Millionen Euro
Startkapital6.000 Mark Heimkehrergeld West-Berlin (1956)
Erster ClubEden Saloon, eröffnet 1957 am Kurfürstendamm
Verkauf des letzten ClubsBig Eden, 2002
Immobilienbesitz26 Mietshäuser in Berlin (eigene Angabe 2012)
Geburtsdatum06. Februar 1930
Geboren inBerlin, Deutschland
NationalitätDeutschland
Todesdatum11. August 2022 († 92 Jahre)
Verstorben inBerlin, Deutschland
BerufNachtclubbetreiber, Immobilienunternehmer und Schauspieler
Voller NameRolf Sigmund Sostheim, Rolf Shimon Eden
SpitznameRolf Eden
Kinder7

Bekannt wurde Rolf Eden als Berliner Nachtclubbetreiber im weißen Anzug, der sich selbst gern Deutschlands letzten Playboy nannte. Vermögend machten ihn aber nicht die Diskotheken am Kurfürstendamm, sondern die Mietshäuser, die er ab 1977 mit dem Geld aus den Clubs kaufte. Angefangen hatte alles mit 6.000 Mark, die West-Berlin in den 1950er-Jahren an heimkehrende Berliner auszahlte. Sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Eden starb am 11. August 2022 in Berlin.

Wie hoch ist das hinterlassene Vermögen von Rolf Eden?

Nach unserer Schätzung hinterließ Rolf Eden rund 200 Millionen Euro. Fast der gesamte Betrag lag in Berliner Altbauten: 2012 sprach Eden von 26 Mietshäusern mit mehreren hundert Wohnungen, unter anderem in Wilmersdorf, Charlottenburg, Friedrichshain und im Wedding. Dazu kamen sein Wohnhaus im Berliner Südwesten, seine Autos und persönliche Wertgegenstände. Aus den Clubs selbst blieb am Ende nichts im Vermögen, denn den letzten davon hatte er schon 2002 verkauft.

Gerechnet sind die Häuser mit dem Preisniveau, das Berliner Mehrfamilienhäuser im Todesjahr 2022 erreicht hatten. Wie hoch sie mit Krediten belastet waren, ist nicht veröffentlicht. Ein Bestand, den Eden über Jahrzehnte aus laufenden Clubeinnahmen gekauft hatte, trägt aber in der Regel weniger Schulden als ein Portfolio, das ein Entwickler mit Bankkrediten zusammenkauft.

Warum die Häuser mehr wert waren als die Clubs

Ein Nachtclub ist so viel wert wie sein Publikum, und das Publikum zieht weiter. Eden verkaufte seine Läden nach der Wende nach und nach, zu keinem dieser Verkäufe ist ein Kaufpreis veröffentlicht. Die Häuser dagegen stiegen im Wert, als Berlin nach dem Mauerfall Hauptstadt wurde und die Nachfrage nach Altbauwohnungen über Jahrzehnte zulegte. Eden lag damit zweimal richtig: mit dem Nachtleben der Wirtschaftswunderjahre und mit dem Zeitpunkt, an dem er das Geld daraus in Mauern umschichtete.

Vom Heimkehrer zum Clubbesitzer am Kurfürstendamm

Flucht, Krieg und Paris

Rolf Eden Vermögen Rolf Eden kam am 6. Februar 1930 als Rolf Sigmund Sostheim in Berlin-Tempelhof zur Welt, als älterer von zwei Söhnen einer jüdischen Familie. 1933 floh die Familie vor den Nationalsozialisten nach Palästina. Der Vater ging dort 1936 als Unternehmer in Konkurs und fuhr danach Taxi, später führten die Eltern ein Café in Haifa. Eden verließ mit 14 die Schule und verdiente sein erstes Geld als Musiker. Im Krieg von 1948 kämpfte er in der Einheit Palmach.

