Wie viel verdient Präsident Erdogan?

Mit einem Monatsgehalt von umgerechnet 9.000 Euro beträgt das Jahreseinkommen des am 26. Februar 1954 in Istanbul geborenen türkischen Präsidenten nicht einmal halb so viel wie das von Angela Merkel. Und dennoch wird sein Gesamtvermögen auf „nur“ 2,5 Millionen Euro geschätzt, was vor allem bei seinen Kritikern freilich Fragen aufwirft. So soll er laut Wirtschaftswoche bereits im Jahre 2006 etwa 850.000 Euro auf seinem Konto gehabt haben. Verwunderung kommt auch deshalb auf, weil zu jenem Finanzpolster noch Sachwerte zu rechnen sind. Er soll außerdem mehrere Schweizer Bankkonten besitzen, auf welchen weitere Millionen Euro vermutet werden.

So reich ist Erdogan

Recep Tayyip Erdogan VermögenDas genaue Vermögen respektive der genaue Besitz Erdogans ist nicht bekannt und kann nur geschätzt werden. Doch selbst hierbei sind so viele Faktoren zu berücksichtigen, die teilweise der Öffentlichkeit noch immer nicht zugänglich sind, dass es unseriös wäre, das tatsächliche Vermögen zu beziffern. Das könnte nämlich tatsächlich, wie Experten schätzten bei über 150 Millionen Euro liegen.

Laut Wirtschaftswoche gehörten 2006 zwei Grundstücke zu seinem Vermögen, welche gemeinsam mit den 850.000 Euro, die sich zu jener Zeit auf seinem Konto befanden, ein Gesamtvermögen von über eine Million bildete. Summa summarum sei er mehrfacher Millionär. Dies ist mit einem Jahresverdienst von etwa 108.000 Euro selbstverständlich nicht möglich. Allerdings bietet sich vielen Staatsoberhäuptern die Möglichkeit, sich bei der Privatisierung von ehemals staatlichen Unternehmen zu bereichern, indem sie sich in den Aufsichtsrat wählen lassen oder enge Kontakte zur Wirtschaft bzw. zu Unternehmenseignern knüpfen. Auch solche Praktiken werden Erdogan von seinen politischen Gegnern vorgeworfen.

Wichtig ist zu verstehen, dass der türkische Präsident seinen Reichtum sehr geschickt verschleiert und teilweise über seine Söhne hortet. So ist es für ihr gar nicht notwendig hunderte von Millionen auf seinen Konten zu horten. Das tatsächliche Vermögen von Erdogan liegt daher in der eigenen Familie, indem er durch seine politische Vormachtstellung seine Söhne in wirtschaftliche Top-Positionen gebracht hat.

  • Der älteste Sohn Ahmet Burak Erdogan: Ahmet steig vor viele Jahren in das Seefracht Geschätt ein und hält mittlerweile 99 Prozent an der MB-Reederei. Das Vermögen von Ahmet wurde auf ungefähr 80 Millionen US-Dollar beziffert. Wie er an das Geld zum Einstieg in die Reederei gekommen ist, bleibt immer noch fraglich
  • Der jüngste Sohn Necmettin Bilal Erdogan: Necemettin soll immer wieder in kriminelle Machenschaften verwickelt sein. Er soll für den Verein TÜRGEV einen Grund in Istanbul für 1,2 Millionen US-Dollar zu einer 30 jährigen Pacht erhalten haben. Wert des Grundstücks: 230 Millionen US-Dollar. Der jüngere Sohn war es auch, der 2013 in den Telefon-Abhörskandal verwickelt war, in dem Präsident Erdogan seinen Sohn anrief und ihm mitteilte, dass er sein Geld wegbringen solle. Damals war auch die Rede von 30 Millionen Euro, welche noch nicht aufgelöst werden konnten. Bilal Erdogan soll auch Gelder an den IS überwiesen haben und so Millionen für billiges Öl überwiesen und im Umkehrschluss verdient haben.
  • Die älteste Tochter Esra Erdogan: Sie sitzt im Vorstand der dubiosen TÜRGEV-Stiftung.
  • Die jüngste Tochter Sümeyye Erdogan: Sie arbeitet als politische Beraterin für ihren Vater und wird wohl durch Regierungsgelder finanziert.

Der rasante Aufstieg von Recep Tayyip Erdogan

Erdogan entstammt aus einer ursprünglich georgischen Familie, die schließlich in die Türkei immigriert ist. Er ist als Sohn eines Schiffers in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen und das im ebenso bescheidenen Istanbuler Vorort Kasimpasa. Bereits in seiner Jugend sollte seine Ausbildung – oder vielmehr der Ort seiner Ausbildung – sein Weltbild und damit seine spätere politische Laufbahn grundlegend prägen. Er besuchte nämlich die stark religiös geprägte Imam-Hatip Schule, in welcher neben dem eigentlichen Stoff auch die grundlegenden Tugenden des Islam vermittelt wurden, die bei Erdogan auf fruchtbaren Boden fielen.

