Wie viel Vermögen hat Kim Dotcom noch?

Im Spätsommer 2016 hat Kim Dotcom nicht nur in Deutschland, sondern auch international mit seinem Vermögen Schlagzeilen gemacht. Fragen danach, ob Kim Dotcom wohlmöglich in den Knast wandern könnte, kamen auf. Immer wieder hieß es in der internationalen Presse zudem der Internet-Unternehmer bekommt sein Vermögen nicht zurück. Immerhin soll das Vermögen von Kim Dotcom, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Kim Schmitz heißt, rund 150 Millionen Euro hoch gewesen sein. Nun geht man davon aus, dass nur noch 1 Million Euro davon übrig geblieben sind. Dass Kim nicht mehr auf sein Wahnsinnsvermögen zugreifen kann, hat er übrigens den US-amerikanischen Behörden zu verdanken. Die haben den Großteil seines Vermögens im Zusammenhang mit möglichen Copyright-Verletzungen beschlagnahmt.

Kim Dotcom Vermögen

Doch wie konnte es dazu kommen? Was hat sich Kim Dotcom zu Schulden kommen lassen, so dass er sich jetzt in solch einer prekären Lage befindet? Neuseeland, seine jetzige Heimat, soll sogar der Auslieferung seiner Person an die USA zugestimmt haben. Von Copyright-Verletzungen bis hin zu Insider-Geschäften zeigt der Werdegang von Kim Dotcom, dass der eigentlich so erfolgreiche und gehypte Internet-Unternehmer alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist. Dass ein einfacher Hauptschüler aus Plön einmal so große Schlagzeilen machen würde, ist schon fast ein Wunder. Die Lebensgeschichte von Kim Dotcom liest sich auf jeden Fall fast zu fantastisch, um wahr zu sein.

Der Werdegang von Kim Dotcom

Kim Schmitz hatte keinen leichten Start ins Leben. Das ist nicht nur auf seinen Besuch einer Hauptschule in Plön zurückzuführen. Vielmehr sagt Kim selbst, dass seine Kindheit vor allem deshalb nicht die schönste war, da sein Vater Alkoholiker war. Das wiederum wirkte sich natürlich auch auf das Leben des kleinen Kim entscheidend aus. Dennoch hatte Kim den unbedingten Willen, etwas aus sich zu machen. Dass es dabei nicht immer ganz legal zu ging, störte den Internet-Unternehmer allerdings nicht. Bereits in den 1990er Jahren trat er zum ersten Mal als Hacker in Erscheinung. Als Hacker konnte er sich viele persönliche Daten beschaffen, die er dann nutze, um Magnetkarten herzustellen, auf die er gefälschte Zahlungsdaten spielte.

Als es daraufhin zu einer Hausdurchsuchung kam, konnten gleich Hunderte solcher gefälschten Telefon- und Kreditkarten sichergestellt werden. Da Kim Dotcom in recht jungen Jahren mit der Verfolgung durch die Strafermittler konfrontiert war, wechselte er kurzerhand die Seite. Um selbst keine allzu große Strafe aufgebrummt zu bekommen, unterstützte er die Ermittler anstatt dessen mit seinem Insider-Wissen. Selbst bei der Aufdeckung von Copyright-Verletzungen half Kim Dotcom damals in seiner neuen Rolle als Testbesteller mit. 1994 kam es wegen der folgenden Delikte dennoch zu einer Verurteilung:

• Betrug
• Computerbetrug
• gewerbsmäßige Bandenhelerei
• Missbrauch von Titeln

Eine Jugendstrafe von zwei Jahren zur Bewährung erschien den Richtern Strafe genug. Hätte Kim jedoch nicht mit den zuständigen Ermittlern kooperiert, so wäre seine Strafe wahrscheinlich wesentlich höher ausgefallen. Schlimmeres konnte der kleinkriminelle Hacker erst einmal abwenden. Rückblickend scheint es jedoch so, als ob die Weichen für sein weiteres Leben damals bereits gestellt wurden.

Wie ging es für den Internet-Unternehmer weiter?

Aus dem kleinkriminellen Kim sollte ein Berater von DeTeMobil werden. Denn dank eines Tipps von einem Bekannten konnte der spätere Internet-Unternehmer eine Schwachstelle des GSM-Systems der Telekom Deutschland GmbH zu seinen Gunsten ausnutzen. Die Erlöse, die Kim Schmitz dank dieses Beratervertrags erhielt, setze er dann ein, um in München eine Firma zu gründen. Die Data Protect Consulting GmbH war so erfolgreich, sogar der TÜV Rheinland zeigte Interesse und kaufte 80 Prozent des Unternehmens. Fortan war Kim Dotcom nur noch 20-prozentiger Anteilseigner an seiner Firma, die im Jahr 2001 Insolvenz anmeldete.

Während es in dieser Zeit noch recht ruhig um Kim Dotcom war, stand er in den kommenden Jahren immer mehr im Licht der Öffentlichkeit. Das war vor allem auch auf seine zum Teil recht protzigen Aussagen zurückzuführen. So behauptete Kim Dotcom zum Beispiel, dass er letsbuyit.com, einem krisenbehafteten US-Unternehmen, mit einer Finanzspritze von 50 Millionen Euro aushelfe. Zu diesem Investment kam es zwar nie, dennoch wirkte sich die angebliche Zwischenfinanzierung auf den Aktienkurs des Unternehmens aus. Aus diesem Grund wurden Ermittlungen wegen eines Verdachts auf Insiderhandel gegen Kim Dotcom, der jedoch munter weiter öffentlich auf sich aufmerksam machte, eingeleitet.

