Matt Groening hat die Simpsons erfunden, aber sie gehören ihm nicht. Die Rechte an der Familie aus Springfield lagen von Anfang an beim Studio 20th Century Fox und liegen seit März 2019 bei Disney. Sein Geld kommt aus dem, was er sich beim ersten Vertrag mit Fox ausbedungen hat, vor allem einem großen Anteil an den Erlösen aus dem Merchandising, und aus einem Comic, den er gerade deshalb nicht ans Fernsehen abgab. Wir schätzen das Vermögen von Matt Groening auf rund 600 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Matt Groening?
Was er sich beim ersten Vertrag gesichert hat
Als der Produzent James L. Brooks ihn Mitte der Achtzigerjahre für die Tracey Ullman Show gewinnen wollte, sollte Groening zunächst die Hasen aus seinem Comic „Life in Hell“ für kurze Zwischenspiele umsetzen. Er lehnte ab. Nach seiner eigenen Darstellung fürchtete er, die Rechte an seinem Comic abgeben zu müssen, und entwarf im Vorzimmer von Brooks eine neue Familie, benannt nach seinen Eltern und Schwestern. Was er für diese Familie bekam, ist in drei Schichten überliefert, und sie sind unterschiedlich belastbar:
- Eigenaussage: Groening bezieht Tantiemen aus den Simpsons. Im Playboy-Interview vom Juni 2007 sprach er selbst von den Tantiemenschecks aus dem Konzern von Rupert Murdoch und nannte „Life in Hell“ das Einzige, was er vollständig allein verantworte.
- Bericht eines Beteiligten: Ken Estin, Mitgründer der Tracey Ullman Show, schilderte, Fox habe Groening einen großen Anteil an den Merchandising-Erlösen eingeräumt, um ihm im Voraus weniger zahlen zu müssen. Estin stritt später selbst mit Fox um Simpsons-Erlöse, neutral ist er also nicht.
- Kolportiert: ein Satz von fünf bis zehn Prozent je verkauftem Artikel. Eine Quote ist weder von Fox noch von Groening veröffentlicht.
Sicher ist damit die Richtung. Groening ist an den Simpsons nicht als Eigentümer beteiligt, sondern als Vertragspartner mit einem Erlösanteil, der am Erfolg der Figuren hängt und nicht an seiner Arbeitszeit. George Lucas hat bei Star Wars 1977 einen ähnlichen Tausch gemacht und dabei zusätzlich die Rechte an den Fortsetzungen behalten.
Warum Life in Hell bei ihm geblieben ist
„Life in Hell“ erschien ab 1980 im Los Angeles Reader und zuletzt in rund 250 Wochenzeitungen, der letzte Streifen am 16. Juni 2012. Vertrieb und Merchandising liefen über eine Firma, die Groening mit seiner späteren Ehefrau Deborah Caplan gegründet hatte. Bei diesem Werk verdiente er als Eigentümer, bei den Simpsons als Beteiligter, und diesen Unterschied hat er vor dem Start der Kurzfilme 1987 bewusst gezogen.
Wem die Simpsons gehören
Von Fox zu Disney
Produziert wurden die Simpsons von Gracie Films, der Firma von James L. Brooks, für das Studio 20th Century Fox, das seit 1985 zum Konzern von Rupert Murdoch gehörte. Am 20. März 2019 schloss Disney die Übernahme der Film- und Fernsehsparte von 21st Century Fox für 71,3 Milliarden US-Dollar ab. Seit 2019 liegen die Rechte an den Simpsons und an Futurama damit bei Disney, während die Serie im Fernsehen weiter beim Sender Fox läuft, der bei Murdoch blieb.
Was die Zweitverwertung einbringt
Im November 2013 verkaufte Fox die exklusiven Kabel- und Abrufrechte an den Sender FXX, nach Branchenberichten für mindestens 750 Millionen US-Dollar, und erstmals waren dabei auch die digitalen Rechte enthalten. Groening und Brooks profitieren nach Berichten der Fachpresse von dieser Zweitverwertung, beziffert ist ihr Anteil nicht.
Was eine solche Beteiligung wert ist, zeigt Sam Simon, der dritte Entwickler der Serie. Er verließ die Simpsons 1993 und handelte sich beim Ausstieg eine dauerhafte Gewinnbeteiligung aus, obwohl er an keiner weiteren Folge mitarbeitete. Dieselbe Mechanik trägt das Vermögen von Jerry Seinfeld und Chuck Lorre, während Oprah Winfrey ihre Sendung selbst besaß und damit an beidem verdiente.
Wer sonst noch mitverdienen wollte
Tracey Ullman verklagte Fox im April 1991 auf einen Anteil an den Merchandising-Erlösen, weil die Simpsons in ihrer Sendung angefangen hatten. Eine Jury in Los Angeles wies die Klage am 21. Oktober 1992 nach weniger als fünf Stunden ab, nachdem Brooks ausgesagt hatte, die Figuren seien allein Groenings Schöpfung. Das Urteil festigte damit auch seine Stellung als Urheber, an der sein Anteil hängt.
Am Kinofilm von 2007 schrieb Groening mit und produzierte ihn, seine Vergütung dafür ist nicht veröffentlicht. In Deutschland spricht Anke Engelke seit 2007 die Marge, und was Sprecher verdienen, steht im Beitrag zum Gehalt von Synchronsprechern.