Im Alter von sechszehn Jahren tritt Erdogan in die Jugendabteilung der MNP ein. Diese inzwischen verbotene Partei war die Nationale Ordnungspartei von Erbakan. Das Parteiprogramm jener Partei bestand vor allem aus islamisch-moralischen Inhalten, d.h. der Wunsch nach mehr Tugend in der Gesellschaft, den man unter anderem durch zahlreiche Verbote und neue gesellschaftliche Regelungen zu erreichen suchte. Desweiteren sollte der Staat ganz maßgeblich die Wirtschaft regulieren und kontrollieren, um sicher zu gehen, dass die Tugenden auch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens etabliert bzw. re-etabliert werden konnten. Auch glaubte man, dass wirtschaftliche Entwicklung besser zentral organisiert forciert werden konnte.

Nachdem die Partei ein Jahr darauf durch das Militär verboten wurde, gründete Erbakan im Jahre 1972 eine Nachfolgerpartei, die er Nationale Heilspartei (MSP) nannte. Auch diese Partei war nicht weniger religiös-konservativ und in vielen Bereichen überschnitt sich das Programm mit dem der Vorgängerpartei. Dennoch konnte sie sich durch Koalitionsverträge gleich drei Regierungsbeteiligungen sichern, bevor das Militär im Jahre 1980 alle Parteien und damit auch die MSP verboten hatten. Während der ersten Zeit in jener Partei verdiente Erdogan allerdings noch nicht viel und arbeitete nebenher in kleineren Betrieben/Unternehmen.

Oberbürgermeister der Stadt Istanbul

Trotzdem sollte es Erdogan innerhalb der Partei weit bringen. 1994 wurde er Oberbürgermeister der Stadt Istanbul, ein prestigeträchtiges Amt und zugleich ein traditionell sinnvoller Schritt im Hinblick auf die Präsidentschaftskandidatur.
Obgleich zahlreiche ehemalige Mitglieder der MNP inhaftiert waren, bewies Erdogan während seiner Zeit als Bürgermeister Istanbuls, dass sein Herz noch immer für die religiös-konservative Politik jener Partei schlug. Zahlreiche Verbote und Regularien innerhalb Istanbuls waren die Folge. So etablierte er ein Alkoholverbot in städtischen Restaurants, Frauenstrände, damit Frauen und Männer getrennt baden konnten sowie nach Geschlecht getrennte Schulbusse.
Obgleich sich diese Politik für einen Europäer eher abschreckend anhören mag, verhalf ihm sein Amt und sein rasches und effizientes Handeln für Ansehen bei der Bevölkerung. Denn vor allem was die administrative Arbeit eines Bürgermeisters angeht (Infrastruktur etc.) zeichnete sich Erdogan durch ein besonders Geschick aus.

Recep Tayyip Erdogan GehaltEs folgte eine weitere und sehr erfolgreiche Zeit in der Nachfolgepartei genannt Wohlfahrtspartei, in welcher er sogar zum Führungskreis gehörte, die jedoch ein Jahrzehnt später ebenfalls verboten wurde. Nach einem kurzen Intermezzo in der Tugendpartei, entschloss er sich im Jahre 2001 letztlich, seine eigene Partei, die AKP, zu gründen. Diese gründete er jedoch nicht allein, sondern gemeinsam mit ehemaligen Parteikameraden der Tugendpartei.
Die Ausrichtung der AKP ist ebenso umstritten wie die politische Ausrichtung Erdogans. Beide versuchen eine Brücke zwischen den religiös-konservativen Wählern einerseits und den eher säkular laizistisch ausgerichteten Wählern und Militärs zu schlagen. Gerade zwischen dem Militär und der AKP bzw. Erdogan herrscht bereits seit Jahren tiefes Misstrauen, weil Erdogans Gegner diesem immer wieder vorwerfen, er würde einen islamischen Staat anstreben.
Er selbst ist eigenen Aussagen zufolge Anhänger der Scharia, was vor allem der liberalen Jugend der Großstädte wie Ankara oder Istanbul teilweise missfällt. Denn als Gesetz des Islam verbietet sie vieles, was in der bereits stark verwestlichten Türkei zum Alltagsleben der Jugend gehört, während ihre Anhänger bestrebt sind, sie als allgemein gültiges Staatsgesetz zu etablieren, wie es beispielsweise eingeschränkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Fall ist.

Vom Ministerpräsidenten zum Staatspräsident der Türkei

Dieses tiefe Misstrauen zwischen Militär und Erdogan hat bereits 1998 zu seiner Inhaftierung infolge einer seiner Reden nach sich gezogen, die jedoch ein Jahr später endete. Diese Inhaftierung sollte für Erdogan allerdings ein politischer Nachteil sein, da er 2002, als seine Partei die Wahl gewonnen hatte, das Amt des Staatsoberhauptes nicht annehmen durfte, weil mit der Inhaftierung auch ein Politikverbot erteilt wurde. Durch eine Verfassungsänderung war es ihm jedoch rasch möglich, selbst zu regieren – und nicht mehr über seinen Stellvertreter. In den Anfangsjahren betrug sein Gehalt als türkischer Ministerpräsident übrigens noch weitaus weniger als heute, nämlich laut einem Artikel der Berliner Zeitung nur etwa 3.500 Euro im Monat, während Altkanzler Gerhard Schröder zu jener Zeit etwa 15.000 Euro pro Monat auf sein Konto überwiesen bekam. Die AKP trägt bis heute die Regierungsverantwortung im Land.

