Millionen Euro
Verkauf der Mehrheit an ProSiebenSat.1 (2017)rund 80 Mio. Euro in bar, dazu 17 Mio. Euro als Anteil reinvestiert
MarkenrechteMarke Jochen Schweizer, ohne das Gutscheingeschäft von Jochen Schweizer mydays
Geburtsdatum23. Juni 1957 (69 Jahre alt)
Geboren inEttlingen, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandliiert mit Alina Kalashnikova
BerufUnternehmer, Investor, Autor, ehemaliger Stuntman
Kinder1 (Max)

Jochen Schweizer hat aus Bungeesprüngen und Erlebnisgutscheinen ein Unternehmen gebaut und seinen eigenen Namen zur Marke gemacht. Das Unternehmen, das diesen Namen trägt, gehört ihm seit April 2025 zu keinem einzigen Prozent mehr, der Name selbst dagegen weitgehend schon. Den Großteil seines Geldes brachte der Verkauf an ProSiebenSat.1 im Jahr 2017, der ihm rund 80 Millionen Euro in bar einbrachte. Wir schätzen das Vermögen von Jochen Schweizer auf rund 80 Millionen Euro. Neben dem Verkaufserlös gehören dazu die Jochen Schweizer Arena bei München und die Rechte an der Marke.

Wie hoch ist das Vermögen von Jochen Schweizer?

Für die Mehrheit an seinem Gutscheingeschäft erhielt Schweizer 2017 rund 80 Millionen Euro in bar, weitere 17 Millionen Euro steckte er gleich wieder in einen Anteil am neuen Gemeinschaftsunternehmen mit mydays. Die 108 Millionen Euro, die ProSiebenSat.1 damals als Unternehmenswert nannte, sind deshalb nicht sein Erlös: Sie bewerten die ganze Firma, bei ihm kamen Bargeld und eine Minderheitsbeteiligung an. Für diese Beteiligung kassierte er im April 2025 ein zweites Mal, der Preis ist allerdings nicht veröffentlicht.

Nach unserer Schätzung kommt Jochen Schweizer auf rund 80 Millionen Euro. Der Barerlös von 2017 ist der Anker dieser Zahl, dazu kommen der Erlös für den Restanteil, die Arena samt eigenem Solarpark und die Marke. Einen Teil des Geldes hat er nach 2017 wieder eingesetzt, für die Arena und für Beteiligungen an jungen Firmen. Anders als bei Ralf Dümmel, dessen Wert in Anteilen an der DS Gruppe steckt, ist der größte Posten bei Schweizer also bereits zu Geld gemacht.

Das Geschäft, das er verkaufte, hat eine Eigenart, die seinen Preis erklärt. Kunden zahlen einen Erlebnisgutschein beim Kauf, eingelöst wird er Monate später oder nie, und bis dahin liegt das Geld beim Anbieter. Genau diese nicht eingelösten Gutscheine nannte Schweizer im Juni 2026 als einen der Punkte, an denen sich der Wert der Firma bemisst.

Das Erlebnisgeschäft und sein Verkauf

Vom Stuntman zum Erlebnisunternehmer

Jochen Schweizer Vermögen Nach einer Ausbildung zum Logistiker leitete Schweizer die Münchner Niederlassung einer Spedition und arbeitete in den Achtzigerjahren nebenher als Stuntman für Kino- und Werbefilme. 1985 gründete er eine Event- und Werbeagentur, aus der später die Jochen Schweizer Gruppe hervorging, und 1989 eröffnete seine Firma in Oberschleißheim bei München eine feste Bungee-Anlage. Er gilt als Wegbereiter des Bungeespringens in Deutschland, und für einen Sprung aus einem Hubschrauber an einem Bungeeseil kam er 1997 ins Guinness-Buch der Rekorde, der Stunt hatte ein Produktionsbudget von 150.000 Mark.

Das Geschäft mit eigenen Sprunganlagen geriet 2003 nach einem tödlichen Unfall an einer Anlage in Dortmund in eine schwere Krise. Schweizer stellte das Modell daraufhin um: Ab 2004 verkaufte seine Firma im Internet Gutscheine für Erlebnisse, die andere Anbieter durchführen, von Fallschirmsprüngen bis zu Ballonfahrten.