Anfang der 1950er-Jahre lebte er in Paris und schlug sich als Musiker, Kellner, Chauffeur und Autohändler durch. Dort kamen auch die ersten Statistenrollen beim Film. Ein Visum für die USA, auf das er wartete, bekam er nicht.

6.000 Mark als Startkapital

1956 las Eden in der Zeitung, dass West-Berlin jedem im Ausland lebenden Berliner, der heimkehrte, 6.000 Mark zahlte. Er reiste nach Berlin und arbeitete, bis das Geld kam, als Staubsaugervertreter, Nachtportier und Barkeeper in einer US-Kaserne. Mit den ausgezahlten 6.000 Mark eröffnete er 1957 an der Nestorstraße Ecke Kurfürstendamm seinen ersten Club, den Eden Saloon. Der Laden zog wenig später in die nahe Damaschkestraße und hieß dort bald Old Eden.

Seine Geschäftsregel war schlicht: Wo Frauen sind, kommen auch die Männer, und wo Stars sind, kommen alle anderen. In den ersten Jahren zahlten weibliche Gäste deshalb nichts. Um an Prominente heranzukommen, nahm Eden Rollen in Filmen an, gleich welcher Art, und brachte die Kontakte in seine Clubs.

Von Old Eden bis Big Eden

Auf den ersten Club folgten das New Eden, der Eden Playboy Club nach dem Vorbild der Clubs von Hugh Hefner, das Kabarett Schlüsselloch und 1967 das Big Eden am Kurfürstendamm, danach das Blue Tattoo. Die Kellnerinnen arbeiteten mit freiem Oberkörper, und Eden machte seine Frauengeschichten zum Werbemittel: Je öfter er mit einer neuen Begleitung in der Zeitung stand, desto voller wurden seine Läden. In den Clubs soll er mit den Rolling Stones um Mick Jagger gefeiert haben, und in den 1980er-Jahren gehörte das Big Eden zum festen Programm vieler Klassenfahrten nach West-Berlin.

Nach der Wende zog sich Eden aus dem Nachtleben zurück und verkaufte einen Betrieb nach dem anderen. Das Big Eden gab er 2002 als letzten ab. Die eigene Person als Werbefläche zu nutzen, blieb danach sein Markenzeichen, ein Prinzip, das später auch Figuren wie Harald Glööckler oder Paris Hilton zum Geschäft gemacht haben.

Mietshäuser als eigentliches Geschäft

Clubgeld in Berliner Altbauten

Rolf Eden Nachlass Ab 1977 legte Eden die Überschüsse aus den Clubs und aus der Schauspielerei in Berliner Mietshäusern an. Er kaufte vor allem in Lagen, die damals günstig waren, und mied den Kurfürstendamm, wo ihm die Häuser nach eigenen Worten stets zu teuer waren. Anfang 2006 besaß er nach eigenen Angaben 17 Häuser und verhandelte mit ausländischen Immobilienfonds über einen Verkauf des gesamten Pakets. Er verkaufte es nicht: 2012 nannte Eden 26 Häuser mit mehreren hundert Wohnungen.

Vermieter statt Entwickler

Eden war kein Projektentwickler wie Christoph Gröner, der Häuser baut, saniert und weiterverkauft. Er hielt seine Häuser über Jahrzehnte, lebte von den Mieten und ließ den Wert der Gebäude mit dem Berliner Markt steigen. Genau diese Haltedauer erklärt, warum sein Vermögen am Ende fast vollständig aus Häusern bestand. Die Clubs brachten laufende Einnahmen, solange er sie führte, die Häuser brachten Mieten und zusätzlich den Wertzuwachs.

Filme, Buch und Auftritte

Nebenher stand Eden in rund 30 Filmen vor der Kamera, darunter 1962 „Das Testament des Dr. Mabuse“ und 1976 eine Folge von „Drei Damen vom Grill“. Zu keiner dieser Rollen ist eine Gage veröffentlicht, und für ihn lag ihr Wert ohnehin in der Bekanntheit. 2011 lief der Dokumentarfilm „The Big Eden“ von Peter Dörfler auf der Berlinale, 2012 erschien seine Autobiografie „Immer nur Glück gehabt: Wie ich Deutschlands bekanntester Playboy wurde“. Beides hielt den Namen im Gespräch, auch als er längst keinen Club mehr besaß.