Am 28. August 2014 wurde Erdogan offiziell der mächtigste Mann im Lande. Er wurde als neuer Staatspräsident der Türkei vereidigt. Das offizielle Gehalt von Erdogan beläuft sich auf 9.000 EUR pro Monat. Das sind 108.000 Euro im Jahr.

Bildquellen:
Insidefoto / PR Photos

5 Kommentare
5 Kommentare
  1. Richard Mann

    Auf Basis der Ermittlungen der EU Finanzfahnder sollen sich auf einem dutzend Familienkonten der Erdogan Sippe insgesamt 8 Milliarden Dollar und mehrere Milliarden an Firmen-Aktien lagern!

    Britische Zeitungen schrieben in 2014 mit Verweis auf UK Geheimdienstquellen > Erdogan bunkert ca. 18 Milliarden US Dollar auf fast 50 internationalen Konten.

    Sein Sohn Bilal schifft per Tanker seit Jahren das IS-Öl aus Syrien ins Ausland. Der Öl-Export der Türkei ist plötzlich seit 2012 um 20% gestiegen, obwohl keine neuen Quellen in der Türkei gefunden wurden. Sein anderer Sohn ist der Vorsitzende einer Stiftung an die durch Erdogan mehrere Milliarden-Werte an Staats-Immobilien zur Privatisierung überlässen werden.

    Erst Mitte August 2016 erließ Erdogan das grösste Staatliche Privatisierungsgesetz seit der Deutschen Wiederverenigung (Treuhand). Per Dekret sollen Museen, Parks, Staatstheater & Ballett, die PTT ( türk. Post), die TRT (Fernsehen), Hafenbehörde, Flughafenverwaltung, die Atatürk Park- & Kulturverwaltung und ca. 9 andere Behörden Ihren Besitz an die Erdogan-Stiftung zum Verkauf überschreiben.

    Der grösste Staatsraub durch ein Regime seit 30 Jahren!

    Japanische Unternehmer und Finanziers sollen knapp 220 Millionen Euro an Erdogan für die Verteilung des grossen U-Bahn-Tunnel-Auftrags (inkl. 35 Jahre Nutzung) gezahlt haben!

    Der Staatspalast sollte 210 Mio Dollar kosten, aber dann kostete er knapp 500 Millionen Dollar und die Auftragsunternehmer (alles AKP Anhänger) sollen im Gegenwert von 150 Mio Dollar an Erdogan „Unter dem Tisch“ zurückgezahlt haben!

    In der kompletten Amtsbürokratie läuft alles mit Korruption. Wenn jemand (AKP Mitglied) z.B. 300 000 Euro Steuerschulden hat, dann zahlt er nur 80 000 Euro an den Fiskus……50 000 Euro an Vereine…….80 000 Euro an die AKP-Stiftungen……der rest wird dann erlassen! Die Spenden (Bestechnungsgelder) sind natürlich steuerfrei!

    Das erste kaptialistisch-faschistische Neo-Islamistische Staat und nach Erdogan:

    „Wenn ich gehe, dann wird diese Nation und dieses Volk zu Grunde gehen!“.

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  2. Sanchez

    Ja sicher bei seinem sohn findet man 80 millionen dollar in schuhkartons und er verdient 4.500 euro im Monat klar ihr solltet euch mal informieren

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    • Patrick

      Hallo Sanchez,

      der Gehalt ist völlig korrekt mit 4.500 Euro. Wir haben den Artikel bewusst sehr kontrovers geschrieben und sein Vermögen auf mehrere Millionen beziffert. Steht aber auch am Ende des Artikels.

      Gruß
      Patrick

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    • Frank Meier

      Sanchez, der Artikel ist korrekt geschrieben. Diese Art zu schreiben ist sehr gut, weil sie sehr neutral ist, und trotzdem aufzeigt daß etwas gewaltig stinkt.

      Bilal, der Sohn vom türkischen Präsident, kann sich glücklich schätzen.

      Denn sein Vater erfüllt zwei Funktionen auf einmal … Recep Erdogan ist ein Psycho – Pate …

      Daß er ein Psycho ist, ist klar, da braucht man keine Gerüchte …

      Daß er der Pate der türkischen Mafia ist, dafür gibt es schon seit seiner Zeit als OB in Istanbul viele Gerüchte.

      Auch sind viele Gerüchte über Containerschiffladungen nach Übersee mit Heroin im Umlauf. Bilial soll angeblich der Kopf dieses Geschäftszweiges sein.

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