Kim Schmitz selbst behauptete zur gleichen Zeit sogar, dass er mit dem US-amerikanischen FBI zusammenarbeitete und lobte eine Belohnung aus, wenn jemand Osama bin Laden fing. Nachdem ihm die Lage dann doch zu brenzlig erschien, floh Kim nach Thailand. Dort kam es Anfang des Jahres 2002 allerdings zur Festnahme des Unternehmers, woraufhin seine Auslieferung nach Deutschland und die anschließende Verurteilung erfolgten. Auch die zweite Freiheitsstrafe wegen des bereits angesprochenen Insiderhandels wurde zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem musste Kim Dotcom eine Geldstrafe von rund 100.000 Euro zahlen.

I'm still here #flightrisk

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Verfolgung durch das FBI

Während es Kim Dotcom aufgrund seiner Vorstrafen zunächst schwer hatte, in Neuseeland eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, wurde diese schließlich doch bewilligt. Die neuseeländischen Behörden untersagten dem Unternehmer, der sich ab 2010 nur noch Kim Dotcom nannte, den Kauf von Immobilien jedoch. Das war allerdings eines der kleinsten Probleme des ehemaligen Kielers. Immerhin war ihm das FBI dicht auf den Fersen und der nächste Skandal um seine Person war somit bereits vorprogrammiert. Copyright-Verletzungen von erheblichem Ausmaß hatten zu einer Razzia geführt, die allerdings nicht rechtmäßig war.

Nachdem die US-Behörden das weltweite Vermögen von Kim Dotcom beschlagnahmt hatten sowie eine illegale Razzia gegen den Internet-Unternehmer durchgeführt hatten, schalteten sich auch die Gerichte in Neuseeland ein. Durch mehrere Verfahren konnte Kim Dotcom schließlich erwirken, dass er zumindest auf einen Teil seines Vermögens wieder zugreifen konnte. So war es ihm immerhin möglich, seinen Lebensunterhalt von mehr als 100.000 Euro pro Monat in Neuseeland zu bestreiten. Was nach einem echten Sieg für Kim Dotcom klingt, sollte aber kein gutes Ende nehmen. Denn inzwischen hat Neuseeland der Auslieferung seiner Person an die Vereinigten Staaten von Amerika zugestimmt. Dort droht Kim Schmitz eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Bis jetzt konnte sich Kim Dotcom erst einmal gegen seine Auslieferung zur Wehr setzen. Doch das wird dem Unternehmer wohlmöglich nicht auf Dauer gelingen. Somit könnte der einst so reiche Kim Dotcom bald in den USA hinter Gittern sitzen.

Der Fall Kim Dotcom – eine Prognose

Aktuell ist noch unklar, was aus Kim Dotcom im Zuge seines Verfahrens in den USA werden wird. Allerdings wurden im Dezember 2016 Stimmen laut, die meinen, dass Kim Dotcom nicht viel zu befürchten hat. Der Meinung ist zumindest ein Richter aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist sich verhältnismäßig sicher, dass Kim Dotcom schon bald wieder ein freier Mann sein könnte. Aktuell steht der Unternehmer in Neuseeland unter Hausarrest – wohl auch, damit er nicht erneut fliehen kann. Schließlich hatte er sich in der Vergangenheit schon einmal in die Hauptstadt von Thailand abgesetzt.

Ob es tatsächlich zu einer Auslieferung kommen wird, ist immer noch fraglich. Solange müssen Kim Dotcom und seine sechs Angestellten, die ebenfalls in den Skandal verwickelt sind, den Hausarrest über sich ergehen lassen. Dabei gibt es durchaus eine Reihe von Faktoren, die dafür sprechen, dass Kim Dotcom siegen könnte. Immerhin sieht ein Abkommen zwischen den USA und Neuseeland vor, dass Angeklagte erst dann an das jeweils andere Land ausgeliefert werden können, wenn es um eine Haftstrafe von 5 oder mehr Jahren geht.

Im Fall von Kim Dotcom ist es jedoch etwas speziell. Copyright-Verletzungen können in Neuseeland nur zu einer Haftstrafe von maximal 4 Jahren führen. Kim Dotcom scheint also genau gewusst zu haben, welche Vorteile ein Umzug nach Neuseeland bringt. Außerdem stellt sich die Frage, ob die US-Behörden überhaupt zuständig sind. Der Firmensitz von Dotcoms Unternehmen befindet sich nämlich in Hongkong und nicht in den USA. Tatsächlich wurde von einem zweiten Gericht in Neuseeland entschieden, dass Kim ausgeliefert werden darf – jedoch nicht wegen Urheberrechtsverletzung, sondern wegen Betruges. Gemeinsam mit seinen Anwälten kämpft er dagegen an und wir werden sehen, wer sich letztendlich durchsetzt. Es bleibt also weiterhin spannend.

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Foto: @KimDotcom

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