Testament, Erben und Nachlass

Was Eden im Testament festlegte

Eden hatte sieben Kinder von sieben Frauen, das älteste kam 1949 in Israel zur Welt. Über sein Testament sprach er offen. 2011 sagte er dem Berliner Kurier, seine sieben Kinder erbten zu gleichen Teilen, auch die Enkel bekämen etwas, und für seine Lebensgefährtin habe er vorgesorgt. Schon 2002 hatte er von einer Klausel erzählt, nach der seine letzte Partnerin 250.000 Mark erhalten sollte, 2014 bezifferte er dieses Vermächtnis auf 350.000 Euro.

Wie der Nachlass nach seinem Tod tatsächlich verteilt wurde, ist nicht veröffentlicht, ebenso wenig, ob die Erben die Häuser gemeinsam halten oder einzelne verkauft haben. Offen ist auch, ob Eden die Häuser persönlich oder über Gesellschaften hielt. Das ist nicht nebensächlich: Bei Richard Lugner lag der größte Teil des Vermögens in Privatstiftungen und fiel deshalb gar nicht in die Erbmasse.

Warum ein Erbe aus Mietshäusern schwer zu teilen ist

Bei Musikern wie Elvis Presley oder Michael Jackson verwalten die Erben vor allem Rechte, die weiter Einnahmen abwerfen und sich über Anteile aufteilen lassen. Ein Nachlass aus Häusern funktioniert anders. Sieben Erben zu gleichen Teilen bilden zunächst eine Erbengemeinschaft, in der über jedes Haus gemeinsam entschieden wird. Wer seinen Anteil zu Geld machen will, braucht die Zustimmung der anderen oder einen Verkauf. Die Erbschaftsteuer richtet sich nach dem Wert der Häuser am Todestag und fällt für jedes Kind oberhalb des Freibetrags von 400.000 Euro an.

Häufige Fragen zu Rolf Eden

Wie hoch war das Vermögen von Rolf Eden?

Wir schätzen das Vermögen von Rolf Eden zum Zeitpunkt seines Todes auf rund 200 Millionen Euro. Den größten Teil machten die Berliner Mietshäuser aus, die er ab 1977 mit dem Geld aus seinen Clubs kaufte.

Womit verdiente Rolf Eden sein Geld?

Zunächst mit Nachtclubs und Diskotheken in Berlin, vom Eden Saloon 1957 bis zum Big Eden, das er 2002 verkaufte. Das große Vermögen entstand aber aus den Mietshäusern, in die er die Einnahmen ab 1977 investierte und die er bis zu seinem Tod hielt.

Wer erbte das Vermögen von Rolf Eden?

Nach eigener Aussage hatte Eden festgelegt, dass seine sieben Kinder zu gleichen Teilen erben. Die Enkel sollten ebenfalls bedacht werden, dazu kam ein Vermächtnis für seine letzte Partnerin. Wie der Nachlass im Einzelnen verteilt wurde, ist nicht veröffentlicht.

Welche Clubs gehörten Rolf Eden?

Der Eden Saloon, später Old Eden, das New Eden, der Eden Playboy Club, das Kabarett Schlüsselloch, das Big Eden am Kurfürstendamm und das Blue Tattoo. Nach der Wende verkaufte er sie nach und nach.

Womit fing Rolf Eden als Unternehmer an?

Mit 6.000 Mark, die West-Berlin in den 1950er-Jahren an heimkehrende Berliner zahlte. Mit diesem Geld eröffnete er 1957 den Eden Saloon an der Nestorstraße Ecke Kurfürstendamm.

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Titelbild: Philipp von Ostau [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Siebbi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons