Millionen Euro
WohnsitzHamburg
UnternehmenOlivia-Jones-Familie, fünf Betriebe auf St. Pauli
Gastronomie seit2008 (Olivia Jones Bar, Große Freiheit)
Kiez-Führungen seit2006 (Olivias Safari)
Geburtsdatum21. November 1969 (56 Jahre alt)
Geboren inSpringe, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandsingle
BerufDragqueen, Entertainerin und Gastronomin
Voller NameOliver Knöbel
SpitznameOlivia Jones

Olivia Jones ist die bekannteste Dragqueen Deutschlands und zugleich eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen auf der Hamburger Reeperbahn. Hinter der Kunstfigur steht Oliver Knöbel, geboren am 21. November 1969 im niedersächsischen Springe. Seit dem Umzug nach Hamburg 1989 hat Jones aus Bühnenauftritten ein Geschäft gemacht, das heute auf drei Säulen ruht: fünf eigene Betriebe auf St. Pauli, das Führungs- und Tourismusgeschäft rund um die Reeperbahn und regelmäßige Fernsehmoderationen. Wir schätzen das Vermögen von Olivia Jones auf rund 5 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Olivia Jones?

Einkommen von Olivia Jones Den größten Teil der Schätzung macht das Unternehmen aus. Die Gastronomie auf St. Pauli und die Kiez-Führungen laufen seit rund zwei Jahrzehnten und tragen im Gegensatz zu Fernsehgagen ganzjährig. Dazu kommen die Honorare aus den Moderationen, die Erlöse aus zwei Büchern und mehreren Singles sowie Werbeverträge, unter anderem mit Penny, Leerdammer und dem Auskunftsdienst 11880.

Belastbare Geschäftszahlen veröffentlicht Jones nicht, deshalb bleibt die Angabe eine Schätzung. Sie stützt sich auf die Zahl und Art der Betriebe, die Laufzeit des Tourgeschäfts und die Dichte der Fernsehengagements der vergangenen Jahre. Gegenüber unserer letzten Einschätzung haben wir den Wert angehoben, weil Jones seit 2022 durchgehend zwei eigene Moderationsformate betreut und die Läden nach den Schließungen der Pandemiejahre wieder durchgehend geöffnet sind.

Fünf Betriebe auf St. Pauli als tragende Einnahmequelle

Am 7. November 2008 eröffnete Jones an der Großen Freiheit die Olivia Jones Bar, eine Schlagerkneipe und bis heute das Stammhaus. Im Frühjahr 2010 kam mit Olivias Wilde Jungs der erste Männer-Stripclub Deutschlands hinzu, zu dem nur Frauen Zutritt hatten. Im Februar 2012 folgte Olivias Show Club mit Travestie- und Comedy-Programm, 2014 der Biergarten Olivias Kiez Oase im Hinterhof des Show Clubs. Dazu kommt ein Burlesque-Laden.

Die Zahl der Betriebe ist seit Jahren stabil. In einem Interview mit t-online, zuletzt aktualisiert im November 2025, wies Jones den Vorwurf einer „Jonesisierung“ des Viertels mit dem Hinweis zurück: „Wir haben fünf kleine familiäre Läden, seit 2019 nichts Neues eröffnet, auch nichts geplant.“ Angeboten werde ihr laufend etwas, angenommen habe sie es nicht.

Eine Ausnahme gab es im Jahr 2026. Im Januar 2026 schloss Olivias Wilde Jungs nach 15 Betriebsjahren, das Konzept galt als ausgereizt. Die Räume an der Großen Freiheit 32 blieben im Bestand: Am 11. März 2026 eröffnete dort Olivias Dschungel-Bar, nach eigenen Angaben die erste deutsche Gastronomie, die vollständig auf Reality-Fernsehen ausgerichtet ist, mit nachgebautem Dschungelcamp, Mutproben an der Theke und einem Quizformat. Die Zahl von fünf Standorten blieb damit unverändert.

Kiez-Führungen und Hafenrundfahrten

Das Tourgeschäft ist älter als die Gastronomie und war der Einstieg ins Unternehmertum. 2006, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, bot Jones auf Anraten der Stadt Hamburg erstmals Führungen über die Reeperbahn an, damals unter dem Titel Olivias Safari. Der Start verlief zäh, für die ersten Termine mussten nach ihrer eigenen Schilderung Freunde und Verwandte überredet werden. 2007 kamen mit Olivia Ahoi Hafenrundfahrten dazu.