Futurama, Disenchantment und die eigenen Firmen
Futurama und die Wiederaufnahmen
Futurama entwickelte Groening mit dem Simpsons-Autor David X. Cohen. Die Serie startete im März 1999 bei Fox, wurde nach vier Jahren abgesetzt und kam zweimal zurück: Nach vier Filmen für den DVD-Markt bestellte Comedy Central 2009 neue Folgen, die bis September 2013 liefen. Am 9. Februar 2022 bestellte Hulu eine weitere Wiederaufnahme, die im Juli 2023 startete, und im November 2023 kamen zwei weitere Staffeln dazu.
Wirtschaftlich ist Futurama anders gebaut als die Simpsons. Produziert wird die Serie von Groenings eigener Firma The Curiosity Company zusammen mit dem Studio 20th Television, das seit 2019 ebenso zu Disney gehört wie Hulu. Jede Wiederaufnahme bringt ihm neue Produzentenhonorare und verlängert zugleich das Leben eines Katalogs, an dem er beteiligt ist.
Disenchantment bei Netflix
Im Juli 2017 bestellte Netflix die Fantasyserie Disenchantment, die erste Groening-Serie außerhalb der Fox-Welt. Sie lief vom 17. August 2018 bis zum 1. September 2023 in fünf Teilen, produziert von seiner Firma, die für diese Serie den Namen The Ululu Company trug. Die Bedingungen des Netflix-Vertrags sind nicht veröffentlicht.
Bongo Comics und das Verlagsgeschäft
1993 gründete Groening mit Steve und Cindy Vance und dem Zeichner Bill Morrison den Verlag Bongo Comics, benannt nach einer Figur aus „Life in Hell“. Bongo verlegte Simpsons- und Futurama-Comics in Lizenz und stellte das Erscheinen nach 245 Ausgaben der Simpsons Comics im Oktober 2018 ein. Anders als Stan Lee, der bei Marvel angestellt war, hielt Groening damit einen eigenen Verlag, verdiente dort aber an Lizenzen des Studios und nicht an eigenen Rechten. Die Anteile der Gründer sind nicht veröffentlicht.
Grundbesitz und Familie
Die Immobilien
Sein Grundbesitz besteht aus einem Strandhaus in Malibu und einem Anwesen in Santa Monica, das er in zwei Schritten zusammengekauft hat. Alle drei Käufe sind mit Preis berichtet:
- Oktober 2000: Strandhaus an der Carbon Beach in Malibu, 8,5 Millionen US-Dollar
- August 2011: Gorham House in Santa Monica, 1910 vom Architekten Robert D. Farquhar entworfen, 11,65 Millionen US-Dollar
- Mai 2019: Nachbaranwesen in Santa Monica mit Pool und Tennisplatz, 11,895 Millionen US-Dollar
In Malibu liegt sein Haus zwischen zwei Anwesen von Larry Ellison, in Santa Monica umfasst das zusammengelegte Grundstück mehr als einen Acre. Die drei Kaufpreise ergeben zusammen gut 32 Millionen US-Dollar.
Ehen und Kinder
Mit Deborah Caplan, die das Geschäft mit „Life in Hell“ aufgebaut hatte, war Groening von 1986 bis 1999 verheiratet, das Paar hat zwei Söhne. Die Einzelheiten der Vermögensteilung wurden nicht veröffentlicht. 2011 heiratete er die argentinische Künstlerin Agustina Picasso, mit der er acht weitere Kinder hat. In der Autorenband Rock Bottom Remainders spielt er mit Stephen King für wohltätige Zwecke.
Häufige Fragen zu Matt Groening
Wie hoch ist das Vermögen von Matt Groening?
Wir schätzen das Vermögen von Matt Groening auf rund 600 Millionen Euro. Den Kern bildet sein Anteil an den Merchandising-Erlösen der Simpsons, dazu kommen die Beteiligung an der Zweitverwertung, seine Produzentenrolle bei Futurama und der Grundbesitz in Malibu und Santa Monica.
Gehören Matt Groening die Simpsons?
Nein. Die Rechte lagen beim Studio 20th Century Fox und liegen seit dem 20. März 2019 bei Disney. Groening ist vertraglich an den Erlösen beteiligt, vor allem am Merchandising, Eigentümer der Figuren ist er nicht.
Welche Rechte hat Matt Groening behalten?
Die an seinem Comic „Life in Hell“, den er vor dem Start der Simpsons-Kurzfilme 1987 gerade deshalb nicht fürs Fernsehen umsetzte. Bei den Simpsons sicherte er sich statt der Rechte einen Anteil an den Merchandising-Erlösen.
Was hat die Übernahme durch Disney für Matt Groening geändert?
An seiner Beteiligung ist keine Änderung bekannt geworden, Verträge dieser Art gehen mit den Rechten auf den Erwerber über. Geändert hat sich der Vertrieb: Die Simpsons laufen seit November 2019 bei Disney+, Futurama seit Juli 2023 bei Hulu, beides Angebote des Rechteinhabers.
Womit verdient Matt Groening neben den Simpsons Geld?
Mit Futurama und Disenchantment, die seine eigene Firma The Curiosity Company produziert hat, früher auch mit dem Verlag Bongo Comics, der 2018 eingestellt wurde. Dazu kommen die Einnahmen aus „Life in Hell“ und seinen Büchern.
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