Die Mehrheit ging an ProSiebenSat.1

Im Juni 2017 übernahm ProSiebenSat.1 die Mehrheit an der Jochen Schweizer GmbH, bei einem Unternehmenswert von 108 Millionen Euro. Laut Handelsblatt flossen an Schweizer rund 80 Millionen Euro in bar, weitere 17 Millionen Euro legte er direkt wieder im neuen Gemeinschaftsunternehmen an. Andere Firmen seiner Gruppe waren nicht Teil des Geschäfts und blieben bei ihm, darunter die Arena. Mit dem Konzern ist über die Sendung noch ein zweiter Löwe verbunden: Georg Kofler, später ebenfalls Investor bei Die Höhle der Löwen, war einst Gründungsgeschäftsführer von ProSieben.

Der Zusammenschluss mit mydays

ProSiebenSat.1 hielt seit 2013 die Mehrheit am direkten Konkurrenten mydays und legte beide Anbieter unter ein gemeinsames Dach, die Jochen Schweizer mydays Group. Der Konzern hielt daran knapp 90 Prozent, Schweizer über seine Beteiligungsfirma 10,1 Prozent. Beide Marken liefen getrennt weiter, Jochen Schweizer für den Adrenalinkick, mydays für die ruhigeren Erlebnisse.

Der Ausstieg aus dem Gutscheingeschäft

Im April 2025 zog ProSiebenSat.1 eine Kaufoption, die schon beim Einstieg vereinbart worden war, und übernahm die restlichen 10,1 Prozent. Einen Preis nannte keine der beiden Seiten. Schweizer verließ damit auch den Beirat der Firma, die seinen Namen trägt. Im Juni 2026 sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, er sei an einem Rückkauf des Gutscheingeschäfts interessiert, „aber nicht um jeden Preis“. Der Konzern hatte zuvor erklärt, das Erlebnisgeschäft passe nicht zum Fernsehen, einen schnellen Verkauf erwarte er aber nicht.

Was Jochen Schweizer geblieben ist

Die Marke mit seinem Namen

Bei einem Namensgeber ist nach dem Verkauf die wichtigste Frage, wem der Name gehört. Bei Schweizer lautet die Antwort: weitgehend ihm selbst. Ausgenommen ist nur ein Bereich, nämlich der Verkauf von Gutscheinen für Erlebnisse fremder Anbieter durch die ProSieben-Tochter Jochen Schweizer mydays. Beim Ausstieg 2025 erklärte er ausdrücklich, die umfassenden Markenrechte blieben samt Arena in seinem Besitz. Für ProSiebenSat.1 ist das bei jedem Verkaufsversuch ein Hindernis, denn wer das Gutscheingeschäft übernimmt, bekommt den Namen nur für diesen einen Zweck.

Die Jochen Schweizer Arena

Die Arena in Taufkirchen südlich von München öffnete im März 2017, wenige Monate vor dem Verkauf, und gehört zu seiner eigenen Unternehmensgruppe. Sie bietet Indoor-Surfen auf einer stehenden Welle, Fliegen im Windkanal, einen Hochseilgarten und ein eigenes Restaurant, und einen großen Teil ihres Geschäfts machen Firmenveranstaltungen aus. Was der Bau gekostet hat, ist nicht veröffentlicht, und wir nennen deshalb keinen Betrag.

In der Pandemie, als Freizeitanlagen schließen mussten, bekam seine Unternehmensgruppe zwischen Januar 2021 und Mai 2022 staatliche Corona-Hilfen von zusammen rund 2,8 Millionen Euro. Im Januar 2026 ging ein eigener Solarpark auf gepachteter Fläche im benachbarten Brunnthal offiziell in Betrieb, der die Arena über eine gut zwei Kilometer lange Direktleitung mit Strom versorgt.

Investor, Fernsehgesicht und Redner

Die Höhle der Löwen

Bundesweit bekannt wurde Schweizer als Investor bei Die Höhle der Löwen auf VOX, wo er von der ersten Staffel 2014 bis zur dritten Staffel 2016 in der Jury saß, zu Beginn neben Judith Williams und Frank Thelen. Er investierte dort über seine Beteiligungsgesellschaft Jochen Schweizer Ventures, also mit eigenem Geld. Die Tabelle führt seine Zusagen aus der Sendung, Zusagen, die nach der Ausstrahlung platzten, sind nicht enthalten.