Heute führt Jones die Touren nicht mehr selbst. Das übernehmen Mitglieder der sogenannten Olivia-Jones-Familie, unter ihnen seit 2011 Tanja Schumann, seit 2012 die Travestiekünstlerin Lilo Wanders und seit 2015 Eddy Kante. Die Führungen laufen in kurzen Abständen mit Gruppen von bis zu 40 Personen und binden die eigenen Läden ein, was Gastronomie und Tourgeschäft wirtschaftlich verzahnt. Genau diese Präsenz brachte Jones auch die Kritik ein, sie nehme auf dem Kiez zu viel Platz ein. Sie verweist dagegen auf Hamburger Dom, Schmidt Theater und Operettenhaus, die deutlich mehr Menschen nach St. Pauli holten.

Vom Pulverfass zur Miss Drag Queen Of The World

Vermögen von Olivia Jones Erste Travestie-Auftritte gab es bereits während der Schulzeit in Springe. Das Showgeschäft war früh das Ziel, entsprechend kamen Sprechtraining, Schauspielunterricht und Maskenbildnerkurse dazu. 1989 folgte der Umzug nach Hamburg und die Vorstellung bei Ernie Reinhardt, dem Leiter des Schmidt Theaters, der selbst als Lilo Wanders auftritt. Reinhardt verschaffte die ersten Auftritte im Travestietheater Pulverfass Cabaret und kurz darauf die erste eigene Show im Schmidt Theater.

Der internationale Durchbruch kam 1997 mit dem Sieg beim Drag Queen Contest in Miami und dem Titel Miss Drag Queen Of The World. Danach häuften sich die Fernsehengagements: Moderationen des Hamburger Christopher Street Day für den NDR, Reportereinsätze für RTL beim Eurovision Song Contest und Galas für UNICEF und die Aids-Benefizveranstaltung red, hot & dance.

Fernsehgagen als zweites Standbein

Bundesweit bekannt wurde Jones im Januar 2013, als sie in der siebten Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! in das australische Camp einzog und hinter Joey Heindle Zweite wurde. Zuvor war sie 2004 bei der RTL-Show Star Duell angetreten, hatte 2005 eine Woche im Big-Brother-Dorf verbracht und 2010 bei Das Tier in mir 5.000 Euro gewonnen, die sie an die Tierrechtsorganisation PETA weitergab. Über die Gagenhöhen der einzelnen Formate schweigen Sender und Teilnehmer üblicherweise, Vergleichswerte finden sich in unserer Übersicht zu den Dschungelcamp-Gagen.

Aus den Teilnahmen wurden Moderationsjobs, und die sind für ein Einkommen deutlich verlässlicher. Im März 2013 holte RTL Jones als Green-Room-Moderatorin zur zehnten Staffel von Deutschland sucht den Superstar, im Dezember 2013 moderierte sie Der VIP-Bus. Seit Januar 2022 führt sie neben Angela Finger-Erben durch die RTL-Talkshow Ich bin ein Star – Die Stunde danach, das Begleitformat zum Dschungelcamp von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. Ebenfalls seit 2022 moderiert sie auf ProSieben Das große Promi-Büßen, in dem Reality-Bekanntheiten wie Evelyn Burdecki mit ihren Auftritten konfrontiert werden.

Dazu kommen Gastauftritte. 2019 saß Jones in der ProSieben-Show Queen of Drags neben Heidi Klum, im November 2021 verlor sie bei Schlag den Star gegen Katja Burkard, im selben Jahr war sie Gast im Finale von Promi Big Brother. 2022 gehörte sie bei Viva la Diva – Wer ist die Queen? zum Rateteam. Für schrille Bühnenpräsenz stand in ähnlichen Formaten über Jahre auch Harald Glööckler.

Bücher, Songs und die eigene Verfilmung

Als Autorin veröffentlichte Jones 2015 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf das Kinderbuch Keine Angst in ANDERSRUM, 2021 folgte bei Rowohlt die Autobiografie Ungeschminkt. Mein schrilles Doppelleben. Bereits 2007 war sie mit der Lesung Sie nannten mich Tittenmonster gemeinsam mit dem Radiomoderator Hans Blomberg durch Deutschland getourt.

