es keine Preisgelder in einer Größenordnung, die ins Gewicht fällt, die Budgets tragen Fahrer, Teams und Sponsoren. Das unterscheidet ihn grundlegend von Berufsrennfahrern wie Sebastian Vettel oder Nico Rosberg, deren Vermögen praktisch vollständig aus Gehältern und Werbeverträgen stammt.
Studium, Promotion und die Rolle als Chef des Hauses
Albert besuchte bis 2003 die Deutsche Schule Rom, leistete anschließend seinen Wehrdienst bei der Deutsch-Französischen Brigade und studierte von 2004 bis 2008 Volkswirtschaft und Theologie an der University of Edinburgh, abgeschlossen als Master of Arts. Danach zog er nach Zürich und ließ sich zum Chartered Financial Analyst ausbilden, also zum Kapitalanlage-Fachmann. Am 7. November 2022 wurde er an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum Dr. phil. promoviert.
Seit dem 20. Dezember 2024 gehört er dem Vorstand der Stiftung zur Förderung des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft an. Öffentlich ist er weder verheiratet noch liiert, eine Partnerin hat er nie offiziell vorgestellt. Für ein Adelshaus mit männlicher Erbfolge ist das mehr als eine Privatangelegenheit, weil die Nachfolge an der Spitze des Hauses damit offen ist. Vergleichbare Fragen begleiten auch andere europäische Häuser, etwa rund um König Charles III. und Prinz William, deren Finanzen wir hier aufgeschlüsselt haben.
Häufige Fragen zu Albert von Thurn und Taxis
Wie hoch ist das Vermögen von Albert von Thurn und Taxis?
Wir schätzen es auf rund 1,4 Milliarden Euro. Den größten Teil machen Wald und Grundbesitz aus, dazu kommen der Regensburger Immobilienbestand, Kapitalanlagen sowie Schloss St. Emmeram mit seinen Sammlungen.
Woher stammt das Vermögen der Familie Thurn und Taxis?
Ursprünglich aus dem Postwesen, das die Familie ab 1490 aufbaute und bis 1867 betrieb. Der Erlös aus der Abtretung an Preußen wurde in Grundbesitz, Forstwirtschaft und Immobilien angelegt, und daraus besteht das Vermögen bis heute.
Wie hoch ist das Vermögen von Gloria von Thurn und Taxis?
Eine getrennte Zahl gibt es nicht, weil sie neben ihrem eigenen Anteil auch die Anteile ihrer Kinder verwaltet. In der Berichterstattung wird ihr deshalb meist das gesamte Familienvermögen zugerechnet, was die genannten Werte deutlich über den Anteil einer einzelnen Person hebt.
Wem gehört Schloss St. Emmeram in Regensburg?
Das Schloss gehört der Familie von Thurn und Taxis und ist bewohnter Familiensitz, Verwaltungssitz und Museum zugleich. Teile sind als Fürst Thurn und Taxis Museen öffentlich zugänglich, die Schatzkammer wird als Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums geführt.
Gehört die Brauerei Thurn und Taxis noch der Familie?
Nein. Die Fürstliche Brauerei Thurn und Taxis wurde 1996 an die Paulaner-Gruppe verkauft, der Regensburger Braubetrieb 1997 geschlossen. Die Marke gehört seitdem der Brauereigruppe.
Wie viel Wald besitzt die Familie Thurn und Taxis?
Rund 19.000 Hektar eigenen Wald in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen, dazu etwa 1.500 Hektar betreuten Fremdwald. Damit ist die Familie der größte private Waldbesitzer Deutschlands. Vor dem Verkauf an die Blauwald-Gesellschaft 2004 waren es rund 28.000 Hektar.
Womit verdient Albert von Thurn und Taxis heute Geld?
Mit der Bewirtschaftung des Familienvermögens, also Holzerlösen und Jagdpachten aus dem Forstbetrieb, Mieten aus dem Immobilienbestand, Erträgen aus Kapitalanlagen und den Einnahmen rund um Schloss St. Emmeram. Der Rennsport ist ein Hobby und keine Einnahmequelle.
Weitere große deutsche Familienvermögen im Vergleich finden sich bei Dieter Schwarz und der Familie Reimann, eine Gesamtübersicht bietet unsere Liste der reichsten Deutschen.
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