Jahr Start-up Anteil Zusage
2014 Hip Trips 26 Prozent 150.000 Euro
2014 Meine Spielzeugkiste 8 Prozent 150.000 Euro
2014 MusicWorks 25 Prozent 40.000 Euro
2015 iFlow Skolder 33 Prozent 180.000 Euro
2015 Lendstar 6 Prozent 250.000 Euro
2015 BABO blue 13 Prozent 50.000 Euro
2016 Frooggies 10 Prozent 40.000 Euro
2016 Foreverly 10 Prozent 150.000 Euro
2016 Find Penguins 50 Prozent 200.000 Euro
Summe der neun Zusagen 1.210.000 Euro

Gemessen am Verkaufserlös von 2017 ist das ein kleiner Betrag. Im September 2024 kehrte er für die Jubiläumsfolge zum zehnjährigen Bestehen der Sendung einmalig in die Jury zurück. Was VOX den Investoren zahlt, ist nicht veröffentlicht. Nach ihm kamen unter anderem Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl, Nils Glagau und Nico Rosberg in die Jury.

Beteiligungen außerhalb der Sendung

Über dieselbe Gesellschaft war Schweizer an weiteren jungen Firmen beteiligt, etwa an Spontacts, givve und mibaby, deren Geschäft sich um Freizeit, Geschenke und Familie dreht. Kaufpreise oder Erlöse sind dazu nicht veröffentlicht, in der Schätzung haben sie neben dem Verkauf von 2017 deshalb nur ein geringes Gewicht.

Fernsehen, Bücher und Vorträge

2019 bekam Schweizer bei ProSieben mit „Der Traumjob – bei Jochen Schweizer“ eine eigene Sendung, in der Kandidaten um eine Führungsposition in seiner Gruppe antraten, und wegen schwacher Quoten endete sie früher als geplant. 2021 trat er als Gast bei Germany’s Next Topmodel auf. Daneben verdient er als Redner und hat vier Bücher veröffentlicht, von der Autobiografie „Warum Menschen fliegen können müssen“ im Jahr 2010 bis zu „Das Jochen-Schweizer-Prinzip“ im Jahr 2024. Die Honorare dafür sind nicht veröffentlicht, gemessen am Verkaufserlös sind sie ein kleiner Posten.

Häufige Fragen zu Jochen Schweizer

Wie hoch ist das Vermögen von Jochen Schweizer?

Wir schätzen es auf rund 80 Millionen Euro. Den größten Teil macht der Verkauf seines Gutscheingeschäfts an ProSiebenSat.1 im Jahr 2017 aus, dazu kommen die Arena bei München und die Rechte an der Marke.

Wie viel bekam Jochen Schweizer von ProSiebenSat.1?

Beim Verkauf der Mehrheit im Jahr 2017 flossen rund 80 Millionen Euro in bar an ihn, 17 Millionen Euro legte er in einem Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit mydays an. Für den Restanteil von 10,1 Prozent, den der Konzern im April 2025 übernahm, ist kein Preis veröffentlicht.

Gehört die Firma Jochen Schweizer noch Jochen Schweizer?

Nein. Seit April 2025 gehört die Jochen Schweizer mydays Group vollständig ProSiebenSat.1. Die Rechte an der Marke „Jochen Schweizer“ liegen dagegen weitgehend bei ihm, ausgenommen ist nur der Verkauf von Gutscheinen für Angebote anderer Anbieter durch die ProSieben-Tochter.

Wem gehört die Jochen Schweizer Arena?

Die Arena in Taufkirchen bei München gehört zu Schweizers eigener Unternehmensgruppe und war nie Teil des Verkaufs an ProSiebenSat.1.

Wie lange war Jochen Schweizer bei Die Höhle der Löwen?

Von der ersten Staffel 2014 bis zur dritten Staffel 2016, im September 2024 kehrte er für eine Jubiläumsfolge einmalig zurück. Von seinen Zusagen in der Sendung kamen neun mit zusammen 1,21 Millionen Euro zustande.

Bildquellen:
Titelbild: © ProSieben/GABO
picture alliance / BREUEL-BILD / Jochen Schweizer GmbH / CC BY-SA 3.0 (DE), via Wikimedia Commons