Musikalisch blieb es bei Gastbeiträgen: 2014 beim Charity-Projekt Megapark Allstars, 2015 bei Bring die Mutti mit mit Lorenz Büffel, 2016 bei Finger im Po, Mexico mit Kay One und 2021 bei We are Queer. Als eigenständige Einnahmequelle fällt die Musik gegenüber Gastronomie und Fernsehen kaum ins Gewicht, ähnlich wie bei anderen Reality-Bekanntheiten mit Musikprojekten, etwa Daniela Katzenberger.

Die Autobiografie brachte die bislang größte Verwertung nach sich: Das ZDF verfilmte den Stoff unter dem Titel Olivia. Der Film stand ab dem 5. Mai 2026 in der Mediathek und lief am 12. Mai 2026 im Hauptprogramm. Johannes Hegemann spielt darin den jungen Oliver Knöbel, Anette Frier übernahm eine der Hauptrollen.

Engagement, Politik und Auszeichnungen

Jones nutzt ihre Bekanntheit seit Jahren für gesellschaftliche Themen, was auf das Vermögen kaum einzahlt, für die Reichweite aber erheblich ist. 2004 trat sie bei der Hamburger Bürgerschaftswahl als parteilose Einzelbewerberin an, um der Partei des Rechtspopulisten Ronald Schill Stimmen abzunehmen, und erhielt 0,5 Prozent. Im September 2016 erstattete sie Anzeige wegen Volksverhetzung gegen den sachsen-anhaltischen Landesverband der AfD, im November 2016 nominierte sie die niedersächsische Grünen-Fraktion für die Bundesversammlung 2017.

Sie ist Botschafterin der Tierrechtsorganisation PETA und liest mit dem Projekt „Olivia macht Schule“ an Schulen aus ihrem Kinderbuch. Im Herbst 2013 ernannte der Ortsrat von Springe sie zur Ehrenbotschafterin der Stadt, im Juli 2017 erhielt sie den Ehren-Pride-Award des Hamburger Christopher Street Day, im Februar 2024 den Deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen.

Ihren Lebensmittelpunkt hat Jones seit 1989 in Hamburg. Zu Hamburger Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Gastro- und Fernsehgeschäft zählt neben ihr etwa Tim Mälzer, zu den bekanntesten Hamburger Bühnennamen gehört Udo Lindenberg.

Häufige Fragen zu Olivia Jones

Wie hoch ist das Vermögen von Olivia Jones?

Nach unserer Schätzung kommt Olivia Jones auf rund 5 Millionen Euro. Eine geprüfte Geschäftszahl gibt es nicht, die Angabe ordnet Gastronomie, Tourgeschäft und Fernseheinnahmen ein.

Woher kommt das Vermögen von Olivia Jones?

Aus drei Quellen: den fünf eigenen Betrieben auf St. Pauli, dem 2006 gestarteten Geschäft mit Kiez-Führungen und Hafenrundfahrten sowie den Honoraren aus Fernsehmoderationen, dazu Bücher und Werbeverträge.

Wie viele Läden betreibt Olivia Jones auf der Reeperbahn?

Fünf. Dazu zählen die Olivia Jones Bar, ein Show Club mit Travestie- und Comedy-Programm, ein Burlesque-Laden, der Biergarten Olivias Kiez Oase und seit März 2026 die Dschungel-Bar an der Großen Freiheit 32.

Womit verdient Olivia Jones neben der Gastronomie Geld?

Vor allem mit Fernsehen. Seit Januar 2022 moderiert sie für RTL Ich bin ein Star – Die Stunde danach, seit 2022 für ProSieben Das große Promi-Büßen. Dazu kommen Kiez-Führungen, Hafenrundfahrten, Buchverkäufe und Werbeverträge.

Wie heißt Olivia Jones mit bürgerlichem Namen?

Die Kunstfigur wurde von Oliver Knöbel entwickelt, geboren am 21. November 1969 in Springe. Öffentlich tritt er nahezu ausschließlich als Olivia Jones auf und möchte den bürgerlichen Namen in der Presse nicht mehr lesen.

Bildquellen:
Titelbild: Udo Grimberg [CC BY-SA 3.0 DE], via Wikimedia Commons
Raimond Spekking [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons